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XDASXVIERTEXGEBOTX

 

von

Peter Patzak & Michael Nöhrig

 

nach Motiven von

Ludwig Anzengruber

 

 

© Filmhaus  Peter Patzak

Weidling Hauptstraße 56

A3400  Klosterneuburg

 

 

 

INT. CLUBBING – NACHT

Clubbing-Event. Eine Menge LEUTE, Tanz.

Unter den Tanzenden SANDRA. Ein tanzender TYP kommt ihr nahe, sagt irgendwas zu ihr: Sandra mustert ihn nur oberflächlich, wendet sich gleich wieder von ihm ab: sie will lieber für sich allein tanzen, der ist jedenfalls nicht ihr Typ.

STOLZENTHALER an der Bar. Er wird auf Sandra aufmerksam: sie fasziniert ihn.

 

 

EXT. STRASSE – NACHT

Hauptstraße, Kreuzung mit einer Seitengasse. Eine rote Ampel. Zwei Autos (Auto MARTIN und Auto KUMPANE) brausen mit Vollgas bei Rot aus der Seitengasse über die Kreuzung drüber.

HUPE: anderes Auto kommt bei Grün auf der Hauptstraße einher und fährt ihnen beinahe rein.

OFF begeistertes GEJOHLE von Martin und seinen Kumpanen.

 

 

INT. CLUBBING – NACHT

Sandra an der Bar, sie am will am Handy anrufen: kein Netz im Lokal. Hinter der Bar sieht sie einen Telefonapparat. Sie fragt den BARMANN:

sandra

Kann ich telefonieren?

Barmann

Nicht für Gäste.

stolzenthaler

Was kostet das Telefon.

Der Barmann schüttelt den Kopf. Stolzenthaler nimmt seine Rolex ab und legt sie auf die Bar. Aber mit Understatement, souverän ganz ohne Angeberei.

stolzenthaler

Reicht das für ein Gespräch.

Barmann schaut dumm.

barmann

Schmäh, oder?

stolzenthaler

Schaut es so aus?

Stolzenthaler wirkt nicht als mache er einen Scherz. Schließlich stellt der Barmann das Telefon tatsächlich auf die Bar. Auch Sandra schaut Stolzenthaler verwundert an.

stolzenthaler

Bitte.

Sandra unsicher. Stolzenthaler “hat was“ – lässig cool, aber mit gewitztem Charme. Anders als die übrigen Typen im Lokal. Schließlich greift sie zum Telefon und wählt. Sie schaut Stolzenthaler an, während sie im Telefonhörer FREIZEICHEN hört.

 

 

EXT. strASSE – NACHT  

In der Seitengasse. MARTIN und seine KUMPANE in ihren Autos. Mords Gaudi. Sie trinken aus Flaschen. Martins HANDY LÄUTET, aber er hört es nicht.

SPÄTER. Beide Autos nebeneinander an der grünen Ampel. Martin und Kumpane rufen sich aus den Autofenstern zu:

martin

Wer bremst, verliert.

KUMPAN 1

Wer bremst, verliert.

Martin

Wer bremst ist der Looser, verstehst. Wetten wir

du bremst.

kumpan 1

Ich bremse nicht.

martin

Was wetten wir.

Sie warten, bis die Ampel rot ist: dann geben sie Gas und brausen blindlings über die Hauptstraße.

GEJOHLE. Eine leere Flasche fliegt aus dem Autofenster.

 

 

INT. CLUBBING – NACHT

An der Bar, Sandra mit Telefonhörer: keiner hebt ab. Schließlich legt sie auf und schiebt dem Barmann das Telefon über die Bar zurück. Barmann nimmt es wieder. Stolzenthaler nimmt seine Uhr in die Hand, legt sie aber nicht wieder an.

barmann

Was war das jetzt mit der Uhr.

sandra

Ich hab nicht telefoniert. Es hat keiner abgehoben.

Barmann stellt das Telefon auf seinen Platz zurück. Kopfschüttelnd über diese offensichtlichen “Spinner“ an der Bar.

stolzenthaler

Sind Sie versetzt worden?

sandra

Mein Bruder hat versprochen er kommt mich

abholen und führt mich heim. Aber hebt nicht ab.

stolzenthaler

(nonchalant)

Sie können mit mir heimfahren.

sandra

Was??

stolzenthaler

Ich kann Sie heimbringen.

sandra

Ich kenne Sie ja gar nicht.

stolzenthaler

Ich kann Ihnen ja eine Visitenkarte geben, wenn

Sie wollen.

sandra

(muss lachen)

Eine Visitenkarte. Was sind denn Sie für einer.

Auch Stolzenthaler grinst. Er hat irgendwas an sich, was Sandra an ihm fasziniert. Kein Mann wie alle anderen.

sandra

Sie hätten dem wirklich Ihre Uhr gegeben?

Damit der mich telefonieren lässt.

stolzenthaler

Warum tanzen Sie nicht weiter.

sandra

Warum soll ich.

stolzenthaler

Ich würde Sie gern sehen, wie Sie tanzen.

sandra

Sie wollen mich beim tanzen sehen? Was soll denn das wieder heißen.

stolzenthaler

Ja. Es gefällt mir wie Sie tanzen.

sandra

Ich glaub Sie wollen ganz was anderes von mir. Ich weiß genau was ihr Männer wollt: alle das gleiche.

stolzenthaler

Ich will von Ihnen nichts, was Sie nicht selber auch wollen.

sandra

Was will ich denn.

stolzenthaler

Sie wollen für mich tanzen.

sandra

Wer sagt das. Und wenn ich nicht will?

(scherzt)

Dann bieten Sie mir ihre Uhr als Preis, hab ich recht?

stolzenthaler

Okay.

Sandra weiß nicht ob er es ironisch oder ernst meint. Sie wird nicht schlau aus ihm. Scherzhaft schnappt sie sich Stolzenthalers Uhr und legt sie um ihr Handgelenk.

sandra

Ich tanze. Aber nur weil ich es selber will.

stolzenthaler

Das weiß ich.

Sandra geht zur Tanzfläche. Stolzenthaler schaut zu, wie sie tanzt.

 

 

EXT. strASSE - auto martin – NACHT

Blaulicht. Ein Streifenwagen biegt in die Seitengasse ein.

Martin und Kumpane stehen neben ihren Autos herum und trinken.

kumpan 2

Die Schmier! Abflug.

Die Kumpane springen in ihr Auto, Kumpan 1 gibt Gas und fährt dem Streifenwagen entgegen: knapp am Streifenwagen vorbei, sie entkommen. Der Streifenwagen stellt sich quer.

Martin in seinem Auto: er kann nicht mehr an dem Streifenwagen vorbeifahren. Er haut den Retourgang rein und schiebt zurück.

Am anderen Ende der Gasse biegt ein zweiter Streifenwagen ein. Jetzt ist die Gasse in beiden Richtungen blockiert. Martin kann nimmer entkommen.

POLIZISTEN steigen aus. Einer macht Martins Autotür auf.

polizist 1

Aussteigen, aber pronto.

 

 

EXT. CLUBBING – NACHT

Sandra und Stolzenthaler kommen raus, aufgekratzte Stimmung. Sandra hat noch immer Stolzenthalers Uhr am Handgelenk.

Stolzenthalers Sportwagen.

sandra

Ich weiß gar nicht, warum ich mit Ihnen mitgehe.

 

stolzenthaler

Sie müssen nicht. Sie sollten nichts tun, was Sie nicht wollen.

sandra

Ich geh nie mit Männern einfach mit.

stolzenthaler

Ihre Entscheidung. Ich zwinge Sie nicht.

Beide steigen in den Sportwagen. Sie fahren los.

 

 

EXT. STRASSE – NACHT

Martin und die Polizisten beim Streifenwagen. Martin renitent.

martin

Ich fahre nirgends hin mit euch.

Könnt ihr vergessen.

polizist 2

Steig ein. Wir fahren aufs Wachzimmer.

martin

Wenn ich ein Taxi brauche ruf ich mir selber eins.

polizist 2

Einsteigen.

Er greift Martin am Arm und will dass er in den Streifenwagen einsteigt. Martin reißt sich los, fuchsteufelswild.

martin

Greif mich nicht an!

 

 

EXT. INT. TIEFGARAGE STOLZENTHALER – NACHT

Stolzenthaler rauscht lässig mit seinem Sportwagen in die Tiefgarage. Sandra am Beifahrersitz, berauscht vom Tempo. Sie JAUCHZT auf.

 

 

INT. AUFZUG

Sandra und Stolzenthaler im Aufzug.

sandra

Ich weiß nicht, warum ich das mache.

Was mache ich da eigentlich ..

stolzenthaler

Was denn.

sandra

Dass ich mit Ihnen in Ihre Wohnung komme.

stolzenthaler

Wollen Sie es nicht?

sandra

Nein, ich bin .. ich mach so was nie, Sie bringen mich völlig aus meiner, aus der ..

stolzenthaler

Wir können wieder hinunterfahren, wenn Sie das lieber möchten.

Er hält den Daumen auf den Aufzugsknopf.

sandra

Nein.

 

 

EXT. STRASSE – NACHT

Die Polizisten halten Martin über der Kühlerhaube fest, seine Nase blutet. Er kriegt Handschellen verpasst und wird in den Streifenwagen verfrachtet.

 

 

INT. PENTHOUSE STOLZENTHALER – NACHT

Schlafzimmer. Sandra und Stolzenthaler im Bett, leidenschaftlich.

 

 

EXT. PRATER – vor CASINO king – NACHT

Bulvaris noble Limousine vor einem Automaten-Spielcasino: “CASINO KING“.

ERKAN, Bulvaris Bodyguard, wartet daneben. Kahlrasierter Kopf, Sonnenbrille auf obwohl Nacht ist.

Zwei TYPEN spazieren vorbei und sehen das teure Auto.

erkan

Ey, was ist. Hast du Problem, ey.

Die zwei Typen schauen, dass sie weiterkommen.

 

 

int. casino king

ZOCKER an diversen Spielautomaten.

ANATOL BULVARI, Casinobesitzer. Macht einen Inspektionsgang durch sein Casino, gefolgt von seinem ADLATUS. Bulvari telefoniert mit einem albanischen Geschäftspartner während er seinen Adlatus auf dies und jenes hinweist, der macht sich Notizen auf einem Klemmbord.

bulvari

(am Handy)

Tani financimi eshte vetem nje formalitet.

[Die Finanzierung ist nur mehr eine Formsache.]

geschäftspartner

(im Tel.)

Po humbim durimin.

[Wir werden inzwischen ungeduldig.]

bulvari

Pres vetem o.k.-in e bankes.

[Ich warte nur mehr auf das Okay von meiner Bank.]

geschäftspartner

Shpresoj qe mund te besojme te fjala juaj?

[Ich hoffe wir können uns auf Ihr Wort verlassen?]

Bulvari weist den Adlatus auf einen überfüllten Aschenbecher hin. Adlatus leert ihn unverzüglich aus.

bulvari

Cdonjeri mund ti besoj fjales se Bulvari.

[Jeder kann sich auf mein Wort verlassen.]

geschäftspartner

Shpresoj.

[Das hoffe ich.]

bulvari

Neser do kem pergjigjen per financimin nga banka ime.

[Am Montag habe ich die Finanzierungszusage.]

geschäftspartner

Mos u turperoni.

[Gut. Verlieren Sie nicht ihr Gesicht.]

 

ext. vor casino king

Bulvari kommt raus.

erkan

Ey, Chef.

Bulvari sieht Vogelkacke auf seinem Auto.

bulvari

Was hab ich dir gesagt.

erkan

Soll ich aufpassen auf Auto.

bulvari

Und was ist das.

erkan

Weiß nicht Chef, Scheisse von Vogel oder was.

bulvari

Wonach schaut es aus.

erkan

Scheisse von Vogel.

bulvari

Wieso passt du nicht auf, wenn ichs dir sage.

erkan

Muss gewesen sein vorher, Chef. Ich weiß nix,

echt ey.

bulvari

Das war schon, ja? Wer sagt das.

erkan

Vogel fliegt nix in der Nacht, Vogel schlaft.

Wenn Vogel schlaft nix kann scheißen auf Auto.

bulvari

Und wenns ein Uhu war, ha?

erkan

Hab ich nix gesehen, Chef.

bulvari

Klar dass einer nix sehen kann wenn er mitten in

der Nacht Sonnenbrillen aufhat. Du blöder Türk.

erkan

Zwei scheiss Kanak gucken Auto. Sag ich, ey was

guckst du verpiss dich.

Bulvari gibt Erkan eine Tachtel, er zeigt auf den Vogeldreck:

bulvari

Was ist. Soll ich so heimfahren.

Erkan putzt den Vogeldreck vom Auto. Bulvari steigt ein und fährt davon.

 

Ext. Prater – Auto bulvari – nacht

Bulvari fährt durch den Prater. Er telefoniert am Handy, Mailbox:

stimme Stolzenthaler

(im Tel.)

- hinterlassen Sie eine Nachricht. Ich rufe zurück.

bulvari

Bulvari. Möchte Sie nochmal dringend um Rückruf bitten wegen der Finanzierungssache.

Wenn möglich noch morgen. Es wäre sehr wichtig für mich dass ich bis übers Wochenende eine definitive Entscheidung vorliegen habe. Danke.

Bulvari sieht das beleuchtete Riesenrad. Er fährt vorbei.

 

INT. firma SCHELLANDER – TAG 

Büro einer kleinen Speditionsfirma, Wohnräume gleich nebenan.

FRAU SCHELLANDER noch im Nachthemd, sie ist allein im Haus. Sie gießt sich Kaffee ein. Eine billige alte Kaffeemaschine. Sie geht mit dem Kaffeehäferl zum Fenster und beobachtet wie MICHL DUNKER draußen am Hof seinen Lkw wäscht:

 

Ext. firma SCHELLANDER – TAG

Firmenhof. Der junge Fahrer MICHL DUNKER, nackter Oberkörper. Er spritzt seinen Lkw mit einem Schlauch ab. Sein Motorrad steht auf dem Firmenhof.

frau schellander

(aus dem Fenster)

Herr Michl. Wollens nicht reinkommen, Kaffee trinken.

michl DUNKER

Möcht lieber erst fertigmachen.

frau schellander

Jetzt kommens schon rein. Der Lkw rennt Ihnen schon nicht davon.

Michl Dunker wäscht weiter seinen Lkw.

frau schellander

Soll ich Ihnen den Kaffee rausbringen?

Frau Schellander bringt ein Kaffeehäferl raus. Im Negligé. Michl Dunker ist sichtlich peinlich berührt.

frau schellander

Fesche Muckis haben Sie. Gehen Sie trainieren.

Sie greift ihn an, Michl Dunker zuckt zurück. Unabsichtlich spritzt er sie mit dem Schlauch an, ihr Negligé wird nass. Klebt auf der Haut.

frau schellander

Na, Sie könnens aber. Mit Ihrem Schlauch spritzen.

michl Dunker

Tsch- tschuldigung ..

Ob er will oder nicht, er muss ihren nassen Busen anstarren.

frau schellander

Was schaust denn. Hast sowas noch nie gesehen.

michl dunker

Nein, es ist ..

frau schellander

Was denn. Gefällts dir nicht.

Michl Dunker weicht zurück. Frau Schellander greift an seinen Hosenknopf.

frau schellander

Ja was haben wir denn da. Da unten, da gefällts aber schon einem. Schau wie der sich freut.

michl dunker

Frau Chefin, bitte .. Frau Chefin.

frau schellander

Frau Chefin, Frau Chefin. Was sind wir denn so förmlich. Lass einmal anschauen.

Sie will seinen Hosenknopf aufmachen. Michl Dunker will sich ihr entwinden, beide werden nass vom Schlauch.

frau schellander

(immer lasziver)

Zeig her. Ich wills sehen. Zeig schon her.

Sie rangeln herum, Frau Schellander ganselt den verstörten Michl Dunker sexuell auf. Beide mittlerweile waschelnass.

michl dunker

Was ist wenn der Chef-

frau schellander

Der Chef ist nicht da. Jetzt sei nicht so gschamig.

 

INT. PENTHAUS STOLZENTHALER – TAG

Zerwühltes Bett, Stolzenthaler schläft noch. Sandra steht auf, leise um ihn nicht zu wecken. Sie hat noch immer seine Uhr am Handgelenk.

Sandra, halbnackt, schaut sich in der Wohnung um, betrachtet fasziniert div. teure Gegenstände.

Küche. Hightech-Espressomaschine, Sandra stellt eine Tasse drunter und will Kaffee machen, aber kennt sich nicht damit aus. Im Eiskasten findet sie Milch, tut sie pur in die Tasse.

Schlafzimmer. Sandra sitzt mit ihrer Milchtasse auf der Bettkante, sie betrachtet Stolzenthalers teure Uhr. Plötzlich bemerkt sie, dass Stolzenthaler gar nicht mehr im Bett liegt: das Bett ist leer.

Arbeitszimmer, designmäßig gestylt.

Stolzenthaler arbeitet bereits am Laptop, exclusiver Morgenmantel. Sandra kommt mit ihrer Milchtasse, sie schaut ihm über die Schulter.

sandra

Was machst du.

stolzenthaler

Arbeit.

sandra

Aber es ist Samstag ..

Stolzenthaler nimmt ihr die Tasse aus der Hand und will trinken, aber bemerkt dass nur Milch drin ist.

stolzenthaler

Was trinkst du da, Milch? Bist du ein Kätzchen.

sandra

(lacht)

Nein.

Stolzenthaler zieht sie auf seinen Schoß, etwas Milch kleckert auf Sandras Haut. Stolzenthaler leckt die Milch von Sandras Haut. Sandra wirkt glücklich: der Mann ist offenbar was besonderes.

sandra

Du darfst nicht glauben, dass ich das mit jedem Mann mache. Ich hab das noch nie getan.

stolzenthaler

Was denn.

sandra

Dass ich jemand kennenlerne und gleich am ersten Abend mit ihm ..

Aber Stolzenthaler arbeitet schon wieder am Laptop weiter, ohne darauf einzugehen. Sandra bissel enttäuscht. Sie steht von seinem Schoß auf. Sie nimmt seine Uhr ab.

sandra

Deine Uhr.

stolzenthaler

Wieso. Die gehört dir.

sandra

Aber das war doch nur im .. spinnst du. Die muss doch ein Vermögen wert sein.

stolzenthaler

Willst du sie nicht.

sandra

Die kann ich nicht annehmen.

stolzenthaler

Musst du ja nicht. Du musst nichts, was du nicht willst.

Sandra sieht eine halboffene Schreibtischlade. Darin etwas, das eine Waffe sein könnte.

sandra

Was ist das.

Stolzenthaler macht die Schreibtischlade beiläufig zu. Er arbeitet an seinem Laptop weiter. Auf dem Laptop zu sehen das Logo der “ContoBank“.

sandra

Wie heißt du eigentlich.

stolzenthaler

Stolzenthaler.

sandra

Nein, ich mein mit Vornamen.

Stolzenthaler arbeitet am Laptop.

sandra

Ich heiß Sandra.

 

EXT. VOR POLIZEI-WACHZIMMER – TAG

Martin und sein Vater SCHELLANDER kommen aus dem Kommissariat, Schellander tachtelt ihn vor sich her: 

schellander

Was war das, ha? Was war das. Was ist das schon wieder gewesen. Ha? Was war das schon wieder.

