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zum Ausdrucken: Drehbuch download als Word.doc (113 Seiten) XDASXVIERTEXGEBOTX von Peter Patzak & Michael
Nöhrig nach Motiven von Ludwig Anzengruber © Filmhaus Peter Patzak Weidling Hauptstraße 56 A–3400 Klosterneuburg INT.
CLUBBING – NACHT Clubbing-Event. Eine Menge
LEUTE, Tanz. Unter den Tanzenden SANDRA. Ein tanzender
TYP kommt ihr nahe, sagt irgendwas zu ihr: Sandra mustert ihn nur
oberflächlich, wendet sich gleich wieder von ihm ab: sie will lieber für sich
allein tanzen, der ist jedenfalls nicht ihr Typ. STOLZENTHALER an der Bar. Er wird auf
Sandra aufmerksam: sie fasziniert ihn. EXT. STRASSE – NACHT Hauptstraße, Kreuzung mit einer
Seitengasse. Eine rote Ampel. Zwei Autos (Auto MARTIN und Auto KUMPANE)
brausen mit Vollgas bei Rot aus der Seitengasse über die Kreuzung drüber. HUPE: anderes Auto kommt bei Grün auf der
Hauptstraße einher und fährt ihnen beinahe rein. OFF begeistertes GEJOHLE von Martin und seinen Kumpanen. INT. CLUBBING – NACHT Sandra an der Bar, sie am will am Handy
anrufen: kein Netz im Lokal. Hinter der Bar sieht sie einen Telefonapparat.
Sie fragt den BARMANN: sandra Kann ich telefonieren? Barmann Nicht für Gäste. stolzenthaler Was kostet das Telefon. Der Barmann schüttelt den Kopf. Stolzenthaler nimmt seine Rolex
ab und legt sie auf die Bar. Aber mit Understatement, souverän ganz ohne
Angeberei. stolzenthaler Reicht das für ein Gespräch. Barmann schaut dumm. barmann Schmäh, oder? stolzenthaler Schaut es so aus? Stolzenthaler wirkt nicht als mache er einen Scherz.
Schließlich stellt der Barmann das Telefon tatsächlich auf die Bar. Auch
Sandra schaut Stolzenthaler verwundert an. stolzenthaler Bitte. Sandra unsicher. Stolzenthaler
“hat was“ – lässig cool, aber mit gewitztem Charme. Anders als die übrigen
Typen im Lokal. Schließlich greift sie zum Telefon und wählt. Sie schaut Stolzenthaler an, während sie im Telefonhörer FREIZEICHEN
hört. EXT. strASSE – NACHT In der Seitengasse. MARTIN und seine
KUMPANE in ihren Autos. Mords Gaudi. Sie trinken aus Flaschen. Martins HANDY
LÄUTET, aber er hört es nicht. SPÄTER. Beide Autos nebeneinander an der
grünen Ampel. Martin und Kumpane rufen sich aus den Autofenstern zu: martin Wer bremst, verliert. KUMPAN 1 Wer bremst, verliert. Martin Wer bremst ist
der Looser, verstehst. Wetten wir du bremst. kumpan 1 Ich bremse nicht. martin Was wetten wir. Sie warten, bis die Ampel rot ist: dann
geben sie Gas und brausen blindlings über die Hauptstraße. GEJOHLE. Eine leere Flasche fliegt aus dem Autofenster. INT. CLUBBING – NACHT An der Bar, Sandra mit Telefonhörer: keiner
hebt ab. Schließlich legt sie auf und schiebt dem Barmann das Telefon über
die Bar zurück. Barmann nimmt es wieder. Stolzenthaler
nimmt seine Uhr in die Hand, legt sie aber nicht wieder an. barmann Was war das jetzt mit der Uhr. sandra Ich hab nicht telefoniert. Es hat keiner abgehoben. Barmann stellt das Telefon auf seinen Platz
zurück. Kopfschüttelnd über diese offensichtlichen “Spinner“ an der Bar. stolzenthaler Sind Sie versetzt worden? sandra Mein Bruder hat versprochen er kommt mich abholen und führt mich heim. Aber hebt
nicht ab. stolzenthaler (nonchalant) Sie können mit mir heimfahren. sandra Was?? stolzenthaler Ich kann Sie heimbringen. sandra Ich kenne Sie ja gar nicht. stolzenthaler Ich kann Ihnen ja eine Visitenkarte geben,
wenn Sie wollen. sandra (muss lachen) Eine Visitenkarte. Was sind denn Sie für einer. Auch Stolzenthaler
grinst. Er hat irgendwas an sich, was Sandra an ihm fasziniert. Kein Mann wie
alle anderen. sandra Sie hätten dem wirklich Ihre Uhr gegeben? Damit der mich telefonieren lässt. stolzenthaler Warum tanzen Sie nicht weiter. sandra Warum soll ich. stolzenthaler Ich würde Sie gern sehen, wie Sie tanzen. sandra Sie wollen mich beim tanzen sehen? Was soll
denn das wieder heißen. stolzenthaler Ja. Es gefällt mir wie Sie tanzen. sandra Ich glaub Sie wollen ganz was anderes von
mir. Ich weiß genau was ihr Männer wollt: alle das gleiche. stolzenthaler Ich will von Ihnen nichts, was Sie nicht
selber auch wollen. sandra Was will ich denn. stolzenthaler Sie wollen für mich tanzen. sandra Wer sagt das. Und wenn ich nicht will? (scherzt) Dann bieten Sie mir ihre Uhr als Preis, hab
ich recht? stolzenthaler Okay. Sandra weiß nicht ob er es ironisch oder
ernst meint. Sie wird nicht schlau aus ihm. Scherzhaft schnappt sie sich Stolzenthalers Uhr und legt sie um ihr Handgelenk. sandra Ich tanze. Aber nur weil ich es selber will. stolzenthaler Das weiß ich. Sandra geht zur Tanzfläche. Stolzenthaler
schaut zu, wie sie tanzt. EXT. strASSE - auto martin – NACHT Blaulicht. Ein Streifenwagen biegt in die Seitengasse ein. Martin und Kumpane stehen neben ihren Autos herum und trinken. kumpan 2 Die Schmier! Abflug. Die Kumpane springen in ihr Auto, Kumpan 1
gibt Gas und fährt dem Streifenwagen entgegen: knapp am Streifenwagen vorbei,
sie entkommen. Der Streifenwagen stellt sich quer. Martin in seinem Auto: er kann nicht mehr
an dem Streifenwagen vorbeifahren. Er haut den Retourgang rein und schiebt
zurück. Am anderen Ende der Gasse biegt ein zweiter
Streifenwagen ein. Jetzt ist die Gasse in beiden Richtungen blockiert. Martin
kann nimmer entkommen. POLIZISTEN steigen aus. Einer macht Martins Autotür auf. polizist 1 Aussteigen, aber pronto. EXT. CLUBBING – NACHT Sandra und Stolzenthaler
kommen raus, aufgekratzte Stimmung. Sandra hat noch immer Stolzenthalers
Uhr am Handgelenk. Stolzenthalers Sportwagen. sandra Ich weiß gar nicht, warum ich mit Ihnen
mitgehe. stolzenthaler Sie müssen nicht. Sie sollten nichts tun,
was Sie nicht wollen. sandra Ich geh nie mit Männern einfach mit. stolzenthaler Ihre Entscheidung. Ich zwinge Sie nicht. Beide steigen in den Sportwagen. Sie fahren los. EXT. STRASSE – NACHT Martin und die Polizisten beim Streifenwagen. Martin renitent. martin Ich fahre nirgends hin mit euch. Könnt ihr vergessen. polizist 2 Steig ein. Wir fahren aufs Wachzimmer. martin Wenn ich ein Taxi brauche ruf ich mir selber eins. polizist 2 Einsteigen. Er greift Martin am Arm und will dass er in
den Streifenwagen einsteigt. Martin reißt sich los, fuchsteufelswild. martin Greif mich nicht an! EXT. INT. TIEFGARAGE STOLZENTHALER – NACHT Stolzenthaler rauscht lässig mit seinem Sportwagen in
die Tiefgarage. Sandra am Beifahrersitz, berauscht vom Tempo. Sie JAUCHZT
auf. INT. AUFZUG Sandra und Stolzenthaler im Aufzug. sandra Ich weiß nicht, warum ich das mache. Was mache ich da eigentlich .. stolzenthaler Was denn. sandra Dass ich mit Ihnen in Ihre Wohnung komme. stolzenthaler Wollen Sie es nicht? sandra Nein, ich bin .. ich mach so was nie, Sie
bringen mich völlig aus meiner, aus der .. stolzenthaler Wir können wieder hinunterfahren, wenn Sie
das lieber möchten. Er hält den Daumen auf den Aufzugsknopf. sandra Nein. EXT. STRASSE – NACHT Die Polizisten halten Martin über der
Kühlerhaube fest, seine Nase blutet. Er kriegt Handschellen verpasst und wird
in den Streifenwagen verfrachtet. INT. PENTHOUSE STOLZENTHALER – NACHT Schlafzimmer. Sandra und Stolzenthaler im Bett,
leidenschaftlich. EXT. PRATER – vor CASINO king – NACHT Bulvaris noble Limousine vor einem
Automaten-Spielcasino: “CASINO KING“. ERKAN, Bulvaris
Bodyguard, wartet daneben. Kahlrasierter Kopf, Sonnenbrille auf obwohl Nacht
ist. Zwei TYPEN spazieren vorbei und sehen das teure Auto. erkan Ey, was ist. Hast du Problem, ey. Die zwei Typen schauen, dass sie weiterkommen. int. casino king ZOCKER an diversen Spielautomaten. ANATOL BULVARI, Casinobesitzer. Macht einen Inspektionsgang durch sein Casino,
gefolgt von seinem ADLATUS. Bulvari telefoniert mit
einem albanischen Geschäftspartner während er seinen Adlatus auf dies und
jenes hinweist, der macht sich Notizen auf einem Klemmbord. bulvari (am Handy) Tani financimi eshte vetem nje formalitet. [Die Finanzierung ist nur mehr eine
Formsache.] geschäftspartner (im Tel.) Po humbim durimin. [Wir werden inzwischen ungeduldig.] bulvari Pres vetem o.k.-in e bankes. [Ich warte nur mehr auf das Okay
von meiner Bank.] geschäftspartner Shpresoj qe mund te besojme te
fjala juaj? [Ich hoffe wir können uns auf Ihr
Wort verlassen?] Bulvari weist den Adlatus auf einen überfüllten
Aschenbecher hin. Adlatus leert ihn unverzüglich aus. bulvari Cdonjeri mund ti besoj fjales se Bulvari. [Jeder kann sich auf mein Wort verlassen.] geschäftspartner Shpresoj. [Das hoffe ich.] bulvari Neser do kem pergjigjen per financimin nga
banka ime. [Am Montag habe ich die
Finanzierungszusage.] geschäftspartner Mos u turperoni. [Gut. Verlieren Sie nicht ihr
Gesicht.] ext. vor
casino king Bulvari kommt raus. erkan Ey, Chef. Bulvari sieht Vogelkacke auf seinem Auto. bulvari Was hab ich dir gesagt. erkan Soll ich aufpassen auf Auto. bulvari Und was ist das. erkan Weiß nicht Chef, Scheisse von Vogel oder was. bulvari Wonach schaut es aus. erkan Scheisse von Vogel. bulvari Wieso passt du nicht auf, wenn ichs dir sage. erkan Muss gewesen sein vorher, Chef. Ich weiß
nix, echt ey. bulvari Das war schon, ja? Wer sagt das. erkan Vogel fliegt nix in der Nacht, Vogel
schlaft. Wenn Vogel schlaft nix kann scheißen auf
Auto. bulvari Und wenns ein Uhu war, ha? erkan Hab ich nix gesehen, Chef. bulvari Klar dass einer nix sehen kann wenn er mitten in der Nacht Sonnenbrillen aufhat. Du blöder Türk. erkan Zwei scheiss Kanak gucken Auto. Sag ich, ey
was guckst du verpiss dich. Bulvari gibt Erkan eine Tachtel, er zeigt auf den Vogeldreck: bulvari Was ist. Soll ich so heimfahren. Erkan putzt den Vogeldreck vom Auto. Bulvari steigt
ein und fährt davon. Ext. Prater – Auto bulvari – nacht Bulvari fährt durch den Prater. Er telefoniert am
Handy, Mailbox: stimme Stolzenthaler (im Tel.) - hinterlassen Sie eine Nachricht. Ich rufe zurück. bulvari Bulvari. Möchte Sie
nochmal dringend um Rückruf bitten wegen der Finanzierungssache. Wenn möglich
noch morgen. Es wäre sehr wichtig für mich dass ich bis übers Wochenende eine
definitive Entscheidung vorliegen habe. Danke. Bulvari sieht das beleuchtete Riesenrad. Er fährt
vorbei. INT. firma SCHELLANDER – TAG Büro einer kleinen Speditionsfirma, Wohnräume gleich nebenan. FRAU SCHELLANDER noch im Nachthemd, sie ist
allein im Haus. Sie gießt sich Kaffee ein. Eine billige alte Kaffeemaschine.
Sie geht mit dem Kaffeehäferl zum Fenster und beobachtet wie MICHL DUNKER
draußen am Hof seinen Lkw wäscht: Ext. firma SCHELLANDER – TAG Firmenhof. Der junge Fahrer MICHL DUNKER,
nackter Oberkörper. Er spritzt seinen Lkw mit einem Schlauch ab. Sein
Motorrad steht auf dem Firmenhof. frau schellander (aus dem Fenster) Herr Michl.
Wollens nicht reinkommen, Kaffee trinken. michl DUNKER Möcht lieber erst fertigmachen. frau schellander Jetzt kommens schon rein. Der Lkw rennt
Ihnen schon nicht davon. Michl Dunker wäscht weiter seinen Lkw. frau schellander Soll ich Ihnen den Kaffee rausbringen? Frau Schellander
bringt ein Kaffeehäferl raus. Im Negligé. Michl Dunker ist sichtlich peinlich berührt. frau schellander Fesche Muckis haben Sie. Gehen Sie trainieren. Sie greift ihn an, Michl
Dunker zuckt zurück. Unabsichtlich spritzt er sie
mit dem Schlauch an, ihr Negligé wird nass. Klebt auf der Haut. frau schellander Na, Sie könnens aber. Mit Ihrem Schlauch spritzen. michl Dunker Tsch- tschuldigung .. Ob er will oder nicht, er muss ihren nassen Busen anstarren. frau schellander Was schaust denn. Hast sowas noch nie gesehen. michl dunker Nein, es ist .. frau schellander Was denn. Gefällts dir nicht. Michl Dunker weicht zurück. Frau Schellander
greift an seinen Hosenknopf. frau schellander Ja was haben wir denn da. Da unten, da gefällts aber schon einem. Schau wie der sich freut. michl dunker Frau Chefin, bitte .. Frau Chefin. frau schellander Frau Chefin, Frau Chefin. Was sind wir denn
so förmlich. Lass einmal anschauen. Sie will seinen Hosenknopf aufmachen. Michl Dunker will sich ihr
entwinden, beide werden nass vom Schlauch. frau schellander (immer lasziver) Zeig her. Ich wills sehen. Zeig schon her. Sie rangeln herum, Frau Schellander
ganselt den verstörten Michl
Dunker sexuell auf. Beide mittlerweile waschelnass. michl dunker Was ist wenn der Chef- frau schellander Der Chef ist nicht da. Jetzt sei nicht so gschamig. INT. PENTHAUS STOLZENTHALER – TAG Zerwühltes
Bett, Stolzenthaler schläft noch. Sandra steht auf,
leise um ihn nicht zu wecken. Sie hat noch immer seine Uhr am Handgelenk. Sandra,
halbnackt, schaut sich in der Wohnung um, betrachtet fasziniert div. teure
Gegenstände. Küche.
Hightech-Espressomaschine, Sandra stellt eine Tasse drunter und will Kaffee
machen, aber kennt sich nicht damit aus. Im Eiskasten findet sie Milch, tut
sie pur in die Tasse. Schlafzimmer.
Sandra sitzt mit ihrer Milchtasse auf der Bettkante, sie betrachtet Stolzenthalers teure Uhr. Plötzlich bemerkt sie, dass Stolzenthaler gar nicht mehr im Bett liegt: das Bett ist
leer. Arbeitszimmer,
designmäßig gestylt. Stolzenthaler arbeitet bereits am Laptop, exclusiver Morgenmantel. Sandra kommt mit ihrer
Milchtasse, sie schaut ihm über die Schulter. sandra Was machst du. stolzenthaler Arbeit. sandra Aber es ist Samstag .. Stolzenthaler nimmt ihr die Tasse aus der Hand und will
trinken, aber bemerkt dass nur Milch drin ist. stolzenthaler Was trinkst du da, Milch? Bist du ein Kätzchen. sandra (lacht) Nein. Stolzenthaler zieht sie auf seinen Schoß, etwas Milch
kleckert auf Sandras Haut. Stolzenthaler leckt die
Milch von Sandras Haut. Sandra wirkt glücklich: der Mann ist offenbar was
besonderes. sandra Du darfst nicht glauben, dass ich das mit
jedem Mann mache. Ich hab das noch nie getan. stolzenthaler Was denn. sandra Dass ich jemand kennenlerne
und gleich am ersten Abend mit ihm .. Aber Stolzenthaler
arbeitet schon wieder am Laptop weiter, ohne darauf einzugehen. Sandra bissel
enttäuscht. Sie steht von seinem Schoß auf. Sie nimmt seine Uhr ab. sandra Deine Uhr. stolzenthaler Wieso. Die gehört dir. sandra Aber das war doch nur im .. spinnst du. Die
muss doch ein Vermögen wert sein. stolzenthaler Willst du sie nicht. sandra Die kann ich nicht annehmen. stolzenthaler Musst du ja nicht. Du musst nichts, was du
nicht willst. Sandra
sieht eine halboffene Schreibtischlade. Darin etwas, das eine Waffe sein
könnte. sandra Was ist das. Stolzenthaler macht die Schreibtischlade beiläufig zu.
