|
► Drehbuch download als Word.doc (120 Seiten) Falsche Franzosen von Michael Nöhrig Drehbuch 90 min. © epo-film 2006 int. cafe bea – sonntag Vorstadtcafe. Diverse
Porzellan-Kitschfiguren auf einem Bord. THEO GONSKY und LEO ("ELLI") SCHELLAK beim Dartspielen. Gonsky raucht. gonsky Und, was war weiter. Triffst du sie wieder. schellak Ich weiß nicht. gonsky Was heißt, du weißt nicht. schellak Ich glaub nicht. gonsky Du hast ein Rendezvous mit einem Mädel und
du weißt nicht ob ihr euch wieder trefft? schellak Sie wollte wissen was ich für ein
Sternzeichen bin. gonsky Wenn dich ein Mädel einmal nach deinem
Sternzeichen fragt, dann hast du bei ihr quasi schon gewonnen. schellak Und ich sag noch zu ihr: keine Ahnung,
dieser ganze Astro-Hokuspokus geht mir eigentlich sonstwo
vorbei. gonsky Elli, du bist ein echtes Genie. schellak Sie ist dann ziemlich bald gegangen. gonsky Du bleibst ein hoffnungsloser Fall. Gonsky wirft einen Dartpfeil,
draußen geht eine fesche BLONDINE vorbei, das lenkt ihn ab. Er schießt den
Pfeil versehentlich auf eins von den Porzellansachen, das fällt vom Bord
runter, kaputt. BEA, die Chefin. Gonskys ältere Schwester. bea Theo! Was habt ihr zwei jetzt wieder
angestellt. gonsky Kleines Missgeschick. bea Das schöne Stück. Ich könnte heulen. gonsky Solche Staubfänger kriegt man auf jedem
Flohmarkt. bea Ein wertvolles Sammlerstück war das. Und
ihr zwei Deppen ruiniert das. Ich könnte dich durch den Mond schießen. Gonsky Soviel kann doch das nicht wert sein, der
alte Kitsch. bea Um das gehts doch
gar nicht, da gehts doch um den ideellen Wert. gonsky Ich ersetze dirs,
Bea. bea Erwürgen könnte ich dich. Wenn du nicht
mein Bruder wärst hätt ich das eh schon lang getan,
glaub mir. gonsky Du kriegst ja ein neues von mir, jetzt mach
nicht so ein Theater deswegen. bea Ich bin stinksauer, Theo, hast du
verstanden, stinksauer. gonsky Jetzt komm, beruhig dich wieder. bea Nein lass mich. Am besten du verschwindest
jetzt aus dem Lokal Theo, schau dass du rauskommst. gonsky Bea, Schwesterchen. Morgen kriegst du eins
wieder, versprochen. bea Raus mit dir, ich will dich- gonsky Ich habs dir
versprochen, hast du gehört. bea Ja ja
meinetwegen. Aber heute will ich dich nimmer sehen. Verschwinde jetzt bevor
ich ernsthaft bös werde. Gonskys Sonntagssakko an der Garderobe, Bea
schnappt es und drängt es Theo auf. Sie schubst ihn aus dem Lokal. Schellak mit der kaputten Porzellanfigur. schellak Könnte man vielleicht kleben, wenn man- bea Und du hältst deinen Schnabel, sonst
schmeiß ich dich auch raus. Gib das her. Sie schmeißt die Scherben weg, sie ist
ernsthaft böse wegen der kaputten Porzellanfigur. ext. flohmarkt Gonsky im Sakko. Ein Verkaufsstand mit
Porzellan-Kitschfiguren. Gonsky kauft eins von den Stücken. Er schäkert mit
der Flohmarkt-HÄNDLERIN. Die Händlerin packt das
Stück in Zeitungspapier ein. Gonsky bummelt mit dem Paket unterm Arm
über den Flohmarkt. Er will rauchen, aber seine Zigaretten sind aus. Ein Würstelstand. Zwei französische
TOURISTINNEN mit Stadtplan fragen den WÜRSTELMANN um Auskunft aber der kennt
sich nicht aus. Gonsky kommt hinzu, er stellt das Paket ab
um beim Würstelmann Zigaretten zu kaufen. touristin 1 Pardon monsieur, parlez-vous français? gonsky Parlewuh, sivo pläh. touristin 1 Savez-vous où se trouve le
musée d'art? UNTERTIEL:
"WO GEHT’S ZUM KUNSTMUSEUM?" gonsky Enchenté. Merci bokuh. touristin 2 Ce monsieur ne te comprend
pas du tout. UT:
"DER VERSTEHT DICH ÜBERHAUPT NICHT." Offenkundig kann Gonsky gar nicht Französisch und
möchte mit den Touristinnen nur schäkern. touristin 1 Vous me comprenez? Le musée d'art. touristin 2 Aimez-vous faire l'amour avec nous? UT:
"MÖCHTEN SIE MIT UNS LIEBE MACHEN?" gonsky Voulez-vous d’amour, merci
beaucour. touristin 2 Connaissez-vous ma tante qui est décédée l'année passée? UT: "KENNEN SIE
MEINE TANTE, DIE LETZTES JAHR GESTORBEN IST?" GONSKY Wui madame, mercie
passée. Die Touristinnen sind über Gonsky amüsiert.
Sie stecken die Köpfe über dem Stadtplan zusammen. gonsky Ah, verstehe schon. Ihr wollt zum
Kunstmuseum, ihr zwei Schönen. Museum
dell’arte, comprie? touristin 1 Oui, le musée d'art. touristin 2 Le musée d'art, oui. gonsky So ein Zufall, da wollte ich auch grade
hin. Mademoiselle, sivo pläh.
Darf ich bitten. Taxi für die Damen. Gonskys Auto steht neben dem Würstelstand,
im Halteverbot. Gonsky hält die Tür auf und will sie einsteigen lassen. touristin 1 Ceci est un taxi? No. gonsky Logisch ist das ein Taxi, pass auf- Er holt eine Taxi-Leuchte aus dem
Kofferraum, und stellt sie aufs Autodach. Sie hält mit Magneten. gonsky Le taxi, voilà. touristin 2 No. Ceci n'est pas de taxi. touristin 1 No, nous mieux va. Die Touristinnen finden Gonsky witzig, aber
in sein Auto wollen sie ganz bestimmt nicht einsteigen. Da gehen sie lieber
zu Fuß. gonsky No? Nix Taxi? Er wirft die Taxi-Leuchte wieder in den
Kofferraum. gonsky C'est siboh, gehen wir halt zu
Fuß. Ist eh nicht weit. Messjöh Dam, es ist mir ein
Vergnügen. Gemeinsam mit den Touristinnen spaziert er
los. Jetzt fällt ihm ein dass er das Zeitungspaket mit der Porzellanfigur am
Würstelstand vergessen hat. Er eilt noch mal zurück und holt sichs um es mitzunehmen. ext. vor kunstmuseum St. Marenten Museumsplatz in St. Marenten.
Kunstmuseum, gegenüber Naturmuseum. Gonsky, die zwei Touristinnen. gonsky Questa naturélle,
questa la kunst. Sie gehen ins Kunstmuseum. An der
Museums-Fassade steht ein Baugerüst. int. museumssaal – tag Gonsky und Touristinnen schauen sich die
ANDROMEDA VON PIERLUIGI CASSINI an, eine kitschige kleine Goldstatuette in
einer Glasvitrine. gonsky Die würde meiner Schwester gefallen. Die steht auf solche alten Kitschsachen. Gonsky stellt sein Zeitungspaket mit der
Flohmarktfigur auf einem Fensterbrett ab, er zündet sich eine Zigarette an um
heimlich zu rauchen. Ein Feuerlöscher, ein Schild RAUCHVERBOT. MUSEUMSDIREKTOR SCHÖPS kommt mit hohen
ausländischen GÄSTEN in den Saal, er führt ihnen die Andromeda vor.