Martin duckt sich unter seinen Tachteln. Sie gehen dahin.

martin

Es war nix. Hör auf zum hauen.

schellander

Es war nix? Was ist los mit dir.

Was heißt, es war nix? Wirst du nie gescheiter?

martin

Ich kann nix dafür.

schellander

Führerschein weg, die halbe Nacht eingekastelt und eine batzen Anzeige  umgehängt. Und sagt er kann nix dafür, der Hirsch.

martin

Wegen dem Führerschein brauchst DU grad reden. Mir haben sie den wenigstens nicht für immer eingezogen.

schellander

Du werd ja nicht goschert, du Rotzbua.

martin

Wie der Herr, so das Gescherr.

schellander

Du kriegst gleich eine Flaschen dass-

Schellander reibt auf, Martin droht zurück:

martin

Na hau her! Wirst aber schauen, was dann ist.

schellander

Dem eigenen Vater drohst du? Ich werd dir-

Sie kommen an einem Stehbeisl vorbei. Beide ebenso einträchtig wie zielstrebig rein.

 

INT. firma SCHELLANDER – TAG

Frau Schellander streift ihr verrutschtes Negligé wieder zurecht, sie leert Schnaps in ihren Kaffee. Michl Dunker macht grad seine Hose wieder zu, er wirkt offensichtlich erleichtert darüber die Sache hinter sich zu haben.

frau schellander

Trinkens auch ein Stamperl.

michl dunker

Nein ich trink nix.

frau schellander

Anstoßen werdens doch mit mir. Auf  unsere

Bekanntschaft.

michl dunker

Ich trinke nie was.

frau schellander

Einer mit Prinzipien, da schau her.

 

Ext. Firma schellander - tag

Stolzenthalers Sportwagen biegt auf den Hof ein, er bringt Sandra nach hause. Er bremst direkt vor dem Büroeingang, wo Michl Dunker grad rauskommt.

sandra

Kommst du mit rein, auf einen Kaffee.

stolzenthaler                               

Okay. Warum nicht.

Michl Dunker, nackter Oberkörper, starrt die beiden an: er scheint betroffen dass Sandra mit einem Begleiter daherkommt.

sandra

Hi Michl. Willst du braun werden.

michl dunker

Ich- bin grad beim Autowaschen ..

sandra

Das ist der Michl. Unser Fahrer.

Stolzenthaler ignoriert Michl. Er und Sandra ins Büro.

Michl Dunker sichtlich aufgewühlt, er dreht wieder seinen Wasserschlauch auf und spritzt hilflos aggressiv den Lkw ab.

 

INT. firma SCHELLANDER – TAG

Frau Schellander mit Kaffeehäferl, ungeniert noch immer im Negligé trotz des Besuchs.

sandra

Das ist meine Mama. Das ist der-

stolzenthaler

Stolzenthaler.

Frau Schellander mustert Stolzenthaler anerkennend, Stolzenthaler schaut sie abschätzig an, zugleich angewidert und fasziniert von ihrer offensiven Laszivität.   

sandra

Gibts noch Kaffee.

frau schellander

Schick angezogen sind Sie. Sehr elegant.

stolzenthaler

(ironisch)

Danke. Gleichfalls.

Sandra gibt ihm ein Kaffeehäferl. Ihre Mutter sieht die Uhr an ihrem Handgelenk.

frau Schellander

Neue Uhr? Zeig her.

Sandra will ihr die Uhr nicht zeigen, ist ihr peinlich.

sandra

Nein, die ist nur .. geborgt.

frau schellander

Geborgt, ja? Das glaub ich nicht. Uhren borgt man nicht her, die schenkt man. Zeig schon her.

Sie begutachtet die Uhr an Sandras Handgelenk.

frau schellander

Da schau her. Die ist bestimmt nicht billig. Sind Sie in der Uhrenbranche?

stolzenthaler

Bankbranche.

frau schellander

In der Bankbranche. Heißt wenn ich Geld brauche, komm ich zu Ihnen.

stolzenthaler

Nein, wenn Sie Geld HABEN, dann kommen Sie zu mir.

frau schellander

Und. Was machen Sie mit meinem Geld, wenn ichs zu Ihnen bringe?

stolzenthaler

Ich mach mehr draus.

frau schellander

Ein Zocker.

stolzenthaler

(amüsiert)

Ja, wenn Sie’s so sehen.

frau schellander

Wollens auch ein Stamperl zum Kaffee? Zur Feier des Tages.

stolzenthaler

Was gibts denn zum Feiern.

frau schellander

Zum Feiern gibts immer was.

Stolzenthaler lässt sich Schnaps in den Kaffee gießen.

Er sieht ein älteres Firmenfoto an der Wand, die frühere Lkw-Flotte in Reih und Glied mit Fahrern "Schellander Transporte". Gleichzeitig sieht er draußen im verwaisten Hof nur mehr den einzigen Lkw, den Michl Dunker grad wäscht.

stolzenthaler

Wieviel Leute arbeiten denn in Ihrer Firma.

frau schellander

Ja wenn Sie mich so gach fragen, da müssert ich erst nachzählen. Also momentan .. momentan seh ich eigentlich nur einen arbeiten, wenn wirs genau nehmen, haha.

Sie meint Michl draußen am Hof. Sie ist zum Schmähführen aufgelegt.

stolzenthaler

Und. Die anderen?

frau schellander

Die anderen sind grad, dings .. quasi auswärts beschäftigt.

Sie schaut Sandra an, sie schaut Stolzenthaler an. Verschmitzt:

frau schellander

Sie müssen ja ganz was besonderes sein. Weil die Sandra gar so strahlt.

 

INT. STEHbeisl – TAG

Schellander und Martin trinken, obwohl erst Vormittag ist.

schellander

Was wird erst dein Chef sagen, wenns du ohne Führerschein daherkommst.

martin

Was für Chef.

schellander

Na deiner, du Depp! In der Autowerkstatt. Ein Mechaniker ohne Führerschein, wo gibts denn so was.

martin

Ich arbeite nimmer in der Werkstatt.

schellander

Was?

martin

Hab aufgehört.

schellander

Ja spinnst denn du komplett. Weiß es die Mama schon.

martin

Hab ihr gesagt, ich hätte Urlaub.

schellander

Keine Arbeit, kein Führerschein, kein gar nix. Womit verdient einer, dass er so einen Blindgänger als Sohn hat.

martin

Du hast auch keinen Führerschein mehr.

schellander

Nur saufen. Das kann er.

martin

Dir haben sie ihn ja auch wegen dem Saufen weggenommen.

schellander

Aber nicht wegen der Blödheit. So wie dir.

martin

(zum WIRT)

Gib uns noch zwei.

 

INT. firma SCHELLANDER – TAG

Sandra, Stolzenthaler, Frau Schellander am Tisch. Reichlich familiäre Stimmung mittlerweile, Sandra gießt Stolzenthaler Kaffee nach. Frau Schellander leert ihm Schnaps dazu, ihr Busen aufreizend vor seiner Nase. Stolzenthaler geht mit ironisch amüsierter Gelassenheit auf ihre Laszivitäten ein.

frau schellander

Zeigens einmal Ihre Hand.

stolzenthaler

Meine Hand. Wieso denn.

frau Schellander

Ihre Hand, zeigens einmal her. Seins nicht so schüchtern.

Sie nimmt Stolzenthalers Hand, er lässt es geschehen.

sandra

Mama. Bitte.

frau schellander

Ich muss doch wissen, ob Sie und die Sandra überhaupt zusammenpassen.

sandra

Mama!

frau schellander

Schau mer mal. Das ist die Geldlinie, mit der schauts sehr gut aus. Sie bringens noch einmal zu was.

Sie macht Handlesen. Stolzenthaler schaut Sandra an, die zuckt die Achseln.

stolzenthaler

Ja? Zu was bring ichs denn.

frau schellander

Zum Geld. Zum großen Geld.

stolzenthaler

Da schau her.

frau schellander

Der wird reich Sandra, pass nur auf. Ich kanns sehen. Steinreich wird der.

stolzenthaler

Ah. Und was bin ich jetzt?

sandra

Was redest du, der ist doch längst reich. Soll ich dir seine Uhr nochmal zeigen.

frau schellander

Die Lebenslinie, ojeh. Die ist nicht so optimal. Sie leben nimmer lang, oioioi.

stolzenthaler

Und. Wie lang hab ich noch.

sandra

Mama, hör auf mit dem Blödsinn.

frau schellander

Das kann geschwind gehen. Geschwinder als man glaubt.

sandra

Das ist nicht lustig.

stolzenthaler

(scherzt)

Soll ich mein Auto noch zum Ölwechsel stellen? Oder zahlt sichs gar nimmer aus.

frau schellander

Was haben Sie da.

stolzenthaler

Nagel eingerissen. Weiß nimmer wo.

frau schellander

Die Sandra kanns Ihnen machen.

Die hat ein Nagelstudio.

stolzenthaler

Ein was.

sandra

Ein Nagelstudio. Drüben in der Wohnung, es ist derweil nur provisorisch.

frau schellander

Wollen Sie sichs nicht anschauen. Sandra, zeig doch dem Herr Stolzenthaler dein Studio.

stolzenthaler

Nagelstudio? Was wird da gemacht, in einem-

frau schellander

(zu Zoten aufgelegt:)

Na ratens einmal: vielleicht genagelt?

Allgemeine Erheiterung. Obwohl es Sandra bissel peinlich ist.

 

INT. firma schellander – ZIMMER SANDRA – TAG

Sandra und Stolzenthaler in ihrem Zimmer, ein kleines Kosmetikstudio ist dort eingerichtet: ein alter Friseursessel, Spiegel, ein Diplom "Sandra Schellander, dipl. Kosmetikerin".

stolzenthaler

Ist das dein Zimmer.

sandra

Setz dich da hin.

Stolzenthaler setzt sich in den Friseursessel. Sandra sucht ihre div. Manikürsachen hervor.

sandra

Ich möcht einmal einen eigenen Kosmetiksalon

aufmachen. Wenn ich genug Geld beisammen hab.

Stolzenthaler sieht diverse Plüschtiere, Mädchensachen. Sandra hockerlt vor ihm und macht seine Nägel. Er starrt in ihren Ausschnitt.

stolzenthaler

Was ist denn.

sandra

Nix.

stolzenthaler

Was denn. Was gibts zum lachen.

sandra

Nix. Ich muss nur .. du kriegst grad einen,

einen dings- hihi ..

Sie meint seine Hose. Sie muss lachen weil Stolzenthaler erregt ist. Stolzenthaler packt sie an den Haaren.

 

EXT. FIRMA SCHELLANDER – TAG 

Michl Dunker hört Sandras Lachen aus ihrem Zimmer. In wütender Verzweiflung wäscht er seinen Lkw.

 

INT. STEHbeisl – TAG

schellander

Wie gehts denn jetzt weiter, mit der Polizeisache.

martin

Ich weiß nicht. Muss wen fragen.

schellander

Billig wird das sicher nicht werden.

martin

Ich kenn einen, den frag ich. Der ist Anwalt.

schellander

Du kennst einen Anwalt? Woher denn.

martin

Den Robert. Mit dem ich in die Schule gegangen bin.

Der studiert hat.

schellander

Deine Schulfreunde haben studiert, und was ist

aus dir geworden. Schau dich an. Ein Sumperer.

 

Ext. Haus bulvari - tag

Noble Villa. Bulvaris Auto in der Einfahrt, sowie ein Kleinwagen (Robert Freys Auto). KLAVIERSPIEL OFF.

 

INT. haus BULVARI – TAG

OFF KLAVIERSPIEL aus Syras Zimmer. Noble Wohnung, div. Gegenstände weisen auf orientalischen Background hin.

Bulvari und seine Frau beim Frühstück, eine HAUSBEDIENSTETE.

bulvari

Wieso muss das grad am Samstag sein.

frau bulvari

Du hast es ja so wollen, dass sie ihre Klavierstunden

daheim hat.

bulvari

Ich hab nur wollen, dass das Mädel nicht herumfliegt.

frau bulvari

Die Syra fliegt nicht herum, das weißt du.

bulvari

Ja, weil ihr Vater darauf schaut.

frau bulvari

Hättest du sie die Stunden in der Musikschule nehmen lassen, dann müssert der Klavierlehrer nicht ins Haus kommen.

bulvari

Ich stell ihr nicht das Dings vor die Nase, was mehr kostet wie ein Mercedes, den Vösendorfer schaff ich nicht an damit der-

frau bulvari

Der heißt Bösendorfer. Hör auf, den Proleten zu spielen.

bulvari

-damit er dann nur herumsteht.

frau bulvari

Du weißt ich mag das nicht.

Die Hausbedienstete schenkt Bulvari Kaffe ein, sie kleckert ihm auf die Hose.

bulvari

(fährt sie an)

Mos i jep vemendje,o budallacke!

[Pass doch auf, du dumme Blunzen.]

hausbedienstete

(stammelt Entschuldigungen)

Me vjen keq - e bera padashje ..

[Entschuldigung- es war nicht Absicht.]

frau bulvari

Antol! Du sollst dich nicht benehmen wie ein

 Kümmeltürk. Ich will das nicht, wie oft muss

 ichs dir sagen.

bulvari

Ich bin Albaner.

frau bulvari

Das bist du nicht.

Sie schickt die Hausbedienstete raus:

frau Bulvari

(beschwichtigt sie)

S'ka gje. Na ler vetem ,te lutem.

[Es macht nichts. Lass uns bitte allein.]

bulvari

Wir sind Albaner.

frau bulvari

Nein wir sind keine, und wir sind nie welche gewesen.

bulvari

Mein Vater war Albaner.

frau bulvari

Und meiner auch, und WIR sind schon lang keine mehr.

Steh auf.

Bulvari steht auf, seine Frau kniet vor ihm hin. Er lässt sich von ihr seine bekleckerte Hose ausziehen, ein echter Pascha.

 

INT. haus bulvari - ZIMMER Syra – TAG

ROBERT FREY und SYRA BULVARI gemeinsam am Klavier, vierhändig. Er gibt ihr Klavierunterricht.

robert Frey

Sie achten auf Ihre Hände.

syra

Ich spiel Klavier. Da muss ich doch auf meine Hände

achten.

robert frey

Nein.

syra

Worauf dann.

robert frey

Lassen Sie Ihre Hände spielen. Lassen Sie sich fallen.

syra

(lacht)

Fallen. Wohin denn.

robert frey

In die Musik. Lassen Sie Ihren Händen freies Spiel.

syra

Gut. Ich lass mich fallen.

robert Frey

Gut.

Sie spielen wieder zu zweit. Syra spielt entrückt, ihre Hand berührt beim Spielen angelegentlich die seine. Robert Freys Hand zuckt zurück. Wieder berührt ihre Hand seine. Absicht? Oder merkt sie es nicht.

syra

Wars besser.

robert frey

Ja. War gut ..

syra

Was tun Sie.

robert frey

Nichts.

syra

Riechen Sie an meinem Hals?

Fragt sie schüchtern, zugleich amüsiert und bissel darüber geschmeichelt.

robert frey

(empört)

Aber nein, wie kommen Sie-

syra

Geben Sie’s zu.

robert frey

Nein, ich- also-

syra

Riechen Sie. Ist Chanel.

Robert Frey riecht schüchtern an ihrem Hals.

syra

Sie sind rot geworden.

robert frey

Probieren wirs nochmal.

Sie spielen wieder. Robert Frey sieht Syra lächeln. Bezaubernd.

 

EXT. – firma SCHELLANDER – TAG

Stolzenthaler fährt grad mit seinem Sportwagen vom Firmenhof, als Martin und sein Vater Schellander angeheitert heimkommen. Beinah fährt er die beiden über den Haufen.

martin

He. Spinnst du. Ist der rauschig oder was.

schellander

Michl. Alles klar bei dir.

Michl Dunker wäscht den Lkw. Kurz angebunden gegenüber seinem sichtlich angeheiterten Chef.

michl dunker

Chef.

 

inT. – firma SCHELLANDER – TAG

Frau Schellander, Martin, Schellander.

martin

Wer war der Arsch.

frau schellander

Das ist der Sandra ihr neuer Verehrer. Warts ihr schon wieder saufen.

martin

Wir haben einen Amtsweg zum erledigen gehabt.

frau schellander

Einen Amtsweg, am Samstag. Wo warts ihr.

schellander

Wir waren nirgends.

Er sieht die Schnapsflasche, gießt sich ein Kaffeehäferl voll.

frau schellander

Saufen warts ihr.

martin

Wir haben eine Besprechung gehabt.

Sandra kommt aus ihrem Zimmer.

sandra

Martin. Du hast gestern versprochen du holst mich ab. Stattdem hebst du den ganzen Abend am Handy nicht ab.

martin

Habs vergessen.

frau schellander

Der Herr Stolzenthaler hat die Sandra heimgebracht.

Der ist was ganz Großes bei der Bank.

sandra

Wenn du einmal von mir was brauchst, kannst mich

auch vergessen.

Martin stolpert auf sie zu und will ihr ein Bussel geben.

martin

Gib mir ein Bussel, kleine Schwester.

sandra

(nicht ernsthaft böse)

Lass mich in Ruhe, du bist ja blunzenfett.

martin

Ich geh schlafen.

Schellander ist mittlerweile am Tisch eingeschlafen, Frau Schellander haut ihn.

frau schellander

Und du kannst auch gleich verschwinden, dass ich euch alle zwei nimmer sehen muss. Ihr Rauschkugeln.

Schellander und Martin gehen ihren Rausch ausschlafen. Sandra nimmt sich Kaffee.

 

INT. haus BULVARI – TAG

Bulvari am Frühstückstisch, ohne Hose. Frau Bulvari und Syra verabschieden Robert Frey.

frau bulvari

Es hört sich schon sehr gut an.

robert frey

Die Syra- pardon, Ihr Fräulein Tochter ist äußerst

talentiert.

syra

Das hab ich von meiner Mutter.

frau bulvari

Ich wünschte es wär so. Ich hab das Klavierspielen

 leider nie richtig gelernt.

robert frey

Aber das können Sie ja immer noch.

frau bulvari

Ich hab damals damit aufgehört, als ich geheiratet

habe.

syra

Vielleicht kann dir der Robert auch Stunden geben.

frau bulvari

Wer.

syra

Ich mein, der- der Herr Doktor Frey.

Blicke. Robert Frey grüßt zu Bulvari hinüber:

robert frey

Wiedersehn, Herr Bulvari.

Bulvari nickt nur kurz.

robert frey

(zu Frau Bulvari)

Auf Wiedersehen, bis nächsten Samstag.

frau bulvari

Auf Wiedersehen. Wir freuen uns, wenn Sie kommen.

Robert Frey und Syra geben sich nur kurz die Hand, als wärs ihnen peinlich. Frau Bulvari bleibt es nicht verborgen.

 

EXT. – firma SCHELLANDER – TAG

Michl Dunker ist mit Lkw-Waschen fertig. Er parkt den Lkw auf seinen Platz. Steigt mit einer Reisetasche und Motorradhelm aus und sperrt den Lkw ab.