Er arbeitet an seinem Laptop weiter. Auf dem Laptop zu sehen das Logo der “ContoBank“. sandra Wie heißt du eigentlich. stolzenthaler Stolzenthaler. sandra Nein, ich mein mit Vornamen. Stolzenthaler arbeitet am Laptop. sandra Ich heiß Sandra. EXT. VOR POLIZEI-WACHZIMMER – TAG Martin und sein Vater SCHELLANDER kommen
aus dem Kommissariat, Schellander tachtelt ihn vor sich her: schellander Was war das, ha? Was war das. Was ist das
schon wieder gewesen. Ha? Was war das schon wieder. Martin duckt sich unter seinen Tachteln. Sie
gehen dahin. martin Es war nix. Hör auf zum hauen. schellander Es war nix? Was ist los mit dir. Was heißt, es war nix? Wirst du nie gescheiter? martin Ich kann nix dafür. schellander Führerschein weg, die halbe Nacht
eingekastelt und eine batzen Anzeige umgehängt. Und sagt er kann nix dafür, der
Hirsch. martin Wegen dem Führerschein brauchst DU grad
reden. Mir haben sie den wenigstens nicht für immer eingezogen. schellander Du werd ja nicht goschert, du Rotzbua. martin Wie der Herr, so das Gescherr. schellander Du kriegst gleich eine Flaschen dass- Schellander reibt auf, Martin droht zurück: martin Na hau her! Wirst aber
schauen, was dann ist. schellander Dem eigenen Vater drohst du? Ich werd dir- Sie kommen an einem Stehbeisl vorbei. Beide ebenso einträchtig wie
zielstrebig rein. INT. firma SCHELLANDER – TAG Frau Schellander
streift ihr verrutschtes Negligé wieder zurecht, sie leert Schnaps in ihren
Kaffee. Michl Dunker
macht grad seine Hose wieder zu, er wirkt offensichtlich erleichtert darüber
die Sache hinter sich zu haben. frau schellander Trinkens auch ein Stamperl. michl dunker Nein ich trink nix. frau schellander Anstoßen werdens doch mit mir. Auf unsere Bekanntschaft. michl dunker Ich trinke nie was. frau schellander Einer mit Prinzipien, da schau her. Ext. Firma schellander - tag Stolzenthalers Sportwagen biegt auf den Hof ein, er
bringt Sandra nach hause. Er bremst direkt vor dem Büroeingang, wo Michl Dunker grad rauskommt. sandra Kommst du mit rein, auf einen Kaffee. stolzenthaler Okay. Warum nicht. Michl Dunker, nackter
Oberkörper, starrt die beiden an: er scheint betroffen dass Sandra mit einem
Begleiter daherkommt. sandra Hi Michl. Willst du braun werden. michl dunker Ich- bin grad beim Autowaschen .. sandra Das ist der Michl. Unser Fahrer. Stolzenthaler ignoriert Michl.
Er und Sandra ins Büro. Michl Dunker sichtlich
aufgewühlt, er dreht wieder seinen Wasserschlauch auf und spritzt hilflos
aggressiv den Lkw ab. INT. firma SCHELLANDER – TAG Frau Schellander
mit Kaffeehäferl, ungeniert noch immer im Negligé trotz des Besuchs. sandra Das ist meine Mama. Das ist der- stolzenthaler Stolzenthaler. Frau Schellander
mustert Stolzenthaler anerkennend, Stolzenthaler schaut sie abschätzig an, zugleich
angewidert und fasziniert von ihrer offensiven Laszivität. sandra Gibts noch Kaffee. frau schellander Schick angezogen sind Sie. Sehr elegant. stolzenthaler (ironisch) Danke. Gleichfalls. Sandra gibt ihm ein Kaffeehäferl. Ihre Mutter sieht die Uhr an ihrem
Handgelenk. frau Schellander Neue Uhr? Zeig her. Sandra will ihr die Uhr nicht zeigen, ist ihr peinlich. sandra Nein, die ist nur .. geborgt. frau schellander Geborgt, ja? Das glaub ich nicht. Uhren
borgt man nicht her, die schenkt man. Zeig schon her. Sie begutachtet die Uhr an Sandras Handgelenk. frau schellander Da schau her. Die ist bestimmt nicht
billig. Sind Sie in der Uhrenbranche? stolzenthaler Bankbranche. frau schellander In der Bankbranche. Heißt wenn ich Geld
brauche, komm ich zu Ihnen. stolzenthaler Nein, wenn Sie Geld HABEN, dann kommen Sie
zu mir. frau schellander Und. Was machen Sie mit meinem Geld, wenn ichs zu Ihnen bringe? stolzenthaler Ich mach mehr draus. frau schellander Ein Zocker. stolzenthaler (amüsiert) Ja, wenn Sie’s so sehen. frau schellander Wollens auch ein Stamperl zum Kaffee? Zur
Feier des Tages. stolzenthaler Was gibts denn zum Feiern. frau schellander Zum Feiern gibts immer was. Stolzenthaler lässt sich Schnaps in den Kaffee gießen. Er sieht ein älteres Firmenfoto an der
Wand, die frühere Lkw-Flotte in Reih und Glied mit Fahrern "Schellander Transporte". Gleichzeitig sieht er
draußen im verwaisten Hof nur mehr den einzigen Lkw, den Michl
Dunker grad wäscht. stolzenthaler Wieviel Leute arbeiten denn in Ihrer Firma. frau schellander Ja wenn Sie mich so gach
fragen, da müssert ich erst nachzählen. Also
momentan .. momentan seh ich eigentlich nur einen
arbeiten, wenn wirs genau nehmen, haha. Sie meint Michl draußen am Hof. Sie ist zum
Schmähführen aufgelegt. stolzenthaler Und. Die anderen? frau schellander Die anderen sind grad, dings .. quasi
auswärts beschäftigt. Sie schaut Sandra an, sie schaut Stolzenthaler
an. Verschmitzt: frau schellander Sie müssen ja ganz was besonderes sein.
Weil die Sandra gar so strahlt. INT. STEHbeisl – TAG Schellander und Martin trinken, obwohl erst Vormittag
ist. schellander Was wird erst dein Chef sagen, wenns du
ohne Führerschein daherkommst. martin Was für Chef. schellander Na deiner, du Depp! In der Autowerkstatt.
Ein Mechaniker ohne Führerschein, wo gibts denn so
was. martin Ich arbeite nimmer in der Werkstatt. schellander Was? martin Hab aufgehört. schellander Ja spinnst denn du komplett. Weiß es die
Mama schon. martin Hab ihr gesagt, ich hätte Urlaub. schellander Keine Arbeit, kein Führerschein, kein gar
nix. Womit verdient einer, dass er so einen Blindgänger als Sohn hat. martin Du hast auch keinen Führerschein mehr. schellander Nur saufen. Das kann er. martin Dir haben sie ihn ja auch wegen dem Saufen
weggenommen. schellander Aber nicht wegen der Blödheit. So wie dir. martin (zum WIRT) Gib uns noch zwei. INT. firma SCHELLANDER – TAG Sandra, Stolzenthaler,
Frau Schellander am Tisch. Reichlich familiäre
Stimmung mittlerweile, Sandra gießt Stolzenthaler
Kaffee nach. Frau Schellander leert ihm Schnaps
dazu, ihr Busen aufreizend vor seiner Nase. Stolzenthaler
geht mit ironisch amüsierter Gelassenheit auf ihre Laszivitäten ein. frau schellander Zeigens einmal Ihre Hand. stolzenthaler Meine Hand. Wieso denn. frau Schellander Ihre Hand, zeigens
einmal her. Seins nicht so schüchtern. Sie nimmt Stolzenthalers Hand, er lässt es
geschehen. sandra Mama. Bitte. frau schellander Ich muss doch wissen, ob Sie und die Sandra
überhaupt zusammenpassen. sandra Mama! frau schellander Schau mer mal. Das ist die Geldlinie, mit der schauts sehr gut aus. Sie bringens
noch einmal zu was. Sie macht Handlesen. Stolzenthaler
schaut Sandra an, die zuckt die Achseln. stolzenthaler Ja? Zu was bring ichs denn. frau schellander Zum Geld. Zum großen Geld. stolzenthaler Da schau her. frau schellander Der wird reich Sandra, pass nur auf. Ich kanns sehen. Steinreich wird der. stolzenthaler Ah. Und was bin ich jetzt? sandra Was redest du,
der ist doch längst reich. Soll ich dir seine Uhr nochmal zeigen. frau schellander Die Lebenslinie, ojeh.
Die ist nicht so optimal. Sie leben nimmer lang, oioioi. stolzenthaler Und. Wie lang hab ich noch. sandra Mama, hör auf mit dem Blödsinn. frau schellander Das kann geschwind gehen. Geschwinder als
man glaubt. sandra Das ist nicht lustig. stolzenthaler (scherzt) Soll ich mein Auto noch zum Ölwechsel
stellen? Oder zahlt sichs gar nimmer aus. frau schellander Was haben Sie da. stolzenthaler Nagel eingerissen. Weiß nimmer wo. frau schellander Die Sandra kanns
Ihnen machen. Die hat ein Nagelstudio. stolzenthaler Ein was. sandra Ein Nagelstudio. Drüben in der Wohnung, es
ist derweil nur provisorisch. frau schellander Wollen Sie sichs
nicht anschauen. Sandra, zeig doch dem Herr Stolzenthaler
dein Studio. stolzenthaler Nagelstudio? Was wird da gemacht, in einem- frau schellander (zu Zoten aufgelegt:) Na ratens einmal: vielleicht genagelt? Allgemeine Erheiterung. Obwohl es Sandra bissel peinlich ist. INT. firma schellander – ZIMMER SANDRA – TAG Sandra
und Stolzenthaler in ihrem Zimmer, ein kleines
Kosmetikstudio ist dort eingerichtet: ein alter Friseursessel, Spiegel, ein
Diplom "Sandra Schellander, dipl. Kosmetikerin". stolzenthaler Ist das dein Zimmer. sandra Setz dich da hin. Stolzenthaler setzt sich in den Friseursessel. Sandra
sucht ihre div. Manikürsachen hervor. sandra Ich möcht einmal einen eigenen Kosmetiksalon aufmachen. Wenn ich genug Geld beisammen hab. Stolzenthaler sieht diverse Plüschtiere, Mädchensachen.
Sandra hockerlt vor ihm und macht seine Nägel. Er
starrt in ihren Ausschnitt. stolzenthaler Was ist denn. sandra Nix. stolzenthaler Was denn. Was gibts zum lachen. sandra Nix. Ich muss nur .. du kriegst grad einen,
einen dings- hihi .. Sie
meint seine Hose. Sie muss lachen weil Stolzenthaler
erregt ist. Stolzenthaler packt sie an den Haaren. EXT. FIRMA SCHELLANDER – TAG Michl Dunker hört
Sandras Lachen aus ihrem Zimmer. In wütender Verzweiflung wäscht er seinen
Lkw. INT. STEHbeisl – TAG schellander Wie gehts denn jetzt weiter, mit der
Polizeisache. martin Ich weiß nicht. Muss wen fragen. schellander Billig wird das sicher nicht werden. martin Ich kenn einen, den frag ich. Der ist Anwalt. schellander Du kennst einen Anwalt? Woher denn. martin Den Robert. Mit dem ich in die Schule gegangen bin. Der studiert hat. schellander Deine Schulfreunde haben studiert, und was
ist aus dir geworden. Schau dich an. Ein Sumperer. Ext. Haus bulvari - tag Noble Villa. Bulvaris
Auto in der Einfahrt, sowie ein Kleinwagen (Robert Freys Auto). KLAVIERSPIEL
OFF. INT. haus BULVARI – TAG OFF KLAVIERSPIEL aus Syras Zimmer. Noble
Wohnung, div. Gegenstände weisen auf orientalischen Background hin. Bulvari und seine Frau beim Frühstück, eine
HAUSBEDIENSTETE. bulvari Wieso muss das grad am Samstag sein. frau bulvari Du hast es ja so wollen, dass sie ihre
Klavierstunden daheim hat. bulvari Ich hab nur wollen, dass das Mädel nicht herumfliegt. frau bulvari Die Syra fliegt nicht herum, das weißt du. bulvari Ja, weil ihr Vater darauf schaut. frau bulvari Hättest du sie die Stunden in der Musikschule
nehmen lassen, dann müssert der Klavierlehrer nicht
ins Haus kommen. bulvari Ich stell ihr nicht das Dings vor die Nase,
was mehr kostet wie ein Mercedes, den Vösendorfer schaff ich nicht an damit
der- frau bulvari Der heißt Bösendorfer. Hör auf, den Proleten zu spielen. bulvari -damit er dann nur herumsteht. frau bulvari Du weißt ich mag das nicht. Die Hausbedienstete schenkt Bulvari Kaffe ein,
sie kleckert ihm auf die Hose. bulvari (fährt sie an) Mos i jep vemendje,o
budallacke! [Pass doch auf, du dumme Blunzen.] hausbedienstete (stammelt Entschuldigungen) Me vjen keq - e bera padashje .. [Entschuldigung- es war nicht
Absicht.] frau bulvari Antol! Du sollst dich nicht benehmen wie ein Kümmeltürk.
Ich will das nicht, wie oft muss ichs dir
sagen. bulvari Ich bin Albaner. frau bulvari Das bist du nicht. Sie schickt die Hausbedienstete raus: frau Bulvari (beschwichtigt sie) S'ka gje. Na ler vetem ,te lutem. [Es macht nichts. Lass uns bitte
allein.] bulvari Wir sind Albaner. frau bulvari Nein wir sind keine, und wir sind nie welche gewesen. bulvari Mein Vater war Albaner. frau bulvari Und meiner auch, und WIR sind schon lang keine mehr. Steh auf. Bulvari steht auf, seine Frau kniet vor ihm hin.
Er lässt sich von ihr seine bekleckerte Hose ausziehen, ein echter Pascha. INT. haus bulvari - ZIMMER Syra – TAG ROBERT FREY und SYRA BULVARI gemeinsam am
Klavier, vierhändig. Er gibt ihr Klavierunterricht. robert Frey Sie achten auf Ihre Hände. syra Ich spiel Klavier. Da muss ich doch auf meine Hände achten. robert frey Nein. syra Worauf dann. robert frey Lassen Sie Ihre Hände spielen. Lassen Sie sich fallen. syra (lacht) Fallen. Wohin denn. robert frey In die Musik. Lassen Sie Ihren Händen freies Spiel. syra Gut. Ich lass mich fallen. robert Frey Gut. Sie spielen wieder zu zweit. Syra spielt
entrückt, ihre Hand berührt beim Spielen angelegentlich die seine. Robert
Freys Hand zuckt zurück. Wieder berührt ihre Hand seine. Absicht? Oder merkt
sie es nicht. syra Wars besser. robert frey Ja. War gut .. syra Was tun Sie. robert frey Nichts. syra Riechen Sie an meinem Hals? Fragt sie schüchtern, zugleich amüsiert und bissel darüber geschmeichelt. robert frey (empört) Aber nein, wie kommen Sie- syra Geben Sie’s zu. robert frey Nein, ich- also- syra Riechen Sie. Ist Chanel. Robert Frey riecht schüchtern an ihrem Hals. syra Sie sind rot geworden. robert frey Probieren wirs nochmal. Sie spielen wieder. Robert Frey sieht Syra lächeln. Bezaubernd. EXT. – firma SCHELLANDER – TAG Stolzenthaler fährt grad mit seinem Sportwagen vom
Firmenhof, als Martin und sein Vater Schellander
angeheitert heimkommen. Beinah fährt er die beiden über den Haufen. martin He. Spinnst du. Ist der rauschig
oder was. schellander Michl. Alles klar bei dir. Michl Dunker wäscht
den Lkw. Kurz angebunden gegenüber seinem sichtlich angeheiterten Chef. michl dunker Chef. inT. – firma SCHELLANDER – TAG Frau Schellander, Martin, Schellander. martin Wer war der Arsch. frau schellander Das ist der Sandra ihr neuer Verehrer.
Warts ihr schon wieder saufen. martin Wir haben einen Amtsweg zum erledigen gehabt. frau schellander Einen Amtsweg, am Samstag. Wo warts ihr. schellander Wir waren nirgends. Er sieht die Schnapsflasche, gießt sich ein Kaffeehäferl voll. frau schellander Saufen warts ihr. martin Wir haben eine Besprechung gehabt. Sandra kommt aus ihrem Zimmer. sandra Martin. Du hast gestern versprochen du
holst mich ab. Stattdem hebst du den ganzen Abend
am Handy nicht ab. martin Habs vergessen. frau schellander Der Herr Stolzenthaler hat die Sandra
heimgebracht. Der ist was ganz Großes bei der Bank. sandra Wenn du einmal von mir was brauchst, kannst mich auch vergessen. Martin stolpert auf sie zu und will ihr ein Bussel geben. martin Gib mir ein Bussel, kleine Schwester. sandra (nicht ernsthaft böse) Lass mich in Ruhe, du bist ja blunzenfett. martin Ich geh schlafen. Schellander ist mittlerweile am Tisch eingeschlafen,
Frau Schellander haut ihn. frau schellander Und du kannst auch gleich verschwinden,
dass ich euch alle zwei nimmer sehen muss. Ihr Rauschkugeln. Schellander und Martin gehen ihren Rausch ausschlafen.