Touristinnen müssen beiseite treten. Gonsky geht beiseite, er sieht sich um wo
er seine brennende Zigarette loswerden kann. direktor schöps Meine Herren, ich bitte sehr. Die Andromeda
von Pierluigi Cassini, Mitte sechzehntes
Jahrhundert, der Stolz unserer Sammlung. Eine Pretiose
von unermesslichem Wert. Ein MUSEUMSWÄCHTER sperrt die Vitrine auf,
den Schlüsselbund hat er an einer Kette am Hosenbund. Damit die Gäste die
Andromeda genauer betrachten können. auslÄNDISCHER gast Oh, how tiny. It’s
pretty small. direktor schöps Ja, klein aber fein. (zum Museumswächter) Sie, Schranz.
Haben Sie schon wieder im Dienst geraucht. Ich warne Sie. MUSEUMSwächter Ich schwöre Ihnen, Herr Direktor, sowahr ich- direktor schöps Ich kann es doch riechen, lügen Sie mich
nicht an. Hier ist geraucht worden. Gonsky macht ein Fenster auf und will seine
Zigarette hinaus werfen. Vor dem Fenster draußen ist das Baugerüst. direktor schöps (zu Gonsky) Sie! Sie unterstehen sich und rauchen in meinem Museum. (zum Museumswächter) Schranz, schmeißen Sie den Mann raus. Aber unverzüglich. ext. vor kunstmuseum Museumswächter kommt mit Gonsky raus, er
hat ihn aus dem Museum hinausbegleitet. Gonsky muss das Museum verlassen. MUSEUMSwächter Tschüss und Wiederschaun. Gonsky geht. Er zündet sich eine neue Zigarette an. Int. MUSEUMssaal Direktor Schöps und Gäste gehen in den
nächsten Saal. Die zwei französischen Touristinnen schauen sich die Andromeda
an. Eine versucht beiläufig, ob die Vitrine aufgeht: tatsächlich, sie ist
nicht abgesperrt. Weil der Museumswächter mit dem Schlüsselbund von Direktor
Schöps mit Gonsky hinausgeschickt wurde. touristin 1 Ces Viennois sont encore plus
désordonnés que nous Français. UT:
"DIESE WIENER SIND NOCH SCHLAMPIGER ALS WIR FRANZOSEN." ext. flohmarkt Der Flohmarkt ist vorüber, STRASSENKEHRER
räumen Mist weg. Gonsky kommt zu seinem Auto zurück, ein
Strafzettel steckt dran. Jetzt fällt ihm ein, dass er sein Zeitungspaket mit
der Flohmarktfigur im Museum vergessen hat: gonsky (zu sich) Oi. Das Geschenk für die Bea- ext. vor kunstmuseum Museum ist bereits geschlossen. Gonsky
liest eine Tafel mit den Öffnungszeiten: "DIENSTAG
- SONNTAG 10 BIS 18 UHR. MONTAG GESCHLOSSEN" gonsky Morgen ist zu, so ein Mist. Und ich hab es
der Bea aber versprochen. int. museumssaal – nacht Eine PUTZFRAU findet Gonskys Zeitungspaket
mit der Flohmarktfigur am Fensterbrett, sie wirft es achtlos in ihr Müllwagerl. ext. vor kunstmuseum - nacht Oben auf dem Baugerüst ist einer, er
schmeißt einen Zigaretten-stummel runter. Er steigt
durch das Fenster ins Museum ein. ALARMSIRENE HEULT LOS. int. museum - portierloge – nacht Der Museumswächter schläft, die ALARMSIRENE
weckt ihn. Er drückt einen Schalter um den Alarm abzustellen. Er schaut auf
die Überwachungs-Monitore: nichts zu sehen. Er schaut auf seine Armbanduhr
und schläft weiter. int. museumsaal – nacht Die Glasvitrine ist leer, die Andromeda
weg. Ein Fenster offen. ext. vor kunstmuseum Der Unbekannte klettert von dem Baugerüst
herab, er hat irgendwas unterm Arm. Ein Sonntags-Zeitungsstand von gestern,
er nimmt eine Zeitung raus und wickelt das Ding damit ein. Er spaziert davon.
Keine Reaktion auf den Alarm. St. Marenten bei
Nacht. Frühsommer. Ext. neubau haus marina – MONtag Ein Wohnsilo-Neubau, außen ein
provisorischer Baustellen-Aufzug. Lieferwägen von verschiedenen Handwerksfirmen. Auch
Gonskys Auto. int. neubau Lauter identische Wohnungen, alle schauen
gleich aus, Einheitsbauweise. HANDWERKER erledigen diverse
Finish-Arbeiten, Türnummern anschrauben, Telefone anschließen usw. in den verschiedenen
Wohnungen, demnächst bezugsfertig. Ein BAULEITER weist die Handwerker an. bauleiter Pronto pronto, dawei
dawei. Weitermachen Leute, am Wochenende muss alles
picobello bezugsfertig sein. Gonsky und Schellak mit Werkzeugtaschen,
mit einer Ladung Klodeckel und Putztürchen auf einer Lieferrodel. bauleiter Was habt ihr zwei da. gonsky Klodeckel und Putztürln. bauleiter Dann gebt Gummi, hopp hopp.
Am Samstag haben wir Übergabe, dann ziehen die Leute ein und wollen aufs Klo
gehen. Pronto. Irgendwo ein RADIO. int. neubau - wohnung Gonsky und Schellak gehen von Wohnung zu
Wohnung. Sie setzen in allen Badezimmern die Installationstürchen unter den
Badewannen ein, Gonsky montiert die Klodeckel. Alle Badezimmer sind gleich. im Radio -heute weitere Einzelheiten über den
spektakulären Einbruch bekannt, bei dem in der Nacht auf Sonntag die
weltbekannte Andromeda aus dem Kunstmuseum Sankt Marenten
gestohlen wurde- gonsky Das war überhaupt kein Einbruch, was
erzählen die für Blödsinnn. Was glaubst du, wer die
hat. Elli. schellak Wer was hat? gonsky Wer das Dings hat, die Andromeda. Darfst
raten. ext. VOR neubau Pkw und Streifenwagen fahren herbei. BEAMTE
und POLIZISTEN gehen ins Haus. int. neubau - wohnung gonsky Die hab ich. schellak (ironisch) Eh klar. Die Andromeda. Du hast sie aber
nicht zufällig dabei, oder. int. neubau Beamte zeigen dem Bauleiter ihre
Dienstausweise. Ein HANDWERKER 1 läuft übers Stiegenhaus
rauf. int. neubau - wohnung Schellak fassungslos. Gonsky zeigt ihm die
Andromeda: in seiner Werkzeugtasche, in Zeitungspapier eingewickelt. schellak Das ist die Andromeda aus dem Radio? DIE Andromeda? gonsky Na wie viele Andromedas gibts
denn. Klar die aus dem Radio, welche denn. int. neubau Handwerker 1 rennt von Wohnung zu Wohnung
und warnt alle Kollegen. Alle Wohnungstüren schauen gleich aus, in allen
Stockwerken. HAndwerker 1 Arbeitsinspektorat! Kontrolle! Alle ohne Aufenthalts und
Arbeitsberechtigung rauf unters Dach! Subito! Die Handwerker lassen alles fallen und
liegen und verschwinden schleunigst. ext. neubau Eine Palette Zementsäcke hängt an dem
Baustellenaufzug. Plötzlich gestoppt, Zementsäcke pendeln in der Luft. int. neubau - wohnung Ringsum Stille, alle Handwerker sind
verschwunden. Nur Gonsky und Schellak, sie betrachten die Andromeda. schellak Du musst ja übergeschnappt sein. Wieso hast
du das gemacht? gonsky Für die Bea. Weil ich ihr
Lieblings-Porzellanstück ruiniert habe. Weil ich ihr versprochen habe, dass sie heut ein neues kriegt. schellak Theo, bist du noch zu retten- gonsky Ist ja nur vorübergehend. Ich hab ihr eins
gekauft aber das haben die im Museum irgendwo verschustert. schellak Und stattdem hast
du einfach die Andromeda mitgehen lassen? Bist du übergeschnappt. gonsky Wenn ichs der Bea
aber für heute versprochen hab. Damit sie sieht, dass ich mein Wort einhalte.