 

INT. – firma SCHELLANDER – TAG

Frau Schellander und Sandra beim Kaffee.

frau schellander

Bessere Partie kannst du gar nirgends finden, wie

einen von der Bank. So einer wird nie neger sein.

sandra

Mama! Der Stolzenthaler ist doch keine Partie.

Du bist wirklich unmöglich.

frau schellander

Na, ich an deiner Stelle lassert so wen nimmer aus.

Michl Dunker kommt ins Büro, Reisetasche umgehängt. Er gibt Frachtpapiere und Tachoscheiben bei Frau Schellander ab.

michl dunker

Schöns Wochenend.

sandra

Michl. Trink einen Kaffee mit uns.

michl dunker

Ich hab schon .. vorher.

frau schellander

Jetzt setz dich her da. Sei nicht so- Seins nicht so fad.

Michl Dunker muss sich zu ihnen setzen. Frau Schellander gießt ihm Kaffee ein, Schnaps dazu.

sandra

Was schaust denn so zuwider, du Grantscherm.

Samstag ist.

Sie wuschelt ihm über die Haare, Michl Dunker zuckt wie elektrisiert zurück: ist ihm peinlich. Er trinkt Kaffee.

sandra

Was ist denn los mit dir.

frau schellander

Der Herr Michl hat Liebeskummer.

Michl Dunker spuckt den Kaffee aus: weil Schnaps drin ist.

sandra

Du bist verliebt? Wer ist dein Schatz.

frau schellander

Ich weiß es.

sandra

Du weißt es? Und wieso weiß ich es nicht.

(zu Michl Dunker)

Wieso kennt meine Mama dein Mädel und ich nicht.

michl Dunker

Ich hab kein Mädel.

frau schellander

Du kennst sie eh. Gut sogar.

sandra

Wer ist es. Wer macht dem Michl Liebeskummer,

den ich kenne.

frau schellander

Dreimal darfst raten.

sandra

(zu Michl Dunker)

Sags mir, mein Schöner.

frau schellander

Na in DICH ist er verliebt, der Michl.

Ist doch kein Geheimnis.

sandra

Ist das wahr. In mich bist du verliebt?

frau schellander

In wen denn. Sieht doch ein Blinder.

sandra

Wegen MIR bist du eifersüchtig? Michl.

michl dunker

Blödsinn.

Er verlässt das Büro fluchtartig.

 

Ext. Firma schellander – tag

Michl Dunker startet sein Motorrad und braust vom Firmenhof.

 

INT. haus BULVARI – TAG

Syra und Frau Bulvari.

frau bulvari

Frag den Papa aber. Du weißt er will es haben,

dass du vorher fragst.

syra

Und wenn er nein sagt.

frau bulvari

Er sagt nicht nein.

syra

Wenn er mirs nicht erlaubt. Ich hab mirs aber

schon ausgemacht.

Bulvari kommt mit einer anderen Hose, macht grad den Gürtel zu. Frau Bulvari bringt ihm seine Schuhe.

frau bulvari

Die Syra möchte heut abend ins Kino gehen.

bulvari

Kino. Mit wem denn.

syra

Paar Freundinnen. Aus der Schule.

bulvari

Freundinnen, ja?

syra

Ja. Mit wem denn sonst.

bulvari

Ins Kino.

frau bulvari

Du hast es doch gehört. Die Syra geht ins Kino.

bulvari

Hm.

 

Ext. Vor kanzlei dr. schön – tag

Robert Frey eilt ins Bürogebäude, Aktentasche.

 

INT. ANWALTSKANZLEI DR. SCHÖN – TAG

Konferenzraum, DR. SCHÖN und KLIENTEN warten bereits.

dr. Schön

Mein Mitarbeiter wird gleich da sein.

Robert Frey kommt rein, er klappt seinen Laptop auf.

robert frey

Guten Morgen.

Dr. Schön

Das ist der Herr Doktor Frey, unser Konzipient.

Er ist mit Ihrer Causa betraut.

klient

Ihr was? Sie überlassen unseren Fall einem

Praktikanten?

robert Frey

Konzipient.

dr. Schön

Unser Herr Doktor Frey ist als Finanz- und Anlagerechtsexperte unerhört kompetent. Danke, dass Sie am Samstag die Zeit finden.

robert frey

Kein Problem.

klient

Das ist doch kein Kindertheater. Wieso kümmert

sich da kein Erwachsener drum.

robert frey

Wenn es Ihr Wunsch ist, kann ich Ihre Causa

jederzeit wieder abtreten.

dr. schön

Herr Doktor. Bitte.

(zu den Klienten)

Darf ich zur Besonnenheit mahnen. Herr Doktor

Frey ist unser tüchtigster Mitarbeiter.

Robert Frey lässt sich vom Klienten nicht einschüchtern. Er schaut den Klienten an. Gleich wird er seinen Laptop wieder zuklappen. Aber:

klient

Also bitte. Lassens hören.

 

INT. BRUNCH IM PALMENHAUS – TAG

Ein Laptop, "ContoBank"-Logo. Stolzenthaler und sein Kollege FRITZNER beim exquisiten Brunch.

fritzner

Erst die gute oder erst die schlechte?

stolzenthaler

Egal. Machs nicht so spannend.

fritzner

Gut oder schlecht.

stolzenthaler

Erst die schlechte, meinetwegen.

fritzner

Die schlechte Nachricht zuerst?

stolzenthaler

Jetzt sags endlich. Wie stehen die Aktien.

fritzner

Schlecht. Wenn sich der InvestoTech-Kurs bis Montag nicht derfangt und noch weiter in den Keller rasselt, werden sich die Verluste wahrscheinlich kaum mehr abdecken lassen. Für die kleinen Anleger wird da voraussichtlich mit ganz massiven Einbrüchen zu rechnen sein.

stolzenthaler

Und die gute Nachricht?

fritzner

Gestern hab ich meine neue Sekretärin auf die Matratze gekriegt.

stolzenthaler

Du hast deine Sekretärin flachgelegt?

fritzner

Yep. Wenn das keine gute Nachricht ist, was dann.

Fritzner schlürft Austern. Stolzenthalers Handy LÄUTET.

stolzenthaler

(am Handy)

Stolzenthaler. – Wer? Was für Nachricht. Mobilbox?

Er schaut auf seinem Handy nach: mehrere Anrufe auf der Mobilbox. Aber:

stolzenthaler

Nein, hab nichts gekriegt. Herr was? Wie?– Bulvari? Ja .. hören Sie, Herr Bulvari, ich bin nicht im Büro. Heut ist Samstag.

ZWEI EDEL-TUSSIS sind ins Lokal gekommen. Mit Kennerblick haben sie sogleich die beiden Geldtypen Stolzenthaler und Fritzner ins Visier genommen und steuern auf sie zu.

tussi 1

Hallo. Dürfen wir.

Fritzner zwinkert, Tussi 1 und 2 setzen sich dazu.

stolzenthaler

(am Handy)

Ja, dringend ist immer was. – Nein, nicht am Wochenende. Kommens am Montag in mein Büro. Lassen Sie sich einen Termin geben. – Bulvari, ja, hab ich notiert. –

Jaja, wiederschaun.

tussi 1

Ich heiße Foxy. Und meine Kollegin, das ist die Gina.

Stolzenthaler klappt sein Handy zu und steckt es wieder ein.

stolzenthaler

(verärgert)

Dringend, dringend″. Scheiß drauf. Der Bulvari.

Warum sekkiert mich der am Samstag. Haben diese Krawaten, diese dings, Mohammedaner, haben die kein Wochenende?

fritzner

Foxi. So wie Fix und Foxi?

tussi 1

Nein, wie der Fuchs. Weil ich rot bin. Naturrot.

stolzenthaler

Nur die Frisur oder überall.

tussi 1

Überall? Was meinen Sie damit.

stolzenthaler

Na Haare hat man ja nicht nur am Kopf.

Woanders auch.

tussi 1

(lasziv)

Ich nicht.

Fritzner winkt den OBER herbei.

tussi 2

Darf ich?

Sie futtert vom Sushi. Tussi 1 interessiert sich für Fritzners Laptop.

tussi 1

Um was gehts denn da. Ums große Geld?

Fritzner klappt den Laptop zu.

fritzner

(zum Ober)

Bringens noch einen Schampus.

Tussi 2 witzelt über das Sushi:

tussi 2

Der Fisch ist kalt.

Fritzner

Der war gut.

Ober bringt Champagner. Versteinerte Miene. Fritzner steckt ihm Geld zu: das mit den Tussis geht schon in Ordnung.

SPÄTER. Stolzenthaler und Fritzner brechen zusammen mit den Tussis auf und verlassen das Lokal.

 

EXT. Firma SCHELLANDER – TAG

Jemand (SCHWED) sperrt Martin Dunkers Lkw auf, er hat einen Schlüssel dafür. Er klettert ins Fahrerhaus und montiert eine Lenkradsperre.

 

Int. firma schellander – Zimmer sandra – tag

Sandra lackiert sich die Fußnägel. Stolzenthalers Uhr am Handgelenk. Zufällig schaut sie beim Fenster raus und sieht draußen den Fremden beim Lkw.

 

inT. Firma SCHELLANDER – TAG

Frau Schellander im Büro. Jemand pumpert draußen ans Bürofenster: SCHWED.

schwed

Chef da?

frau schellander

Kommt drauf an.

Schwed kommt rein. Er wedelt mit einem Schreiben.

schwed

Ist er da oder nicht.

frau schellander

Wer wills denn wissen.

Sandra kommt aus ihrem Zimmer. Barfuß, frischlackierte Fußnägel.

sandra

Mama da ist einer an unserem Lkw.

schwed

Das ist nimmer Ihr Lkw.

sandra

Wem seiner denn.

schwed

Wer die Leasingraten schuldig bleibt, dem seiner

jedenfalls nicht.

frau schellander

Sind Sie von der Leasingfirma.

schwed

Sie können mir die offenen Raten gleich zahlen.

Oder ich lass ihn am Montag abholen.

Frau schellander

Sicher nicht. Am Montag hat unser Fahrer schon

eine Tour zum fahren.

schwed

Keiner fährt am Montag eine Tour.

fraU Schellander

Wer sagt das.

schwed

Höchstens geradeaus.

frau schellander

Wir haben doch nur mehr den einen Lkw. Mit was

sollen wir denn arbeiten, wenn der auch weg ist.

schwed

Zahlens mir Ihre Schulden, und ich geh wieder.

Zahlens mirs nicht, geh ich auch. Und lass den

Wagen einziehen.

sandra

Wollens nicht einen Kaffee trinken.

Schwed mustert Sandra. Sie gefällt ihm.

SPÄTER. Sandra, Frau Schellander und Schwed beim Kaffee, auch die Flasche steht am Tisch.

frau schellander

Gebens uns noch eine Frist. Wenns uns noch ein

bissel stunden könnten. Ein bissel nur.

schwed

Ausgeschlossen.

frau schellander

Wo sollen wirs denn momentan hernehmen.

Ich kann mirs doch nicht hinten rausziehen.

schwed

Sie haben Ihre Probleme, ich hab meine.

sandra

Geh, so ein netter Mensch. Seins nicht so streng.

Frau Schellander merkt, dass Schwed nur Augen für Sandra hat.

schwed

Fesche Uhr haben Sie. Die muss doch einen Haufen

wert sein. Ist doch ein Kapital, quasi.

sandra

Die Uhr geb ich nicht weg. Die ist ein Geschenk.

schwed

Da schau her. Von einem Verehrer.

sandra

Das geht Sie gar nix an.

Schwed grinst.

schwed

Ein Mädel wie Sie muss ja an jedem Finger zehn

Verehrer haben. Ist es nicht so.

sandra

Was soll denn das werden, bitte. Ein Kompliment

oder was.

frau schellander

Trinkens doch noch einen Kaffee.

Wollens ein Stamperl dazu.

Sie gießt Schwed Kaffee nach.

schwed

(zu Sandra)

Na sicher. Hübschen Damen macht man

Komplimente, hab ich unrecht oder recht.

sandra

Na da hab ich aber schon bessere gehört wie Ihres.

Hundertmal.

schwed

Das glaub ich aufs Wort.

Schellander lauscht heimlich hinter der Tür, Frau Schellander deutet ihm heftig: er soll verschwinden. Schwed hat ihn nicht bemerkt.

frau schellander

Wenns uns die Frist noch einmal verlängern könnten.

Einmal nur.

schwed

(zu Sandra)

Vielleicht könnt man sich ja einmal privat über die

Angelegenheit unterhalten.

sandra

Sie haben ja einen Vogel.

frau schellander

Aber Sandra, er hat doch recht. Privat kann man

sich doch viel besser über alles aussprechen.

sandra

Ich geh doch nicht mit einem Wildfremden privat-

frau schellander

Aber der Herr dings ist doch kein Wildfremder, der-

schwed

Schwed.

frau schellander

Der Herr Schwed, der will uns doch vielleicht helfen.

Wenn er in seiner Firma ein gutes Wort einlegt.

schwed

Unmöglich ist nix.

sandra

Na wirklich nicht. Ich bin doch keine-

frau schellander

Sandra! Jetzt sei doch nicht so.

schwed

Bevor ich für eine Kundschaft ein gutes Wort einleg,

müssert ich mich halt schon ein bissel näher mit ihr

unterhalten.

Sandra schüttelt nur mehr verächtlich den Kopf.

schwed

Bin sicher, wir verstehen uns.

frau schellander

So ein netter Mensch, der Herr Schwed. Sandra.

Was wär denn schon dabei.

sandra

Nein! Das kommt doch überhaupt nicht in Frage.

frau schellander

(zu Schwed)

Sie überlegt sichs gewiss noch anders, werden’s sehen. 

 

Ext. Firma schellander – tag

Schwed, Sandra und Frau Schellander bei Michl Dunkers Lkw. Schwed entfernt die Lenkradsperre. Frau Schellander lächelt Sandra aufmunternd zu, Sandra schweigt verschlossen.

 

Int. Firma schellander – tag

Schellander schaut beim Bürofenster raus und beobachtet Schwed und die Frauen.

Martin kommt, auch er hat seinen Rausch ausgeschlafen. Er nimmt sich Kaffee, geht zu Schellander ans Fenster.

martin

Was treiben die da draußen?

schellander

Nix.

Schellander setzt sich an den Tisch.

 

Ext. Firma schellander – tag

Schwed packt die Lenkradsperre in seine Aktentasche.

schwed

Also, es bleibt dabei.

frau schellander

Aber freilich bleibts dabei. Sandra, sag was.

schwed

Bowling, um zehn. Im Multiplex.

sandra

Ich sag gar nix. Außer NEIN.

Martin kommt hinzu.

martin

Was lauft da ab.

schwed

Wer will das wissen.

martin

Was lauft da heraußen.

sandra

Das ist mein Bruder.

schwed

Und.

frau schellander

Martin lass uns in Ruhe. Es ist alles in-

martin

Was da lauft will ich wissen. Wer ist der.

schwed

Gehts dich was an.

martin

Hearst, was ist!

Sandra und Frau Schellander halten Martin zurück.

sandra

Hör auf! Beruhig dich. Es ist doch nix.

martin

Was denn? Was ist nix?

sandra

Warum gehst du nicht einfach wieder rein.

Und lasst uns da heraußen in Frieden.

frau schellander

Hörst du schlecht! Verschwind endlich.

Soll ich dir eine schmieren?

sandra

Martin, bitte. Lass uns.

Martin schaut Schwed feindselig an.

 

INT. CLUBSAUNA – TAG

Stolzenthaler und Fritzner vergnügen sich mit den zwei Edel-Tussis.

Champagner, Whirlpool-Geplansche, recht freizügige Angelegenheit.

 

EXT. VOR ANWALTSKANZLEI DR. SCHÖN – TAG

Abend. Syra Bulvari wartet auf der Straße vor der Kanzlei. Sie trägt ein Halstuch.

ein Fremder

Ganz allein, schöne Frau.

Syra ignoriert ihn. Der FREMDE mustert sie anlassig. Syra zieht ihr Halstuch über den Kopf wie einen Tschador. Der Fremde verzieht sich daraufhin. Syra nimmt das Tuch wieder ab.

Robert Frey kommt aus dem Haus, Aktentasche.

robert frey

Syra. Schön dass Sie da sind.

Gibt er ihr einen Kuss auf die Wange? Nein, das würde Syra nicht zulassen.

 syra

Ich hab gesagt ich geh mit Freundinnen ins Kino.

Eine Notlüge.

robert frey

Ich freu mich wahnsinnig, dass Sie mitkommen.

syra

Ja, ich freu mich auch.

Robert Freys billiger Kleinwagen, er hält Syra die Tür auf.

 

INT. BIRDLAND

JOE ZAWINUL jazzt. Robert Frey und Syra im Publikum.

syra

Er ist phantastisch.

robert frey

Ja. Wahnsinnig gut.

syra

Wie macht der das. Wie kann man so gut spielen.

robert frey

Weil er nicht mit dem Kopf spielt.

syra

Was ist sein Geheimnis.

robert frey

Der lässt seine Hände spielen. Lässt ihnen einfach

freies Spiel. Das ist sein Geheimnis.

syra

(lacht)

Hab ich das nicht schon mal wo gehört.

robert frey

(scherzt)

Tatsächlich? Von wem denn.

syra

Das Geheimnis.

robert frey

Geheimnisse würd ich nie verraten.

syra

"Man muss sich einfach in die Musik fallen lassen."

robert frey

Wie Sie das sagen. Könnte glatt von mir sein.

Ja. Man muss sich fallen lassen.

syra

Fallen lassen ..

Sie schließt die Augen und lässt sich in die Musik versinken. Irgendwann lehnt ihr Kopf an Robert Freys Schulter. Er nimmt ihre Hand, sie lässt es geschehen.

 

EXT. INT. BOWLINGBAHN – MULTIPLEX – NACHT

Martin und seine Kumpane beim Bowling. Zwei MÄDELS sind dabei. Es wird viel getrunken, GEJOHLE, Macho-Gehabe. Kumpan 1 greift ein Mädel derb von hinten an, als die kegelt.

kumpan 1

Zeig mir was du kannst, Schatzl.

mädel 1

Nimm die Finger weg.

Mädel 1 kegelt schlecht, weil sie abgelenkt wird.

kumpan 2

Haha, kennst du den Unterschied zwischen einer

Blondine und einer Bowling-Kugel.

mädel 1

Ja, beide haben mehr im Hirn wie du in der Hose.

kumpan 2

Beide haben drei Löcher, aber die Blondine hat keine

Matura.

mädel 1

Dann machs doch mit einer Bowlingkugel, du Spasti.

Kumpan 1 greift ihr von hinten an den Busen.

kumpan 1

Zeig mir deine Bowlingkugeln.

Mädel 1 schmiert ihm eine. Mädel 2 kegelt. Mords Gaudi.

Martin sitzt mit KUMPAN 3 etwas abseits.

kumpan 3

Und. Was ist mit deinem Deckel.

martin

Na was. Weg ist er. Das Auto auch.

Haben die eingezogen, samt dem Schlüssel.

kumpan 3

Für wie lang. Weißt du es schon?

martin

Mein Anwalt kümmert sich drum.

kumpan 3

(belustigt)

Dein was?

martin

Mein Anwalt. Was gibts da zum lachen.

kumpan 3

Ich lach eh nicht. Wen siehst du lachen.

martin

Soll ich dir eine auflegen.