Sandra nimmt sich Kaffee. INT. haus BULVARI – TAG Bulvari am Frühstückstisch, ohne Hose. Frau Bulvari und Syra verabschieden Robert Frey. frau bulvari Es hört sich schon sehr gut an. robert frey Die Syra- pardon, Ihr Fräulein Tochter ist äußerst talentiert. syra Das hab ich von meiner Mutter. frau bulvari Ich wünschte es wär so. Ich hab das
Klavierspielen leider nie richtig gelernt. robert frey Aber das können Sie ja immer noch. frau bulvari Ich hab damals damit aufgehört, als ich geheiratet habe. syra Vielleicht kann dir der Robert auch Stunden geben. frau bulvari Wer. syra Ich mein, der- der Herr Doktor Frey. Blicke. Robert Frey grüßt zu Bulvari hinüber: robert frey Wiedersehn, Herr Bulvari. Bulvari nickt nur kurz. robert frey (zu Frau Bulvari) Auf Wiedersehen, bis nächsten Samstag. frau bulvari Auf Wiedersehen. Wir freuen uns, wenn Sie kommen. Robert Frey und Syra geben sich nur kurz
die Hand, als wärs ihnen peinlich. Frau Bulvari
bleibt es nicht verborgen. EXT. – firma SCHELLANDER – TAG Michl Dunker ist mit
Lkw-Waschen fertig. Er parkt den Lkw auf seinen Platz. Steigt mit einer
Reisetasche und Motorradhelm aus und sperrt den Lkw ab. INT. – firma SCHELLANDER – TAG Frau Schellander und Sandra beim Kaffee. frau schellander Bessere Partie kannst du gar nirgends
finden, wie einen von der Bank. So einer wird nie neger
sein. sandra Mama! Der Stolzenthaler
ist doch keine Partie. Du bist wirklich unmöglich. frau schellander Na, ich an deiner Stelle lassert so wen nimmer
aus. Michl Dunker kommt ins
Büro, Reisetasche umgehängt. Er gibt Frachtpapiere und Tachoscheiben bei Frau
Schellander ab. michl dunker Schöns Wochenend. sandra Michl. Trink einen Kaffee mit uns. michl dunker Ich hab schon .. vorher. frau schellander Jetzt setz dich her da. Sei nicht so- Seins nicht so fad. Michl Dunker muss sich
zu ihnen setzen. Frau Schellander gießt ihm Kaffee
ein, Schnaps dazu. sandra Was schaust denn so zuwider, du Grantscherm. Samstag ist. Sie wuschelt ihm über die Haare, Michl Dunker zuckt wie
elektrisiert zurück: ist ihm peinlich. Er trinkt Kaffee. sandra Was ist denn los mit dir. frau schellander Der Herr Michl hat Liebeskummer. Michl Dunker spuckt den Kaffee aus: weil Schnaps
drin ist. sandra Du bist verliebt? Wer ist dein Schatz. frau schellander Ich weiß es. sandra Du weißt es? Und wieso weiß ich es nicht. (zu Michl Dunker) Wieso kennt meine Mama dein Mädel und ich nicht. michl Dunker Ich hab kein Mädel. frau schellander Du kennst sie eh. Gut sogar. sandra Wer ist es. Wer macht dem Michl Liebeskummer, den ich kenne. frau schellander Dreimal darfst raten. sandra (zu Michl Dunker) Sags mir, mein Schöner. frau schellander Na in DICH ist er verliebt, der Michl. Ist doch kein Geheimnis. sandra Ist das wahr. In mich bist du verliebt? frau schellander In wen denn. Sieht doch ein Blinder. sandra Wegen MIR bist du eifersüchtig? Michl. michl dunker Blödsinn. Er verlässt das Büro fluchtartig. Ext. Firma schellander – tag Michl Dunker startet sein Motorrad und braust vom
Firmenhof. INT. haus BULVARI – TAG Syra und Frau Bulvari. frau bulvari Frag den Papa aber. Du weißt er will es
haben, dass du vorher fragst. syra Und wenn er nein sagt. frau bulvari Er sagt nicht nein. syra Wenn er mirs
nicht erlaubt. Ich hab mirs aber schon ausgemacht. Bulvari kommt mit einer anderen Hose, macht grad
den Gürtel zu. Frau Bulvari bringt ihm seine
Schuhe. frau bulvari Die Syra möchte heut abend ins Kino gehen. bulvari Kino. Mit wem denn. syra Paar Freundinnen. Aus der Schule. bulvari Freundinnen, ja? syra Ja. Mit wem denn sonst. bulvari Ins Kino. frau bulvari Du hast es doch gehört. Die Syra geht ins Kino. bulvari Hm. Ext. Vor kanzlei dr. schön – tag Robert Frey eilt ins Bürogebäude, Aktentasche. INT. ANWALTSKANZLEI DR. SCHÖN – TAG Konferenzraum, DR. SCHÖN und KLIENTEN warten bereits. dr. Schön Mein Mitarbeiter wird gleich da sein. Robert Frey kommt rein, er klappt seinen Laptop auf. robert frey Guten Morgen. Dr. Schön Das ist der Herr Doktor Frey, unser Konzipient. Er ist mit Ihrer Causa betraut. klient Ihr was? Sie überlassen unseren Fall einem Praktikanten? robert Frey Konzipient. dr. Schön Unser Herr Doktor Frey ist als Finanz- und
Anlagerechtsexperte unerhört kompetent. Danke, dass Sie am Samstag die Zeit
finden. robert frey Kein Problem. klient Das ist doch kein Kindertheater. Wieso kümmert sich da kein Erwachsener drum. robert frey Wenn es Ihr Wunsch ist, kann ich Ihre Causa jederzeit wieder abtreten. dr. schön Herr Doktor. Bitte. (zu den Klienten) Darf ich zur Besonnenheit mahnen. Herr Doktor Frey ist unser tüchtigster Mitarbeiter. Robert Frey lässt sich vom Klienten nicht
einschüchtern. Er schaut den Klienten an. Gleich wird er seinen Laptop wieder
zuklappen. Aber: klient Also bitte. Lassens hören. INT. BRUNCH IM PALMENHAUS – TAG Ein Laptop, "ContoBank"-Logo. Stolzenthaler und sein
Kollege FRITZNER beim exquisiten Brunch. fritzner Erst die gute oder erst die schlechte? stolzenthaler Egal. Machs nicht so spannend. fritzner Gut oder schlecht. stolzenthaler Erst die schlechte, meinetwegen. fritzner Die schlechte Nachricht zuerst? stolzenthaler Jetzt sags endlich. Wie stehen die Aktien. fritzner Schlecht. Wenn sich der InvestoTech-Kurs
bis Montag nicht derfangt und noch weiter in den
Keller rasselt, werden sich die Verluste wahrscheinlich kaum mehr abdecken
lassen. Für die kleinen Anleger wird da voraussichtlich mit ganz massiven
Einbrüchen zu rechnen sein. stolzenthaler Und die gute Nachricht? fritzner Gestern hab ich meine neue Sekretärin auf
die Matratze gekriegt. stolzenthaler Du hast deine Sekretärin flachgelegt? fritzner Yep. Wenn das keine gute Nachricht ist, was dann. Fritzner schlürft Austern. Stolzenthalers
Handy LÄUTET. stolzenthaler (am Handy) Stolzenthaler. – Wer? Was für Nachricht. Mobilbox? Er schaut auf seinem Handy nach: mehrere Anrufe auf der Mobilbox. Aber: stolzenthaler Nein, hab nichts
gekriegt. Herr was? Wie?– Bulvari? Ja .. hören Sie,
Herr Bulvari, ich bin nicht im Büro. Heut ist
Samstag. ZWEI EDEL-TUSSIS sind ins Lokal gekommen.
Mit Kennerblick haben sie sogleich die beiden Geldtypen Stolzenthaler
und Fritzner ins Visier genommen und steuern auf
sie zu. tussi 1 Hallo. Dürfen wir. Fritzner zwinkert, Tussi 1 und 2 setzen sich dazu. stolzenthaler (am Handy) Ja, dringend ist immer was. – Nein, nicht
am Wochenende. Kommens am Montag in mein Büro. Lassen Sie sich einen Termin
geben. – Bulvari, ja, hab ich notiert. – Jaja, wiederschaun. tussi 1 Ich heiße Foxy. Und meine Kollegin, das ist die
Gina. Stolzenthaler klappt sein Handy zu und steckt es wieder
ein. stolzenthaler (verärgert) ″Dringend,
dringend″. Scheiß drauf. Der Bulvari. Warum sekkiert mich der am Samstag. Haben diese Krawaten, diese dings, Mohammedaner, haben die kein
Wochenende? fritzner Foxi. So wie Fix und Foxi? tussi 1 Nein, wie der Fuchs. Weil ich rot bin. Naturrot. stolzenthaler Nur die Frisur oder überall. tussi 1 Überall? Was meinen Sie damit. stolzenthaler Na Haare hat man ja nicht nur am Kopf. Woanders auch. tussi 1 (lasziv) Ich nicht. Fritzner winkt den OBER herbei. tussi 2 Darf ich? Sie futtert vom Sushi. Tussi 1 interessiert
sich für Fritzners Laptop. tussi 1 Um was gehts denn da. Ums große Geld? Fritzner klappt den Laptop zu. fritzner (zum Ober) Bringens noch einen Schampus. Tussi 2 witzelt über das Sushi: tussi 2 Der Fisch ist kalt. Fritzner Der war gut. Ober bringt Champagner. Versteinerte Miene.
Fritzner steckt ihm Geld zu: das mit den Tussis
geht schon in Ordnung. SPÄTER. Stolzenthaler
und Fritzner brechen zusammen mit den Tussis auf
und verlassen das Lokal. EXT. Firma SCHELLANDER – TAG Jemand (SCHWED) sperrt Martin Dunkers Lkw auf, er hat einen Schlüssel dafür. Er
klettert ins Fahrerhaus und montiert eine Lenkradsperre. Int. firma schellander – Zimmer sandra – tag Sandra lackiert sich die Fußnägel. Stolzenthalers Uhr am Handgelenk. Zufällig schaut sie
beim Fenster raus und sieht draußen den Fremden beim Lkw. inT. Firma SCHELLANDER – TAG Frau Schellander im Büro. Jemand pumpert
draußen ans Bürofenster: SCHWED. schwed Chef da? frau schellander Kommt drauf an. Schwed kommt rein. Er wedelt mit einem Schreiben. schwed Ist er da oder nicht. frau schellander Wer wills denn wissen. Sandra kommt aus ihrem Zimmer. Barfuß,
frischlackierte Fußnägel. sandra Mama da ist einer an unserem Lkw. schwed Das ist nimmer Ihr Lkw. sandra Wem seiner denn. schwed Wer die Leasingraten schuldig bleibt, dem seiner jedenfalls nicht. frau schellander Sind Sie von der Leasingfirma. schwed Sie können mir die offenen Raten gleich
zahlen. Oder ich lass ihn am Montag abholen. Frau schellander Sicher nicht. Am Montag hat unser Fahrer schon eine Tour zum fahren. schwed Keiner fährt am Montag eine Tour. fraU Schellander Wer sagt das. schwed Höchstens geradeaus. frau schellander Wir haben doch nur mehr den einen Lkw. Mit
was sollen wir denn arbeiten, wenn der auch weg
ist. schwed Zahlens mir Ihre
Schulden, und ich geh wieder. Zahlens mirs nicht, geh ich auch. Und lass den Wagen einziehen. sandra Wollens nicht einen Kaffee trinken. Schwed mustert Sandra. Sie gefällt ihm. SPÄTER. Sandra, Frau Schellander
und Schwed beim Kaffee, auch die Flasche steht am
Tisch. frau schellander Gebens uns noch eine Frist. Wenns uns noch
ein bissel stunden könnten. Ein bissel nur. schwed Ausgeschlossen. frau schellander Wo sollen wirs denn momentan hernehmen. Ich kann mirs doch nicht hinten rausziehen. schwed Sie haben Ihre Probleme, ich hab meine. sandra Geh, so ein netter Mensch. Seins nicht so streng. Frau Schellander merkt, dass Schwed nur Augen für Sandra hat. schwed Fesche Uhr haben Sie. Die muss doch einen Haufen wert sein. Ist doch ein Kapital, quasi. sandra Die Uhr geb ich nicht weg. Die ist ein Geschenk. schwed Da schau her. Von einem Verehrer. sandra Das geht Sie gar nix an. Schwed grinst. schwed Ein Mädel wie Sie muss ja an jedem Finger
zehn Verehrer haben. Ist es nicht so. sandra Was soll denn das werden, bitte. Ein
Kompliment oder was. frau schellander Trinkens doch noch einen Kaffee. Wollens ein Stamperl dazu. Sie gießt Schwed Kaffee nach. schwed (zu Sandra) Na sicher. Hübschen Damen macht man Komplimente, hab ich unrecht oder recht. sandra Na da hab ich aber schon bessere gehört wie Ihres. Hundertmal. schwed Das glaub ich aufs Wort. Schellander lauscht heimlich hinter der Tür, Frau Schellander deutet ihm heftig: er soll verschwinden. Schwed hat ihn nicht bemerkt. frau schellander Wenns uns die Frist noch einmal verlängern könnten. Einmal nur. schwed (zu Sandra) Vielleicht könnt man sich ja einmal privat
über die Angelegenheit unterhalten. sandra Sie haben ja einen Vogel. frau schellander Aber Sandra, er hat doch recht. Privat kann
man sich doch viel besser über alles
aussprechen. sandra Ich geh doch nicht mit einem Wildfremden privat- frau schellander Aber der Herr dings ist doch kein Wildfremder, der- schwed Schwed. frau schellander Der Herr Schwed, der will uns doch vielleicht
helfen. Wenn er in seiner Firma ein gutes Wort einlegt. schwed Unmöglich ist nix. sandra Na wirklich nicht. Ich bin doch keine- frau schellander Sandra! Jetzt sei doch nicht so. schwed Bevor ich für eine Kundschaft ein gutes Wort einleg,
müssert ich mich halt schon ein bissel näher mit
ihr unterhalten. Sandra schüttelt nur mehr verächtlich den Kopf. schwed Bin sicher, wir verstehen uns. frau schellander So ein netter Mensch, der Herr Schwed. Sandra. Was wär denn schon dabei. sandra Nein! Das kommt doch überhaupt nicht in Frage. frau schellander (zu Schwed) Sie überlegt sichs gewiss noch anders, werden’s sehen. Ext. Firma schellander – tag Schwed, Sandra und Frau Schellander
bei Michl Dunkers Lkw. Schwed entfernt die Lenkradsperre. Frau Schellander lächelt Sandra aufmunternd zu, Sandra
schweigt verschlossen. Int. Firma schellander – tag Schellander schaut beim Bürofenster raus und
beobachtet Schwed und die Frauen. Martin kommt, auch er hat seinen Rausch
ausgeschlafen. Er nimmt sich Kaffee, geht zu Schellander
ans Fenster. martin Was treiben die da draußen? schellander Nix. Schellander setzt sich an den Tisch. Ext. Firma schellander – tag Schwed packt die Lenkradsperre in seine Aktentasche. schwed Also, es bleibt dabei. frau schellander Aber freilich bleibts dabei. Sandra, sag was. schwed Bowling, um zehn. Im Multiplex. sandra Ich sag gar nix. Außer NEIN. Martin kommt hinzu. martin Was lauft da ab. schwed Wer will das wissen. martin Was lauft da heraußen. sandra Das ist mein Bruder. schwed Und. frau schellander Martin lass uns in Ruhe. Es ist alles in- martin Was da lauft will ich wissen. Wer ist der. schwed Gehts dich was an. martin Hearst, was ist! Sandra und Frau Schellander halten Martin
zurück. sandra Hör auf! Beruhig dich. Es ist doch nix. martin Was denn? Was ist nix? sandra Warum gehst du nicht einfach wieder rein. Und lasst uns da heraußen in Frieden. frau schellander Hörst du schlecht! Verschwind endlich. Soll ich dir eine schmieren? sandra Martin, bitte. Lass uns. Martin schaut Schwed feindselig an. INT. CLUBSAUNA – TAG Stolzenthaler und Fritzner
vergnügen sich mit den zwei Edel-Tussis. Champagner, Whirlpool-Geplansche, recht
freizügige Angelegenheit. EXT. VOR ANWALTSKANZLEI DR. SCHÖN – TAG Abend. Syra Bulvari wartet auf der Straße vor
der Kanzlei. Sie trägt ein Halstuch. ein Fremder Ganz allein, schöne Frau. Syra ignoriert ihn. Der FREMDE mustert sie anlassig. Syra zieht ihr Halstuch über den Kopf wie einen
Tschador. Der Fremde verzieht sich daraufhin. Syra
nimmt das Tuch wieder ab. Robert Frey kommt aus dem Haus, Aktentasche. robert frey Syra. Schön dass Sie
da sind. Gibt er ihr einen Kuss auf die Wange? Nein, das würde Syra nicht
zulassen. syra Ich hab gesagt ich geh mit Freundinnen ins Kino. Eine Notlüge. robert frey Ich freu mich wahnsinnig, dass Sie mitkommen. syra Ja, ich freu mich auch. Robert Freys billiger Kleinwagen, er hält Syra die Tür auf. INT. BIRDLAND JOE ZAWINUL jazzt. Robert Frey und Syra im Publikum. syra Er ist phantastisch. robert frey Ja. Wahnsinnig gut. syra Wie macht der das. Wie kann man so gut spielen. robert frey Weil er nicht mit dem Kopf spielt. syra Was ist sein Geheimnis. robert frey Der lässt seine Hände spielen. Lässt ihnen einfach freies Spiel. Das ist sein Geheimnis. syra (lacht) Hab ich das nicht schon mal wo gehört. robert frey (scherzt) Tatsächlich? Von wem denn. syra Das Geheimnis. robert frey Geheimnisse würd ich nie verraten. syra "Man muss sich einfach in die Musik fallen
lassen." robert frey Wie Sie das sagen. Könnte glatt von mir sein. Ja. Man muss sich fallen lassen. syra Fallen lassen .. Sie schließt die Augen und lässt sich in
die Musik versinken. Irgendwann lehnt ihr Kopf an Robert Freys Schulter. Er
nimmt ihre Hand, sie lässt es geschehen. EXT. INT. BOWLINGBAHN – MULTIPLEX – NACHT Martin und seine Kumpane beim Bowling. Zwei
MÄDELS sind dabei. Es wird viel getrunken, GEJOHLE, Macho-Gehabe. Kumpan 1
greift ein Mädel derb von hinten an, als die kegelt. kumpan 1 Zeig mir was du kannst, Schatzl. mädel 1 Nimm die Finger weg. Mädel 1 kegelt schlecht, weil sie abgelenkt wird. kumpan 2 Haha, kennst du den Unterschied zwischen einer Blondine und einer Bowling-Kugel. mädel 1 Ja, beide haben mehr im Hirn wie du in der Hose. kumpan 2 Beide haben drei Löcher, aber die Blondine hat keine Matura. mädel 1 Dann machs doch mit einer Bowlingkugel, du Spasti. Kumpan 1 greift ihr von hinten an den Busen. kumpan 1 Zeig mir deine Bowlingkugeln. Mädel 1 schmiert ihm eine. Mädel 2 kegelt. Mords Gaudi. Martin sitzt mit KUMPAN 3 etwas abseits. kumpan 3 Und. Was ist mit deinem Deckel. martin Na was. Weg ist er. Das
Auto auch. Haben die eingezogen, samt dem Schlüssel. kumpan 3 Für wie lang. Weißt du es schon? martin Mein Anwalt kümmert sich drum. kumpan 3 (belustigt) Dein was? martin Mein Anwalt. Was gibts da zum lachen. kumpan 3 Ich lach eh nicht. Wen siehst du lachen. martin Soll ich dir eine auflegen. EXT. INT. U-BAHN – nacht Sandra fährt mit der U-Bahn. INT. bowlingbahn – bar – NACHT Schwed sitzt an der Bar, er wartet. Schaut auf
die Uhr über der Bar: schon lang nach zehn. Zum BARMANN, sehr verärgert: schwed Was ist mit der Uhr. barmann Was soll sein. schwed Was mit der scheiss Uhr los ist. Geht die
richtig oder nicht. barmann Wollens Ärger? Martin ist von der Bowlingbahn herüber gekommen. martin Noch eine Runde. Schwed erkennt ihn. schwed He. Bist du nicht der Bruder von der- wo ist deine Schwester. Ist die mit dir da? martin Die Sandra? Wieso. schwed Weil ich mirs um zehn mit ihr ausgemacht hab. Wo bleibt die. martin Weiß ich doch nicht. Mir doch blunzen. schwed Hat die eine Handynummer? Dass ich sie anruf. martin Wieso sollte ich wem der Sandra ihre Nummer geben. schwed Wen soll ich denn sonst fragen. Ist die deine Schwester oder nicht. martin Bin ich die Auskunft? Oder was. Barmann stellt eine Runde Bier auf ein Tablett. schwed Dann kannst Du deiner Schwester was ausrichten- martin Leck mich. schwed -kannst ihr Schwester sagen, sie ist ein linke kleine- Martin geht ihm sofort an den Kragen. martin Eine was. Sag was über die Sandra und ich planier dich. barmann He. Wickel machts euch draußen aus. Kumpan 3 kommt grad von der Bowlingbahn,
weil er zum Klo will. Er hält Martin zurück. kumpan 3 Hör auf, he. Mach keinen Blödsinn. Martin geht mit dem Biertablett zur Bowlingbahn zurück. schwed Was ist mit dem los. Hat der einen Vogel? EXT. VOR PENTHOUSE STOLZENTHALER – NACHT Sandra klingelt an der Gegensprechanlage,
keiner daheim. Sie will wieder gehen. In dem Moment fährt Stolzenthaler
mit seinem Sportwagen in die Tiefgarage, Sandra läuft ihm nach. INT. TIEFGARAGE STOLZENTHALER – NACHT Stolzenthaler steigt aus seinem Auto, da ist Sandra.