Morgen bring ichs ins Museum zurück und hol mir
mein Flohmarktzeugs wieder, das ich dort liegenlassen hab. schellak Theo du spinnst. gonsky Ist ja quasi nur ausgeborgt. Damit die Bea
halt einstweilen einen Ersatz zum aufstellen hat, bis morgen. Versprochen ist
versprochen. schellak Viel schöner als das alte ist das auch
nicht grad. Was kann denn so ein Stück in etwa wert sein, übern Daumen? Gonsky Wasweißich. Recht groß ist es ja nicht. im radio -als Versicherungssumme werden über 50 Millionen Euro veranschlagt. Der
tatsächliche Materialwert ist dagegen vergleichsweise gering, da das Innere
der Skulptur aus Wachs besteht und lediglich oberflächlich vergoldet ist. gonsky Innen aus Wachs, und nur vergoldet. Eigentlich
ein ganz schöner Beschiss, typisch. Jetzt frag ich dich was daran so viel
wert sein soll. int. Neubau Beamte Polizisten Bauleiter halten in den
verschiedenen Wohnungen Nachschau, überall das gleiche Bild: unterbrochene
Arbeit, liegen gelassenes Werkzeug. Sämtliche Handwerker spurlos
verschwunden. int. neubau - wohnung beamter 1 Gewerbe-Inspektorat, MA 43. Gonsky und Schellak werden überrascht. beamter 2 Finanzverwaltung. Ausweiskontrolle. Gonsky muss sich ausweisen. Der Beamte
kontrolliert seinen Ausweis. Schellak mit der Andromeda-Werkzeugtasche ab ins
Bad. beamter 1 Gonsky. Ihner
Name kommt mir bekannt vor. Kennen wir uns nicht schon? Schellak verstaut Gonskys Werkzeugtasche
mit der Andromeda unter der Badewanne. Er setzt den Installationsdeckel ein
und sperrt ihn mit einem Vierkantschlüssel zu. beamter 1 Gewerbsmäßige Schwarzarbeit nennen wir das.
Das Werkzeug ist vorläufig beschlagnahmt. Beamte beschlagnahmen Schellaks
Werkzeugtasche. Gut, dass Gonskys Tasche mit der Andromeda rechtzeitig versteckt
ist. POLIZIST 1 überprüft Gonskys und Schellaks Ausweise mit einer Fahndungsliste. POLIZIST 1 Stehen alle beide auf der Fahndungsliste.
Die zwei Herrschaften. ext. neubau – tag Gonsky und Schellak kommen mit den Beamten
und Polizisten aus dem Haus. Sie müssen mitfahren. Die baumelnde Palette mit Zementsäcken
rasselt abwärts, unten zerplatzen sie, riesen
Zementwolke. INSERT ZEITUNGS-SCHLAGZEILEN: "ANDROMEDA VERSCHWUNDEN" "DREISTER
KUNSTRAUB" "DRITTGRÖSSTER KUNSTDIEBSTAHL DER GESCHICHTE" usw. ext. vor KUNSTmuseum Direktor Schöps bedrängt von Fernseh-Teams,
zwängt sich hindurch, verweigert jeden Kommentar, verschwindet im Museum. ext. neubau haus marina – eine woche später Der Bauaufzug ist weg. Hinter den Fenstern
Vorhänge: die neuen Wohnungen sind mittlerweile bewohnt. int. wohnung – tag Die Wohnung ist grad erst neu bezogen,
Umzugskartons stehen herum. MARINA, in Joggingkleidung. Sie füttert
ihre Katze. Schneidet sich bissel am Finger an der Katzenfutterdose. INT. neubau - STIEGENHAUS Marina kommt in Joggingkleidung raus, sie
hat einen Walkman. KITTY, ebenfalls in Joggingkleidung,
ebenfalls mit Walkman. Schusselig. Läuft Marina durchs Stiegenhaus hinterher. kitty Hi. Wir sind Nachbarn. marina Ich weiß. Hallo. kitty Bist du auch allein eingezogen? marina Ja, ich- Kitty sieht Marinas Pflaster am Finger. kitty Autsch. Hast du dir wehgetan. marina Hab meine Katze gefüttert, und- kitty Katzen mag ich. Ich heiße Kitty. marina Weingart, äh- Marina. Kitty schnappt sich Marinas Kopfhörer weil
sie reinhören will, sie verwurstelt die Kabel mit ihrem. Marina hört Klassik
im Walkman, Kitty Krawallmusik. KITTY Krass, was ist das. marina Rossini. kitty Ich steh auf Italiener. Kann deine Katze
füttern, wenn du mal nicht da bist. Ich mags lieber
fetzig. Willst du mal hören. Sie nötigt Marina ihren Kopfhörer auf.