 

EXT. INT. U-BAHN – nacht

Sandra fährt mit der U-Bahn.

 

INT. bowlingbahn – bar – NACHT

Schwed sitzt an der Bar, er wartet. Schaut auf die Uhr über der Bar: schon lang nach zehn. Zum BARMANN, sehr verärgert:

schwed

Was ist mit der Uhr.

barmann

Was soll sein.

schwed

Was mit der scheiss Uhr los ist. Geht die richtig

oder nicht.

barmann

Wollens Ärger?

Martin ist von der Bowlingbahn herüber gekommen.

martin

Noch eine Runde.

Schwed erkennt ihn.

schwed

He. Bist du nicht der Bruder von der- wo ist deine

Schwester. Ist die mit dir da?

martin

Die Sandra? Wieso.

schwed

Weil ich mirs um zehn mit ihr ausgemacht hab.

Wo bleibt die.

martin

Weiß ich doch nicht. Mir doch blunzen.

schwed

Hat die eine Handynummer? Dass ich sie anruf.

martin

Wieso sollte ich wem der Sandra ihre Nummer geben.

schwed

Wen soll ich denn sonst fragen. Ist die deine Schwester

oder nicht.

martin

Bin ich die Auskunft? Oder was.

Barmann stellt eine Runde Bier auf ein Tablett.

schwed

Dann kannst Du deiner Schwester was ausrichten-

martin

Leck mich.

schwed

-kannst ihr Schwester sagen, sie ist ein linke kleine-

Martin geht ihm sofort an den Kragen.

martin

Eine was. Sag was über die Sandra und ich planier dich.

barmann

He. Wickel machts euch draußen aus.

Kumpan 3 kommt grad von der Bowlingbahn, weil er zum Klo will. Er hält Martin zurück.

kumpan 3

Hör auf, he. Mach keinen Blödsinn.

Martin geht mit dem Biertablett zur Bowlingbahn zurück.

schwed

Was ist mit dem los. Hat der einen Vogel?

 

EXT. VOR PENTHOUSE STOLZENTHALER – NACHT

Sandra klingelt an der Gegensprechanlage, keiner daheim. Sie will wieder gehen. In dem Moment fährt Stolzenthaler mit seinem Sportwagen in die Tiefgarage, Sandra läuft ihm nach.

 

INT. TIEFGARAGE STOLZENTHALER – NACHT

Stolzenthaler steigt aus seinem Auto, da ist Sandra. Lächelt ihn an, er scheint nicht besonders darüber erfreut.

stolzenthaler

Wie kommst du in die Garage.

sandra

Bin dir nachgelaufen.

stolzenthaler

Nachgelaufen? Wieso läufst du mir nach.

sandra

Deinem Auto. Ich hab dich reinfahren gesehen.

stolzenthaler

Wieso. Was machst du überhaupt da.

sandra

Ich wollt dich sehen.

Sandra betroffen. Stolzenthaler geht zum Aufzug, sie folgt.

sandra

Ich hab gedacht du freust dich auch.

stolzenthaler

Klar. Sicher freu ich mich.

sandra

Was ist mit dir. Ich versteh nicht – bist du bös?

Stolzenthaler in den Aufzug. Schaut nicht so aus als wolle er Sandra mitnehmen.

sandra

Aber- kann ich nicht mit dir raufkommen?

stolzenthaler

Ich hab noch viel zu tun, verstehst du.

Muss oben noch arbeiten.

sandra

Aber es ist Samstag, in der Nacht ..

stolzenthaler

Ein andermal. Okay?

sandra

Okay ..

Sandra enttäuscht, aber einsichtig. Stolzenthaler lächelt ihr aufmunternd zu, bevor sich die Aufzugtür vor ihm schließt.

Sandra bleibt allein in der Tiefgarage zurück. Sie muss zu Fuß zur Einfahrt zurück gehen. Ein Absatz bricht ihr ab.

Die Garageneinfahrt ist zu. Sandra kann nicht raus. Sie findet eine Notausgangstür.

 

Ext. Vor penthouse stolzenthaler – nacht

Sandra kommt aus dem Garagenausgang. Sie sieht das Licht oben im Penthouse.

 

INT. haus BULVARI – NACHT

Wohnungsschlüssel, Syra kommt spätnachts heim. Sie versucht leise zu sein.

Bulvari ist noch auf, er sitzt grübelnd im dunklen Wohnzimmer. Syra erschrickt.

syra

Ich hab dich nicht gesehen.

bulvari

Wo warst du. Wieso kommst du erst jetzt.

syra

Im Kino-

bulvari

Schau auf die Uhr. Wo warst du.

syra

Ich war in einem Konzert. Es hat lang gedauert.

bulvari

Es ist mitten in der Nacht. Wieso schlägt sich meine

Tochter die Nacht um die Ohren.

syra

Ich bin kein Kind mehr. Ich bin fast achtzehn.

bulvari

Du bist MEIN Kind. Ich bin dein Vater.

syra

Mein Vater, aber nicht mein Besitzer.

bulvari

Du bist mein Blut. Du wohnst in meinem Haus und

isst an meinem Tisch.

syra

Aber ich bin alt genug, ich bin erwachsen-

bulvari

Du sollst die Stimme nicht gegen deinen Vater erheben!

Mutter Bulvari ist wach geworden und kommt hinzu.

frau bulvari

Antol. Wieso schreist du mit dem Kind.

syra

(heftig)

Ich BIN kein Kind!

bulvari

Mit wem warst du im Konzert.

syra

Mit niemand.

bulvari

Mit wem du im Konzert warst. Schau deinem Vater ins

Gesicht und gib eine Antwort.

syra

Mit dem Robert.

bulvari

Wer ist das.

syra

Der Herr Frey.

bulvari

Wer?

frau bulvari

Der Herr Doktor Frey. Der Klavierlehrer.

bulvari

Der kommt mir nicht mehr ins Haus.

syra

Wir waren doch nur im Konzert! Wir haben doch nichts

verbotenes getan, wir haben doch nicht miteinander-

frau bulvari

(fällt ihr sofort ins Wort)

Syra!!

bulvari

Der kommt nicht mehr durch diese Tür rein.

frau bulvari

Antol, es ist doch nichts passiert.

Hör auf so ein Theater zu machen.

bulvari

Ende der Debatte.

 

exT. Firma SCHELLANDER – TAG

Schellander, im Unterleiberl, schaut durchs Fenster. Er sieht Michl Dunkers Lkw draußen am Hof stehen.

 

INT. Firma SCHELLANDER – TAG

Schellander am Fenster, gerade aufgestanden. Frau Schellander.

schellander

Wieso steht dem Michl sein Lkw noch am Hof?

Wieso fahrt der nicht.

frau schellander

Ich weiß nicht. Der ist noch nicht da.

schellander

Der sollte doch schon längst weg sein. Ruf ihn an,

wo der bleibt.

frau schellander

Hab ich schon. Er hebt nicht ab.

schellander

Der hat doch einen Abladetermin.

frau schellander

Das weiß ich doch selber. Muss halt der Martin fahren,

wenn der nicht kommt.

schellander

Vielleicht hat er gestern zuviel gesoffen, und heut ist er

krank.

frau schellander

Aber geh. Der Michl trinkt doch nix.

Schellander holt sich Kaffee. Er leert Schnaps dazu.

frau schellander

Der ist doch sonst so verlässlich.

schellander

Ja, der ist der einzige in der ganzen Firma auf den

überhaupt Verlass ist.

frau schellander

Geh den Martin aufwecken. Jetzt geh schon.

Der soll dem Michl seine Tour fahren.

Sandra kommt rein, will sich Kaffee nehmen. Wirkt deprimiert, wegen der Sache mit Stolzenthaler gestern.

frau schellander

Sandra, geh den Martin aufwecken. Der muss fahren.

sandra

Was.

frau schellander

Hörst du nicht. Der soll schauen dass er aufsteht.

Gehst du jetzt oder nicht.

sandra

Ich geh ja.

Sandra geht raus.

frau schellander

Der kann ruhig einmal was arbeiten.

schellander

Der Martin kann nicht fahren. Der darf nimmer.

frau schellander

Was heißt das, der Martin darf nimmer fahren?

SPÄTER. Martin, Sandra, Schellander und Frau. Familienkrach.

frau schellander

Der Führerschein weg?! Ja bist du denn um nix gescheiter wie dein Vater? Ihr zwei Deppen! Wer soll denn jetzt fahren wenn der Michl nicht daherkommt. Die Sandra geht extra mit dem Affen von der Leasingfirma kegeln damit er den Lkw nicht einzieht, und dann steht der am Hof herum.

martin

Die Sandra war gar nicht mit dem kegeln, mit dem Arsch.

sandra

Das geht dich überhaupt nix an.

Frau schellander

Was, du warst nicht? Wieso nicht.

sandra

Weil ich keine Flitschen bin.

schellander

Freilich bist du eine Flitschen. Genau wie deine Mama.

martin

Red nicht so über die Sandra!

schellander

Ich habs ja gehört, wie alle zwei mit dem gebaggert haben. Wie der da war. Ich hab alles gehört.

 

Ext. Firma schellander – tag

Ein Auto fährt auf den Hof. FRAU PFEIFFER, eine Kundin von Sandra.

 

Int. Firma schellander – tag

schellander

Gamsig gemacht habts ihr den vom Leasing, den Geilspecht. Was denn sonst. Wie zwei Flitschen habts ihr euch dem an den Hals geworfen.

martin

So redest du nicht über meine Schwester! Wenn ich dabei bin.

Er geht auf Schellander los.

frau schellander

Martin! Lass den Papa aus!

sandra

Hör auf!

Die Frauen wollen die Männer trennen, Handgreiflichkeiten.

martin

Meine Schwester lass ich von dir nicht beschimpfen!

schellander

Auf den eigenen Vater geht der los!

frau pfeiffer

Guten Morgen-

Konsterniert, weil sie Zeuge der Handgreiflichkeiten wird.

sandra

Jössas, Frau Pfeiffer.

frau pfeiffer

Ich komm zur Kosmetik.

frau schellander

Wir haben grad nur ein bissel- geredet. Grüß Sie.

Guten Morgen. Wollens einen dings, Kaffee?

frau pfeiffer

Ich hab einen Termin beim Fräulein Sandra.

sandra

Aber ja. Wir können gleich rübergehen. Ich hab Sie

schon erwartet. Ist schon alles vorbereitet.

Sandra schaut, dass sie mit Frau Pfeiffer rauskommt. Sie zischt Martin beim Vorüber-gehen zu:

sandra

Ich könnt dich umbringen.

frau schellander

(zu den Männern)

Ihr seids ja vollkommen, ich weiß nimmer-

martin

Ich hab auch einen Termin.

Martin ab. Schellander gießt sich Schnaps ein. Aber Frau Schellander nimmt ihm das Kaffeehäferl weg.

frau schellander

Dann musst du fahren. Stell das weg!

schellander

Ich kann doch nicht. Ohne Deckel-

frau schellander

Du fahrst! Das ist eine Terminfuhr, wenn wir die

versauen können wir das Geschäft zusperren! Das

weißt du ganz genau.

schellander

Vielleicht kommt der Michl noch-

Frau Schellander haut auf ihn hin, bis er endlich aufsteht.

frau schellander

Herrschaft, jetzt schau dass du deinen Hintern

endlich in die Höh kriegst. Soll ich dich derschlagen.

 

EXT. firma SCHELLANDER – TAG

Schellander in Michl Dunkers Lkw.

Schwed fährt mit seinem Auto auf den Hof. Wütend steigt er aus und marschiert mit der Lenkradsperre zum Lkw. Er pumpert an die Fahrertür. Schellander startet.

schwed

Steigens aus! Der Lkw bleibt stehen!

Schellander fährt einfach los, möglich dass er Schwed vielleicht gar nicht bemerkt hat. Schwed muss zur Seite springen um nicht überfahren zu werden. Er ist wutentbrannt:

schwed

So kommts ihr mir nicht aus! Hast du gehört!

Nicht mit mir!

Schellander fährt vom Hof. Schwed steht mit der Lenkradsperre da, wie eine Waffe. Er überlegt ins Büro reinzugehen, aber dann steigt er in sein Auto und fährt davon.

 

EXT. LKW – TAG

Schellander fährt auffällig. Er verursacht unfallträchtige Verkehrssituation. Autos HUPEN.

 

EXT. AUTO BULVARI – TAG

Bulvari fährt Syra zur Schule.

syra

Aber ich hab nichts Unanständiges getan.

bulvari

Nein. Ich weiß. Syra- ich möchte einfach nicht,

dass du dich überstürzt an jemand, an einen ..

syra

An den Hals wirfst? Wer tut das. Ich nicht.

bulvari

An der erstbesten verschenkst. Der es nicht wert ist.

syra

Wir haben Musik gehört. Das ist alles. Wie oft muss

ichs noch erzählen.

bulvari

Versteh doch was mir daran liegt. Du bist das

teuerste was ich habe. Du bist meine Tochter.

syra

Muss man alles was einem teuer ist in einen, einen-

Tresor sperren?

bulvari

Mein Fleisch und Blut.

syra

In einen Käfig. Du willst mich in einen Käfig einsperren.

bulvari

Ich will nur das Beste für dich.

syra

Nein du sperrst mich in einen Käfig.

bulvari

Ich will dass mein Kind nicht unglücklich wird.

Jeder Vater will das.

syra

Wieso fahren wir heute anders.

bulvari

Muss kurz bei meiner Bank vorbei. Dauert nicht lang.

syra

Ich werde zu spät zur Schule kommen.

bulvari

Ich brauche nur ein paar Minuten.

syra

Ich kann jedenfalls nichts dafür, wenn ich Ärger kriege.

bulvari

Wenn die meinem Kind Ärger machen, kaufe ich die

Schule. Kannst du denen ausrichten.

syra

Du bist echt- ich weiß nicht.

bulvari

Keiner macht einem Bulvari Ärger.

 

Ext. Parkplatz Vor Bank – tag

Bulvari fährt auf den Kundenparkplatz vor der "ContoBank".

Als er aussteigt, parkt Stolzenthaler zufällig grad mit seinem Sportwagen daneben.

bulvari

Herr Stolzenthaler. Zu Ihnen wollte ich gerade.

stolzenthaler

Ja.

bulvari

Sie wissen worum es geht.

stolzenthaler

Jaja, diese dings. Finanzierungsgeschichte.

bulvari

Ich habe das ganze Wochenende versucht, Sie zu erreichen.

stolzenthaler

Aha.

bulvari

Sie wissen, dass die Sache für mich drängt.

Meine Geschäftspartner warten auf eine Entscheidung.

stolzenthaler

Ja, lassens Ihnen halt einen Termin geben.

Meine Sekretärin kann Ihnen gern-

bulvari

Ich brauche keinen Termin, ich brauche ein Ja oder ein Nein.

Stolzenthaler will ihn abschusseln.

stolzenthaler

Ich hab es bissel eilig.

bulvari

Ich hab es auch eilig. Meine Tochter wartet im Auto.

Als Stolzenthaler Syra in Bulvaris Auto sieht, verschwindet seine schroffe Arroganz.

stolzenthaler

Ihre Tochter.

bulvari

Ja, ich führe sie zur Schule. Herr Stolzenthaler, ich-

Stolzenthaler ignoriert ihn. Zu Syra:

stolzenthaler

Zur Schule. In welche Schule geht denn die junge Dame.

syra

(zurückhaltend)

Ins Lyzeum.

stolzenthaler

Wo denn?

syra

Im neunten Bezirk ..

bulvari

Was ich erwarte ist eine definitive Zusage. Damit ich

disponieren kann.

stolzenthaler

Lyzeum, im Neunten. Da schau her. Sie werden aber

doch hoffentlich nicht ins Kloster gehen wollen.

syra

Nein.

stolzenthaler

Eine attraktive junge Dame wie Sie.

bulvari

Herr Stolzenthaler. Bitte.

Stolzenthaler ist auf Syra scharf. Auf einmal ganz konziliant:

stolzenthaler

Aber. Man kann ja über alles reden.

Ich seh da keine größeren Probleme.

bulvari

Ich möchte zu einem Abschluss kommen.

stolzenthaler

Sicher. Ich kümmere mich darum.

bulvari

Wann kann ich mit einer endgültigen Entscheidung

rechnen.

stolzenthaler

Ich werd mich, Herr Bulvari - ich werd mich darum

kümmern.

Bulvari

Kriege ich von Ihnen Bescheid.

stolzenthaler

(zu Syra)

War reizend Sie kennenzulernen. Ganz reizend.

bulvari

Geben Sie mir Bescheid?

stolzenthaler

Selbstverständlich. Sie hören von mir.

bulvari

Ich höre von Ihnen, kann ich mich verlassen.

stolzenthaler

Aber garantiert.

 

INT. firma schellander – ZIMMER SANDRA – TAG

Frau Pfeiffer im Kosmetikstuhl, Gurkenmaske im Gesicht. Sandra macht ihr die Nägel. Frau Pfeiffer sieht Sandras Uhr.

frau pfeiffer

Ein Banker. Da schau her. Dann ist er wenigstens

kein Hungerleider.

sandra

Aufs Geld kommts mir nicht an. Wenn ich einen

Mann lieb hab, spielt mir das überhaupt keine

Rolle wie viel der hat.

frau pfeiffer

Na auf was bittschön sollt es denn sonst ankommen.

sandra

Auf das Herz kommt es an. Was das Herz sagt.

frau pfeiffer

Wofür brauchert man denn überhaupt einen Mann, wenn der kein Geld hätte. Ich frag Sie. Für gar nix. Es gibt nix, wofür eine Frau einen Mann brauchert, was sie sich nicht genauso gut selber machen könnte.

sandra

Naja – paar Sachen fallerten mir schon ein.

frau pfeiffer

Und was bitte?

(sie denkt nach)

- - Naja, vielleicht: ein Wimmerl am Rücken

ausdrücken. Das kann man sich nicht selber machen.

 

EXT. VOR ANWALTSKANZLEI Dr. SCHÖN – TAG

Martin schaut auf eine verknitterte Visitenkarte: Hausnummer stimmt. Er geht rein.

 

inT.  ANWALTSKANZLEI Dr. SCHÖN – TAG

Martin, eine SEKRETÄRIN.

sekretärin

Tut mir leid, aber ohne Termin können Sie nicht so ohne weiteres zum Herrn Doktor Frey.

martin

Hörens, der ist ein guter Freund von mir. Ich hab ja die Visitenkarte von dem, hat der mir selber gegeben.

Da schauns her.

sekretärin

Ja leider, aber wie gesagt. Wenn Sie nicht angemeldet

sind, kann ich Sie bedauerlicherweise nicht zum Herrn

Doktor Frey-

martin

(ungehalten)

Aber scheiß am "Doktor", den kenn ich schon seit der Schulzeit. Der ist mein Spezi. Ich brauch keine Anmeldung.

sekretärin

Ich bedaure.

martin

Ich muss mit dem reden, sagens mir wo der sitzt.

Da drin?