Lächelt ihn an, er scheint nicht besonders darüber erfreut. stolzenthaler Wie kommst du in die Garage. sandra Bin dir nachgelaufen. stolzenthaler Nachgelaufen? Wieso läufst du mir nach. sandra Deinem Auto. Ich hab dich reinfahren gesehen. stolzenthaler Wieso. Was machst du überhaupt da. sandra Ich wollt dich sehen. Sandra betroffen. Stolzenthaler geht zum
Aufzug, sie folgt. sandra Ich hab gedacht du freust dich auch. stolzenthaler Klar. Sicher freu ich mich. sandra Was ist mit dir. Ich versteh nicht – bist du bös? Stolzenthaler in den Aufzug. Schaut nicht so aus als
wolle er Sandra mitnehmen. sandra Aber- kann ich nicht mit dir raufkommen? stolzenthaler Ich hab noch viel zu tun, verstehst du. Muss oben noch arbeiten. sandra Aber es ist Samstag, in der Nacht .. stolzenthaler Ein andermal. Okay? sandra Okay .. Sandra enttäuscht, aber einsichtig. Stolzenthaler lächelt ihr aufmunternd zu, bevor sich die
Aufzugtür vor ihm schließt. Sandra bleibt allein in der Tiefgarage
zurück. Sie muss zu Fuß zur Einfahrt zurück gehen. Ein Absatz bricht ihr ab. Die Garageneinfahrt ist zu. Sandra kann nicht raus. Sie findet eine
Notausgangstür. Ext. Vor penthouse stolzenthaler – nacht Sandra kommt aus dem Garagenausgang. Sie sieht das Licht oben im
Penthouse. INT. haus BULVARI – NACHT Wohnungsschlüssel, Syra kommt spätnachts heim. Sie versucht leise zu
sein. Bulvari ist noch auf, er sitzt grübelnd im dunklen
Wohnzimmer. Syra erschrickt. syra Ich hab dich nicht gesehen. bulvari Wo warst du. Wieso kommst du erst jetzt. syra Im Kino- bulvari Schau auf die Uhr. Wo warst du. syra Ich war in einem Konzert. Es hat lang gedauert. bulvari Es ist mitten in der Nacht. Wieso schlägt sich meine Tochter die Nacht um die Ohren. syra Ich bin kein Kind mehr. Ich bin fast achtzehn. bulvari Du bist MEIN Kind. Ich bin dein Vater. syra Mein Vater, aber nicht mein Besitzer. bulvari Du bist mein Blut. Du wohnst in meinem Haus und isst an meinem Tisch. syra Aber ich bin alt genug, ich bin erwachsen- bulvari Du sollst die Stimme nicht gegen deinen Vater erheben! Mutter Bulvari ist wach geworden und kommt
hinzu. frau bulvari Antol. Wieso schreist du mit dem Kind. syra (heftig) Ich BIN kein Kind! bulvari Mit wem warst du im Konzert. syra Mit niemand. bulvari Mit wem du im Konzert warst. Schau deinem Vater ins Gesicht und gib eine Antwort. syra Mit dem Robert. bulvari Wer ist das. syra Der Herr Frey. bulvari Wer? frau bulvari Der Herr Doktor Frey. Der Klavierlehrer. bulvari Der kommt mir nicht mehr ins Haus. syra Wir waren doch nur im Konzert! Wir haben doch nichts verbotenes getan, wir haben doch nicht miteinander- frau bulvari (fällt ihr sofort ins Wort) Syra!! bulvari Der kommt nicht mehr durch diese Tür rein. frau bulvari Antol, es ist doch nichts passiert. Hör auf so ein Theater zu machen. bulvari Ende der Debatte. exT. Firma SCHELLANDER – TAG Schellander, im Unterleiberl,
schaut durchs Fenster. Er sieht Michl Dunkers Lkw draußen am Hof stehen. INT. Firma SCHELLANDER – TAG Schellander am Fenster, gerade aufgestanden. Frau Schellander. schellander Wieso steht dem Michl sein Lkw noch am Hof? Wieso fahrt der nicht. frau schellander Ich weiß nicht. Der ist noch nicht da. schellander Der sollte doch schon längst weg sein. Ruf ihn an, wo der bleibt. frau schellander Hab ich schon. Er hebt nicht ab. schellander Der hat doch einen Abladetermin. frau schellander Das weiß ich doch selber. Muss halt der Martin fahren, wenn der nicht kommt. schellander Vielleicht hat er gestern zuviel gesoffen, und heut ist er krank. frau schellander Aber geh. Der Michl trinkt doch nix. Schellander holt sich Kaffee. Er leert Schnaps dazu. frau schellander Der ist doch sonst so verlässlich. schellander Ja, der ist der einzige in der ganzen Firma auf den überhaupt Verlass ist. frau schellander Geh den Martin aufwecken. Jetzt geh schon. Der soll dem Michl seine Tour fahren. Sandra kommt rein, will sich Kaffee nehmen.
Wirkt deprimiert, wegen der Sache mit Stolzenthaler
gestern. frau schellander Sandra, geh den Martin aufwecken. Der muss fahren. sandra Was. frau schellander Hörst du nicht. Der soll schauen dass er aufsteht. Gehst du jetzt oder nicht. sandra Ich geh ja. Sandra geht raus. frau schellander Der kann ruhig einmal was arbeiten. schellander Der Martin kann nicht fahren. Der darf nimmer. frau schellander Was heißt das, der Martin darf nimmer fahren? SPÄTER. Martin, Sandra, Schellander und Frau.
Familienkrach. frau schellander Der Führerschein weg?! Ja bist du denn um
nix gescheiter wie dein Vater? Ihr zwei Deppen! Wer soll denn jetzt fahren
wenn der Michl nicht daherkommt. Die Sandra geht
extra mit dem Affen von der Leasingfirma kegeln damit er den Lkw nicht
einzieht, und dann steht der am Hof herum. martin Die Sandra war gar nicht mit dem kegeln,
mit dem Arsch. sandra Das geht dich überhaupt nix an. Frau schellander Was, du warst nicht? Wieso nicht. sandra Weil ich keine Flitschen bin. schellander Freilich bist du eine Flitschen.
Genau wie deine Mama. martin Red nicht so über die Sandra! schellander Ich habs ja
gehört, wie alle zwei mit dem gebaggert haben. Wie der da war. Ich hab alles
gehört. Ext. Firma schellander – tag Ein Auto fährt auf den Hof. FRAU PFEIFFER, eine Kundin von Sandra. Int. Firma schellander – tag schellander Gamsig gemacht habts ihr den vom Leasing, den Geilspecht. Was denn
sonst. Wie zwei Flitschen habts
ihr euch dem an den Hals geworfen. martin So redest du nicht über meine Schwester!
Wenn ich dabei bin. Er geht auf Schellander los. frau schellander Martin! Lass den Papa aus! sandra Hör auf! Die Frauen wollen die Männer trennen, Handgreiflichkeiten. martin Meine Schwester lass ich von dir nicht beschimpfen! schellander Auf den eigenen Vater geht der los! frau pfeiffer Guten Morgen- Konsterniert, weil sie Zeuge der Handgreiflichkeiten wird. sandra Jössas, Frau Pfeiffer. frau pfeiffer Ich komm zur Kosmetik. frau schellander Wir haben grad nur ein bissel- geredet. Grüß Sie. Guten Morgen. Wollens einen dings, Kaffee? frau pfeiffer Ich hab einen Termin beim Fräulein Sandra. sandra Aber ja. Wir können gleich rübergehen. Ich hab Sie schon erwartet. Ist schon alles vorbereitet. Sandra schaut, dass sie mit Frau Pfeiffer
rauskommt. Sie zischt Martin beim Vorüber-gehen zu: sandra Ich könnt dich umbringen. frau schellander (zu den Männern) Ihr seids ja vollkommen, ich weiß nimmer- martin Ich hab auch einen Termin. Martin ab. Schellander
gießt sich Schnaps ein. Aber Frau Schellander nimmt
ihm das Kaffeehäferl weg. frau schellander Dann musst du fahren. Stell das weg! schellander Ich kann doch nicht. Ohne Deckel- frau schellander Du fahrst! Das ist eine Terminfuhr,
wenn wir die versauen können wir das Geschäft zusperren! Das weißt du ganz genau. schellander Vielleicht kommt der Michl noch- Frau Schellander haut auf ihn hin, bis er
endlich aufsteht. frau schellander Herrschaft, jetzt schau dass du deinen Hintern endlich in die Höh kriegst. Soll ich dich derschlagen. EXT. firma SCHELLANDER – TAG Schellander in Michl Dunkers Lkw. Schwed fährt mit seinem Auto auf den Hof. Wütend
steigt er aus und marschiert mit der Lenkradsperre zum Lkw. Er pumpert an die
Fahrertür. Schellander startet. schwed Steigens aus! Der Lkw bleibt stehen! Schellander fährt einfach los, möglich dass er Schwed vielleicht gar nicht bemerkt hat. Schwed muss zur Seite springen um nicht überfahren zu
werden. Er ist wutentbrannt: schwed So kommts ihr mir nicht aus! Hast du gehört! Nicht mit mir! Schellander fährt vom Hof. Schwed
steht mit der Lenkradsperre da, wie eine Waffe. Er überlegt ins Büro
reinzugehen, aber dann steigt er in sein Auto und fährt davon. EXT. LKW – TAG Schellander fährt auffällig. Er verursacht
unfallträchtige Verkehrssituation. Autos HUPEN. EXT. AUTO BULVARI – TAG Bulvari fährt Syra zur Schule. syra Aber ich hab nichts Unanständiges getan. bulvari Nein. Ich weiß.
Syra- ich möchte einfach nicht, dass du dich
überstürzt an jemand, an einen .. syra An den Hals wirfst? Wer tut das. Ich nicht. bulvari An der erstbesten verschenkst. Der es nicht wert ist. syra Wir haben Musik gehört. Das ist alles. Wie
oft muss ichs noch erzählen. bulvari Versteh doch was mir daran liegt. Du bist das teuerste was ich habe. Du bist meine Tochter. syra Muss man alles was einem teuer ist in
einen, einen- Tresor sperren? bulvari Mein Fleisch und Blut. syra In einen Käfig. Du willst mich in einen Käfig einsperren. bulvari Ich will nur das Beste für dich. syra Nein du sperrst mich in einen Käfig. bulvari Ich will dass mein Kind nicht unglücklich wird. Jeder Vater will das. syra Wieso fahren wir heute anders. bulvari Muss kurz bei meiner Bank vorbei. Dauert nicht lang. syra Ich werde zu spät zur Schule kommen. bulvari Ich brauche nur ein paar Minuten. syra Ich kann jedenfalls nichts dafür, wenn ich Ärger kriege. bulvari Wenn die meinem Kind Ärger machen, kaufe
ich die Schule. Kannst du denen ausrichten. syra Du bist echt- ich weiß nicht. bulvari Keiner macht einem Bulvari Ärger. Ext. Parkplatz Vor Bank – tag Bulvari fährt auf den Kundenparkplatz vor der "ContoBank". Als er aussteigt, parkt Stolzenthaler zufällig
grad mit seinem Sportwagen daneben. bulvari Herr Stolzenthaler. Zu Ihnen wollte ich gerade. stolzenthaler Ja. bulvari Sie wissen worum es geht. stolzenthaler Jaja, diese dings. Finanzierungsgeschichte. bulvari Ich habe das ganze Wochenende versucht, Sie zu erreichen. stolzenthaler Aha. bulvari Sie wissen, dass die Sache für mich drängt. Meine Geschäftspartner warten auf eine Entscheidung. stolzenthaler Ja, lassens Ihnen halt einen Termin geben. Meine Sekretärin kann Ihnen gern- bulvari Ich brauche keinen Termin, ich brauche ein Ja oder ein Nein. Stolzenthaler will ihn abschusseln. stolzenthaler Ich hab es bissel eilig. bulvari Ich hab es auch eilig. Meine Tochter wartet im Auto. Als Stolzenthaler Syra in Bulvaris
Auto sieht, verschwindet seine schroffe Arroganz. stolzenthaler Ihre Tochter. bulvari Ja, ich führe sie zur Schule. Herr Stolzenthaler,
ich- Stolzenthaler ignoriert ihn. Zu Syra: stolzenthaler Zur Schule. In welche Schule geht denn die junge Dame. syra (zurückhaltend) Ins Lyzeum. stolzenthaler Wo denn? syra Im neunten Bezirk .. bulvari Was ich erwarte ist eine definitive Zusage. Damit ich disponieren kann. stolzenthaler Lyzeum, im Neunten. Da schau her. Sie werden aber doch hoffentlich nicht ins Kloster gehen wollen. syra Nein. stolzenthaler Eine attraktive junge Dame wie Sie. bulvari Herr Stolzenthaler. Bitte. Stolzenthaler ist auf Syra scharf. Auf einmal ganz
konziliant: stolzenthaler Aber. Man kann ja über alles reden. Ich seh da keine größeren Probleme. bulvari Ich möchte zu einem Abschluss kommen. stolzenthaler Sicher. Ich kümmere mich darum. bulvari Wann kann ich mit einer endgültigen Entscheidung rechnen. stolzenthaler Ich werd mich, Herr Bulvari - ich werd mich
darum kümmern. Bulvari Kriege ich von Ihnen Bescheid. stolzenthaler (zu Syra) War reizend Sie kennenzulernen. Ganz reizend. bulvari Geben Sie mir Bescheid? stolzenthaler Selbstverständlich. Sie hören von mir. bulvari Ich höre von Ihnen, kann ich mich verlassen. stolzenthaler Aber garantiert. INT. firma schellander – ZIMMER SANDRA – TAG Frau Pfeiffer im Kosmetikstuhl, Gurkenmaske
im Gesicht. Sandra macht ihr die Nägel. Frau Pfeiffer sieht Sandras Uhr. frau pfeiffer Ein Banker. Da schau her. Dann ist er wenigstens kein Hungerleider. sandra Aufs Geld kommts mir nicht an. Wenn ich
einen Mann lieb hab, spielt mir das überhaupt
keine Rolle wie viel der hat. frau pfeiffer Na auf was bittschön sollt es denn sonst ankommen. sandra Auf das Herz kommt es an. Was das Herz sagt. frau pfeiffer Wofür brauchert
man denn überhaupt einen Mann, wenn der kein Geld hätte. Ich frag Sie. Für
gar nix. Es gibt nix, wofür eine Frau einen Mann brauchert,
was sie sich nicht genauso gut selber machen könnte. sandra Naja – paar Sachen fallerten mir schon ein. frau pfeiffer Und was bitte? (sie denkt nach) - - Naja, vielleicht: ein Wimmerl am Rücken ausdrücken. Das kann man sich nicht selber machen. EXT. VOR ANWALTSKANZLEI Dr. SCHÖN – TAG Martin schaut auf eine verknitterte
Visitenkarte: Hausnummer stimmt. Er geht rein. inT. ANWALTSKANZLEI Dr. SCHÖN –
TAG Martin, eine SEKRETÄRIN. sekretärin Tut mir leid, aber ohne Termin können Sie
nicht so ohne weiteres zum Herrn Doktor Frey. martin Hörens, der ist
ein guter Freund von mir. Ich hab ja die Visitenkarte von dem, hat der mir
selber gegeben. Da schauns her. sekretärin Ja leider, aber wie gesagt. Wenn Sie nicht angemeldet sind, kann ich Sie bedauerlicherweise nicht
zum Herrn Doktor Frey- martin (ungehalten) Aber scheiß am "Doktor", den kenn ich schon seit der Schulzeit. Der ist mein Spezi. Ich brauch
keine Anmeldung. sekretärin Ich bedaure. martin Ich muss mit dem reden, sagens mir wo der
sitzt. Da drin? Er klopft an eine Tür und macht auf, um reinzuschauen: ist nur eine
Besenkammer. sekretärin Ich muss Sie bitten zu gehen. martin Sagens mirs jetzt oder muss ich ihn selber
suchen. sekretärin Das geht nicht. Sie können nicht einfach- Martin pumpert an die nächste Tür, öffnet.