Massiv laut. marina Ja, äh. Schön. Dings- Laut. ext. neubau - tag Kitty und Marina kommen raus. Ihre
Kopfhörer-Kabel haben sich miteinander verheddert. Sie wursteln herum. kitty Wo läufst du. marina Im Stadtpark, denk ich. kitty Wir könnten zusammen laufen. Toll, dass wir
uns kennengelernt haben. marina Wenn Sie wollen- wenn du willst. Warum nicht. kitty Ist echt irre. Jetzt sind wir grad erst
eingezogen, und sind schon Freundinnen. Krass. Was machst du? marina Was ich mache- kitty Beruflich. Was für Job. marina Ich bin bei der- kitty Ich bin Schauspielerin. Also, noch nicht
wirklich berühmt oder so. Am Abend muss ich zu einem Casting. marina Für eine Rolle. kitty Hauptrolle. Romeo und Julia. Rat mal für welche. Sie laufen gemeinsam davon. Der Bauaufzug
vor dem Neubau ist weg. INT. CAFE BEA – TAG Bea, Schellak, Gonsky raucht. bea WO wart ihr, im Arrest? Ich bin vor lauter
Sorgen beinah verrückt geworden. schellak Vorübergehende Festnahme ist nicht Gefängnis,
das war quasi nur eine reine Formsache. bea Und wieso kommt ihr dann erst tagelang
später wieder? Was habt ihr wieder ausgefressen. gonsky Wir haben bei denen noch eine Rechnung offen gehabt,
nicht bezahlte Geldstrafe für unbefugte Gewerbeausübung. schellak Uralte Geschichte, wir haben das längst vergessen
gehabt. Hat mich gewundert, dass die sich noch daran erinnern. gonsky Dann noch paar Strafzettel fürs Falschparken nicht
bezahlt, schon läppern sich ein paar Tage Ersatzarreststrafe zusammen. Nix aufregendes. schellak Die Unterbringung war tadellos, kann man eigentlich
nicht klagen. gonsky Nein, hat eigentlich keinen Anlass zu meckern gegeben. bea Mein eigener Bruder ist ein Knastbruder,
Theo es ist wirklich eine Schande mit dir verwandt zu sein. gonsky Ich hab ein Geschenk für dich, leider habs ichs nicht da. Muss es
erst morgen holen gehen. Eine Überraschung. bea Ja, deine Überraschungen kenn ich. Wollt ihr was essen, ihr zwei Sargnägel. schellak Die Bea ist wie eine Mutter zu uns. bea Und was seid ihr. Zwei dumme Buben. schellak Ich hab die Bea schon in der Volksschule
gefragt, ob sie mich heiraten will. Fünfundzwanzig Jahre ist das jetzt her. gonsky Und. Was hat sie gesagt. bea Ich hab gesagt: wenn du erwachsen bist. schellak Seit damals warte ich drauf. bea Da wirst du noch lange warten müssen. Ihr
werdet ja nie erwachsen, ihr zwei. gonsky Der Elli, unser Romeo. Wenn die Bea nicht
will, musst du deine Julia halt woanders suchen. int. studio Beim Casting:
Kitty und ein Schauspieler ROMEO. Sie albern herum. ROMEO Die Nachtigall wars,
nicht die Lerche. kitty Und ich schau dir in die Augen, mein
kleines Kanarivogerl. ROMEO Ja, aber nur weil du auf einem Schemel
stehst, sonst würdest du mir ganz woanders hinschaun,
mein Täubchen. Kitty steht auf einem Schemel weil sie
einen Kopf kleiner ist. castingmensch 1 Kinder das geht so nicht, bissel mehr Ernst
wenn ich bitten darf. castingmensch 2 Der lange Bamschabl
als Romeo und die Mickimaus als Julia, also nein,
wie soll denn das gehen. Die kommen ja daher wie Don Quichotte und Sancho
Pansa. kitty Der Romeo muss sich ja nicht extra so lang
machen, schaun Sie der streckt ja seinen Hals aus
wie ein Storch, der macht das extra. Macht auf Vogel Strauss. castingmensch 1 Schatzilein, nicht bös sein, aber ich fürchte mit der Größe werden
wir ein Problemchen kriegen. kitty Ich hätt auch
noch ein Paar mega-hohe High-heels
daheim, die könnt ich doch- castingmensch 1 Na ich weiß nicht, die Julia mit Stilettos das wär vielleicht
doch ein Haucherl zu avantgardistisch. castingmensch 2 Wir können den Romeo doch nicht die ganze
Zeit auf der Bühne knien lassen, damit ihm die Julia nicht beim Hosentürl reinschaut. Danke, die nächste bitte. kitty Ich hab schon mit dem Herz-Karasek
gedreht, beim Film. Wenn ihr echte Profis nicht von Amateuren unterscheiden
könnt, seid ihr selber schuld. castingmensch 2 Jaja, danke danke. Nächste! Ext. neubau – tag Gonsky, Schellak kommen einher. Schellak
mit Werkzeugtasche. Sie sehen, dass der Bauaufzug vor dem Haus weg ist. Schellak hat einen
Haustor-Generalschlüssel. Sie gehen rein. int. neubau - stiegenhaus Oberes Stockwerk. Schellak und Gonsky sehen
verschiedene Wohnungstüren: alle schauen gleich aus. schellak Wo genau war das jetzt? gonsky Keine Ahnung. Weißt du es nimmer? schellak Schöner Schmarrn.
Was machen wir jetzt. gonsky Nachdenken. Erdgeschoß. Gonsky und Schellak wollen
rausgehen. Eine Hausbewohnerin MADAME CHANTAL kommt
rein, mit einem kleinen Hündchen. Gonsky hält ihr das Haustor auf. gonsky Madame. Entree, si
wuh pleeh. madame chantal Trés charmooh. Mercie. schellak Seit wann kannst du französisch. gonsky Hast ja gehört dass ichs
kann. schellak Wenn du französisch kannst, dann sag mir was die gesagt hat. gonsky Das spielt doch überhaupt keine Rolle WAS eine Frau sagt. schellak Nein. Sondern? gonsky Wie sie’s sagt. Was die Wörter im einzelnen
heißen ist bedeutungslos. EXT. VOR neubau schellak Was machen wir jetzt. Alle Türen abklappern
wie die Sternsinger und überall fragen: grüß Gott,
dürfen wir ein Sprüngerl ins Bad, was nachschauen. gonsky Verdächtig machen dürfen wir uns nicht. schellak Was ist, wenn die Andromeda schon einer
gefunden hat. gonsky Ja eben. Dann warten die schon auf uns und
sperren uns gleich wieder ein, diesmal aber für länger. Schellak Wer macht sich nicht verdächtig, wenn er da
drin im ganzen Haus von einer Tür zur anderen dackelt
und überall anläutet. Ext. vor postamt – tag BRIEFTRÄGER mit Postwagerln
rücken ein, darunter eine fesche BRIEFTRÄGERIN, Uniformbluse. Gonsky hat vor
dem Postamt gewartet, mit einer Rose. Er kennt die Briefträgerin, sie freut
sich. ext. auto gonsky – tag Irgendwo geparkt. Schellak und Gonsky
sitzen drin. Gonsky zwängt sich in die Uniformbluse der Briefträgerin, viel
zu klein. gonsky Wie schau ich aus. Schellak schüttelt nur den Kopf. Gonsky
wurstelt sich wieder raus. gonsky Probier ob du reinpasst. schellak Theo ich bitte dich. Das ist eine
Damenuniform. Er zwängt sich in die Uniformbluse, passt
mit knapper Not. gonsky Was hättest du denn geglaubt. Dass ich mir
einen POSTLER anlache weil ich mir sein Hemd ausleihen will. Bin ja keiner
vom andern Ufer. schellak Wie ICH ausschau
fragt keiner. Schau mich an. Ich komm daher wie die Christl
von der Post. Schellak steckt in der engen Bluse wie eine
Knackwurst. Gonsky gibt ihm auch eine Briefträgermütze. gonksy Sitzt wie angemessen, perfekt. Du bist der
geborene Uniformträger-Typ, schon von der Statur her. OFF: TÜRKLINGEL int. neubau - wohnung frau pribil - tag FRAU PRIBIL linst durch den Türspion.