Er klopft an eine Tür und macht auf, um reinzuschauen: ist nur eine Besenkammer.

sekretärin

Ich muss Sie bitten zu gehen.

martin

Sagens mirs jetzt oder muss ich ihn selber suchen.

sekretärin

Das geht nicht. Sie können nicht einfach-

Martin pumpert an die nächste Tür, öffnet. Im Büro sitzt Dr. Schön, er schaut Martin indigniert an.

martin

Tag. Haben Sie den Herrn Frey gesehen.

sekretärin

Bitte. Wären Sie so freundlich und würden-

Nächste Bürotür, Martin öffnet und ruft erfreut aus:

martin

Bertl, altes Haus! Was lauft!

sekretärin

Ich muss Sie wirklich bitten.

 

Int. ANWALTSKANZLEI dr. schön – büro frey - tag

Robert Frey in seinem Büro, am Schreibtisch. Martin und Sekretärin an der Tür.

robert frey

Martin ..

sekretärin

Tut mir leid, Herr Doktor, aber der Herr lässt sich nicht-

robert frey

Nein, ist schon recht. Der Herr ist- wir kennen uns.

martin

Hab ichs gesagt oder nicht.

Sekretärin funkelt ihn böse an.

robert frey

Danke. Alles in Ordnung.

Sekretärin ab. Martin spaziert im Büro herum.

martin

Super Bude, wo du hackelst. Mein Lieber. Mahagoni.

Nobel, nobel. Kein Bemmerl.

robert frey

Ja, ah .. setz dich her. Lang nicht gesehen.

martin

Das kann man laut sagen.

robert frey

Muss eine Ewigkeit her sein.

martin

Paar Jahre werdens schon sein.

robert frey

Und. Jetzt kommst du mich besuchen.

martin

Logisch. Schaun was mein alter Schulspezi so treibt.

robert frey

Siehst es eh. Und was treibst du.

martin

Ich hab Bröseln. Mit der Kieberei. Die haben mein

Auto konfisziert.

robert frey

Dein was.

Martin holt ein Schreiben raus, er liest:

martin

Sicherstellung von Tatbegehungsmitteln, hör dir

den Schmarrn an. In Gewahrsamnahme, zur

Verhinderung weiterer blabla, Straftatbestand.

Was sagst du zu dem Quargel.

Er gibt das Schreiben Robert Frey, der schaut es sich an.

robert frey

Vorsätzliche Gefährdung im Straßenverkehr,

Widerstand gegen die Amtsgewalt, Alkoholisierung-

Na gratuliere. Du bist ein schöner Spinner.

martin

Du musst mir da raushelfen.

robert frey

Du bist gut. Ich bin Finanzrechtler.

martin

Du bist Anwalt. Ich bin dein Spezi. Willst mich zu wem

anderen schicken?

robert frey

So einfach wird das nicht gehen. Wie du dir das vorstellst.

martin

Alter, was ist mit dir. Sind wir alte Haberer oder was.

Seit wann lässt einer seinen alten Haberer im Stich.

robert frey

Von im Stich lassen hab ich ja nichts gesagt.

martin

Habs ja gewusst.

Dass auf  meinen alten Companiero Verlass ist.

robert frey

Ich werd mir das anschauen.

martin

Bist ein Bursch.

Er haut Robert Frey auf die Schulter. Robert Frey wirkt zurückhaltend.

robert frey

Wie gehts deiner Schwester.

Martin

Der Sandra? Wie immer.

Sie haben sich nimmer viel zu sagen.

robert frey

Ich schau mirs an. Was ich für dich tun kann.

martin

Wenn du einmal von mir was brauchst, sag es.

robert frey

Na ja- was sollt ich von dir brauchen.

martin

Eine Hand wäscht die andere.

robert frey

Ja ja. Schon klar.

martin

Ich tu dir jeden Gefallen.

Robert frey

Puh. – Na gut, du könntest- wenn du dich schon

anbietest-

martin

Raus damit. Spuck es aus. Unter alten Freunden.

Robert Frey holt ein Schreiben aus einer Schublade.

robert frey

Du könntest das meinen Eltern bringen, wenns dir nichts ausmacht. Für die Versicherung. Mein Vater wartet drauf, aber ich komm heut nimmer dazu.

martin

Her damit. Bin schon unterwegs.

robert frey

Na gut, dann .. Danke.

martin

Aber nix zu danken. Unter alten Freunden.

 

INT. Bank – BÜRO STOLZENTHALER – TAG

Stolzenthaler und Fritzner.

fritzner

Das kann doch nicht dein Ernst sein.

stolzenthaler

Warum nicht.

fritzner

Eine algerische Jungfrau. Du bist verrückt.

stolzenthaler

Albanisch.

fritzner

Albanisch, algerisch, wo ist der Unterschied. Du willst ein Mohammedanermädel ent- .. dingsen, entblättern. Entschleiern. Die Fatima aus ihrem Tschador wickeln.

stolzenthaler

Die hat keinen Schleier. Die ist ein ganz normales Mädel.

fritzner

Mein Lieber. Auf die Aktie würde ich lieber nicht setzen.

Mit sowas kann man sich leicht verspekulieren.

stolzenthaler

Ich rede von keiner Spekulation, ich spreche lediglich

von einer offen stehenden Option. Von einem vakanten

Transfer, sozusagen.

fritzner

Eine Risiko-Aktie ist das. Wie alt ist die überhaupt.

stolzenthaler

Sie geht ins Lyzeum. Jugendlich, weist aber bereits

durchaus

solide Veranlagung auf.

fritzner

Und wieso kennst du die. Wo bittschön lernst du

Schulmädeln kennen.

stolzenthaler

Ich kenn sie ja nicht. Hab sie erst einmal gesehen.

Ihr Vater verhandelt mit mir über eine Finanzierung.

fritzner

Und? Willst du ihm seine Tochter womöglich

abhandeln? Bei wieviel Kamelen steht denn der

aktuelle Wechselkurs derzeit? Für so ein Mädel.

stolzenthaler

Das sind keine Kamelreiter. Das sind ganz normale

Wiener. Unternehmer in der Automatencasino-

Branche. Ziemlich große Nummer.

fritzner

Casino-Branche, Albaner. Na wenn das keine

Hochrisiko-Aktien sind.

stolzenthaler

Du traust es mir nicht zu?

fritzner

Eine orientalische Jungfrau kriegst du nie und

nimmer in dein Portefeuille.

stolzenthaler

Wollen wir wetten?

 

INT. WOHNUNG ELTERN FREY – TAG

Kleine Garconniere, Türschild “Frey“: Robert Freys Eltern. Jemand KLINGELT.

herr frey (off)

Mama. Da ist wer an der Tür.

FRAU FREY

Ja ich hörs doch selber. Wo pressierts denn so ..

Sie öffnet, Martin steht mit dem Schreiben draußen.

frau frey

Ja- der Martin! Bist du das wirklich. So ein großer

Mann, jetzt hätte ich dich beinah nimmer gekannt.

Sie nötigt ihn zur Tür rein.

frau frey

Ja so bleib doch nicht am Gang stehen, komm weiter.

In der winzigen Wohnung sitzt HERR FREY, Decke über den Knien.

frau frey

Vati stell dir vor wer da ist. Der Martin. Der Schellander

Martin, mit dem der Robert in die Schule gegangen ist.

herr frey

Martin. Lass dich anschauen.

frau frey

Schau was der für ein fescher Mann geworden ist.

(zu Martin)

Er sieht nimmer gut.

Martin geht nahe zu Herrn Frey hin. Er ist etwas eingeschüchtert vor der Herzlichkeit der alten Eltern. Er gibt Herrn Frey das Schreiben.

martin

Das soll ich Ihnen bringen. Vom Robert.

frau frey

Setz dich doch her. Was magst du denn haben.

Ich mach geschwind einen Kaffee.

martin

Nein- ich möcht eigentlich nicht-

frau frey

Einen Guglhupf gibts dazu.

herr frey

Mama frag den Martin, ob er einen Kaffee mag.

martin

Danke, aber ich wollt eigentlich gleich wieder-

herr frey

Und den Guglhupf.

frau frey

Setz dich nur nieder. Ich brings dir gleich.

Martin setzt sich notgedrungen hin.

herr frey

Frag den Martin wegen dem Guglhupf. Ob er einen

zum Kaffee mag.

(zu Martin)

Hat dich die Mama gefragt, ob du einen Kaffee magst.

martin

Ja.

Herr Frey lächelt Martin an. Ein netter alter Herr.

Frau Frey tut Martin Kaffee und Kuchen auf. Sie setzt sich neben ihn und nimmt Martins Hand in ihre. Martin ist davon bewegt.

frau frey

Schön dass du uns wieder mal besuchen kommst.

Ist schon so lang her, dass du das letzte Mal da warst.

herr frey

Der Martin war schon lang nimmer da.

frau frey

Wie lang ist das her.

martin

Ich weiß nimmer- seit der Schule?

herr frey

Hat dir die Mama ein Schlagobers gegeben. Zum Guglhupf.

martin

(mampft)

Ja ich hab, -mpf eh eins -mpf.

frau frey

Der Martin hat eh ein Schlagobers, Vati.

Sie richtet Herrn Frey seine Decke über den Knien zurecht. Martin ist gerührt über ihren geduldigen und fürsorglichen Umgang mit ihrem Mann.

 

EXT. INT. PRATEr – CASINO king – TAG

Martin und seine Kumpane beim Automatenzocken. Martin spielt aggressiv, als müsse er sich abreagieren.

Bulvari führt albanische GESCHÄFTSPARTNER durch sein Casino.

bulvari

[albanisch]

Tani financimi eshte vetem nje formalitet.

[Die Finanzierung ist nur mehr eine Formalität.]

geschäftspartner

Shpresoj.

[Das hoffen wir.]

 

Ext. Prater – tag

Bulvari führt seine albanischen Geschäftspartner nach draußen vor sein Casino. Gemeinsam schauen sie zum Riesenrad hinüber.

bulvari

Eshte si princeshe. Do qe te jene meshkujt fillimisht

ta bejne per vete.

[Eine Prinzessin. Sie will erobert werden.]

Geschäftspartner nicken.

 

EXT. VOR syras schule – TAG

Schulschluss. Syra kommt mit SCHULFREUNDINNEN raus.

FREUNDIN 1 zurückhaltend, reserviert. FREUNDIN 2 unbekümmert, offen, lebhaft.

Vor der Schule parkt Stolzenthalers Sportwagen, er sitzt drin.

stolzenthaler

Fräulein Bulvari.

freundin 1

Der ruft dich.

freundin 2

Kennst du den.

syra

Nein.

Sie gehen weiter. Stolzenthaler fährt langsam neben ihnen her.

stolzenthaler

So ein Zufall.

freundin 1

Der fährt uns nach. Wer ist das.

Syra schaut nicht hin. Sie geht einfach weiter.

freundin 2

Schickes Auto hat der. Stylisch.

stolzenthaler

Zufällig wollt ich gerade zu Ihrem Vater.

freundin 1

Dein Verehrer?

freundin 2

(ungeniert keck)

Hey, das ist ja ein echtes Aufreisser-Auto, das Sie

da haben.

Sie bleiben stehen, Stolzenthaler hält an.

stolzenthaler

Ich fahr zu Ihnen nach hause. Sie können mit mir

mitfahren.

syra

Nein.

stolzenthaler

Ich kann Sie mitnehmen.

freundin 2

(schnippisch)

Sind Sie ein Sittenstrolch.

stolzenthaler

(augenzwinkernd)

Aber ja. Wie haben Sie das herausgefunden.

syra

Komm. Gehen wir bitte.

freundin 2

Warum fährst du nicht mit. Ich tät gern mal mit

so einem lässigen Schlitten mitfahren.

Stolzenthaler steigt auf ihren Schmäh ein, das hat er ja exzellent drauf:

stolzenthaler

Vielleicht ein anderes Mal. Aber heute hab ich schon

eine Mitfahrerin.

freundin 2

(will Syra aufreizen)

Syra. Sei nicht so feig.

freundin 1

Wenn sie nicht will.

freundin 2

Na geh, der wird dich schon nicht fressen.

stolzenthaler

Ich bin der böse Wolf. Glauben Sie’s nicht?

Er macht die Beifahrertür auf.

syra

Ich geh lieber.

freundin 2

Jetzt sei nicht so. Ich tät einsteigen.

freundin 1

Lass sie.

freundin 2

Geh. Trau dich doch. Ist doch nichts dabei.

Syra gibt nach, sie steigt ein. Sie zieht sich ihr Halstuch als Tschador über den Kopf, als wolle sie sich schützen.

freundin 2

(zwinkert)

Nicht fressen lassen.

Stolzenthaler fährt mit Syra los.

 

Ext. Auto stolzenthaler – fahrt – tag

stolzenthaler

Wie heißen sie.

syra

Syra.

stolzenthaler

Ein schöner Name. Schönes Mädchen, schöner Name.

Syra vermeidet Stolzenthaler anzuschauen. Er schaut sie öfters von der Seite an, mit sich selbst zufrieden. Er schaltet MUSIK ein.

stolzenthaler

Mögen Sie Jazz.

syra

Ja.

stolzenthaler

Wir könnten einmal miteinander essen gehen oder so.

Was halten Sie davon.

Syra gibt keine Antwort.

 

ext. vor haus bulvari – tag

Bulvaris Auto steht in der Einfahrt, Erkan poliert es gerade. Stolzenthaler fährt mit Syra herbei, sie steigen aus. Stolzenthaler hat irgendwelche Bankunterlagen dabei.

Syra

Sie können mir das geben. Ich geb es meinem Vater.

stolzenthaler

Nein nein, ich komm mit rein.

syra

Ich weiß gar nicht, ob er zuhause ist.

stolzenthaler

Sein Auto steht ja da. Nach Ihnen.

Sie gehen ins Haus. Syra ist es nicht recht dass er mitgeht. Stolzenthaler sieht Erkan.

stolzenthaler

Was kriegt der für Futter. Bananen?

 

INT. haus BULVARI – TAG

Arbeitszimmer. Bulvari, Stolzenthaler.

bulvari

Warum haben Sie nicht angerufen.

stolzenthaler

Ich hab gerade in der Nähe zu tun gehabt.

bulvari

Ich möchte geschäftliche Dinge nicht gern in meinem Privathaus behandeln. Familie und Geschäft halte ich streng getrennt.

stolzenthaler

Ich seh keine Nachteile, wenn man als Geschäfts-  partner auch auf persönlicher Basis keine Probleme hat. Man sollte gut miteinander auskommen.

bulvari

Ich bin nicht Ihr Freund, Herr Stolzenthaler. Ich will von meiner Bank eine Finanzierungszusage, und ich will endlich ein klares ja oder nein.

stolzenthaler

Ja sehen Sie. Und das ja oder nein muss aber von mir kommen.

bulvari

Meine Geschäftspartner warten mittlerweile äußerst ungeduldig darauf, dass ich endlich mit einer positiven Entscheidung daherkomme. Verstehen Sie das denn nicht?

stolzenthaler

Ich versteh Ihr Problem gut. Sehr gut sogar.

bulvari

Wenn sich das so lang dahinzögert, fange ich an mein Gesicht zu verlieren. Wissen Sie, was das bedeutet? Für mich, und für meine Familie!

stolzenthaler

Ja, ich kanns mir gut vorstellen. Soweit sollten wir es auf keinen Fall kommen lassen. Finden Sie nicht auch?

bulvari

(eisig)

Was wollen Sie von mir. Sagen Sie mir das endlich. Wollen Sie mich erpressen.

stolzenthaler

Wie kommen Sie darauf. Ich will ein gutes Verhältnis zu meinen Kunden, das ist alles.

bulvari

Was verlangen Sie von mir.

stolzenthaler

Ihr Fräulein Tochter würde gern mit mir essen gehen.

Bulvari nimmt sein Handy und drückt auf eine Kurzwahl-Taste.

bulvari

Ich lass sie sofort rausschmeißen. Mein Mitarbeiter wird Sie hinausbegleiten.

stolzenthaler

Sie meint natürlich sie würde selbstverständlich nicht ohne Einverständnis ihres Vaters-

bulvari

(ins Handy)

Erkan.

 

Ext. Vor haus Bulvari – tag

erkan

(am Handy)

Ja Chef. Ich komme.

 

 

Int. Haus bulvari – tag

Arbeitszimmer.

stolzenthaler

Ich weiß, dass Sie ein Geschäftsmann sind. Sind wir beide.

bulvari

Sie sind ein Schwein.

stolzenthaler

Mein Gesicht ist dort, wo es hingehört.

bulvari

Ihr Gesicht ist dort, wo bei anderen Leuten der-

stolzenthaler

ICH brauch jedenfalls keine Angst zu haben, dass es mir

runterfällt.

bulvari

Für wen halten Sie mich. Für jemand der seine Tochter

verkauft, nur weil das gut fürs Geschäft ist?

stolzenthaler

Sein Sie doch nicht so theatralisch, meingott. Wer redet

denn von verkaufen, ich rede von essen gehen. Hören

Sie schlecht zu?

bulvari

Sie sind ein schlechter Mensch.

stolzenthaler

Wenn ich in Ihrer Situation wär, würde ich das nicht

unbedingt für ein schlechtes Geschäft halten.

Erkan kommt rein. Stolzenthaler legt seine Bankpapiere auf Bulvaris Schreibtisch.

erkan

Chef.

stolzenthaler

Ich bin sicher wir kommen geschäftlich gut

mitsammen aus. Bin sehr zuversichtlich.

Ich melde mich wieder.

Er geht mit Erkan raus.

 

Ext. Vor haus Bulvari – tag

Erkan kommt mit Stolzenthaler raus. Stolzenthaler ätzt:

stolzenthaler

Was ist mit Ihrer Frisur los. Haben Sie eine Wette

verloren oder sowas?

Robert Frey kommt ihm entgegen und geht zum Haus.

robert frey

Tag.

Stolzenthaler ignoriert ihn. Vor dem Haus steht Robert Freys Kleinwagen, mickrig neben seinem noblen Sportwagen. Stolzenthaler telefoniert:

stolzenthaler

(am Handy)

Fritzner? Erinnerst du dich an unsere Wette. – Ja? Na, ich würde mal sagen, dass meine Aktien in der Sache recht passabel im Kurs stehen.

 

Int. Haus bulvari – tag

Bulvari in seinem Arbeitszimmer. Grübelt über den Bankpapieren die Stolzenthaler vorhin dagelassen hat.

OFF. KLAVIERSPIEL beginnt. Bulvari schnappt eine orientalische Vase und pfeffert sie gegen die Wand.

 

Int. Haus bulvari - ZIMMER Syra – TAG

Robert Frey und Syra gemeinsam am Klavier. Bulvari reißt die Tür auf:

bulvari

Syra, bitte. Nicht jetzt.

syra

Warum denn nicht.

bulvari

Nicht heute.

robert frey

Soll ich-

bulvari

Ja bitte. Gehen Sie.

robert frey

Soll ich gehen.

bulvari

Ja, verflucht! Hören Sie nicht zu?

syra

Papa! Was ist denn.

bulvari

(immer lauter)

Du schweigst. Und Sie, bitte- wiederschaun.

syra

Nein!

robert frey

Ja- soll ich ein andermal- wann soll ich wieder-

bulvari

Gar nimmer. Verschwinden Sie. Sie brauchen gar

nimmer kommen.

syra

Papa!!

bulvari

Raus mit Ihnen.

Robert Frey geht aus dem Zimmer, Bulvari hinterher. Syra springt vom Klavier auf und läuft hinterher.

syra

Nein! Papa was ist denn los, was haben wir denn getan!