Im Büro sitzt Dr. Schön, er schaut Martin indigniert an. martin Tag. Haben Sie den Herrn Frey gesehen. sekretärin Bitte. Wären Sie so freundlich und würden- Nächste Bürotür, Martin öffnet und ruft erfreut aus: martin Bertl, altes Haus! Was lauft! sekretärin Ich muss Sie wirklich bitten. Int. ANWALTSKANZLEI dr. schön – büro frey - tag Robert Frey in seinem Büro, am Schreibtisch. Martin und Sekretärin an der
Tür. robert frey Martin .. sekretärin Tut mir leid, Herr Doktor, aber der Herr lässt sich nicht- robert frey Nein, ist schon recht. Der Herr ist- wir kennen uns. martin Hab ichs gesagt oder nicht. Sekretärin funkelt ihn böse an. robert frey Danke. Alles in Ordnung. Sekretärin ab. Martin spaziert im Büro herum. martin Super Bude, wo du hackelst. Mein Lieber.
Mahagoni. Nobel, nobel. Kein Bemmerl. robert frey Ja, ah .. setz dich her. Lang nicht gesehen. martin Das kann man laut sagen. robert frey Muss eine Ewigkeit her sein. martin Paar Jahre werdens schon sein. robert frey Und. Jetzt kommst du mich besuchen. martin Logisch. Schaun was mein alter Schulspezi so
treibt. robert frey Siehst es eh. Und was treibst du. martin Ich hab Bröseln.
Mit der Kieberei. Die haben mein Auto
konfisziert. robert frey Dein was. Martin holt ein Schreiben raus, er liest: martin Sicherstellung
von Tatbegehungsmitteln, hör dir den Schmarrn an. In Gewahrsamnahme, zur Verhinderung
weiterer blabla, Straftatbestand. Was
sagst du zu dem Quargel. Er gibt das Schreiben Robert Frey, der schaut es sich an. robert frey Vorsätzliche Gefährdung im Straßenverkehr, Widerstand gegen die Amtsgewalt,
Alkoholisierung- Na gratuliere. Du bist ein schöner Spinner. martin Du musst mir da raushelfen. robert frey Du bist gut. Ich bin Finanzrechtler. martin Du bist Anwalt.
Ich bin dein Spezi. Willst mich zu wem anderen
schicken? robert frey So einfach wird das nicht gehen. Wie du dir das vorstellst. martin Alter, was ist mit dir. Sind wir alte
Haberer oder was. Seit wann lässt einer seinen alten Haberer
im Stich. robert frey Von im Stich lassen hab ich ja nichts gesagt. martin Habs ja gewusst. Dass auf meinen alten Companiero Verlass ist. robert frey Ich werd mir das anschauen. martin Bist ein Bursch. Er haut Robert Frey auf die Schulter. Robert Frey wirkt zurückhaltend. robert frey Wie gehts deiner Schwester. Martin Der Sandra? Wie immer. Sie haben sich nimmer viel zu sagen. robert frey Ich schau mirs an. Was ich für dich tun kann. martin Wenn du einmal von mir was brauchst, sag es. robert frey Na ja- was sollt ich von dir brauchen. martin Eine Hand wäscht die andere. robert frey Ja ja. Schon klar. martin Ich tu dir jeden Gefallen. Robert frey Puh. – Na gut, du könntest- wenn du dich schon anbietest- martin Raus damit. Spuck es aus. Unter alten Freunden. Robert Frey holt ein Schreiben aus einer Schublade. robert frey Du könntest das meinen Eltern bringen,
wenns dir nichts ausmacht. Für die Versicherung. Mein Vater wartet drauf,
aber ich komm heut nimmer dazu. martin Her damit. Bin schon unterwegs. robert frey Na gut, dann .. Danke. martin Aber nix zu danken. Unter alten Freunden. INT. Bank – BÜRO STOLZENTHALER – TAG Stolzenthaler und Fritzner. fritzner Das kann doch nicht dein Ernst sein. stolzenthaler Warum nicht. fritzner Eine algerische Jungfrau. Du bist verrückt. stolzenthaler Albanisch. fritzner Albanisch,
algerisch, wo ist der Unterschied. Du willst ein Mohammedanermädel ent- .. dingsen, entblättern. Entschleiern. Die Fatima aus ihrem Tschador wickeln. stolzenthaler Die hat keinen Schleier. Die ist ein ganz normales Mädel. fritzner Mein Lieber. Auf die Aktie würde ich lieber
nicht setzen. Mit sowas kann man sich leicht
verspekulieren. stolzenthaler Ich rede von
keiner Spekulation, ich spreche lediglich von einer offen
stehenden Option. Von einem vakanten Transfer,
sozusagen. fritzner Eine Risiko-Aktie ist das. Wie alt ist die überhaupt. stolzenthaler Sie geht ins Lyzeum. Jugendlich, weist aber bereits durchaus solide Veranlagung auf. fritzner Und wieso kennst du die. Wo bittschön lernst du Schulmädeln kennen. stolzenthaler Ich kenn sie ja nicht. Hab sie erst einmal gesehen. Ihr Vater verhandelt mit mir über eine Finanzierung. fritzner Und? Willst du ihm seine Tochter womöglich abhandeln? Bei wieviel
Kamelen steht denn der aktuelle Wechselkurs derzeit? Für so ein
Mädel. stolzenthaler Das sind keine
Kamelreiter. Das sind ganz normale Wiener.
Unternehmer in der Automatencasino- Branche.
Ziemlich große Nummer. fritzner Casino-Branche, Albaner. Na wenn das keine Hochrisiko-Aktien sind. stolzenthaler Du traust es mir nicht zu? fritzner Eine orientalische Jungfrau kriegst du nie
und nimmer in dein Portefeuille. stolzenthaler Wollen wir wetten? INT. WOHNUNG ELTERN FREY – TAG Kleine Garconniere, Türschild “Frey“: Robert Freys Eltern. Jemand
KLINGELT. herr frey (off) Mama. Da ist wer an der Tür. FRAU FREY Ja ich hörs doch selber. Wo pressierts
denn so .. Sie öffnet, Martin steht mit dem Schreiben draußen. frau frey Ja- der Martin! Bist du das wirklich. So ein großer Mann, jetzt hätte ich dich beinah nimmer gekannt. Sie nötigt ihn zur Tür rein. frau frey Ja so bleib doch nicht am Gang stehen, komm weiter. In der winzigen Wohnung sitzt HERR FREY, Decke über den Knien. frau frey Vati stell dir vor wer da ist. Der Martin. Der Schellander
Martin, mit dem der Robert in die Schule gegangen ist. herr frey Martin. Lass dich anschauen. frau frey Schau was der für ein fescher Mann geworden ist. (zu Martin) Er sieht nimmer gut. Martin geht nahe zu Herrn Frey hin. Er ist
etwas eingeschüchtert vor der Herzlichkeit der alten Eltern. Er gibt Herrn
Frey das Schreiben. martin Das soll ich Ihnen bringen. Vom Robert. frau frey Setz dich doch her. Was magst du denn haben. Ich mach geschwind einen Kaffee. martin Nein- ich möcht eigentlich nicht- frau frey Einen Guglhupf gibts
dazu. herr frey Mama frag den Martin, ob er einen Kaffee mag. martin Danke, aber ich wollt eigentlich gleich wieder- herr frey Und den Guglhupf. frau frey Setz dich nur nieder. Ich brings dir gleich. Martin setzt sich notgedrungen hin. herr frey Frag den Martin
wegen dem Guglhupf. Ob er einen zum Kaffee mag. (zu Martin) Hat dich die Mama gefragt, ob du einen Kaffee magst. martin Ja. Herr Frey lächelt Martin an. Ein netter alter Herr. Frau Frey tut Martin Kaffee und Kuchen auf.
Sie setzt sich neben ihn und nimmt Martins Hand in ihre. Martin ist davon
bewegt. frau frey Schön dass du uns wieder mal besuchen kommst. Ist schon so lang her, dass du das letzte Mal da warst. herr frey Der Martin war schon lang nimmer da. frau frey Wie lang ist das her. martin Ich weiß nimmer- seit der Schule? herr frey Hat dir die Mama ein Schlagobers gegeben. Zum Guglhupf. martin (mampft) Ja ich hab, -mpf eh eins -mpf. frau frey Der Martin hat eh ein Schlagobers, Vati. Sie richtet Herrn Frey seine Decke über den
Knien zurecht. Martin ist gerührt über ihren geduldigen und fürsorglichen
Umgang mit ihrem Mann. EXT. INT. PRATEr – CASINO king – TAG Martin und seine Kumpane beim Automatenzocken.
Martin spielt aggressiv, als müsse er sich abreagieren. Bulvari führt albanische GESCHÄFTSPARTNER durch
sein Casino. bulvari [albanisch] Tani financimi eshte vetem nje formalitet. [Die Finanzierung ist nur mehr eine
Formalität.] geschäftspartner Shpresoj. [Das hoffen wir.] Ext. Prater – tag Bulvari führt seine albanischen Geschäftspartner
nach draußen vor sein Casino. Gemeinsam schauen sie zum Riesenrad hinüber. bulvari Eshte si princeshe. Do qe te jene meshkujt fillimisht ta bejne per vete. [Eine Prinzessin. Sie will erobert
werden.] Geschäftspartner nicken. EXT. VOR syras schule – TAG Schulschluss. Syra kommt mit SCHULFREUNDINNEN raus. FREUNDIN 1 zurückhaltend, reserviert. FREUNDIN 2 unbekümmert, offen,
lebhaft. Vor der Schule parkt Stolzenthalers Sportwagen,
er sitzt drin. stolzenthaler Fräulein Bulvari. freundin 1 Der ruft dich. freundin 2 Kennst du den. syra Nein. Sie gehen weiter. Stolzenthaler fährt langsam
neben ihnen her. stolzenthaler So ein Zufall. freundin 1 Der fährt uns nach. Wer ist das. Syra schaut nicht hin. Sie geht einfach weiter. freundin 2 Schickes Auto hat der. Stylisch. stolzenthaler Zufällig wollt ich gerade zu Ihrem Vater. freundin 1 Dein Verehrer? freundin 2 (ungeniert keck) Hey, das ist ja ein echtes Aufreisser-Auto, das
Sie da haben. Sie bleiben stehen, Stolzenthaler hält an. stolzenthaler Ich fahr zu Ihnen nach hause. Sie können mit mir mitfahren. syra Nein. stolzenthaler Ich kann Sie mitnehmen. freundin 2 (schnippisch) Sind Sie ein Sittenstrolch. stolzenthaler (augenzwinkernd) Aber ja. Wie haben Sie das herausgefunden. syra Komm. Gehen wir bitte. freundin 2 Warum fährst du nicht mit. Ich tät gern mal mit so einem lässigen Schlitten mitfahren. Stolzenthaler steigt auf ihren Schmäh ein, das hat er ja
exzellent drauf: stolzenthaler Vielleicht ein anderes Mal. Aber heute hab ich schon eine Mitfahrerin. freundin 2 (will Syra aufreizen) Syra. Sei nicht so feig. freundin 1 Wenn sie nicht will. freundin 2 Na geh, der wird dich schon nicht fressen. stolzenthaler Ich bin der böse Wolf. Glauben Sie’s nicht? Er macht die Beifahrertür auf. syra Ich geh lieber. freundin 2 Jetzt sei nicht so. Ich tät einsteigen. freundin 1 Lass sie. freundin 2 Geh. Trau dich doch. Ist doch nichts dabei. Syra gibt nach, sie steigt ein. Sie zieht
sich ihr Halstuch als Tschador über den Kopf, als
wolle sie sich schützen. freundin 2 (zwinkert) Nicht fressen lassen. Stolzenthaler fährt mit Syra los. Ext. Auto stolzenthaler – fahrt – tag stolzenthaler Wie heißen sie. syra Syra. stolzenthaler Ein schöner Name. Schönes Mädchen, schöner Name. Syra vermeidet Stolzenthaler
anzuschauen. Er schaut sie öfters von der Seite an, mit sich selbst
zufrieden. Er schaltet MUSIK ein. stolzenthaler Mögen Sie Jazz. syra Ja. stolzenthaler Wir könnten einmal miteinander essen gehen oder so. Was halten Sie davon. Syra gibt keine Antwort. ext. vor haus bulvari – tag Bulvaris Auto steht in der Einfahrt, Erkan poliert es gerade. Stolzenthaler
fährt mit Syra herbei, sie steigen aus. Stolzenthaler
hat irgendwelche Bankunterlagen dabei. Syra Sie können mir das geben. Ich geb es meinem Vater. stolzenthaler Nein nein, ich komm mit rein. syra Ich weiß gar nicht, ob er zuhause ist. stolzenthaler Sein Auto steht ja da. Nach Ihnen. Sie gehen ins Haus. Syra ist es nicht recht
dass er mitgeht. Stolzenthaler sieht Erkan. stolzenthaler Was kriegt der für Futter. Bananen? INT. haus BULVARI – TAG Arbeitszimmer. Bulvari, Stolzenthaler. bulvari Warum haben Sie nicht angerufen. stolzenthaler Ich hab gerade in der Nähe zu tun gehabt. bulvari Ich möchte geschäftliche Dinge nicht gern
in meinem Privathaus behandeln. Familie und Geschäft halte ich streng
getrennt. stolzenthaler Ich seh keine
Nachteile, wenn man als Geschäfts- partner auch auf persönlicher Basis keine Probleme hat.
Man sollte gut miteinander auskommen. bulvari Ich bin nicht Ihr Freund, Herr Stolzenthaler. Ich will von meiner Bank eine
Finanzierungszusage, und ich will endlich ein klares ja oder nein. stolzenthaler Ja sehen Sie. Und das ja oder nein muss
aber von mir kommen. bulvari Meine Geschäftspartner warten mittlerweile
äußerst ungeduldig darauf, dass ich endlich mit einer positiven Entscheidung
daherkomme. Verstehen Sie das denn nicht? stolzenthaler Ich versteh Ihr Problem gut. Sehr gut sogar. bulvari Wenn sich das so lang dahinzögert, fange
ich an mein Gesicht zu verlieren. Wissen Sie, was das bedeutet? Für mich, und
für meine Familie! stolzenthaler Ja, ich kanns mir
gut vorstellen. Soweit sollten wir es auf keinen Fall kommen lassen. Finden
Sie nicht auch? bulvari (eisig) Was wollen Sie von mir. Sagen Sie mir das
endlich. Wollen Sie mich erpressen. stolzenthaler Wie kommen Sie darauf. Ich will ein gutes
Verhältnis zu meinen Kunden, das ist alles. bulvari Was verlangen Sie von mir. stolzenthaler Ihr Fräulein Tochter würde gern mit mir
essen gehen. Bulvari nimmt sein Handy und drückt auf eine
Kurzwahl-Taste. bulvari Ich lass sie sofort rausschmeißen. Mein
Mitarbeiter wird Sie hinausbegleiten. stolzenthaler Sie meint
natürlich sie würde selbstverständlich nicht ohne Einverständnis ihres
Vaters- bulvari (ins Handy) Erkan. Ext. Vor haus Bulvari – tag erkan (am Handy) Ja Chef. Ich komme. Int. Haus bulvari – tag Arbeitszimmer. stolzenthaler Ich weiß, dass Sie ein Geschäftsmann sind. Sind wir beide. bulvari Sie sind ein Schwein. stolzenthaler Mein Gesicht ist dort, wo es hingehört. bulvari Ihr Gesicht ist dort, wo bei anderen Leuten der- stolzenthaler ICH brauch jedenfalls keine Angst zu haben,
dass es mir runterfällt. bulvari Für wen halten Sie mich. Für jemand der
seine Tochter verkauft, nur weil das gut fürs Geschäft
ist? stolzenthaler Sein Sie doch nicht so theatralisch, meingott. Wer redet denn von verkaufen, ich rede von essen
gehen. Hören Sie schlecht zu? bulvari Sie sind ein schlechter Mensch. stolzenthaler Wenn ich in Ihrer Situation wär, würde ich
das nicht unbedingt für ein schlechtes Geschäft
halten. Erkan kommt rein. Stolzenthaler legt seine
Bankpapiere auf Bulvaris Schreibtisch. erkan Chef. stolzenthaler Ich bin sicher wir kommen geschäftlich gut mitsammen aus. Bin sehr zuversichtlich. Ich melde mich wieder. Er geht mit Erkan raus. Ext. Vor haus Bulvari – tag Erkan kommt mit Stolzenthaler raus. Stolzenthaler ätzt: stolzenthaler Was ist mit Ihrer Frisur los. Haben Sie
eine Wette verloren oder sowas? Robert Frey kommt ihm entgegen und geht zum Haus. robert frey Tag. Stolzenthaler ignoriert ihn. Vor dem Haus steht Robert
Freys Kleinwagen, mickrig neben seinem noblen Sportwagen. Stolzenthaler
telefoniert: stolzenthaler (am Handy) Fritzner? Erinnerst du dich an unsere Wette. – Ja?