Draußen ist Schellak mit Bluse und Briefträgermütze und Werkzeugtasche. Sie
macht auf. schellak Ich müsste aufs Klo bitte. Dringend. Er drückt Frau Pribil
ein paar wertlose Reklamezettel in die Hand, als wäre es die Post die er ihr
bringt. FRAU PRIBIL Schuhe abputzen! Dass Sie mir ja die
Klobrille raufklappen. int. Bad von frau pribil Schellak zieht die KLOSPÜLUNG. Mit einem
Vierkantschlüssel öffnet er das Installationstürl
unter der Badewanne. Er leuchtet mit einer Taschenlampe rein. Nichts drin. OFF: TÜRKLINGEL, HUND BELLT int. stiegenhaus Schellak vor anderer Wohnungstür. Madame
Chantal macht auf, ihr Hündchen auf dem Arm: MADAME CHANTAL Ins Bad? Hereinspaziert, mein fescher
Postillion. int. wohnung madame chantal - tag KLOSPÜLUNG. Schellak kommt aus dem Bad. Er
steckt seinen Vierkantschlüssel wieder ein. Madame Chantal mit Likörflasche. schellak Schönes Bad haben Sie, Kompliment. Schöne
Fliesen. madame chantal Trinkens ein Stamperl Cointreux
mit mir, junger Mann. Madame Chantal nimmt ihm die
Briefträgermütze weg und setzt sie selber auf. Offenkundig will sie ihm
Avancen machen. Schellak strebt mit Fluchttendenz zur Tür raus. Mit dem
Likörglas. madame chantal Wollen Sie einmal zu mir baden kommen nach
Dienstschluss, Missjöh? TÜRKLINGEL, HUND BELLT int. stiegenhaus Schellak hat nochmal
bei Madame Chantal geläutet: er hat seine Briefträgermütze vergessen. Madame
Chantal hat sie ihrem Hündchen aufgesetzt. Schellak kriegt sie zurück. Er
gibt ihr das leere Likörglas zurück und schaut dass er wegkommt. madame chantal Au revoir, Cherie. TÜRKLINGEL INT. WOHNUNG KITTY – TAG Kitty macht Aerobic-Training. Weil sie den
Walkman aufhat hört sie die TÜRKLINGEL nicht gleich. Kitty öffnet: draußen Schellak als
Briefträger. Bei Kittys Anblick verschlägt es ihm die Rede, Liebe auf den
ersten Blick. schellak Kann ich aufs Bad, dings- Klo, ihre
Fliesen, dings– ihre Post. kitty Habs nicht gleich gehört, haben Sie lang läuten müssen?
Wau, ist ja krass was die Post da bringt. Darauf warte ich schon mein ganzes
Leben. Sie meint die wertlosen Reklamezettel,
Schellak überlässt sie ihr. Er kann den Blick nimmer von Kitty abwenden. schellak Der Postler klingelt immer- Kitty Zweimal, Bingo. Der Mann geht ins Kino. schellak Könnte ich einen Schluck dings, Wasser- kitty (amüsiert) Zum Wassertrinken wollen Sie aufs Klo? Wo
kommen denn SIE her. schellak Nein. Ja. Nein. Ich mein- aufs Klo wollte
ich dings, und- Wasser auch. kitty Hätte auch ein Bier im Eiskasten. Schellak steht in der Tür wie ein Depp. schellak Ich b- bin. Jungfrau. Im Stern- dings.
Zeichen- kitty Na und. Muss ja nicht so bleiben. Jetzt
kommen Sie schon rein, bevor Sie gelbe Augen kriegen. Erste Tür links. Schellak darf reinkommen aufs Klo. kitty Sie, Ihre Uniform sitzt aber knackig. Haben
Sie die zu heiß gewaschen oder machen Sie Bodybuilding. schellak Äh- kitty Und. Haben Sie sich schon entschieden. schellak Ich- weiß nicht genau- kitty Wasser oder Bier. Ihre Entscheidung. EXT. VOR neubau Gonsky vor dem Haus, Schellak kommt raus. gonsky Und. Hast du’s? Wieviel waren daheim. schellak Drei. gonsky Drei. Für drei Wohnungen brauchst du da
drin einen halben Tag zum Postaustragen. Hast du einem jeden die Post
VORGELESEN? schellak Hab ein Bier gekriegt. gonsky Ein Bier. Das hat solang gedauert. schellak Vorher ein Stamperl Cointreux. gonsky Hast du einen Schwips oder was. schellak Bei der Hunderlmadame
könnte man sogar baden, wenns einem einmal pressiert. gonsky Hauch mich einmal an. schellak Mich hat gerade der Blitz erwischt. gonsky Da drin im Haus? Hast du irgendwo in den
Stromkreis gegriffen? schellak Bei mir hats
eingeschlagen. gonsky Elli, wieviel
Stamperln waren das wirklich. Schellak ist völlig neben der Spur, nach
der Begegnung mit Kitty. Hals über Kopf verliebt. INT. TV-STUDIO Moderatorin INGE TÜRMER, Studiogäste
Museumsdirektor Schöps und ein Versicherungsmensch MAGISTER BONIGL kriegen Ansteckmikros, MASKE pudert Gesichter, schnippelt
Nasenhaare usw. regie Auf drei, auf zwei, auf eins. inge türmer Guten Abend bei der ZiB
3. Zu Gast im Studio sind heute der Chef des Sankt Marentener
Kunsthistorischen Museums Herr Direktor Schöps, und Herr Magister Bonigl von der XY-Versicherung, guten Abend. direktor schöps Gunn abend. bonigl Schönen guten Abend. inge türmer Herr Direktor Schöps, die Andromeda ist
nach wie vor verschwunden. Wie kann so was überhaupt passieren. Haben die
Sicherheitsvorkehrungen versagt. direktor schöps Nein die Sicherheitsvorkehrungen im Museum
sind auf dem höchsten Stand der Technik, aber die Dreistigkeit und Raffinesse
der internationalen organisierten Bandenkriminalität wird halt immer Mittel
und Wege finden auch die ausgeklügeltsten
Schutzmechanismen zu überwinden, da wird man immer machtlos dagegen sein. Es
kommt ja immer der menschliche Faktor auch dazu, muss man auch
berücksichtigen, nichtwahr. inge türmer Herr Magister Bonigl,
wie sehen Sie das. Von Seiten der Versicherung sind ja heftige Vorwürfe
gekommen, dass es im Sicherheitsbereich gravierende Versäumnisse gegeben hat. bonigl Wenn sich unsere Vermutung bestätigen
sollte, dass bei der Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen massiv geschlampt
worden ist, befreit das die Versicherung selbstverständlich von jeglicher
Leistungspflicht. int. cafe bea - nacht Fernseher läuft, Gonsky Schellak Bea
schauen zu. Gonsky im Sakko. bea Hätte mich eh gewundert, wenn eine
Versicherung einmal nicht auf stur machen würde, wenns ums Zahlen geht. inge türmer (im Fernseher) Was wird dagegen unternommen, dass sich so
ein Fall in Zukunft nicht wiederholen kann? bea Prämien einzahlen dürfert
man brav, aber wenn man dann wirklich einmal einen Schaden hat, schaut man
durch die Finger. direktor schöps So ein Fall wird sich in Zukunft garantiert
nicht wiederholen, jedenfalls was die Andromeda betrifft, das kann ich
garantieren. gonsky Da kann er drauf wetten. Bea Kannst du dich erinnern, wie ich den Wasserschaden
im Lokal gehabt hab mit dem Gläserspüler, und was hab ich von der
Versicherung gekriegt? Einen Schmarrn. Prämien
kassiert haben die von mir, aber wie ich den Schaden gehabt habe, da haben
die mich im Regen stehen lassen. Was
mich das damals gekostet hat, das hängt mir heute noch nach. GÄSTE kommen rein. Bea ab, sie hat zu tun. gonsky Hast du das gehört: Bandenkrimineller sagt
der zu mir, ist denn das zu fassen. Was fällt denn dem ein. inge türmer Für die Wiederbeschaffung der Andromeda
wurde mittlerweile eine Prämie von 70.000 Euro ausgesetzt. gonsky Was glaubt denn der, der kann mich als