 

Int. Haus bulvari – tag

Robert Frey ist schon an der Tür. Frau Bulvari kommt hinzu.

frau bulvari

Gehen Sie schon?

bulvari

Ja, der geht. Wiederschaun.

syra

Aber warum! Warum muss er gehen! Mama!

frau bulvari

Antol. Was war denn?

bulvari

Raus jetzt.

robert frey

Auf Wiedersehen, gnä Frau.

Syra hält Robert Frey an der Hand fest.

syra

Nein! Bleib da. Robert!

frau bulvari

Syra!

Bulvari

Soll ich dir eine schmieren.

frau bulvari

Antol!!

Robert Frey ist schon fast bei der Tür draußen. Bulvari knallt die Tür hinter ihm zu. Syra rennt in ihr Zimmer und schließt sich heulend ein.

 

Ext. Vor haus bulvari – tag

Robert Frey steht vor dem Haus wie ein begossener Pudel. Erkan poliert Bulvaris Auto.

 

INT. TIEFGARAGE STOLZENTHALER – NACHT

Stolzenthaler fährt mit seinem Sportwagen in die Garage, er parkt. Steigt er aus? Nein. Er haut den Retourgang rein und schiebt wieder aus seiner Parklücke raus. Mit QUIETSCHENDEN Reifen fährt wieder aus der Garage.

 

EXT. Auto stolzenthaler – NACHT

Stolzenthaler im Sportwagen braust durch die Nacht.

 

INT. firma schellander – ZIMMER SANDRA – NACHT

Stolzenthaler und Sandra sind miteinander intim.

 

ExT. firma SCHELLANDER – TAG

Frau Schellander schaut beim Fenster raus, sie sieht Stolzenthalers Sportwagen auf dem Hof draußen geparkt. Sehr zufrieden darüber.

 

INT. firma SCHELLANDER – TAG

Frau Schellander gießt sich Schnaps in ihren Kaffee, zu sich:

frau schellander

Eins für den Blutdruck-

Sie leert noch mehr Schnaps dazu. Prostet sich mit dem Kaffeehäferl selber zu:

frau schellander

-und eins auf die Bank.

 

EXT. VOR syras schule – TAG

Bulvari bringt Syra mit dem Auto zur Schule. Wortlos steigt sie aus. Als Bulvari wieder weggefahren ist, geht sie nicht mit den anderen in die Schule hinein. Sondern:

 

EXT. VOR ANWALTSKANZLEI Dr. SCHÖN – TAG

Syra ist mit Taxi gekommen, sie eilt ins Gebäude.

 

Int. Anwaltskanzlei dr. schön – tag

sekretärin

Tut mir leid, aber der Herr Dr. Frey ist nicht im Haus.

syra

Aber ich muss mit ihm sprechen. Es ist dringend.

sekretärin

Der Herr Doktor ist auswärts.

syra

Ja, und wo? Kann man ihn nicht anrufen, am Handy?

sekretärin

Es tut mir leid. Sie können gern einen Termin vereinbaren.

syra

Kann ich nicht auf ihn warten?

INT. firma schellander – ZIMMER SANDRA – TAG

Martin in Sandras Kosmetikstuhl, Sandra schneidet ihm die Haare.

sandra

Robert. Welcher Robert.

martin

Der Frey Robert. Mit dem ich in die Schule gegangen bin.

sandra

DER Frey Robert? Mit dem du in der Band gespielt hast?

martin

Na wie viel Frey Roberts gibts denn.

sandra

Und der ist dein Anwalt?

martin

Nein, der ist mein Freund. Kannst du nie zuhören.

Anwalt istder zufällig, und drum hilft er mir.

sandra

Wie wird einer zufällig Anwalt, bitte. Das muss er

doch vorher studieren.

martin

Logisch hat er studiert. Darum ist auch aus der Band nie was gescheites daraus geworden. Weil eben der Keyborder nie Zeit gehabt hat. Als Student.

Sandra zeigt mit den Fingern: Klimpern.

sandra

Keybord. So wie ein Klavier?

martin

Der war gut. Der Robert hats echt drauf gehabt.

sandra

Halt still.

martin

Hat er noch immer. Jetzt gibt er nebenher Klavierstunden.

Privat. Tochter von irgend einem Geldscheisser.

sandra

Könntest du ja auch machen.

martin

Was machen.

sandra

Stunden geben. Du hast es ja auch drauf gehabt.

martin

Na, wer glaubst du lässt sich privat Schlagzeugstunden

geben. Bist du vom Mond oder wo.

sandra

Vielleicht wissert der Frey Robert was für dich.

Wegen einer Arbeit.

martin

Hat er eh.

sandra

Was hat er eh.

martin

Arbeit für mich. Also gelegentlich, vorerst.

sandra

Für dich? Als Anwalt?

martin

(witzelt)

Klar. Als Anwalt. Was glaubst du denn.

sandra

Mein Bruder, hihi. Der Gelegenheits-Anwalt.

martin

Was gibts da zum Lachen.

sandra

Sie haben das Recht zu schweigen. Alles was Sie sagen

kann gegen Sie verwendet werden.

martin

Genauso schauts aus.

sandra

Ich freu mich für dich.

Sie gibt Martin einen dicken Schmatz auf den Mund.

martin

Sag spinnst du. Du bist meine Schwester.

sandra

Ja und?

martin

Du kannst mich doch nicht auf den Mund küssen.

sandra

(belustigt)

Wohin wärs dir denn lieber.

martin

Du hast echt einen Vogel.

Er wischt sich den Mund ab.

sandra

Was ist denn. Ich bin deine Schwester.

martin

Na eben.

sandra

Was “na eben“? Warum soll ich dir kein Bussel geben.

martin

Na weil du meine Schwester bist, du dumme Trutschen.

sandra

Wärs dir lieber wenn ich dein .. Dackel wär?

Martin muss jetzt selber lachen, kopfschüttelnd.

sandra

Was denn. Wärs dir lieber.

martin

Ja logisch.

Sandra

Komm her, du Depp.

Sie umarmt Martin, beide belustigt. Martin sieht sich im Spiegel.

martin

Scheisse, was hast du mit meiner Frisur angestellt-

Ich schau ja aus als hätt ich eine Steckdose gepempert.

 

Ext. vor ANWALTSKANZLEI dr. schön – tag

Robert Frey steigt aus seinem Kleinwagen aus. Er hat seine Aktentasche dabei. Er geht ins Gebäude.

 

int. ANWALTSKANZLEI dr. schön – tag

Robert Frey kommt in die Anwaltskanzlei zurück und will in sein Büro gehen.

robert frey

Grüß Sie. Bin wieder zurück.

sekretärin

Herr Doktor! Herr Dr. Frey.

Sie weist ihn auf Syra hin, die in einem Wartesessel eingeschlafen ist.

robert frey

Syra!

sekretärin

Sie wollte unbedingt auf sie warten.

 

Int. ANWALTSKANZLEI dr. schön – büro frey – tag

Robert Frey, Syra.

robert frey

Syra. Wieso bist du da.

syra

Ich wollte dich sehen.

robert frey

Ja ich- das ist- schön.

syra

Würdest du mich drücken.

robert frey

Dich was-

syra

Mich drücken. Kannst du mich umarmen.

robert frey

Ja äh- klar. Gern ..

Syra umarmt ihn. Sekretärin kann sie von draußen sehen. Robert Frey macht sich von Syra los.

robert frey

Syra. Wir sind im Büro.

syra

Kannst du heute mit mir ausgehen.

robert frey

Wohin denn.

syra

Ich weiß nicht. Irgendwo hin. Du mit mir.

Robert Frey macht die Bürotür zu.

robert frey

Heute passt es nicht gut.

syra

Warum nicht.

robert frey

Ich hab heut noch sehr viel zu tun. Wir können doch ein

andermal, jederzeit-

syra

Nein heute.

robert frey

Ja was- wohin? Was ist denn heute so dringend.

syra

Mein Vater verlangt dass ich mit einem Geschäftsfreund

von ihm ausgehe.

robert frey

Und. Was ist so schlimm daran.

syra

Aber- verstehst du denn nicht?

robert frey

Nein- was denn.

Syra merkt dass er keine Ahnung hat was sie meint.

syra

WIR sind ausgegangen. Gemeinsam. Das erstemal bin

ich mit DIR ausgegangen, verstehst du denn  nichts?

robert

Ja. Es war schön. Wir können ja wieder, so oft wir -

syra

Du verstehst es nicht. Du verstehst gar nichts. Warum ich mit DIR ausgehen wollte. Nur mit dir. Und nicht mit jemand anderem. Mit niemand sonst.

Robert Frey schaut sie an. Er scheint nichts zu kapieren. Syra resigniert, hilflos, maßlos enttäuscht.

 

EXT. parkplatz – lkw – TAG

Schellanders Lkw auf einem Autobahn-Parkplatz. Schellander schläft am Fahrersitz. Ein Streifenwagen hält daneben. Zwei POLIZISTEN steigen aus. Sie vergleichen die Lkw-Kennzeichen mit einer Fahndungsliste. Polizist 1 pumpert an die Fahrertür.

Schellander macht auf. Eine leere Schnapsflasche fällt dabei raus und kollert über den Asphalt. Schellander weiß, dass er am Ende ist.

 

INT. RESTAURANT im palmenhaus – NACHT

Stolzenthaler und Syra an einem Tisch.

syra

Ich weiß nicht, warum mein Vater mir aufgetragen hat,

dass ich mit Ihnen essen gehe.

stolzenthaler

“Aufgetragen“ - also ich bitte Sie ..

syra

Ich kanns mir nicht erklären.

stolzenthaler

Ich hab ihn gebeten, Ihnen zu erlauben mich zu begleiten.

syra

Aber warum. Was wollen Sie von mir.

stolzenthaler

Nichts. Ich wollte in Ihrer Gesellschaft sein.

syra

Wozu denn.

stolzenthaler

Verstehen Sie das nicht.

syra

Nein.

stolzenthaler

Sie sind eine unerhört attraktive Frau. Das wissen

Sie doch.

syra

Hören Sie auf.

stolzenthaler

Natürlich wissen Sie es.

Syra scheint von seinen Komplimenten immerhin nicht unbeeindruckt zu bleiben. Weil er sie, alles mit Kalkül, wie eine Erwachsene behandelt. Ob sie auftaut? KELLNER kommt mit den Karten.

stolzenthaler

Sie sind sehr schön, atemberaubend, wenn Sie verstehen.

Sie sind eine Prinzessin.

Syra schüttelt darüber den Kopf. Sie liest die Karte. Ob sie versucht, ein Lächeln zu verbergen?

stolzenthaler

(zum Kellner)

Champagner.

syra

Mineralwasser.

stolzenthaler

Mineralwasser. Und Champagner. Zwei Gläser.

Kellner ausdruckslose Miene, ab.

stolzenthaler

Das müssen Sie doch schon oft gehört haben.

Jeder Mann würde Ihnen das sagen.

syra

Nein.

SPÄTER. Kellner bringt Champagner. Syra und Stolzenthaler bestellen das Essen.

stolzenthaler

Kosten Sie wenigstens. Nur einen Schluck.

syra

Ich trinke keinen Alkohol.

stolzenthaler

Nur probieren. Sie werden es mögen.

Syra kostet einen Schluck Champagner.

stolzenthaler

Alle schönen Frauen mögen Champagner.

An der Bar sitzt Erkan und beobachtet Syra und Stolzenthaler. BARKELLNER stellt ihm mit eisiger Miene ein Red Bull hin.

syra

Ich verstehe nicht warum mein Vater das erlaubt hat.

stolzenthaler

Ihr Vater? Was erlaubt.

syra

Dass Sie mit mir ausgehen. Er hat mich dazu gedrängt,

obwohl ich nicht wollte.

stolzenthaler

Aber ich tu Ihnen doch nichts. Haben Sie Angst vor mir?

syra

Nein. Aber wieso macht er das. Der würde so etwas nie tun.

stolzenthaler

Sind Sie böse.

syra

Auf meinen Vater?

stolzenthaler

Auf mich.

syra

Ich weiß nicht. Haben Sie ihn mit irgendwas,

ich weiß nicht- vielleicht, erpresst?

stolzenthaler

Ihr Vater und ich, wir sind Geschäftspartner.

Wie kommen Sie darauf.

syra

Haben Sie oder nicht.

stolzenthaler

Ich hab ihn darum gebeten. Dass er Ihnen erlaubt, mich zu begleiten. Wahrscheinlich wollte er mir, als seinem guten Geschäftsfreund, eine kleine Freude machen.

syra

Was für Geschäfte macht mein Vater mit Ihnen. Ich hab keine Ahnung davon.

stolzenthaler

Ich helfe Ihrem Vater dabei, sein Gesicht zu bewahren.

syra

Sein Gesicht. Wieso denn?

stolzenthaler

Raten Sie.

syra

Ich weiß nicht.

stolzenthaler

Weil er Ihr Vater ist. Ich helfe ihm Ihretwegen.

syra

Versteh ich nicht.

stolzenthaler

Ich müssert Ihrem Vater nicht helfen.

Ich mach das für Sie.

syra

Für mich. Wie meinen Sie das.

stolzenthaler

Für Sie würde ich alles tun.

Jetzt muss Syra schön langsam bald wirklich lachen.

syra

Hören Sie auf. Das ist doch dumm.

stolzenthaler

Für eine schöne Frau tue ich alles.

Besonders für eine Prinzessin wie Sie.

syra

Sie sind ja- also wirklich ..

SPÄTER. Barkellner stellt Erkan ein neues Red Bull hin. Die leere Dose entsorgt er mit spitzen Fingern, als wärs was ekliges.

Stolzenthaler und Syra essen mittlerweile. Er schenkt ihr Champagner nach.

syra

Bitte. Ich kann nicht soviel trinken.

stolzenthaler

Sie müssen ja nicht. Sie müssen nichts was Sie

nicht wollen.

SPÄTER. Erkans Platz an der Bar ist leer. Stolzenthaler winkt den Kellner herbei, um zu zahlen.

 

Int. Palmenhaus – toilette

Erkan am Pissoir, sein Handy LÄUTET.

erkaN

(am Handy)

Chef. – Ja Chef. Hab ich alles unter Kontrolle.– Erst

essen, dann quatschen. Quatschen noch immer.

 

int. casino king – nacht

bulvari

(am Handy)

Du bringst mir jetzt die Syra heim. Hast du mich verstanden. Du gehst hin und sagst: okay das wars, die Syra fährt jetzt mit dir nach hause.

 

Int. Palmenhaus – toilette

erkan

Ey Chef, is klar.

Erkan am Waschbecken. Er braucht lang vorm Spiegel. Putzt sich Stäubchen von der Schulter, schaut auf seine Zähne usw.

 

INT. RESTAURANT im palmenhaus – NACHT

Erkan kommt ins Restaurant zurück. Stolzenthaler und Syra sind weg.

 

Ext. Auto stolzenthaler – nacht

Stolzenthaler fährt mit Syra durch die Nacht. Ihr Halstuch flattert im Fahrtwind. MUSIK.

stolzenthaler

Zu laut?

syra

Nein.

stolzenthaler

Ich hab alle CDs von dem. Die komplette Sammler-

Edition.

syra

Ehrlich. Die wollte ich mir schon lang besorgen.

stolzenthaler

Im Auto hab ich nur die eine. Ich schenk sie Ihnen,

wenn Sie möchten.

syra

Nein.

stolzenthaler

Oja. Ich möchte sie Ihnen schenken.

syra

Dann ist ja Ihre Sammlung nimmer komplett.

stolzenthaler

Das ist wahr.

Syra scheint die Fahrt im Sportwagen zu gefallen.

 

EXT. INT. TIEFGARAGE STOLZENTHALER – NACHT

Stolzenthaler biegt in die Garage ein.

syra

Wo fahren Sie hin? Wieso fahren wir da in diese-

stolzenthaler

Nur einen Sprung. Die CDs holen.

syra

Was für CDs.

stolzenthaler

Die Sammler-Edition. Ich schenk Ihnen die ganze.

syra

Aber ich will die nicht.

stolzenthaler

Was fangen Sie denn mit einer Sammlung an, die

nicht komplett ist. Alles oder nichts. Meine Devise.

Er parkt. Steigt aus und hält Syra die Autotür auf.

stolzenthaler

Ich hab sie oben. Kommen Sie.

syra

Nein. Ich möchte nicht mitgehen.

stolzenthaler

Kommen Sie. Wir holen nur die CDs. Es dauert nicht

lang.

syra

Ich warte solang herunten.

stolzenthaler

Sie werden doch nicht allein in der finsteren Garage

sitzen bleiben. Ich bitte Sie.

syra

Ich will nicht.

stolzenthaler

Ich lass Sie bestimmt nicht allein da herunten sitzen.

Kommt gar nicht in Frage.

Syra gibt nach. Sie steigt aus. Sie warten auf den Aufzug. KLING! Aufzugtür geht auf, Stolzenthaler lässt Syra den Vortritt:

stolzenthaler

Bitte.

 

INT. AUFZUG

stolzenthaler

War der Abend sehr schlimm für sie.

syra

Nein.

 

INT. PENTHOUSE STOLZENTHALER – NACHT 

Stolzenthaler und Syra kommen rein.

stolzenthaler

Möchten Sie was. Kaffee oder so.

syra

Nein danke.

Sie sieht Stolzenthalers CD-Sammlung.

syra

Wau. Das müssen ja hunderte sein.

Stolzenthaler sucht eine CD-Kassette raus.

stolzenthaler

Bitte sehr, junge Dame.

syra

Aber das kann ich nicht annehmen.

stolzenthaler

Ich schenk sie Ihnen gern.

syra

Sie wollen sie mir wirklich schenken.

stolzenthaler

Aber ja.

Syra will die CDs nehmen. Stolzenthaler zieht sie zurück, er neckt sie.

stolzenthaler

Nehmen Sie’s. Nicht so schüchtern.

Syra amüsiert. Sie greift nochmal hin. Stolzenthaler packt sie und küsst sie.

syra

Nein. Bitte nicht.

stolzenthaler

Komm schon.

Er wird zudringlich.

syra

Nicht. Bitte.

Stolzenthaler lässt nicht von ihr ab. Syra weiß nicht wie sie sich wehren soll. Stolzenthaler zieht ihr die Kleidung von den Schultern, die lässt er zu Boden fallen.

 

INT. PENTHOUSE STOLZENTHALEr – schlafzimmer – NACHT 

Stolzenthaler drängt Syra aufs Bett.

syra

Tun Sie das nicht.

stolzenthaler

Wieso nicht.

syra

Bitte. Bitte tun Sie’s nicht.

stolzenthaler

Du willst es doch auch.

syra

Nein. Lassen Sie mich gehen.

stolzenthaler

Klar willst du es.

syra

Hören Sie auf. Ich will das nicht.

stolzenthaler

Du willst es.

syra

Bitte nicht. Ich hab noch nie- mit einem Mann-

 

INT. PENTHOUSE STOLZENTHALER – BADEZIMMER

Syra unter der Dusche, weinend.

 

INT. PENTHOUSE STOLZENTHALER – NACHT 

Es KLINGELT. Stolzenthaler öffnet, seidener Morgenmantel, Weinglas in der Hand. Vor seiner Tür steht Sandra.