Na, ich würde mal sagen, dass meine Aktien in der Sache recht passabel im
Kurs stehen. Int. Haus bulvari – tag Bulvari in seinem Arbeitszimmer. Grübelt über den
Bankpapieren die Stolzenthaler vorhin dagelassen
hat. OFF. KLAVIERSPIEL beginnt. Bulvari schnappt eine orientalische Vase und pfeffert sie
gegen die Wand. Int. Haus bulvari - ZIMMER Syra – TAG Robert Frey und Syra gemeinsam am Klavier. Bulvari
reißt die Tür auf: bulvari Syra, bitte. Nicht jetzt. syra Warum denn nicht. bulvari Nicht heute. robert frey Soll ich- bulvari Ja bitte. Gehen Sie. robert frey Soll ich gehen. bulvari Ja, verflucht! Hören Sie nicht zu? syra Papa! Was ist denn. bulvari (immer lauter) Du schweigst. Und Sie, bitte- wiederschaun. syra Nein! robert frey Ja- soll ich ein andermal- wann soll ich wieder- bulvari Gar nimmer. Verschwinden Sie. Sie brauchen gar nimmer kommen. syra Papa!! bulvari Raus mit Ihnen. Robert Frey geht aus dem Zimmer, Bulvari hinterher. Syra springt vom Klavier auf und läuft
hinterher. syra Nein! Papa was ist denn los, was haben wir denn getan! Int. Haus bulvari – tag Robert Frey ist schon an der Tür. Frau Bulvari
kommt hinzu. frau bulvari Gehen Sie schon? bulvari Ja, der geht. Wiederschaun. syra Aber warum! Warum muss er gehen! Mama! frau bulvari Antol. Was war denn? bulvari Raus jetzt. robert frey Auf Wiedersehen, gnä Frau. Syra hält Robert Frey an der Hand fest. syra Nein! Bleib da. Robert! frau bulvari Syra! Bulvari Soll ich dir eine schmieren. frau bulvari Antol!! Robert Frey ist schon fast bei der Tür
draußen. Bulvari knallt die Tür hinter ihm zu. Syra
rennt in ihr Zimmer und schließt sich heulend ein. Ext. Vor haus bulvari – tag Robert Frey steht vor dem Haus wie ein
begossener Pudel. Erkan poliert Bulvaris
Auto. INT. TIEFGARAGE STOLZENTHALER – NACHT Stolzenthaler fährt mit seinem Sportwagen in die Garage,
er parkt. Steigt er aus? Nein. Er haut den Retourgang rein und schiebt wieder
aus seiner Parklücke raus. Mit QUIETSCHENDEN Reifen fährt wieder aus der
Garage. EXT. Auto stolzenthaler – NACHT Stolzenthaler im Sportwagen braust durch die Nacht. INT. firma schellander – ZIMMER SANDRA – NACHT Stolzenthaler und Sandra sind miteinander intim. ExT. firma SCHELLANDER – TAG Frau Schellander
schaut beim Fenster raus, sie sieht Stolzenthalers
Sportwagen auf dem Hof draußen geparkt. Sehr zufrieden darüber. INT. firma SCHELLANDER – TAG Frau Schellander gießt sich Schnaps in ihren
Kaffee, zu sich: frau schellander Eins für den Blutdruck- Sie leert noch mehr Schnaps dazu. Prostet sich mit dem Kaffeehäferl
selber zu: frau schellander -und eins auf die Bank. EXT. VOR syras schule – TAG Bulvari bringt Syra mit dem Auto zur Schule.
Wortlos steigt sie aus. Als Bulvari wieder
weggefahren ist, geht sie nicht mit den anderen in die Schule hinein.
Sondern: EXT. VOR ANWALTSKANZLEI Dr. SCHÖN – TAG Syra ist mit Taxi gekommen, sie eilt ins Gebäude. Int. Anwaltskanzlei dr. schön – tag sekretärin Tut mir leid, aber der Herr Dr. Frey ist nicht im Haus. syra Aber ich muss mit ihm sprechen. Es ist dringend. sekretärin Der Herr Doktor ist auswärts. syra Ja, und wo? Kann man ihn nicht anrufen, am Handy? sekretärin Es tut mir leid. Sie können gern einen Termin vereinbaren. syra Kann ich nicht auf ihn warten? INT. firma schellander – ZIMMER SANDRA – TAG Martin in Sandras Kosmetikstuhl, Sandra schneidet ihm die Haare. sandra Robert. Welcher Robert. martin Der Frey Robert. Mit dem ich in die Schule gegangen bin. sandra DER Frey Robert? Mit dem du in der Band gespielt hast? martin Na wie viel Frey Roberts gibts denn. sandra Und der ist dein Anwalt? martin Nein, der ist mein Freund. Kannst du nie zuhören. Anwalt istder zufällig, und drum hilft er mir. sandra Wie wird einer zufällig Anwalt, bitte. Das muss er doch vorher studieren. martin Logisch hat er
studiert. Darum ist auch aus der Band nie was gescheites daraus geworden.
Weil eben der Keyborder nie Zeit gehabt hat. Als
Student. Sandra zeigt mit den Fingern: Klimpern. sandra Keybord. So wie ein Klavier? martin Der war gut. Der Robert hats echt drauf gehabt.
sandra Halt still. martin Hat er noch immer. Jetzt gibt er nebenher Klavierstunden. Privat. Tochter von irgend einem Geldscheisser. sandra Könntest du ja auch machen. martin Was machen. sandra Stunden geben. Du hast es ja auch drauf gehabt. martin Na, wer glaubst du lässt sich privat Schlagzeugstunden geben. Bist du vom Mond oder wo. sandra Vielleicht wissert der Frey Robert was für
dich. Wegen einer Arbeit. martin Hat er eh. sandra Was hat er eh. martin Arbeit für mich. Also gelegentlich, vorerst. sandra Für dich? Als Anwalt? martin (witzelt) Klar. Als Anwalt. Was glaubst du denn. sandra Mein Bruder, hihi. Der Gelegenheits-Anwalt. martin Was gibts da zum Lachen. sandra Sie haben das Recht zu schweigen. Alles was Sie sagen kann gegen Sie verwendet werden. martin Genauso schauts aus. sandra Ich freu mich für dich. Sie gibt Martin einen dicken Schmatz auf den Mund. martin Sag spinnst du. Du bist meine Schwester. sandra Ja und? martin Du kannst mich doch nicht auf den Mund küssen. sandra (belustigt) Wohin wärs dir denn lieber. martin Du hast echt einen Vogel. Er wischt sich den Mund ab. sandra Was ist denn. Ich bin deine Schwester. martin Na eben. sandra Was “na eben“? Warum soll ich dir kein Bussel geben. martin Na weil du meine Schwester bist, du dumme Trutschen. sandra Wärs dir lieber wenn ich dein .. Dackel wär? Martin muss jetzt selber lachen, kopfschüttelnd. sandra Was denn. Wärs dir lieber. martin Ja logisch. Sandra Komm her, du Depp. Sie umarmt Martin, beide belustigt. Martin sieht sich im Spiegel. martin Scheisse, was hast du mit meiner Frisur angestellt- Ich schau ja aus als hätt ich eine Steckdose gepempert. Ext. vor ANWALTSKANZLEI dr. schön – tag Robert Frey steigt aus seinem Kleinwagen
aus. Er hat seine Aktentasche dabei. Er geht ins Gebäude. int. ANWALTSKANZLEI dr. schön – tag Robert Frey kommt in die Anwaltskanzlei zurück und will in sein Büro
gehen. robert frey Grüß Sie. Bin wieder zurück. sekretärin Herr Doktor! Herr Dr. Frey. Sie weist ihn auf Syra hin, die in einem Wartesessel eingeschlafen ist. robert frey Syra! sekretärin Sie wollte unbedingt auf sie warten. Int. ANWALTSKANZLEI dr. schön – büro frey – tag Robert Frey, Syra. robert frey Syra. Wieso bist du
da. syra Ich wollte dich sehen. robert frey Ja ich- das ist- schön. syra Würdest du mich drücken. robert frey Dich was- syra Mich drücken. Kannst du mich umarmen. robert frey Ja äh- klar. Gern .. Syra umarmt ihn. Sekretärin kann sie von
draußen sehen. Robert Frey macht sich von Syra los. robert frey Syra. Wir sind im
Büro. syra Kannst du heute mit mir ausgehen. robert frey Wohin denn. syra Ich weiß nicht. Irgendwo hin. Du mit mir. Robert Frey macht die Bürotür zu. robert frey Heute passt es nicht gut. syra Warum nicht. robert frey Ich hab heut noch sehr viel zu tun. Wir können doch ein andermal, jederzeit- syra Nein heute. robert frey Ja was- wohin? Was ist denn heute so dringend. syra Mein Vater verlangt dass ich mit einem Geschäftsfreund von ihm ausgehe. robert frey Und. Was ist so schlimm daran. syra Aber- verstehst du denn nicht? robert frey Nein- was denn. Syra merkt dass er keine Ahnung hat was sie meint. syra WIR sind ausgegangen. Gemeinsam. Das erstemal bin ich mit DIR ausgegangen, verstehst du denn nichts? robert Ja. Es war schön. Wir können ja wieder, so oft wir - syra Du verstehst es nicht. Du verstehst gar
nichts. Warum ich mit DIR ausgehen wollte. Nur mit dir. Und nicht mit jemand
anderem. Mit niemand sonst. Robert Frey schaut sie an. Er scheint
nichts zu kapieren. Syra resigniert, hilflos, maßlos enttäuscht. EXT. parkplatz – lkw – TAG Schellanders Lkw auf einem Autobahn-Parkplatz. Schellander schläft am Fahrersitz. Ein Streifenwagen hält
daneben. Zwei POLIZISTEN steigen aus. Sie vergleichen die Lkw-Kennzeichen mit
einer Fahndungsliste. Polizist 1 pumpert an die Fahrertür. Schellander macht auf. Eine leere Schnapsflasche fällt
dabei raus und kollert über den Asphalt. Schellander
weiß, dass er am Ende ist. INT. RESTAURANT im palmenhaus – NACHT Stolzenthaler und Syra an einem Tisch. syra Ich weiß nicht, warum mein Vater mir aufgetragen hat, dass ich mit Ihnen essen gehe. stolzenthaler “Aufgetragen“ - also ich bitte Sie .. syra Ich kanns mir nicht erklären. stolzenthaler Ich hab ihn gebeten, Ihnen zu erlauben mich zu begleiten. syra Aber warum. Was wollen Sie von mir. stolzenthaler Nichts. Ich wollte in Ihrer Gesellschaft sein. syra Wozu denn. stolzenthaler Verstehen Sie das nicht. syra Nein. stolzenthaler Sie sind eine unerhört attraktive Frau. Das wissen Sie doch. syra Hören Sie auf. stolzenthaler Natürlich wissen Sie es. Syra scheint von seinen Komplimenten
immerhin nicht unbeeindruckt zu bleiben. Weil er sie, alles mit Kalkül, wie
eine Erwachsene behandelt. Ob sie auftaut? KELLNER kommt mit den Karten. stolzenthaler Sie sind sehr schön, atemberaubend, wenn Sie verstehen. Sie sind eine Prinzessin. Syra schüttelt darüber den Kopf. Sie liest
die Karte. Ob sie versucht, ein Lächeln zu verbergen? stolzenthaler (zum Kellner) Champagner. syra Mineralwasser. stolzenthaler Mineralwasser. Und Champagner. Zwei Gläser. Kellner ausdruckslose Miene, ab. stolzenthaler Das müssen Sie doch schon oft gehört haben. Jeder Mann würde Ihnen das sagen. syra Nein. SPÄTER. Kellner bringt Champagner. Syra und Stolzenthaler
bestellen das Essen. stolzenthaler Kosten Sie wenigstens. Nur einen Schluck. syra Ich trinke keinen Alkohol. stolzenthaler Nur probieren. Sie werden es mögen. Syra kostet einen Schluck Champagner. stolzenthaler Alle schönen Frauen mögen Champagner. An der Bar sitzt Erkan
und beobachtet Syra und Stolzenthaler. BARKELLNER
stellt ihm mit eisiger Miene ein Red Bull hin. syra Ich verstehe nicht warum mein Vater das erlaubt hat. stolzenthaler Ihr Vater? Was erlaubt. syra Dass Sie mit mir ausgehen. Er hat mich dazu
gedrängt, obwohl ich nicht wollte. stolzenthaler Aber ich tu Ihnen doch nichts. Haben Sie Angst vor mir? syra Nein. Aber wieso macht er das. Der würde so etwas nie tun. stolzenthaler Sind Sie böse. syra Auf meinen Vater? stolzenthaler Auf mich. syra Ich weiß nicht. Haben Sie ihn mit irgendwas, ich weiß nicht- vielleicht, erpresst? stolzenthaler Ihr Vater und ich, wir sind
Geschäftspartner. Wie kommen Sie darauf. syra Haben Sie oder nicht. stolzenthaler Ich hab ihn darum gebeten. Dass er Ihnen
erlaubt, mich zu begleiten. Wahrscheinlich wollte er mir, als seinem guten
Geschäftsfreund, eine kleine Freude machen. syra Was für Geschäfte macht mein Vater mit
Ihnen. Ich hab keine Ahnung davon. stolzenthaler Ich helfe Ihrem Vater dabei, sein Gesicht zu bewahren. syra Sein Gesicht. Wieso denn? stolzenthaler Raten Sie. syra Ich weiß nicht. stolzenthaler Weil er Ihr Vater ist. Ich helfe ihm Ihretwegen. syra Versteh ich nicht. stolzenthaler Ich müssert Ihrem Vater nicht helfen. Ich mach das für Sie. syra Für mich. Wie meinen Sie das. stolzenthaler Für Sie würde ich alles tun. Jetzt muss Syra schön langsam bald wirklich lachen. syra Hören Sie auf. Das ist doch dumm. stolzenthaler Für eine schöne Frau tue ich alles. Besonders für eine Prinzessin wie Sie. syra Sie sind ja- also wirklich .. SPÄTER. Barkellner
stellt Erkan ein neues Red Bull hin. Die leere Dose
entsorgt er mit spitzen Fingern, als wärs was ekliges. Stolzenthaler und Syra essen mittlerweile. Er schenkt
ihr Champagner nach. syra Bitte. Ich kann nicht soviel trinken. stolzenthaler Sie müssen ja nicht. Sie müssen nichts was Sie nicht wollen. SPÄTER. Erkans
Platz an der Bar ist leer. Stolzenthaler winkt den
Kellner herbei, um zu zahlen. Int. Palmenhaus – toilette Erkan am Pissoir, sein Handy LÄUTET. erkaN (am Handy) Chef. – Ja Chef. Hab ich alles unter Kontrolle.– Erst essen, dann quatschen. Quatschen noch immer. int. casino
king – nacht bulvari (am Handy) Du bringst mir
jetzt die Syra heim. Hast du mich verstanden. Du gehst hin und sagst: okay
das wars, die Syra fährt jetzt mit dir nach hause. Int. Palmenhaus – toilette erkan Ey Chef, is klar. Erkan am Waschbecken. Er braucht lang vorm
Spiegel. Putzt sich Stäubchen von der Schulter, schaut auf seine Zähne usw. INT. RESTAURANT im palmenhaus – NACHT Erkan kommt ins Restaurant zurück. Stolzenthaler und
Syra sind weg. Ext. Auto stolzenthaler – nacht Stolzenthaler fährt mit Syra durch die Nacht. Ihr
Halstuch flattert im Fahrtwind. MUSIK. stolzenthaler Zu laut? syra Nein. stolzenthaler Ich hab alle CDs von dem. Die komplette Sammler- Edition. syra Ehrlich. Die wollte ich mir schon lang besorgen. stolzenthaler Im Auto hab ich nur die eine. Ich schenk
sie Ihnen, wenn Sie möchten. syra Nein. stolzenthaler Oja. Ich möchte sie Ihnen schenken. syra Dann ist ja Ihre Sammlung nimmer komplett. stolzenthaler Das ist wahr. Syra scheint die Fahrt im Sportwagen zu gefallen. EXT. INT. TIEFGARAGE STOLZENTHALER – NACHT Stolzenthaler biegt in die Garage ein. syra Wo fahren Sie hin? Wieso fahren wir da in diese- stolzenthaler Nur einen Sprung. Die CDs holen. syra Was für CDs. stolzenthaler Die Sammler-Edition. Ich schenk Ihnen die ganze. syra Aber ich will die nicht. stolzenthaler Was fangen Sie
denn mit einer Sammlung an, die nicht komplett
ist. Alles oder nichts. Meine Devise. Er parkt. Steigt aus und hält Syra die Autotür auf. stolzenthaler Ich hab sie oben. Kommen Sie. syra Nein. Ich möchte nicht mitgehen. stolzenthaler Kommen Sie. Wir holen nur die CDs. Es dauert nicht lang. syra Ich warte solang herunten. stolzenthaler Sie werden doch nicht allein in der
finsteren Garage sitzen bleiben. Ich bitte Sie. syra Ich will nicht. stolzenthaler Ich lass Sie bestimmt nicht allein da
herunten sitzen. Kommt gar nicht in Frage. Syra gibt nach. Sie steigt aus. Sie warten
auf den Aufzug. KLING! Aufzugtür geht auf, Stolzenthaler
lässt Syra den Vortritt: stolzenthaler Bitte. INT. AUFZUG stolzenthaler War der Abend sehr schlimm für sie. syra Nein. INT. PENTHOUSE STOLZENTHALER – NACHT
Stolzenthaler und Syra kommen rein. stolzenthaler Möchten Sie was. Kaffee oder so. syra Nein danke. Sie sieht Stolzenthalers CD-Sammlung. syra Wau. Das müssen ja hunderte sein. Stolzenthaler sucht eine CD-Kassette raus. stolzenthaler Bitte sehr, junge Dame. syra Aber das kann ich nicht annehmen. stolzenthaler Ich schenk sie Ihnen gern. syra Sie wollen sie mir wirklich schenken. stolzenthaler Aber ja. Syra will die CDs nehmen. Stolzenthaler zieht
sie zurück, er neckt sie. stolzenthaler Nehmen Sie’s. Nicht so schüchtern. Syra amüsiert. Sie greift nochmal hin. Stolzenthaler
packt sie und küsst sie. syra Nein. Bitte nicht. stolzenthaler Komm schon. Er wird zudringlich. syra Nicht. Bitte. Stolzenthaler lässt nicht von ihr ab. Syra weiß nicht
wie sie sich wehren soll. Stolzenthaler zieht ihr
die Kleidung von den Schultern, die lässt er zu Boden fallen. INT. PENTHOUSE STOLZENTHALEr – schlafzimmer – NACHT Stolzenthaler drängt Syra aufs Bett. syra Tun Sie das nicht. stolzenthaler Wieso nicht. syra Bitte. Bitte tun Sie’s nicht. stolzenthaler Du willst es doch auch. syra Nein. Lassen Sie mich gehen. stolzenthaler Klar willst du es. syra Hören Sie auf. Ich will das nicht. stolzenthaler Du willst es. syra Bitte nicht. Ich hab noch nie- mit einem Mann- INT. PENTHOUSE STOLZENTHALER – BADEZIMMER Syra unter der Dusche, weinend. INT. PENTHOUSE STOLZENTHALER – NACHT
Es KLINGELT. Stolzenthaler
öffnet, seidener Morgenmantel, Weinglas in der Hand. Vor seiner Tür steht
Sandra. Sandra sieht Syras Kleidung auf dem Boden
herumliegen, und realisiert sofort die Lage. Sie schaut Stolzenthaler
an: sie weiß genau, was hier gespielt wird. INT. Vor PENTHOUSE STOLZENTHALER – NACHT
Sandra läuft verzweifelt davon,
durch die Nacht. Ein jahr später. EXT. PRATER – TAG Eine Feier vor dem Riesenrad. Bulvari, seine albanischen Geschäftspartner, GÄSTE. Bulvaris Adlatus, Erkan usw. Bulvari hebt sein Glas: bulvari Es war ein langer Weg, aber wir sind am Ziel angekommen. Wir haben die Prinzessin erobert. Er prostet auf das Riesenrad. bulvari Auf unsere Prinzessin. APPLAUS. Umarmungen zwischen Bulvari und
Geschäftspartnern. Auch Stolzenthaler
ist unter den Gästen, neben ihm Syra: hochschwanger. Sie trägt einen Ehering. Sandra und Martin sind im Prater, sie sehen die Feier. Sandra entdeckt Stolzenthaler. sandra Einen von den Typen kenn ich. Sie mischt sich mit Martin unter die Feiergäste. ein redner Was uns hier und heute ganz besonders freut
und Anlass für ganz besondere dings ist, nichtwahr, ganz besondere Freude,
ist dass unser gutes altes Riesenrad, unsere Prinzessin, nichtwahr, wie sie
mein verehrter Herr Vorredner genannt hat, dass die auch trotz des
nunmehrigen Eigentümer- Wechsels auch weiterhin in österreichischer Hand
bleibt, also quasi, nichtwahr. Sandra und Martin treten auf Stolzenthaler und
Syra zu. sandra Hi. Schon länger immer gesehen. stolzenthaler Hallo. Ah- sandra Sandra. Schon vergessen? (zu Martin) Das ist er. Der noble Herr Stolzenthaler. Von dem ich dir erzählt hab. martin Ah, Sie waren das. Der meine Schwester verarscht hat. stolzenthaler Was war des? martin Der sie angelehnt lassen hat wie ein Stückel stinkertes Geselchtes. Weggeschmissen wie einen alten Putzfetzen.