Verbrecher diskriminieren? Ein Skandal. schellak 70.000 Eier, ich wird verrückt. Theo, wenn
du das Dings zurückbringst bist du reich. Soviel verdienen wir zusammen in
zwei Jahren nicht. inge türmer In einem Zeitungsinserat wird unter dem
Aufruf "Andrea komm heim" und dem Hinweis auf eine Telefon-Hotline
versucht mit den Unbekannten welche die Andromeda derzeit in Besitz haben,
Kontakt aufzunehmen. Sie sehen die Nummer in der Einblendung. INSERT im Fernsehen: Zeitungsinserat "ANDREA BITTE KOMM HEIM" und
eine Telefonnummer. Schellak schnappt einen Kellnerblock und
schreibt die Nummer auf. gonsky Auf fünfzig Millionen ist die versichert,
du hast es im Radio gehört. Fünfzig Millionen, soviel muss die Versicherung
für das Dings abbuttern. Schellak gibt ihm den Zettel mit der
"Andrea komm heim"-Nummer. Gonsky steckt
sie ungeschaut in seine Sakkotasche. schellak Brauchst nur anzurufen. Und die siebzig
Tausender gehören dir. gonsky Und mich wollen die mit läppische 70
Tausend abspeisen damit ichs ihnen zurückbringe und
die Versicherung aus dem Schneider ist. Schellak Ja der Versicherung wärs
sicher lieber wenn die für den Spaß nur 70 Tausend ablegen müssten. Statt
fünfzig Millionen. gonsky Und jetzt kannst du mir verraten: warum
soll ausgerechnet ICH der Versicherung eine Freude machen. Die Andromeda
kriegt die Bea, und aus. Die Versicherung soll ruhig blechen. Die sind der
Bea eh noch was schuldig für ihren Wasserschaden. Diesmal kommen die nicht so
billig davon. MONTAGE: Verschiedene TYPEN rufen bei der Andrea-Komm-heim-Hotline
an. int. wohnung Madame chantal – nacht Madame Chantal im Schaumbad, sie trinkt Cointreux. Ihr Hündchen KLÄFFT sein eigenes Spiegelbild
am Installationstürl an. int. wohnung kitty – nacht Kitty in der Badewanne, sie hat ihren
Walkman auf. int. wohnung marina - bad – nacht Marina in der Badewanne. Sie liest ein Buch
über Kunstgegenstände. Ihre Katze schleicht vor dem
Installationstürchen unter der Wanne herum. Marina hat eine Lesebrille auf. marina Karo was suchst du denn da unten. Glaubst
du gar da wären Mäuse drin. ext. neubau – tag Gonsky und Schellak kommen einher. Schellak als
Briefträger. schellak Was hättst du
denn gesagt. gonsky Irgendwas charmantes halt, was
nonchalantes. Ganz spontan, ein kleines Komplimenterl
undsoweiter. schellak Wenn einen grad der Blitz erwischt hat, wie
soll man da was nonchalantes sagen. gonsky Locker und nonchalant dahingesagt, aber nicht
oberflächlich. schellak Schon gar nach einem Stamperl Cointreaux, das klebrige Zeugs, dass man den Schnabel gar
nimmer ordentlich aufbringt. gonsky Man muss halt einfach cool bleiben, immer
die Kontrolle über die Situation behalten. Das ist das ganze Geheimnis. schellak Immer cool, immer locker. Das ist das ganze
Geheimnis. gonsky Nur auf die Art kannst du bei der Damenwelt
punkten. Glaub mir das. INT. WOHNUNG MARINA - TAG Marina stellt Futter für die Katze hin.
Schick angezogen, sie hat es bissel eilig. TÜRKLINGEL Marina öffnet, Schellak mit
Briefträgermütze und Werkzeugtasche gibt ihr paar Reklameprospekte. schellak Könnt ich- dürfte ich, kurz auf ihr dings,
ein Sprüngerl nur. marina Was kann ich für Sie tun? Ich habs bissel eilig. int. bad marina Schellak hat das Installationstürchen unter
der Wanne mit einem Vierkantschlüssel aufgemacht, er leuchtet mit einer Lampe
rein: Gonskys Werkzeugtasche ist drin. Er werkelt daran herum, aber er kriegt
sie nicht unter der Wanne hervor. Die Katze ist auch im Bad, sie schlüpft in das
Türl rein. Marina (OFF) Bitte! Ich hab einen Termin. Schellak will die Katze unter der Wanne
rausziehen. Die FAUCHT. Int. wohnung marina KLOSPÜLUNG. Schellak kommt mit der Katze
aus dem Bad, Arme und Gesicht von der Katze zerkratzt. Marina bugsiert ihn
zur Wohnungstür. marina Ich hab schon befürchtet Sie wollen bei mir
einziehen. Sieht Schellaks zerkratztes
Gesicht. marina Was haben Sie da drin angestellt. Haben Sie sich
rasiert? int. stiegenhaus Marina die Treppen runter, sie hats eilig. Schellak folgt später. Erdgeschoss. Marina raus, Frau Pribil kommt grad rein. Ext. vor neubau Gonsky wartet vor dem Haus, Marina kommt
raus. Gonsky, als er Marina zum erstenmal erblickt
ist er völlig sprachlos: gonsky Sch- sch. Sch- marina Was? gonsky Sch-schickes Kostüm.. Diesmal hat es Gonsky erwischt: er ist von
Marina auf Anhieb fasziniert. Marina lässt ihn einfach stehen und eilt
weiter. marina Taxi! int. neubau Ein Altpapier-Container neben dem Haustor,
Schellak schmeißt die Reklamezettel rein. Frau Pribil
ist grad reingekommen. frau pribil Gestern haben Sie es mir noch bis zur Wohnungstür
gebracht. Das Post-Service lässt auch immer mehr nach. EXT. VOR neubau Gonsky vor dem Haus, Schellak kommt raus. schellak Ich hab sie. Gonsky Hast du die gesehen. schellak Hast du gehört. Hab sie gefunden. Gonsky Die Frau. Da vorn, die ist- die ist- Sie sehen Marina in ein Taxi einsteigen,
und davonfahren. schellak Das Trumm hat sich irgendwie verspießt, man
kriegts nicht raus. gonsky Ich hab geglaubt mich trifft der, der- schellak Hast du was zu ihr gesagt? gonsky Gesagt. Was. schellak Was nonchalantes. Cool und locker. gonsky Ich hab zu ihr gesagt: sch.. Scheisse. schellak Du hast "Scheisse"
zu Ihr gesagt? Cool. gonsky Nein, ich hab.. ich weiß nimmer. Er sieht Schellak zerkratzt von der Katze. gonsky Wie schaust du aus. Bist du da drin überfallen worden.
Posträuber? ext. vor bezirksamt – tag HOCHZEITSGESELLSCHAFT vor dem
Bezirksgericht. Marinas EXMANN im Sakko wartet ebenfalls
vor dem Bezirksgericht, er raucht. Marina kommt mit dem Taxi. Exmann schmeißt
seine Zigarette weg. Marina Hallo. Er will ihr ein Bussel geben, aber sie
wendet sich ab und lässt sich nur auf die Wange küssen. eXemann Schick schaust du aus. Marina Du stinkst nach Rauch. Sie geht zielstrebig ins Bezirksamt, Ehemann folgt. eXmann Was rennst du denn so. Hast du einen Käfer im Hintern. marina Ich möchte das einfach hinter mir haben,
endlich. Ein für alle mal. eXmann Mara, wieso können wir nicht noch einmal drüber reden, so
wart doch- marina Ich sag: Nein. Beide ins Bezirksamt. Du hast WAS? Vergessen? Beide kommen wieder raus, Marina wütend. marina Kein Mensch ist so ein Schwachkopf, dass er
aufs Gericht zum Scheidungstermin kommt und keinen Ausweis mithat! Die Hochzeitsgesellschaft schaut etwas
unbehaglich. Ein KIND kleckert mit seinem Eis herum und kriegt dafür eine
Watschen. exmann Hab mein Führerschein im Auto lassen. marina Ja, und? Wo ist das Auto? Dann hol den
Führerschein. exmann Ja weißt du, das Auto- ich habs momentan grad nicht, dings. Zur Verfügung.