Sandra sieht Syras Kleidung auf dem Boden herumliegen, und realisiert sofort die Lage. Sie schaut Stolzenthaler an: sie weiß genau, was hier gespielt wird.

 

INT. Vor PENTHOUSE STOLZENTHALER – NACHT 

Sandra läuft verzweifelt davon,  durch die Nacht.

 

Ein jahr später.

EXT. PRATER – TAG

Eine Feier vor dem Riesenrad. Bulvari, seine albanischen Geschäftspartner, GÄSTE. Bulvaris Adlatus, Erkan usw. Bulvari hebt sein Glas:

bulvari

Es war ein langer Weg, aber wir sind am Ziel

angekommen. Wir haben die Prinzessin erobert.

Er prostet auf das Riesenrad.

bulvari

Auf unsere Prinzessin.

APPLAUS. Umarmungen zwischen Bulvari und Geschäftspartnern.

Auch Stolzenthaler ist unter den Gästen, neben ihm Syra: hochschwanger. Sie trägt einen Ehering.

Sandra und Martin sind im Prater, sie sehen die Feier. Sandra entdeckt Stolzenthaler.

sandra

Einen von den Typen kenn ich.

Sie mischt sich mit Martin unter die Feiergäste.

ein redner

Was uns hier und heute ganz besonders freut und Anlass für ganz besondere dings ist, nichtwahr, ganz besondere Freude, ist dass unser gutes altes Riesenrad, unsere Prinzessin, nichtwahr, wie sie mein verehrter Herr Vorredner genannt hat, dass die auch trotz des nunmehrigen Eigentümer- Wechsels auch weiterhin in österreichischer Hand bleibt, also quasi, nichtwahr.

Sandra und Martin treten auf Stolzenthaler und Syra zu.

sandra

Hi. Schon länger immer gesehen.

stolzenthaler

Hallo. Ah-

sandra

Sandra. Schon vergessen?

(zu Martin)

Das ist er. Der noble Herr Stolzenthaler.

Von dem ich dir erzählt hab.

martin

Ah, Sie waren das. Der meine Schwester verarscht hat.

stolzenthaler

Was war des?

martin

Der sie angelehnt lassen hat wie ein Stückel stinkertes

Geselchtes. Weggeschmissen wie einen alten Putzfetzen.

Meine Schwester.

stolzenthaler

Gehts Ihnen nicht gut.

sandra

Und. Wie gehts dir so.

stolzenthaler

Meine Frau.

syra

Hallo.

martin

Ihre Frau. Könnte ja vom Alter her glatt ihre..

stolzenthaler

Sind Sie eigentlich eingeladen? Ich kann mir nicht

vorstellen dass Sie-

sandra

(zu Syra)

Ihr Mann ist ein enger Freund von mir. Sehr, sehr

eng sogar. Gewesen jedenfalls.

stolzenthaler

(zu Syra)

Komm, wir gehen zu den anderen.

sandra

Behandelt er Sie auch so gut? Mir hat er eine Uhr

geschenkt. Was haben Sie gekriegt. Den Ring?

Sie möchte den Ehering an Syras Hand anschauen, Syra zieht ihre Hand zurück. Stolzenthaler schnappt Syra am Arm und führt sie einfach weg.

stolzenthaler

Wir gehen rüber.

syra

Wer waren die?

stolzenthaler

Niemand.

sandra

Da drüben gibts was zu trinken.

Ein Buffet. Sandra und Martin bedienen sich ungeniert. Unter den strengen Blicken des CATERING-PERSONALS. Martin trinkt Champagner, spuckt ihn wieder aus.

martin

Pfui Teufel. Habts ihr nix anständiges zum Trinken.

catering-mann

Das Buffet wird gleich eröffnet.

sandra

Das können ja wir derweil übernehmen, haha.

Wir eröffnen es gleich. Was sagen Sie dazu.

Sie stopft Martin ein Stück Torte in den Mund. Martin voller Schlagobers im Gesicht. Er greift in die Torte und schmiert auch Sandra Schlagobers ins Gesicht. Beide lachen sich schief. Die Gäste werden bereits aufmerksam.

sandra

(zum Catering-Mann)

Wir brauchen was ordentliches zum trinken.

Habens gehört was mein kleiner Bruder sagt?

martin

Ja. Wir wollen was ordentliches zum Feiern.

sandra

Genau. Wir haben auch was zum feiern. Feiern dass

ich den Scheisskerl wiedergesehen hab. Den Arsch.

catering-mann

Ich bitte Sie-

martin

Der Arsch hat meine Schwester unglücklich gemacht.

Hättest du das gewusst. Hat ihr das Herz gebrochen.

catering-mann

War mir nicht bekannt.

Sandra greift sich einfach eine ganze Flasche.

sandra

Da hat er die guten Sachen stehen. Oder sind die

reserviert für die besseren Leute.

martin

Ich geh rüber und brech ihm die Nase.

Er geht hinüber zu Stolzenthaler. Sandra mit der geklauten Flasche:

sandra

Machs auf. Ich brauch einen Öffner.

catering-mann

Stellen Sie das bitte wieder hin.

Bulvari ist inzwischen auf das Theater aufmerksam geworden, dass Sandra und Martin am Buffet abziehen. Ein Kopfnicker zu Erkan.

martin

(zu Stolzenthaler)

He, Arschloch. Ich hau dir auf die Nase.

Sandra nimmt Stolzenthalers Uhr ab und schmeißt sie dem Catering-Mann hin.

sandra

Da hast du. Gehört dir. Ich kauf dir die scheiss

Flasche ab.

Erkan und ein zweiter BODYGUARD entfernen Martin von Stolzenthaler. Als sie am Buffet vorbeikommen greifen sie sich auch Sandra.

martin

Lass mich aus, du Pavian.

Sandra gelingt es noch, sich die Torte zu greifen und  auf Stolzenthaler zu schmeißen.

Erkan und der zweite Bodyguard führen Sandra und Martin von der Feier. Sandra hat die Flasche mitgenommen.

martin

Ihr hörts von meinem Anwalt, ihr Neandertaler.

Ihr zwei Primaten.

 

INT. casino king – TAG

Sandra und Martin beim Automatenspiel. Sandra demonstrativ aufgekratzt, sie spielt aggressiv, als wolle sie ihre Wut auf Stolzenthaler an dem Automaten abreagieren. Sie trinkt aus der Flasche.

sandra

(macht Martin nach)

“Ihr hörts von meinem Anwalt, ihr zwei Affen!“

Haha.

martin

Ich muss pinkeln.

Er geht ab zu den Toiletten.

Ein TYP hängt an einem Automaten herum und hat Sandra schon länger beobachtet.

sandra

Was ist. Was glotzt du mich dauernd an.

Ich red mit dir. Was gibts zum Glotzen.

Der Typ sagt nichts. Er kommt näher und steht hinter Sandra, schaut ihr über die Schulter beim Automatenspielen zu.

sandra

Hast du Kleingeld.

Der Typ wirft paar Münzen ein. Sandra reibt ihr Hinterteil an ihm, aufreizend. Sie gibt ihm die Flasche, er trinkt. Der Typ greift Sandra an die Brust, während sie spielt.

 

INT. automatenhalle – TOILETTEN

Sandra hat mit dem Typ auf billige Weise Verkehr, verzweifelt und grimmig. Als ob sie sich selber demütigen und wehtun will.

 

INT. RINGSTRASSEN PALAIS – TAG

Syra und die Hausbedienstete ihrer Eltern mit Syras BABY im Kinderwagen, sie sind beim Shopping. Syra kauft Babysachen.

 

INT. RINGSTRASSEN PALAIS – CAFETERIA

Robert Frey bei einer geschäftlicher Besprechung mit einem KLIENTEN. Er fertigt einen Schriftsatz an.

robert frey

Ich habe anschließend einen Gerichts-Termin. Aber ich rufe meinen Kanzleiboten an, dass er das gleich in mein Büro bringt. Meine Sekretärin fertigt es aus und Sie bekommen es dann unverzüglich.

klient

Ich kann mich verlassen.

robert frey

Hundertprozentig.

Sie stehen auf, Klient verabschiedet sich und geht. Robert Frey setzt sich wieder hin, er telefoniert:

robert frey

(am Handy)

Martin. Ich brauch dich.

Syra erblickt ihn. Sie schickt die Hausbedienstete mit dem Kinderwagen weiter zum shoppen und kommt zu Robert Frey in die Cafeteria.

syra

Robert?

robert frey

Syra-

Er steht rasch auf. Aus der Fassung, er schaut Syra nur an.

robert frey

Ich- also ich- weiß gar nicht was ich sagen soll.

Setz dich doch.

Sie setzen sich hin. Robert Frey will ihre Hand nehmen, er sieht den Ehering.

robert frey

Du schaust so - erwachsen aus.

Syra lächelt nur traurig.

 

INT. RINGSTRASSEN PALAIS

SPÄTER. Die Hausbedienstete sitzt irgendwo mit dem Baby herum, es schläft.

 

INT. RINGSTRASSEN PALAIS – CAFETERIA

syra

Ich hätte damals keine Sekunde lang gezögert.

Ich wäre mit dir gegangen wohin du willst.

robert frey

Es ist alles so traurig. So unendlich traurig.

syra

Ich wollte nur dir gehören. Keinem anderen.

Robert Freys Verzweiflung ist sichtbar.

syra

Du hast nichts gesehen.

robert frey

Ich wollte ich hätts gesehen. Es tut mir alles so leid.

syra

Du hast es damals vergeigt.

robert frey

Ja, ich habs vergeigt ..

Martin kommt.

robert frey

Das ist mein Kanzleibote- dings, mein Mitarbeiter.

martin

Tag.

syra

Haben wir uns nicht schon einmal-

martin

Glaub nicht.

Robert Frey gibt Martin den Schriftsatz.

robert frey

Ins Büro bitte, auf schnellstem Weg. Die Sekretärin

weiß Bescheid.

martin

(schmähhalber)

Jawoll, Herr Doktor.

Martin ab.

robert frey

Vielleicht könnten wir uns ja einmal- bei Gelegenheit,

treffen vielleicht. Ein bissel plaudern.

syra

Ja. Warum nicht.

robert frey

Natürlich nur wenn du auch möchtest.

syra

Sicher.

robert frey

Wir könnten ja vielleicht- ich könnte dich ja anrufen.

Wenns dir recht wäre.

syra

Ja.

robert frey

Du könntest mir deine Handynummer geben.

Syra nickt nur. Traurige Stimmung.

 

INT. BANK – BÜRO STOLZENTHALEr – tag

Stolzenthaler und Fritzner.

fritzner

Wie stehen die Aktien daheim. Im ehelichen Hafen.

stolzenthaler

Wie sollen die stehen.

fritzner

Wie steht der Kurs mit dem Schwiegervater. Gibts nach wie vor Diskrepanzen oder haben wir schon einen Konsens in Sichtweite.

stolzenthaler

Heiße Liebe kann man nicht dazu sagen. Wir sind nach wie vor per Sie, wir gehen uns aus dem Weg.

fritzner

Musst du immer noch Angst haben, dass du eines Tages meuchlings einen orientalischen Krummsäbel in den Rücken kriegst oder so was.

stolzenthaler

Ich mach dem Bulvari seine Finanzierung. Der ist von mir abhängig. Ich kann dem nach wie vor jederzeit finanziell die Luft rauslassen, wenn er mir dumm kommt. Das weiß der auch, der ist ja nicht unschlau.

fritzner

Wie lang geht das jetzt schon so.

stolzenthaler

Heute ist es genau ein Jahr her, dass ich geheiratet

habe.

fritzner

Was echt? Heute ist dein Hochzeitstag. Wie wirst du ihn denn feiern?

stolzenthaler

Noch nix konkretes geplant. Mach du einen Vorschlag.

 

EXT. Firma SCHELLANDER – TAG

Auf dem Platz von Schellanders Transportfirma ist mittlerweile ein polnischer Autohandel, “Gebrauchtfahrzeuge Polansky“.

Schellander dackelt zwischen den Gebrauchtwagen herum und putzt unkoordiniert die Scheiben. Er ist vom Alkohol zugrunde gerichtet. Er pinkelt hinter ein Auto.

POLANSKY zeigt einem KUNDEN ein Auto. Handschlag. Sie gehen zum Büro. Polansky ruft Schellander zu:

polansky

Herr Schellansky. Machst du Passat fertig, alles.

Bissi putzen, bissi Benzina, waßt eh.

 

Int. Firma schellander – tag

Frau Schellander im Büro, ordentlich angezogen. Auch im Büro residiert inzwischen der Gebrauchtwagenhändler, nur das alte Firmenfoto mit Schellanders ehemaliger Lkw-Flotte hängt noch irgendwo.

Polansky und Kunde kommen rein. Der Kunde blättert eine Anzahlung hin, Polansky schreibt eine Quittung.

polansky

Mach ma Anzahlung und mei Schatzl macht Ihnen

gleich Kaufvertrag fertig alles.

(zu Frau Schellander)

Schatzl, machst du Kaufvertrag für gnädigen Herrn

für Passat CL.

frau schellander

Habens Ihnen für einen entschieden. Na das ist aber

schön. Gratuliere.

polansky

Kriegen Sie gleich Kaufvertrag alles, mei Schatzl

macht Ihnen fertig.

frau Schellander

Wollens vielleicht derweil einen Kaffee.

kunde

Ja.

Polansky sucht die betreffenden Fahrzeugpapiere aus einem Büroschrank. Er greift Frau Schellander an den Hintern, sie sind offensichtlich ein Paar. Er steckt ihr einen der Geldscheine des Kunden ins Dekolleté.

polansky

Und sagst du dein Bičko Mann er soll nix überall auf

Platz brunzen. Sonst schmeiß ich raus den Deppate.

 

Int. Firma schellander – tag

Polansky und Kunde kommen aus dem Büro, Kunde mit Kaufvertrag. Verabschieden sich, Kunde geht vom Platz.

Martin fährt mit einem Cherokee auf den Hof, Sandra am Beifahrersitz. Sie steigen aus.

polansky

Ojo, fesches Auto. Wen gehört. Gehört dir?

martin

Hab im Lotto gewonnen. Frag nicht so blöd.

sandra

Mein Chef hats uns geborgt. Wir holen meine

Sachen, der Martin hilft mir. Ist die Mama da?

Sie sieht Schellander zwischen den Autos herumgeistern, winkt ihm:

sandra

Hallo Papa.

martin

Hallo.

Schellander registriert sie gar nimmer. Zu kaputt vom Trinken.

SPÄTER. Martin und Sandra laden ihre Sachen in den Cherokee. Frau Schellander steht daneben und schaut zu.

frau schellander

Du kannst doch deine Mutter nicht einfach allein

lassen. Wieso willst du nimmer da wohnen. Ich hab

doch niemand.

sandra

Na du hast doch den Papa.

martin

Und den Polacken.

Martin will Sandras Kosmetikstuhl im Cherokee verstauen.

martin

Der passt nimmer rein.

sandra

Ist egal. Den brauch ich eh nimmer.

Martin stellt den Kosmetikstuhl irgendwo hin. Frau Schellander setzt sich rein.

Frau Schellander

Das eigene Kind lässt seine alte Mutter einfach sitzen.

Polansky gefällt der Cherokee.

polansky

Sagst du dein Chef wenn er verkaufen will, soll

kommen zu mir. Mach ich gute Preis alles.

Martin macht die Heckklappe zu.

Frau Schellander

Vom eigenen Fleich und Blut wird man verraten ..

sandra

Tschüs Mama. Ich ruf einmal an.

martin

Tschüs.

Martin und Sandra fahren vom Hof. Polansky winkt ihnen nach.

Frau Schellander sitzt noch immer in Sandras Kosmetikstuhl vor dem Büro.

Schellander kommt mit seinen Autoputzsachen angedackelt.

frau schellander

Der Sohn taugt von Haus aus nix, und die Tochter wird eine Hur. Was muss man anstellen, dass einen der Herrgott mit solchen Kinder straft. Und lassen die eigene Mutter einfach sitzen, in ihrem Schicksal. Eine Sünde ist das. Eine Sünde.

 

EXT. VOR CLUBSAUNA – tag

ABEND. Sandra und Martin laden Sandras Sachen aus dem Cherokee, sie zieht dort neuerdings ein.

Stolzenthalers Sportwagen steht vor dem Etablissement. Stolzenthaler und Fritzner kommen gerade raus.

stolzenthaler

Da schau her. Ziehst du da ein.

sandra

Ich geh mit dem Chef. Was gehts dich an.

fritzner

Und. Gehen Sie auch mit anderen? Aufs Separee und

so, mein ich?

sandra

Nicht mit jedem.

stolzenthaler

Vielleicht sehen wir uns ja drin einmal. Könnten wir

die alten Zeiten wieder aufleben lassen.

sandra

Nicht für eine Million. Mit jedem anderen, meinetwegen.

Aber nicht mit so jemand wie dir. Lieber lassert ich mirs

zunähen.

fritzner

Na die ist aber offensichtlich nicht dein größter Fan,

die junge Dame. Was hast du denn mit der angestellt.

martin

Ich sag dir gleich was ich mit euch anstell,

ihr zwei Arschlöcher.

Er will auf Stolzenthaler losgehen, Sandra hält ihn ab.

sandra

Lass ihn. Das sind Kunden. Ich will keinen Ärger mit dem

 Chef kriegen.

martin

Arschlöcher sind das.

sandra

Ja. Lass die gehen. Die sinds nicht wert dass wir uns mit

denen aufhalten.

stolzenthaler

Klar, du bist was wesentlich besseres. Sieht man ja. Dein

Kurs ist ja unübersehbar ganz rasant im Aufsteigen. Da

können wir nicht mithalten. Die Muschi vergolden lassen

können wir uns ja nicht.

martin

Für das musst du jetzt bluten, du Sau.

Er geht auf Stolzenthaler los, Sandra geht dazwischen.

sandra

Lass ihn. Hör auf. Der ist es nicht wert, sag ich dir.

Stolzenthaler und Fritzner gehen zu ihren Autos.

fritzner

Sag einmal. Was kennst denn du für kaputte Figuren.

stolzenthaler

Dich kenn ich ja auch.

 

INT. CLUBSAUNA – NACHT

Martin und Sandra an der Bar. BARDAME stellt ihnen Getränke hin.

sandra

(zur Bardame)

Geht auf mich. Schreib es bei mir dazu.

Martin trinkt.

martin

Sandra wieso musst du in einem Puff arbeiten.

sandra

Muss ich ja nicht.

martin

Warum tut meine Schwester sowas.

sandra

Ich tu nichts, was ich nicht will. Verstehst du. Nichts.

martin

Nein, ich verstehs ganz und gar nicht. Erklärs mir.

sandra

Mir gehts gut. Da gibts nichts zum erklären.

martin

Hat es irgendwas mit dem Arsch zu tun.

Der mit der Uhr.

sandra

Der? Der ist mir wurscht. An den denk ich gar nimmer.

Ich bin frei.

Martin

Du bist frei- was soll das heißen.

sandra

Na dass ich FREI bin, das soll es heißen. Dass ich nur mir

selber gehöre. Das ist mir das wichtigste.

martin

Wie kannst du so was sagen. Ausgerechnet. Du bist doch

eine H- .. du gehörst jedem.

sandra

Nein. Nicht jedem. Mein Herz, da drin-

(sie zeigt auf ihr Herz)

-das gehört mir allein. Das ist frei. Das gehört nur dem,

dem es gehören WILL.