Meine Schwester. stolzenthaler Gehts Ihnen nicht gut. sandra Und. Wie gehts dir so. stolzenthaler Meine Frau. syra Hallo. martin Ihre Frau. Könnte ja vom Alter her glatt ihre.. stolzenthaler Sind Sie eigentlich eingeladen? Ich kann
mir nicht vorstellen dass Sie- sandra (zu Syra) Ihr Mann ist ein enger Freund von mir. Sehr, sehr eng sogar. Gewesen jedenfalls. stolzenthaler (zu Syra) Komm, wir gehen zu den anderen. sandra Behandelt er Sie auch so gut? Mir hat er eine Uhr geschenkt. Was haben Sie gekriegt. Den Ring? Sie möchte den Ehering an Syras Hand
anschauen, Syra zieht ihre Hand zurück. Stolzenthaler
schnappt Syra am Arm und führt sie einfach weg. stolzenthaler Wir gehen rüber. syra Wer waren die? stolzenthaler Niemand. sandra Da drüben gibts was zu trinken. Ein Buffet. Sandra und Martin bedienen sich
ungeniert. Unter den strengen Blicken des CATERING-PERSONALS. Martin trinkt
Champagner, spuckt ihn wieder aus. martin Pfui Teufel. Habts ihr nix anständiges zum
Trinken. catering-mann Das Buffet wird gleich eröffnet. sandra Das können ja wir derweil übernehmen, haha. Wir eröffnen es gleich. Was sagen Sie dazu. Sie stopft Martin ein Stück Torte in den
Mund. Martin voller Schlagobers im Gesicht. Er greift in die Torte und
schmiert auch Sandra Schlagobers ins Gesicht. Beide lachen sich schief. Die
Gäste werden bereits aufmerksam. sandra (zum Catering-Mann) Wir brauchen was ordentliches zum trinken. Habens gehört was mein kleiner Bruder sagt? martin Ja. Wir wollen was ordentliches zum Feiern. sandra Genau. Wir haben auch was zum feiern. Feiern dass ich den Scheisskerl wiedergesehen hab. Den
Arsch. catering-mann Ich bitte Sie- martin Der Arsch hat meine Schwester unglücklich gemacht. Hättest du das gewusst. Hat ihr das Herz gebrochen. catering-mann War mir nicht bekannt. Sandra greift sich einfach eine ganze Flasche. sandra Da hat er die guten Sachen stehen. Oder sind die reserviert für die besseren Leute. martin Ich geh rüber und brech ihm die Nase. Er geht hinüber zu Stolzenthaler. Sandra mit der
geklauten Flasche: sandra Machs auf. Ich brauch einen Öffner. catering-mann Stellen Sie das bitte wieder hin. Bulvari ist inzwischen auf das Theater aufmerksam
geworden, dass Sandra und Martin am Buffet abziehen. Ein Kopfnicker
zu Erkan. martin (zu Stolzenthaler) He, Arschloch. Ich hau dir auf die Nase. Sandra nimmt Stolzenthalers Uhr ab und schmeißt
sie dem Catering-Mann hin. sandra Da hast du. Gehört dir. Ich kauf dir die scheiss
Flasche ab. Erkan und ein zweiter BODYGUARD entfernen Martin
von Stolzenthaler. Als sie am Buffet vorbeikommen
greifen sie sich auch Sandra. martin Lass mich aus, du Pavian. Sandra gelingt es noch, sich die Torte zu greifen und auf Stolzenthaler
zu schmeißen. Erkan und der zweite Bodyguard führen Sandra und
Martin von der Feier. Sandra hat die Flasche mitgenommen. martin Ihr hörts von meinem Anwalt, ihr Neandertaler. Ihr zwei Primaten. INT. casino
king – TAG Sandra und Martin beim Automatenspiel.
Sandra demonstrativ aufgekratzt, sie spielt aggressiv, als wolle sie ihre Wut
auf Stolzenthaler an dem Automaten abreagieren. Sie
trinkt aus der Flasche. sandra (macht Martin nach) “Ihr hörts
von meinem Anwalt, ihr zwei Affen!“ Haha. martin Ich muss pinkeln. Er geht ab zu den Toiletten. Ein TYP hängt an einem Automaten herum und hat Sandra schon länger
beobachtet. sandra Was ist. Was glotzt du mich dauernd an. Ich red mit dir. Was gibts zum Glotzen. Der Typ sagt nichts. Er kommt näher und
steht hinter Sandra, schaut ihr über die Schulter beim Automatenspielen zu. sandra Hast du Kleingeld. Der Typ wirft paar Münzen ein. Sandra reibt
ihr Hinterteil an ihm, aufreizend. Sie gibt ihm die Flasche, er trinkt. Der
Typ greift Sandra an die Brust, während sie spielt. INT. automatenhalle – TOILETTEN Sandra hat mit dem Typ auf billige Weise
Verkehr, verzweifelt und grimmig. Als ob sie sich selber demütigen und wehtun
will. INT. RINGSTRASSEN PALAIS – TAG Syra und die Hausbedienstete ihrer Eltern
mit Syras BABY im Kinderwagen, sie sind beim Shopping. Syra kauft Babysachen. INT. RINGSTRASSEN PALAIS – CAFETERIA Robert Frey bei einer geschäftlicher
Besprechung mit einem KLIENTEN. Er fertigt einen Schriftsatz an. robert frey Ich habe anschließend einen
Gerichts-Termin. Aber ich rufe meinen Kanzleiboten an, dass er das gleich in
mein Büro bringt. Meine Sekretärin fertigt es aus und Sie bekommen es dann
unverzüglich. klient Ich kann mich verlassen. robert frey Hundertprozentig. Sie stehen auf, Klient verabschiedet sich
und geht. Robert Frey setzt sich wieder hin, er telefoniert: robert frey (am Handy) Martin. Ich brauch dich. Syra erblickt ihn. Sie schickt die
Hausbedienstete mit dem Kinderwagen weiter zum shoppen
und kommt zu Robert Frey in die Cafeteria. syra Robert? robert frey Syra- Er steht rasch auf. Aus der Fassung, er schaut Syra nur an. robert frey Ich- also ich- weiß gar nicht was ich sagen soll. Setz dich doch. Sie setzen sich hin. Robert Frey will ihre Hand nehmen, er sieht den
Ehering. robert frey Du schaust so - erwachsen aus. Syra lächelt nur traurig. INT. RINGSTRASSEN PALAIS SPÄTER. Die Hausbedienstete sitzt irgendwo mit dem Baby herum, es
schläft. INT. RINGSTRASSEN PALAIS – CAFETERIA syra Ich hätte damals keine Sekunde lang gezögert. Ich wäre mit dir gegangen wohin du willst. robert frey Es ist alles so traurig. So unendlich traurig. syra Ich wollte nur dir gehören. Keinem anderen. Robert Freys Verzweiflung ist sichtbar. syra Du hast nichts gesehen. robert frey Ich wollte ich hätts gesehen. Es tut mir alles so leid. syra Du hast es damals vergeigt. robert frey Ja, ich habs vergeigt .. Martin kommt. robert frey Das ist mein Kanzleibote- dings, mein Mitarbeiter. martin Tag. syra Haben wir uns nicht schon einmal- martin Glaub nicht. Robert Frey gibt Martin den Schriftsatz. robert frey Ins Büro bitte, auf schnellstem Weg. Die Sekretärin weiß Bescheid. martin (schmähhalber) Jawoll, Herr Doktor. Martin ab. robert frey Vielleicht könnten wir uns ja einmal- bei Gelegenheit, treffen vielleicht. Ein bissel plaudern. syra Ja. Warum nicht. robert frey Natürlich nur wenn du auch möchtest. syra Sicher. robert frey Wir könnten ja vielleicht- ich könnte dich ja anrufen. Wenns dir recht wäre. syra Ja. robert frey Du könntest mir deine Handynummer geben. Syra nickt nur. Traurige Stimmung. INT. BANK – BÜRO STOLZENTHALEr – tag Stolzenthaler und Fritzner. fritzner Wie stehen die Aktien daheim. Im ehelichen Hafen. stolzenthaler Wie sollen die stehen. fritzner Wie steht der Kurs mit dem Schwiegervater. Gibts nach wie vor Diskrepanzen oder haben wir schon
einen Konsens in Sichtweite. stolzenthaler Heiße Liebe kann man nicht dazu sagen. Wir
sind nach wie vor per Sie, wir gehen uns aus dem Weg. fritzner Musst du immer noch Angst haben, dass du
eines Tages meuchlings einen orientalischen Krummsäbel in den Rücken kriegst
oder so was. stolzenthaler Ich mach dem Bulvari
seine Finanzierung. Der ist von mir abhängig. Ich kann dem nach wie vor
jederzeit finanziell die Luft rauslassen, wenn er mir dumm kommt. Das weiß
der auch, der ist ja nicht unschlau. fritzner Wie lang geht das jetzt schon so. stolzenthaler Heute ist es genau ein Jahr her, dass ich geheiratet habe. fritzner Was echt? Heute ist dein Hochzeitstag. Wie wirst du ihn denn feiern? stolzenthaler Noch nix konkretes geplant. Mach du einen Vorschlag. EXT. Firma SCHELLANDER – TAG Auf dem Platz von Schellanders
Transportfirma ist mittlerweile ein polnischer Autohandel, “Gebrauchtfahrzeuge
Polansky“. Schellander dackelt zwischen
den Gebrauchtwagen herum und putzt unkoordiniert die Scheiben. Er ist vom
Alkohol zugrunde gerichtet. Er pinkelt hinter ein Auto. POLANSKY zeigt einem KUNDEN ein Auto. Handschlag. Sie gehen zum Büro. Polansky ruft Schellander zu: polansky Herr Schellansky. Machst du Passat fertig,
alles. Bissi putzen, bissi Benzina,
waßt eh. Int. Firma schellander – tag Frau Schellander
im Büro, ordentlich angezogen. Auch im Büro residiert inzwischen der
Gebrauchtwagenhändler, nur das alte Firmenfoto mit Schellanders
ehemaliger Lkw-Flotte hängt noch irgendwo. Polansky und Kunde kommen rein. Der Kunde blättert
eine Anzahlung hin, Polansky schreibt eine Quittung. polansky Mach ma Anzahlung
und mei Schatzl macht
Ihnen gleich Kaufvertrag fertig alles. (zu Frau Schellander) Schatzl, machst du Kaufvertrag für gnädigen Herrn für Passat CL. frau schellander Habens Ihnen für einen entschieden. Na das ist aber schön. Gratuliere. polansky Kriegen Sie gleich Kaufvertrag alles, mei Schatzl macht Ihnen fertig. frau Schellander Wollens vielleicht derweil einen Kaffee. kunde Ja. Polansky sucht die betreffenden Fahrzeugpapiere aus
einem Büroschrank. Er greift Frau Schellander an
den Hintern, sie sind offensichtlich ein Paar. Er steckt ihr einen der
Geldscheine des Kunden ins Dekolleté. polansky Und sagst du dein Bičko Mann er
soll nix überall auf Platz brunzen. Sonst schmeiß ich raus den Deppate. Int. Firma schellander – tag Polansky und Kunde kommen aus dem Büro, Kunde mit
Kaufvertrag. Verabschieden sich, Kunde geht vom Platz. Martin fährt mit einem Cherokee auf den
Hof, Sandra am Beifahrersitz. Sie steigen aus. polansky Ojo, fesches Auto. Wen gehört. Gehört dir? martin Hab im Lotto gewonnen. Frag nicht so blöd. sandra Mein Chef hats uns geborgt. Wir holen meine Sachen, der Martin hilft mir. Ist die Mama da? Sie sieht Schellander zwischen den Autos
herumgeistern, winkt ihm: sandra Hallo Papa. martin Hallo. Schellander registriert sie gar nimmer. Zu kaputt vom
Trinken. SPÄTER. Martin und Sandra laden ihre Sachen
in den Cherokee. Frau Schellander steht daneben und
schaut zu. frau schellander Du kannst doch deine Mutter nicht einfach
allein lassen. Wieso willst du nimmer da wohnen.
Ich hab doch niemand. sandra Na du hast doch den Papa. martin Und den Polacken. Martin will Sandras Kosmetikstuhl im Cherokee verstauen. martin Der passt nimmer rein. sandra Ist egal. Den brauch ich eh nimmer. Martin stellt den Kosmetikstuhl irgendwo hin. Frau Schellander
setzt sich rein. Frau Schellander Das eigene Kind lässt seine alte Mutter einfach sitzen. Polansky gefällt der Cherokee. polansky Sagst du dein Chef wenn er verkaufen will, soll kommen zu mir. Mach ich gute Preis alles. Martin macht die Heckklappe zu. Frau Schellander Vom eigenen Fleich und Blut wird man verraten
.. sandra Tschüs Mama. Ich ruf einmal an. martin Tschüs. Martin und Sandra fahren vom Hof. Polansky
winkt ihnen nach. Frau Schellander
sitzt noch immer in Sandras Kosmetikstuhl vor dem Büro. Schellander kommt mit seinen Autoputzsachen angedackelt. frau schellander Der Sohn taugt von Haus aus nix, und die
Tochter wird eine Hur. Was muss man anstellen, dass einen der Herrgott mit
solchen Kinder straft. Und lassen die eigene Mutter einfach sitzen, in ihrem
Schicksal. Eine Sünde ist das. Eine Sünde. EXT. VOR CLUBSAUNA – tag ABEND. Sandra und Martin laden Sandras
Sachen aus dem Cherokee, sie zieht dort neuerdings ein. Stolzenthalers Sportwagen steht vor dem Etablissement. Stolzenthaler und Fritzner
kommen gerade raus. stolzenthaler Da schau her. Ziehst du da ein. sandra Ich geh mit dem Chef. Was gehts dich an. fritzner Und. Gehen Sie auch mit anderen? Aufs
Separee und so, mein ich? sandra Nicht mit jedem. stolzenthaler Vielleicht sehen wir uns ja drin einmal.
Könnten wir die alten Zeiten wieder aufleben lassen. sandra Nicht für eine
Million. Mit jedem anderen, meinetwegen. Aber nicht mit
so jemand wie dir. Lieber lassert ich mirs zunähen. fritzner Na die ist aber offensichtlich nicht dein größter Fan, die junge Dame. Was hast du denn mit der angestellt. martin Ich sag dir gleich was ich mit euch anstell, ihr zwei Arschlöcher. Er will auf Stolzenthaler losgehen, Sandra hält
ihn ab. sandra Lass ihn. Das
sind Kunden. Ich will keinen Ärger mit dem Chef kriegen. martin Arschlöcher sind das. sandra Ja. Lass die gehen. Die sinds
nicht wert dass wir uns mit denen aufhalten. stolzenthaler Klar, du bist was wesentlich besseres.
Sieht man ja. Dein Kurs ist ja unübersehbar ganz rasant im
Aufsteigen. Da können wir nicht mithalten. Die Muschi
vergolden lassen können wir uns ja nicht. martin Für das musst du jetzt bluten, du Sau. Er geht auf Stolzenthaler los, Sandra geht
dazwischen. sandra Lass ihn. Hör auf. Der ist es nicht wert, sag ich dir. Stolzenthaler und Fritzner
gehen zu ihren Autos. fritzner Sag einmal. Was kennst denn du für kaputte Figuren. stolzenthaler Dich kenn ich ja auch. INT. CLUBSAUNA – NACHT Martin und Sandra an der Bar. BARDAME stellt ihnen Getränke hin. sandra (zur Bardame) Geht auf mich. Schreib es bei mir dazu. Martin trinkt. martin Sandra wieso musst du in einem Puff arbeiten. sandra Muss ich ja nicht. martin Warum tut meine Schwester sowas. sandra Ich tu nichts, was ich nicht will. Verstehst du. Nichts. martin Nein, ich verstehs ganz und gar nicht. Erklärs mir. sandra Mir gehts gut. Da gibts
nichts zum erklären. martin Hat es irgendwas mit dem Arsch zu tun. Der mit der Uhr. sandra Der? Der ist mir wurscht. An den denk ich gar
nimmer. Ich bin frei. Martin Du bist frei- was soll das heißen. sandra Na dass ich FREI bin, das soll es heißen.
Dass ich nur mir selber gehöre. Das ist mir das wichtigste. martin Wie kannst du so was sagen. Ausgerechnet.