Vorübergehend. marina Du hast das Auto versetzt?! Exmann Nicht direkt versetzt. Sicherstellung quasi
als Kredit. Nur vorübergehend, gewissermaßen. Marina Ich glaube es nicht. Ich kanns nicht glauben. Du Scheißkerl gehst einfach her und
versetzt MEIN Auto! Sie lässt ihn einfach vorm Bezirksamt
stehen und geht davon. marina Ich kanns einfach
nicht glauben .. ext. vor würstelstand Gonsky, Schellak mit Briefträgermütze und
Werkzeugtasche. Schellak Stromzähler-Ablesung. Gaskassier. Zeugen Jehovas mit dem Wachturm.
Pizza-Express, Hauszustellung. gonsky Was glaubst du, wer sich eine Pizza ins
Badezimmer liefern lässt. Wenn er gar keine bestellt hat. schellak Bei der Madame mit dem Hund könnt ich mirs schon vorstellen. Wieso knacken wir die Tür nicht auf und holens uns. Hab einen Film gesehen, da ist der mit einer
Kreditkarte durch alle Türen bis ins Pentagon. Nein, bis ins Schlafzimmer von
der Queen. gonsky Spinnst du. Wir sind doch keine Einbrecher. schellak "Wir sind keine Einbrecher" sagt der. Der
meistgesuchte Spinner seit Mission Impossible oder wasweißich. Der Andrea-komm-heim-Spinner. gonsky Elli, nerv mich nicht mit deinem
Film-Zeugs. Gonsky zwinkert einer attraktiven PASSANTIN
zu. Passantin lächelt zurück. schellak Möchte wissen wie das hergeht. Dass die
Frauen auf so jemand wie dich fliegen. gonsky Ich krieg jede. schellak Du kriegst jede. Möchte ehrlich gern wissen wie das
hergeht. gonsky Jede. Also, fast jede. Sie gehen. Sie kommen an einer Elektrohandlung vorbei,
Fernseher in der Auslage. Ein Polizei-Video: wie grad einer verhaftet wird. schellak Wie kommt man in ein fremdes Bad, ohne dass man wegen
Einbruch dran ist. GONSKY Wenn man gar nicht einbrechen muss. Weils
kein fremdes Bad ist. Wenn man dort zum Beispiel auf Besuch ist. schellak Besuch, wie denn. Glaubst du, die wird dich zum Besuch
einladen wenn sie dich gar nicht kennt. gonsky Noch nicht kennt. Das muss ja nicht so bleiben. EXT. STADTPARK – TAG
Schellak lugt hinter einer Statue im
Stadtpark hervor. Gonsky in Jogging-Kleidung, Handtuch über der Schulter. Er
zündet sich eine Zigarette an. Jetzt verhustet er sich, weil ihm Schellak auf
den Rücken haut, zum Startsignal: schellak Gib Gummi. Du kriegst jede. Gonsky schmeißt die Zigarette weg und läuft
los. Marina beim Joggen. Sie hat den Walkman
auf. Da ist auf einmal Gonsky neben ihr und versucht Schritt zu halten. Gonsky Hallo- will er grüssen, aber bevor Marina von ihm
Notiz nimmt kriegt er einen Hustenanfall und muss zurückbleiben. SPÄTER. Neuer Versuch: Marina kommt einher
gelaufen. Gonsky passt sie hinter der Statue ab und läuft neben ihr einher. Gonsky Hallo. Er hat Mühe, Marinas zügiges Tempo
mitzuhalten. gonsky Laufen Sie auch jeden Tag da? Marina (nimmt Kopfhörer ab) Was? gonsky (atemlos) Ob Sie- schnauf- auch- laufen? Rossini, hab ich recht. Hört er aus Marinas Walkman. marina Was soll das werden, wollen Sie mich
anbaggern? Gonsky fällt immer weiter zurück, Marina
läuft ihm mühelos davon. Er schnauft. Er kramt eine zerknitterte
Zigarettenpackung aus seiner Jogging-Hose: leer, er schmeißt sie fort. Marina (läuft davon) Tschüss! Gonsky muss stehen bleiben, atemlos. Da ist
Schellak, er gibt ihm das Handtuch zum Schweißabwischen. schellak Und. Nonchalant locker-flockig geplaudert? gonsky (schnauft) Unmotorisiert wird das nix. ext. vor neubau – auto gonsky - tag Marina im Kostüm. Taxi hält an, sie steigt
ein. schellak (off) Der Cassini hat
dreimal weinen müssen? Gonsky und Schellak sitzen im Auto nahe dem
Haus geparkt. Sie beobachten Marina wie sie in das Taxi steigt und wegfährt.
Sie essen Pizza vom Pappendeckel. gonsky Rossini, der Komponist. Ich habs gelesen. Erstens als Baby, wie er auf die Welt
gekommen ist, logisch. Zweitens wie er einmal den Caruso ein hohes C versemmeln hört. Und drittens: wie ihm einmal aus
Versehen sein Gabelfrühstück in den Gardasee geplumpst ist. schellak Rossini kenn ich. Da gibts
einen Film über den. gonsky Elli, die Welt besteht noch aus paar
anderen Sachen als nur aus Film. schellak Aus was für Sachen denn. ext. vor neubau – anderer tag Marina in anderem Kostüm wartet vor dem
Haus. Sie hat ihren Laptop dabei. Ein Taxi kommt heran. Plötzlich schert ein
zweites Taxi davor ein und schnappt den Fahrgast weg: es ist Gonskys Auto,
mit der Taxi-Reklameleuchte am Dach. Marina steigt ein. EXt. auto gonsky - fahrt Marina am Rücksitz ist gleich nach dem
Einsteigen mit ihrem Laptop beschäftigt. Sie nimmt ihre Lesebrille heraus. marina Pappenheimerring sieben. Der Taxifahrer ist Gonsky, mit Sonnenbrille
getarnt. gonsky Marina Ricci, hab ich recht. Marina (ohne aufzublicken) Wie bitte. gonsky Ihr Parfüm, das riecht hinreißend. Wenn man das sagen darf. marina Ich bin ein bissel spät dran, wenns Ihnen nix ausmacht. Weil sie mit ihrem Laptop konzentriert ist
nimmt sie keine Notiz, wer der Fahrer ist. Gonsky beobachtet sie heimlich im
Rückspiegel. Auf dem Autodach hat er wieder seine falsche Taxi-Leuchte. EXT. VOR AMTSGEBÄUDE – TAG Gonskys Auto vor einem Gebäude
BUNDES-POLIZEIDIREKTION. Marina gibt Gonsky einen Geldschein nach
vorn ohne ihn anzuschauen, sie hat es eilig. Sie steigt aus. marina Stimmt schon, danke. Gonsky schaut Marina nach, wie sie in das
Polizeigebäude geht. LEUTE grüßen Marina, sie ist im Haus offenkundig
bekannt. Gonsky steckt das Geld ein. Int. xy-versicherung MAG. BONIGL, MAG. MALINGER, beide vom
Versicherungsvorstand. HILLARY und TENSING, Versicherungsdetektive. Sie hören
die Anrufe von der Andrea-komm-heim-Hotline ab. anrufer 1 Wir haben
die Andrea in unserer Gewalt, und wir verlangen den sofortigen Stopp von
Tiertransporten und das Verbot von Käfigtierhaltung und wenn unsere
Forderungen nicht unverzüglich erfüllt werden, dann wird die Andrea
vernichtet. anrufer 2 Ecco, wir haben Andrea in die Gewalt verstehst
du und Sie können haben zurücke aber wir nehmen nix Schecke ey, nurre Bargeld cash ey gebrauchte Scheine verstehst du ey? anrufer 3 Sie, eins