Sie gibt Martin ein Bussel auf die Wange. Er wischt sich die Wange ab.

 

INT. Penthouse STOLZENTHALER – NACHT

Syra im Nachthemd, sie trägt ihr Baby in der Wohnung herum um es einzuschläfern. Stolzenthaler kommt heim.

syra

Psst. Leise.

stolzenthaler

Ich hab keinen Ton gesagt.

syra

Leise. Du weckst sie auf.

stolzenthaler

Ich BIN leise.

syra

Du schaust sie nicht einmal an.

stolzenthaler

Was schau ich nicht an.

syra

Dein Kind. Wann hast du sie das letzte mal angeschaut.

stolzenthaler

Ich weiß wie mein Kind ausschaut.

Er schmeißt sein Sakko achtlos irgendwohin. Syra liegt das Baby ins Kinderbett.

stolzenthaler

Was ist los mit dir.

syra

Bitte. Sei leise.

Stolzenthaler beugt sich demonstrativ über das Kinderbett.

stolzenthaler

Ich schau das Kind an. Okay? Bist du zufrieden. Ich

hab es angeschaut, was willst du, verflucht nochmal.

Das Baby ist wieder aufgewacht. Syra wendet sich resigniert ab.

Syra hebt Stolzenthalers Sakko auf und hängt es ordentlich auf. Sie riecht daran.

 

INT. Penthouse STOLZENTHALER – badezimmer

Syra vor dem Waschbecken, sie schaut in den Spiegel. Stolzenthaler kommt rein.

syra

Weißt du was heute für ein Tag ist.

stolzenthaler

Was wird das. Eine Quizfrage oder was.

syra

Weißt du’s oder nicht.

stolzenthaler

Unser Hochzeitstag, ja. Was soll das Theater.

syra

Du riechst nach Frau.

stolzenthaler

Und. Du auch.

syra

An unserem Hochzeitstag gehst du zu anderen Frauen.

stolzenthaler

Mach ja keine Szene.

syra

Weißt du, mein Vater: der hat mich behandelt wie ein Eigentum. Aber du, du behandelst mich wie ein Stück- wie- wie einen Einrichtungsgegenstand.

stolzenthaler

(wird immer böser)

Dein Vater, ja? Soll ich dir sagen was mich dein Vater kann? Bist du mit deinem Vater verheiratet? Nein. Mit wem bist du verheiratet.

syra

Hör auf.

stolzenthaler

Mit wem vögelst du. Wer macht dir die Kinder, dein Vater oder ich. Wer?

Er bedrängt Syra bösartig und gewaltsam. Sie wehrt sich.

syra

Hör auf! Bitte! Hör auf!

stolzenthaler

Auf deinen Vater scheiß ich.

syra

Lass mich. Du tust mir weh!

Sie reißt sich los. Div. Badezimmersachen fallen KLIRREND zu Boden. Stolzenthaler schmiert Syra eine. Sie heult. Er packt sie und nötigt sie mit Gewalt zum Verkehr, demütigend und erniedrigend. Das Baby beginnt zu SCHREIEN.

 

EXT. PRATER – vor CASINO king – NACHT

Bulvaris Limousine vor dem Casino, Erkan daneben, hört Bulvaris HANDY LÄUTEN, es liegt im Auto. Erkan lässt es läuten, geht ihn nichts an. 

 

INT. Penthouse STOLZENTHALER – nacht

Syra schluchzend, zerrissenes Nachthemd, mit Handy: keiner hebt ab. Verzweifelt wählt sie eine andere Nummer.

 

Int. Wohnung frey – nacht

HANDY LÄUTET, Robert Frey schläft bereits. Er findet das Handy am Nachtkastel, meldet sich:

robert frey

(am Handy)

Hallo- wer? – Syra! Um Himmels willen, was ist mit dir.

 

INT. CLUBSAUNA – NACHT

Martin hängt noch immer an der Bar herum. Sein HANDY LÄUTET.

martin

(am Handy)

Ja? - Klar kann ich.

 

exT. vor CLUBSAUNA – NACHT

Ein paar NUTTEN stehen vor dem Etablissement herum. Martin im Cherokee von Sandras Chef: er startet durch und fährt mit QUIETSCHENDEN REIFEN davon.

 

Ext. Vor penthouse stolzenthaler – nacht

Robert Frey kommt mit seinem Auto, mittlerweile hat er ein größeres. Der Cherokee parkt bereits vor dem Haus. Martin steigt aus, als er Robert Frey kommen sieht.

Robert Frey und Martin am Haustor.

robert frey

Danke dass du gekommen bist.

martin

Du bist mein Chef.

robert frey

Ihr Mann scheint irgendwie unberechenbar zu sein, drum

hab ich es für besser gehalten, wen jemand mitkommt.

martin

Kein Problem.

Robert Frey läutet bei Stolzenthaler“. In derselben Sekunde SUMMT der Türöffner. Robert Frey und Martin rein.

 

int. penthouse stolzenthaler – nacht

Syra öffnet, Robert Frey und Martin sind da.

syra

Danke.

martin

Wo ist er. Ich brech ihm die Knochen.

syra

(zu Robert Frey)

Lass uns gehen, bitte. Er ist grad im Bad.

Sie nimmt ihr Baby, sie wollen gehen. Stolzenthaler kommt aus dem Bad, nackt.

stolzenthaler

Wer ist das. Was machts ihr in meiner Wohnung.

robert frey

Komm. Wir gehen.

Stolzenthaler reißt eine Schreibtischladen auf, darin ist eine Waffe, wie wir wissen.

stolzenthaler

Ich werds euch zeigen, ihr verfluchten-

Martin gibt der Schreibtischlade einen Fußtritt, wo Stolzenthaler gerade hineingreift, der reißt vor Schmerzen seine Hand heraus. Die Waffe fällt aus der Schreibtischlade. Martin schnappt sie.

martin

Ich blas dir das Hirn raus, du Mistfigur. Ich schieß dir

dein scheiss Hirn weg.

stolzenthaler

Sie haben mir die Hand gebrochen, Sie ver-

robert frey

Martin! Leg das weg!

syra

Tun Sie ihm nichts! Bitte! Tun Sie ihm nicht weh.

martin

Warum nicht.

syra

Er ist mein Mann. Bitte tun Sie ihm nichts!

robert frey

Martin! Sei vernünftig.

stolzenthaler

Was soll das alles. Was soll das. Was wollen Sie überhaupt-

robert frey

Wir gehen.

stolzenthaler

Ja, nehmts die mit. Ich schenk sie euch.

Könnt ihr geschenkt haben. Geschenkt! Scheisse.

Sie verlassen die Wohnung. Stolzenthaler umklammert seine Hand schmerzverzerrt.

 

ext. penthouse stolzenthaler – nacht

Robert Frey in seinem Auto, Syra mit Baby am Beifahrersitz. Martin steht daneben.

robert frey

Danke. Bist ein Freund.

martin

Schon okay.

Robert Frey fährt mit Syra ab. Martin schaut ihnen nach. Er hat noch immer Stolzenthalers Waffe. Es könnte zu regnen anfangen.

 

ext. auto frey – nacht

Robert Frey fährt. Er sieht dass Syra mit dem Baby am Arm eingeschlafen ist. Immer wieder schaut er sie an.

Auto fährt durch die verregnete Nacht.

 

Ext. Vor haus bulvari – auto frey – nacht

Robert Freys Auto parkt vor der Einfahrt.

Syra wacht auf. Sie erschrickt kurz, weil ihr Baby weg ist. Aber da sitzt Robert Frey neben ihr, er hält das Baby im Arm.

robert frey

Wir sind da.

Syra sieht, dass sie vor ihrem Elternhaus sind.

syra

Danke.

robert frey

Es tut mir so leid.

Schweigen schauen sie sich an. Schließlich nimmt Syra ihr Baby.

syra

Machs gut.

robert frey

Du auch.

Syra steigt aus. Robert Frey schaut ihr nach als sie zum Haus geht. Syra KLINGELT. Die Hausbedienstete öffnet, überrascht. Sie nimmt Syra das Baby ab. Haustür fällt hinter ihnen zu.

Robert Frey verbirgt sein Gesicht, er beginnt zu weinen.

 

EXT. VOR PENTHOUSE STOLZENTHALER – TAG

Stolzenthaler will mit seinem Sportwagen aus der Garage fahren. An der Hand eine Bandage: nichts ernsthaft gebrochen.

Der Cherokee blockiert die Ausfahrt, Martin sitzt drin. Stolzenthaler HUPT. Martin steigt aus. Mit der Waffe.

stolzenthaler

Was wollen Sie noch von mir. Sie haben Ihre Show

abgezogen, es reicht jetzt wirklich find ich.

martin

Sie sind ein schlechter Mensch.

stolzenthaler

Tatsächlich. Und Sie? Sind die Mutter Teresa, ja?

martin

Sie behandeln Frauen wie Dreck.

stolzenthaler

Wen interessierts.

martin

Wissen Sie, was Sie aus meiner Schwester gemacht

haben. Eine Hur.

stolzenthaler

Ich? Glaub eher, das hat sie von Ihrer Mutter.

martin

Nein. Die Schlechtigkeit von meiner Mutter, die hab

nur ich geerbt. Nicht meine Schwester. Was aus der

Sandra geworden ist, da haben Sie Schuld dran.

stolzenthaler

Wissen Sie was: ich hab zu tun. Ich muss in die Arbeit.

Martin

Sie sind ein schlechter Mensch. Sie sind um nichts besser

als ich. Um keinen Funken.

stolzenthaler

Ja ja. Von mir aus. Scheiss drauf.

Er rumpelt einfach über den Gehsteig um dem Cherokee auszuweichen, und fährt davon. Martin bleibt zurück. Er hat noch die Waffe. Wohin damit? Er schmeißt sie in einen Mistkübel.

 

INT. haus BULVARI – TAG

Am Frühstückstisch. Syra, Bulvari, Frau Bulvari. Syra sehr gefasst. Bulvari  sehr gedrückt.

syra

Ich gehe nicht mehr zurück.

frau bulvari

Syra. Er ist dein Mann.

syra

Ich gehöre ihm nicht. Ich gehöre niemand.

Bulvari

Was willst du jetzt tun.

syra

Es ist mein Leben.

bulvari

Das weiß ich.

syra

Es gehört mir. Mir allein.

bulvari

Ja. Es ist deines. Ich weiß ..

syra

Ich werde studieren. So wie ich es wollte.

frau bulvari

Du willst studieren.

syra

In Frankreich. Ich will nach Paris gehen und dort studieren.

bulvari

Syra. Verlieren wir dich.

syra

Nein.

bulvari

Ich verliere meine Tochter.

syra

Du kannst mich nicht verlieren, wie einen Regenschirm.

Einen Besitz kann man verlieren, ein Eigentum.

bulvari

Ich weiß. Ich weiß ja. Dass du recht hast.

syra

Ich bin kein Besitz. Niemand besitzt mich.

frau bulvari

Kind, dein Vater liebt dich doch. Was redest du da.

Von Besitz.

Bulvari schweigt. Er ist nicht glücklich.

syra

Ich werde gehen. Und mein Leben nehm ich mit.

Es gehört mir.

bulvari

Ja, es gehört dir.

syra

Wirst du es mir verbieten?

bulvari

Nein .. Ich verbiete dir nichts .. Es ist dein Leben.

Hausbedienstete schaut bei der Tür rein.

hausbedienstete

Fräulein Syra. Das Baby. Ist aufwachen jetzt.

Syra geht mit ihr hinaus. Frau Bulvari nimmt Bulvaris Hand.

bulvari

Ich habe mich an meinem Kind versündigt. Habe sie

verraten. Wollte meine Tochter verkaufen wie ein ..

einen Besitz.

frau bulvari

(erschüttert)

Antol .. Wovon um Himmelswillen redest du denn??!

 

INT. CLUBSAUNA – TAG

Sandra, leichtgeschürzt, kommt mit einem FREIER aus einem Separée, er steckt ihr Geld in den Ausschnitt. Er will sie auf den Mund küssen, aber sie dreht sich weg.

sandra

Nicht auf den Mund. Das spielts nicht.

Freier ab. Sandra setzt sich an die Bar. Da sitzt Michl Dunker, er trinkt.

sandra

Michl- bist du das?

Sie rückt zu ihm.

sandra

Sag bloß, du kennst mich nimmer.

michl dunker

Sicher.

sandra

Hast du dein Motorrad noch.

michl dunker

Habs nimmer.

sandra

Was machst du. Wo fährst du jetzt.

michl dunker

Brauerei. Als Beifahrer.

sandra

Als Beifahrer? Du bist doch kein Hilfsschani, du bist

doch Fernfahrer.

michl dunker

War ich.

Sandra ist bissel erschüttert, was aus ihm geworden ist.

sandra

Michl, Michl. Was ist nur aus dir geworden.

michl dunker

Was soll geworden sein.

Sandra streicht ihm über die Haare, er zuckt zurück.

sandra

Komm her. Du bist wirklich noch der gleiche wie früher.

michl dunker

Und was bist du.

sandra

Ich bin auch die gleiche.

Sie schaut Michl Dunker an. Sie lächelt.

sandra

Komm her.

Sie küsst ihn auf den Mund. Michl Dunker starrt sie an. Er schmeißt Geld auf die Bar und verlässt das Etablissement überstürzt.

bardame

Was hast du denn mit dem angestellt. Der ist ja raus

als wenn er einen Käfer im Hintern hätt.

sandra

Kommt der öfters her?

bardame

Manchmal. Aber der sitzt nur da. Und trinkt.

Geht nie mit einer raus.

sandra

Ich glaub dem gehts nicht gut.

bardame

Dann sind wir froh, dass es wenigsten uns gut geht.

sandra

Der hat sein Herz verloren..

bardame

Dafür haben wir unseres noch. Stimmt doch, oder.

sandra

Darauf kannst du wetten.

Gib mir was. Lass uns drauf anstoßen.

Bardame gibt ihr ein Glas, sie stoßen an.

bardame

Auf was trinken wir.

sandra

Auf unser Herz. Weil wir es noch haben.

bardame

Weil es uns gehört. Sonst niemand.

 

INT. Haus BULVARI – nacht

ABEND. Bulvari in seinem Arbeitszimmer, er grübelt schwer: es ist kein leichter Entschluss, den er vor sich hat. Endlich wählt er eine Telefonnummer.

 

Ext. Parkplatz vor bank – nacht

ABEND. Stolzenthaler kommt aus der Bank raus, geht zu seinem Sportwagen. Sein HANDY KLINGELT.

stolzenthaler

(am Handy)

Ja. – Wer? - Wo ist meine Frau.

bulvari

(am Tel.)

Sie kommt nicht mehr zu Ihnen zurück.

stolzenthaler

Was soll das heißen. Klar kommt die wieder.

bulvari

Nein.

stolzenthaler

Sie schaffen mir die wieder her, haben Sie verstanden.

Was glaubt denn die: die kann einfach gehen wenn ihr

was nimmer passt?

Er steigt in sein Auto ein.

bulvari

Sie ist nicht ihr Eigentum.

stolzenthaler

Die ist meine Frau. Ein Stolzenthaler lässt sich nicht

auf den Kopf scheißen.

bulvari

Sie ist meine Tochter.

stolzenthaler

Na genau davon red ich ja. Sagen Sie ihr gefälligst,

sie hat wieder heim zu kommen.

bulvari

Sie haben gehört, was ich gesagt habe.

Stolzenthaler fährt los. Er telefoniert beim Fahren weiter:

 

Ext. Auto stolzenthaler – nacht

stolzenthaler

(am Handy)

Sie wissen glaub ich nimmer mit wem Sie reden.

bulvari

(am tel.)

Das ist mir bewusst.

stolzenthaler

Ich kann Sie fertig machen. Ich mach Ihre Finanzierung,

verstehen Sie: ICH. Ich kann Ihnen jederzeit den Stecker

rausziehen. Ich kann Sie ruinieren!

 

EXT. kreuzung – NACHT

Martin im Cherokee von Sandras Chef, er steht vor einer roten Ampel. Ein Auto hält neben ihm: darin seine alten Kumpane.

Kumpan 1 am Beifahrersitz, ruft aus dem Fenster als er Martin sieht:

kumpan 1

Martin! Alter. Was lauft.

martin

He. Lang nimmer gesehen.

kumpan 1

Wo hast du das Auto her. Gestohlen?

martin

Gehört nicht mir. Meiner Schwester ihrem Chef.

kumpan 1

Was treibst du denn jetzt so.

martin

Was treibts ihr.

kumpan 1

Was ist:  Wer bremst verliert? Wie schauts aus?

martin

Nicht mit dem Auto.

 

Ext. Auto stolzenthaler – nacht

stolzenthaler

Sorgen Sie dafür dass Ihre Tochter schleunigst wieder

Vernunft annimmt, sonst sind Sie erledigt. Ich dreh

Ihnen sämtliche Kredite ab, haben Sie gehört!

bulvari

Ich hab damit gerechnet. Sie überraschen mich nicht.

An einer Kreuzung steht eine NUTTE. Stolzenthaler fährt vorbei, er sieht sie.

 

EXT. kreuzung – NACHT

Auto mit Kumpan 1, Kumpan 2 am Fahrersitz. Daneben Martin im Cherokee.

kumpan 1

 (zu Martin)

Was ist, traust du dich nimmer?

kumpan 2

Wer bremst, verliert! Wetten, der traut sich nicht.

kumpan 1

Der hat Schiss. Haha! Alter, du bist feig geworden.

Hast nix mehr in der Hose.

martin

Allerweil mehr als du, du Spasti.

Die Ampel war mittlerweile grün, inzwischen steht sie wieder auf rot. Jetzt überquert gerade Stolzenthalers Sportwagen die Kreuzung.

 

Ext. Auto stolzenthaler – nacht

Stolzenthaler hat die Nutte gesehen. Nach der Kreuzung bremst er und hält an.

stolzenthaler

(am Handy)

Gleich morgen. Haben Sie mich gehört. Streich ich Ihnen alle Finanzierungen. Wird das erste sein was ich morgen mache, sobald ich im Büro bin. Sie werden büßen müssen, Bulvari. Ist Ihnen das klar.

bulvari

Ja, ich muss büßen. Ich weiß.

Stolzenthaler klappt sein Handy zu.

stolzenthaler

(zu sich)

Der Scheisstürk. Morgen mach ich den fertig. Morgen

liegt der am Boden, dass er nie wieder aufsteht.

Retourgang. Stolzenthaler schiebt retour über die Kreuzung zurück, weil er die Nutte aufgabeln will.

 

EXT. kreuzung – NACHT

Auto mit Kumpanen, daneben der Cherokee mit Martin.

kumpan 1

Der traut sich nicht. Was wetten wir.

Die Ampel war inzwischen grün, mittlerweile ist wieder rot. Beide Autos brausen gleichzeitig los.

 

Ext. Kreuzung – nacht

Als Stolzenthalers Sportwagen über die Kreuzung retour schiebt rasen zwei Autos bei Rot aus der Querstraße:  das Auto der Kumpane, und Martin im Cherokee. CRASH.

 

– ENDE –

 

 

zum Ausdrucken: Drehbuch download als Word.doc (113 Seiten)

 

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