Du bist doch eine H- .. du gehörst jedem. sandra Nein. Nicht jedem. Mein Herz, da drin- (sie zeigt auf ihr Herz) -das gehört mir allein. Das ist frei. Das
gehört nur dem, dem es gehören WILL. Sie gibt Martin ein Bussel auf die Wange. Er wischt sich die Wange ab. INT. Penthouse STOLZENTHALER – NACHT Syra im Nachthemd, sie trägt ihr Baby in
der Wohnung herum um es einzuschläfern. Stolzenthaler
kommt heim. syra Psst. Leise. stolzenthaler Ich hab keinen Ton gesagt. syra Leise. Du weckst sie auf. stolzenthaler Ich BIN leise. syra Du schaust sie nicht einmal an. stolzenthaler Was schau ich nicht an. syra Dein Kind. Wann hast du sie
das letzte mal angeschaut. stolzenthaler Ich weiß wie mein Kind ausschaut. Er schmeißt sein Sakko achtlos irgendwohin. Syra liegt das Baby ins
Kinderbett. stolzenthaler Was ist los mit dir. syra Bitte. Sei leise. Stolzenthaler beugt sich demonstrativ über das
Kinderbett. stolzenthaler Ich schau das Kind an. Okay? Bist du
zufrieden. Ich hab es angeschaut, was willst du, verflucht
nochmal. Das Baby ist wieder aufgewacht. Syra wendet sich resigniert ab. Syra hebt Stolzenthalers Sakko auf und hängt es
ordentlich auf. Sie riecht daran. INT. Penthouse STOLZENTHALER – badezimmer Syra vor dem Waschbecken, sie schaut in den Spiegel. Stolzenthaler
kommt rein. syra Weißt du was heute für ein Tag ist. stolzenthaler Was wird das. Eine Quizfrage oder was. syra Weißt du’s oder nicht. stolzenthaler Unser Hochzeitstag, ja. Was soll das Theater. syra Du riechst nach Frau. stolzenthaler Und. Du auch. syra An unserem Hochzeitstag gehst du zu anderen Frauen. stolzenthaler Mach ja keine Szene. syra Weißt du, mein Vater: der hat mich
behandelt wie ein Eigentum. Aber du, du behandelst mich wie ein Stück- wie-
wie einen Einrichtungsgegenstand. stolzenthaler (wird immer böser) Dein Vater, ja? Soll ich dir sagen was mich
dein Vater kann? Bist du mit deinem Vater verheiratet? Nein. Mit wem bist du
verheiratet. syra Hör auf. stolzenthaler Mit wem vögelst
du. Wer macht dir die Kinder, dein Vater oder ich. Wer? Er bedrängt Syra bösartig und gewaltsam. Sie wehrt sich. syra Hör auf! Bitte! Hör auf! stolzenthaler Auf deinen Vater scheiß ich. syra Lass mich. Du tust mir weh! Sie reißt sich los. Div. Badezimmersachen
fallen KLIRREND zu Boden. Stolzenthaler schmiert
Syra eine. Sie heult. Er packt sie und nötigt sie mit Gewalt zum Verkehr,
demütigend und erniedrigend. Das Baby beginnt zu SCHREIEN. EXT. PRATER – vor CASINO king – NACHT Bulvaris Limousine vor dem Casino, Erkan daneben, hört Bulvaris
HANDY LÄUTEN, es liegt im Auto. Erkan lässt es
läuten, geht ihn nichts an. INT. Penthouse STOLZENTHALER – nacht Syra schluchzend, zerrissenes Nachthemd,
mit Handy: keiner hebt ab. Verzweifelt wählt sie eine andere Nummer. Int. Wohnung frey – nacht HANDY LÄUTET, Robert Frey schläft bereits.
Er findet das Handy am Nachtkastel, meldet sich: robert frey (am Handy) Hallo- wer? – Syra! Um Himmels willen, was ist mit dir. INT. CLUBSAUNA – NACHT Martin hängt noch immer an der Bar herum. Sein HANDY LÄUTET. martin (am Handy) Ja? - Klar kann ich. exT. vor CLUBSAUNA – NACHT Ein paar NUTTEN stehen vor dem
Etablissement herum. Martin im Cherokee von Sandras Chef: er startet durch
und fährt mit QUIETSCHENDEN REIFEN davon. Ext. Vor penthouse stolzenthaler – nacht Robert Frey kommt mit seinem Auto,
mittlerweile hat er ein größeres. Der Cherokee parkt bereits vor dem Haus.
Martin steigt aus, als er Robert Frey kommen sieht. Robert Frey und Martin am Haustor. robert frey Danke dass du gekommen bist. martin Du bist mein Chef. robert frey Ihr Mann scheint irgendwie unberechenbar zu sein, drum hab ich es für besser gehalten, wen jemand mitkommt. martin Kein Problem. Robert Frey läutet bei “Stolzenthaler“. In derselben Sekunde SUMMT der Türöffner.
Robert Frey und Martin rein. int. penthouse stolzenthaler – nacht Syra öffnet, Robert Frey und Martin sind da. syra Danke. martin Wo ist er. Ich brech ihm die Knochen. syra (zu Robert Frey) Lass uns gehen, bitte. Er ist grad im Bad. Sie nimmt ihr Baby, sie wollen gehen. Stolzenthaler
kommt aus dem Bad, nackt. stolzenthaler Wer ist das. Was machts ihr in meiner Wohnung. robert frey Komm. Wir gehen. Stolzenthaler reißt eine Schreibtischladen auf, darin
ist eine Waffe, wie wir wissen. stolzenthaler Ich werds euch zeigen, ihr verfluchten- Martin gibt der Schreibtischlade einen
Fußtritt, wo Stolzenthaler gerade hineingreift, der
reißt vor Schmerzen seine Hand heraus. Die Waffe fällt aus der
Schreibtischlade. Martin schnappt sie. martin Ich blas dir das Hirn raus, du Mistfigur.
Ich schieß dir dein scheiss Hirn
weg. stolzenthaler Sie haben mir die Hand gebrochen, Sie ver- robert frey Martin! Leg das weg! syra Tun Sie ihm nichts! Bitte! Tun Sie ihm nicht weh. martin Warum nicht. syra Er ist mein Mann. Bitte tun Sie ihm nichts! robert frey Martin! Sei vernünftig. stolzenthaler Was soll das alles. Was soll das. Was wollen Sie überhaupt- robert frey Wir gehen. stolzenthaler Ja, nehmts die mit. Ich schenk sie euch. Könnt ihr geschenkt haben. Geschenkt! Scheisse. Sie verlassen die Wohnung. Stolzenthaler
umklammert seine Hand schmerzverzerrt. ext. penthouse stolzenthaler – nacht Robert Frey in seinem Auto, Syra mit Baby am Beifahrersitz. Martin steht
daneben. robert frey Danke. Bist ein Freund. martin Schon okay. Robert Frey fährt mit Syra ab. Martin
schaut ihnen nach. Er hat noch immer Stolzenthalers
Waffe. Es könnte zu regnen anfangen. ext. auto frey – nacht Robert Frey fährt. Er sieht dass Syra mit
dem Baby am Arm eingeschlafen ist. Immer wieder schaut er sie an. Auto fährt durch die verregnete Nacht. Ext. Vor haus bulvari – auto frey – nacht Robert Freys Auto parkt vor der Einfahrt. Syra wacht auf. Sie erschrickt kurz, weil
ihr Baby weg ist. Aber da sitzt Robert Frey neben ihr, er hält das Baby im
Arm. robert frey Wir sind da. Syra sieht, dass sie vor ihrem Elternhaus sind. syra Danke. robert frey Es tut mir so leid. Schweigen schauen sie sich an. Schließlich nimmt Syra ihr Baby. syra Machs gut. robert frey Du auch. Syra steigt aus. Robert Frey schaut ihr
nach als sie zum Haus geht. Syra KLINGELT. Die Hausbedienstete öffnet,
überrascht. Sie nimmt Syra das Baby ab. Haustür fällt hinter ihnen zu. Robert Frey verbirgt sein Gesicht, er beginnt zu weinen. EXT. VOR PENTHOUSE STOLZENTHALER – TAG Stolzenthaler will mit seinem Sportwagen aus der Garage
fahren. An der Hand eine Bandage: nichts ernsthaft gebrochen. Der Cherokee blockiert die Ausfahrt, Martin
sitzt drin. Stolzenthaler HUPT. Martin steigt aus.
Mit der Waffe. stolzenthaler Was wollen Sie noch von mir. Sie haben Ihre
Show abgezogen, es reicht jetzt wirklich find
ich. martin Sie sind ein schlechter Mensch. stolzenthaler Tatsächlich. Und Sie? Sind die Mutter Teresa, ja? martin Sie behandeln Frauen wie Dreck. stolzenthaler Wen interessierts. martin Wissen Sie, was Sie aus meiner Schwester
gemacht haben. Eine Hur. stolzenthaler Ich? Glaub eher, das hat sie von Ihrer Mutter. martin Nein. Die
Schlechtigkeit von meiner Mutter, die hab nur ich geerbt.
Nicht meine Schwester. Was aus der Sandra geworden
ist, da haben Sie Schuld dran. stolzenthaler Wissen Sie was: ich hab zu tun. Ich muss in die Arbeit. Martin Sie sind ein schlechter Mensch. Sie sind um
nichts besser als ich. Um keinen Funken. stolzenthaler Ja ja. Von mir aus. Scheiss
drauf. Er rumpelt einfach über den Gehsteig um dem
Cherokee auszuweichen, und fährt davon. Martin bleibt zurück. Er hat noch die
Waffe. Wohin damit? Er schmeißt sie in einen Mistkübel. INT. haus BULVARI – TAG Am Frühstückstisch. Syra, Bulvari, Frau Bulvari. Syra
sehr gefasst. Bulvari sehr gedrückt. syra Ich gehe nicht mehr zurück. frau bulvari Syra. Er ist dein Mann. syra Ich gehöre ihm nicht. Ich gehöre niemand. Bulvari Was willst du jetzt tun. syra Es ist mein Leben. bulvari Das weiß ich. syra Es gehört mir. Mir allein. bulvari Ja. Es ist deines. Ich weiß .. syra Ich werde studieren. So wie ich es wollte. frau bulvari Du willst studieren. syra In Frankreich. Ich will nach Paris gehen und dort studieren. bulvari Syra. Verlieren wir dich. syra Nein. bulvari Ich verliere meine Tochter. syra Du kannst mich nicht verlieren, wie einen Regenschirm. Einen Besitz kann man verlieren, ein Eigentum. bulvari Ich weiß. Ich weiß ja. Dass du recht hast. syra Ich bin kein Besitz. Niemand besitzt mich. frau bulvari Kind, dein Vater liebt dich doch. Was redest du da. Von Besitz. Bulvari schweigt. Er ist nicht glücklich. syra Ich werde gehen. Und mein Leben nehm ich mit. Es gehört mir. bulvari Ja, es gehört dir. syra Wirst du es mir verbieten? bulvari Nein .. Ich verbiete dir nichts .. Es ist dein Leben. Hausbedienstete schaut bei der Tür rein. hausbedienstete Fräulein Syra. Das Baby. Ist aufwachen jetzt. Syra geht mit ihr hinaus. Frau Bulvari nimmt Bulvaris Hand. bulvari Ich habe mich an meinem Kind versündigt. Habe sie verraten. Wollte meine Tochter verkaufen wie ein .. einen Besitz. frau bulvari (erschüttert) Antol .. Wovon um Himmelswillen redest du denn??! INT. CLUBSAUNA – TAG Sandra, leichtgeschürzt, kommt mit einem
FREIER aus einem Separée, er steckt ihr Geld in den Ausschnitt. Er will sie
auf den Mund küssen, aber sie dreht sich weg. sandra Nicht auf den Mund. Das spielts nicht. Freier ab. Sandra setzt sich an die Bar. Da sitzt Michl
Dunker, er trinkt. sandra Michl- bist du das? Sie rückt zu ihm. sandra Sag bloß, du kennst mich nimmer. michl dunker Sicher. sandra Hast du dein Motorrad noch. michl dunker Habs nimmer. sandra Was machst du. Wo fährst du jetzt. michl dunker Brauerei. Als Beifahrer. sandra Als Beifahrer? Du bist doch kein Hilfsschani, du bist doch Fernfahrer. michl dunker War ich. Sandra ist bissel erschüttert, was aus ihm geworden ist. sandra Michl, Michl. Was ist nur aus dir geworden. michl dunker Was soll geworden sein. Sandra streicht ihm über die Haare, er zuckt zurück. sandra Komm her. Du bist wirklich noch der gleiche wie früher. michl dunker Und was bist du. sandra Ich bin auch die gleiche. Sie schaut Michl Dunker
an. Sie lächelt. sandra Komm her. Sie küsst ihn auf den Mund. Michl Dunker starrt sie an. Er
schmeißt Geld auf die Bar und verlässt das Etablissement überstürzt. bardame Was hast du denn mit dem angestellt. Der ist ja raus als wenn er einen Käfer im Hintern hätt. sandra Kommt der öfters her? bardame Manchmal. Aber der sitzt nur da. Und
trinkt. Geht nie mit einer raus. sandra Ich glaub dem gehts nicht gut. bardame Dann sind wir froh, dass es wenigsten uns gut geht. sandra Der hat sein Herz verloren.. bardame Dafür haben wir unseres noch. Stimmt doch, oder. sandra Darauf kannst du wetten. Gib mir was. Lass uns drauf anstoßen. Bardame gibt ihr ein Glas, sie stoßen an. bardame Auf was trinken wir. sandra Auf unser Herz. Weil wir es noch haben. bardame Weil es uns gehört. Sonst niemand. INT. Haus BULVARI – nacht ABEND. Bulvari in
seinem Arbeitszimmer, er grübelt schwer: es ist kein leichter Entschluss, den
er vor sich hat. Endlich wählt er eine Telefonnummer. Ext. Parkplatz vor bank – nacht ABEND. Stolzenthaler
kommt aus der Bank raus, geht zu seinem Sportwagen. Sein HANDY KLINGELT. stolzenthaler (am Handy) Ja. – Wer? - Wo ist meine Frau. bulvari (am Tel.) Sie kommt nicht mehr zu Ihnen zurück. stolzenthaler Was soll das heißen. Klar kommt die wieder. bulvari Nein. stolzenthaler Sie schaffen mir
die wieder her, haben Sie verstanden. Was glaubt denn
die: die kann einfach gehen wenn ihr was nimmer
passt? Er steigt in sein Auto ein. bulvari Sie ist nicht ihr Eigentum. stolzenthaler Die ist meine Frau. Ein Stolzenthaler
lässt sich nicht auf den Kopf scheißen. bulvari Sie ist meine Tochter. stolzenthaler Na genau davon red ich ja. Sagen Sie ihr
gefälligst, sie hat wieder heim zu kommen. bulvari Sie haben gehört, was ich gesagt habe. Stolzenthaler fährt los. Er telefoniert beim Fahren weiter: Ext. Auto stolzenthaler – nacht stolzenthaler (am Handy) Sie wissen glaub ich nimmer mit wem Sie reden. bulvari (am tel.) Das ist mir bewusst. stolzenthaler Ich kann Sie fertig machen. Ich mach Ihre
Finanzierung, verstehen Sie: ICH. Ich kann Ihnen jederzeit
den Stecker rausziehen. Ich kann Sie ruinieren! EXT. kreuzung – NACHT Martin im Cherokee von Sandras Chef, er
steht vor einer roten Ampel. Ein Auto hält neben ihm: darin seine alten
Kumpane. Kumpan 1 am Beifahrersitz, ruft aus dem Fenster als
er Martin sieht: kumpan 1 Martin! Alter. Was lauft. martin He. Lang nimmer gesehen. kumpan 1 Wo hast du das Auto her. Gestohlen? martin Gehört nicht mir. Meiner Schwester ihrem Chef. kumpan 1 Was treibst du denn jetzt so. martin Was treibts ihr. kumpan 1 Was ist: Wer bremst verliert? Wie schauts aus? martin Nicht mit dem Auto. Ext. Auto stolzenthaler – nacht stolzenthaler Sorgen Sie dafür dass Ihre Tochter
schleunigst wieder Vernunft annimmt, sonst sind Sie erledigt.
Ich dreh Ihnen sämtliche Kredite ab, haben Sie
gehört! bulvari Ich hab damit gerechnet. Sie überraschen mich nicht. An einer Kreuzung steht eine NUTTE. Stolzenthaler
fährt vorbei, er sieht sie. EXT. kreuzung – NACHT Auto mit Kumpan 1, Kumpan 2 am Fahrersitz.
Daneben Martin im Cherokee. kumpan 1 (zu Martin) Was ist, traust du dich nimmer? kumpan 2 Wer bremst, verliert! Wetten, der traut sich nicht. kumpan 1 Der hat Schiss. Haha! Alter, du bist feig geworden. Hast nix mehr in der Hose. martin Allerweil mehr als du, du Spasti. Die Ampel war mittlerweile
grün, inzwischen steht sie wieder auf rot. Jetzt überquert gerade Stolzenthalers Sportwagen die Kreuzung. Ext. Auto stolzenthaler – nacht Stolzenthaler hat die Nutte gesehen. Nach der Kreuzung
bremst er und hält an. stolzenthaler (am Handy) Gleich morgen. Haben Sie mich gehört.
Streich ich Ihnen alle Finanzierungen. Wird das erste sein was ich morgen
mache, sobald ich im Büro bin. Sie werden büßen müssen, Bulvari.
Ist Ihnen das klar. bulvari Ja, ich muss büßen. Ich weiß. Stolzenthaler klappt sein Handy zu. stolzenthaler (zu sich) Der Scheisstürk.
Morgen mach ich den fertig. Morgen liegt der am Boden, dass er nie wieder
aufsteht. Retourgang. Stolzenthaler schiebt retour über
die Kreuzung zurück, weil er die Nutte aufgabeln will. EXT. kreuzung – NACHT Auto mit Kumpanen, daneben der Cherokee mit Martin. kumpan 1 Der traut sich nicht. Was wetten wir. Die Ampel war inzwischen grün, mittlerweile
ist wieder rot. Beide Autos brausen gleichzeitig los. Ext. Kreuzung – nacht Als Stolzenthalers
Sportwagen über die Kreuzung retour schiebt rasen zwei Autos bei Rot aus der
Querstraße: das Auto der Kumpane, und
Martin im Cherokee. CRASH. – ENDE – ►
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Seiten) |