kann ich Ihnen gleich sagen mit 70 lumpigen Scheinen brauchen Sie mir nicht
daherkommen aber mit sagen wir einer Million, in der Größenordnung, da könnte
man schon eher ins Gschäft kommen, da lass ich
eventuell mit mir handeln. bonigl Lässt sich von dem Schmarrn
da irgendwas zurückverfolgen. hillary Manche ja, manche nein. tensing Praktisch nix ernst zu nehmendes dabei. bonigl Ernst nehmen müssen wir vorerst einmal alle
Hinweise, das brauche ich Ihnen sicher nicht extra zu erklären. malinger Wir nehmen die Sache äußerst ernst. Sehr,
sehr ernst ist das, nichtwahr. Die ganze Sache. hillary Irgendwann ruft vermutlich auch derjenige
an der die Andrea tatsächlich hat. Einer von den Anrufern kann theoretisch
der echte sein. Fragt sich nur welcher. tensing Den muss man halt herausfiltern. hillary Den müssen wir herausfiltern. bonigl Herausfiltern, schön. Sehr schön. Und wie
wollen wir da vorgehen. Wie schaut unsere Strategie im einzelnen aus. malinger Unsere Vorgehensweise, im Detail, wie wird
das ausschauen, konkret. hillary Indem wir ALLE Anrufer abchecken. Jeden
einzelnen. Auf die Weise stoßen wir dann irgendwann unweigerlich auf den
echten, so geht uns keiner durch die Finger. tensing Flächendeckende Ermittlungen quasi, um die
Spreu vom Weizen zu trennen. So wird der echte Täter von den anderen Spinnern
herausgefiltert. hillary Das ist unsere Strategie. bonigl Das wird massiv dauern. malinger Das könnte unter Umständen sehr sehr zeitaufwendig werden. hillary Ja dauern könnte es allerdings ein bissel. ext. vor cafe bea – tag Gonsky und Schellak. Die Taxileuchte auf
dem Dach von Beas Auto ist nur provisorisch. Gonsky nimmt sie runter und tut
sie in den Kofferraum. schellak Die muss nicht unbedingt selber eine
Polizistin sein. Gibt auch Zivile. INT. CAFE BEA – TAG
schellak Sekretärin oder sowas. gonsky Nein die muss was Höheres sein. Die ist
dort von allen gegrüßt worden. - Jetzt haben wir fünfzig Millionen hinter
den Kacheln, und wo? Im Bad von der Frau Polizeidirektor. Ein echter Witz ist
das. schellak Also vom Typ her ist die ja eher die
klassische Fehlbesetzung. Für eine Polizistin. gonsky Dafür gewinnst du einen Oscar als Postler. int. xy-versicherung Hillary und Tensing
allein. tensing Wo fangen wir an. Mit dem Ausfiltern. hillary Der eine Anruf, das war doch was ziemlich
konkretes, lass noch einmal hören. Von wo hat der angerufen? Tensing spielt die Aufnahme nochmal
ab. Die diversen Anrufer von der Andrea-komm-heim-Hotline: anrufer 5 Und wenn
Sie mir die siebzigtausend rechtzeitig bis morgen nachmittag
überweisen dann schick ich Ihnen die Andrea zurück, ich geb Ihnen jetzt meine
Kontonummer durch, falls Sie was zum mitschreiben haben: Raiffeisenkassa Podersdorf, Girokonto Nummer- hillary Nicht den Schwachkopf. Den anderen. anrufer 4 You may get back your Andrea if you’re interested,
gentlemen, but only at our conditions, you know. We’re sure you understand.
If you have will contact us- HILLARY Von woher kommt der Anruf. tensing Honolulu. Hawaii. hillary Nein, dort ist es jetzt viel zu heiß um die
Jahreszeit. Ich meine den anderen. Den von der Mafia oder wasweißich. anrufer 2 Ecco, wirre haben Andrea und Sie können haben
zurücke aber wirre nehmen nix Schecke ey- tensing Toscana. Bella Italia. hillary Ich schlage vor dort sollten wir als erstes
ansetzen, mit dem Herausfiltern. ext. vor wettcafe – tag Exmann kommt heraus, er zerreißt ein paar
Wettscheine und streut sie in den Wind. Er zündet sich eine Zigarette an, er
sieht nicht dass HECKLER und KOCH grad aus einem Auto aussteigen. heckler Der Karo. Alles im Griff? exmann Alles im Griff. Alles im grünen Bereich.
Keine Sorgen. heckler Ich mach mir keine Sorgen. exmann Du kriegst dein Geld wieder, brauchst dir
keine Sorgen zu machen. heckler Fein. Keine Sorgen. Hört man gern. exmann Momentan häng ich bissel durch, aber ich
komm jetzt auf die Gewinnerstraße, wirst schon sehen. Nur kein Stress. Heckler wischt ihm ein Stäubchen von der
Schulter. Exmann zuckt. heckler Ich hab keinen Stress, Karo. Ich mache Stress. exmann Ich zahle meine Schulden, wenn ich sage ich
zahle sie, kannst du mir glauben, echt jetzt, ich zahl alles zurück. heckler Hast du gehört? Der Karo. Er zahlt seine
Schulden zurück, sagt er. Exmann fühlt sich unbehaglich. Koch nimmt
ihm seine Zigarette weg und steckt sie ihm in die Jackentasche. Er klopft ihm
aufmunternd auf die Schulter. Heckler und Koch gehn
ins Wettcafe rein. Aus der Jackentasche des Exmanns raucht es, hektisch
schlägt er darauf rum. INT. BÜRO MARINA – TAG
Marina am Laptop. HANDY LÄUTET: marina Weingart? - NEIN! Sie legt gleich wieder auf. ext. vor wettcafe Exmann ruft nochmal am Handy
an. exmann (am Handy) Mara! Mara, leg nicht gleich auf,
es ist- bitte hör zu. Diesmal ist es wirklich was ernstes. marina Was Ernstes. Ist nicht dein Ernst. exmann Es wäre gar nicht so viel, also
vergleichsweise. Ich meine, eher überschaubar. Marina Frag mich JA nicht. exmann Du kriegst es wieder. Es wäre das letzte
Mal, ehrlich Mara. Das allerletzte Mal. marina Das allerletzte Mal WAR bereits. Kapier
das. Allerletztes Mal gibts keines mehr. ExMANN Aber diesmal kannst du mirs
glauben. Marina Ich kann dir WAS? DIR glauben. Das kann ja
nur ein Witz sein. exmann Mir ist das total ernst. Die wollten mich
anzünden. marina Ich meine es auch ernst. Hörst du: du
kennst meine Antwort. Die ist Nein. exmann Ich bin erledigt. Die werden mich killen. marina Ja, meinen Segen haben die dazu. Exmann Mara Schatz, du musst mir- AUFEGLEGT. Aus der
Jackentasche des Exmanns qualmt es wieder, er zieht sie aus und trampelt auf
dem Boden drauf herum. int. büro marina Auf Marinas Laptop eine Webseite über den
Andromeda-Diebstahl. Wieso interessiert sie sich dafür? Ihr Handy LÄUTET wieder, sie hebt nimmer ab. Ext. vor amtsgebäude – Auto gonsky – tag Gonsky sitzt in seinem Auto. Im AUTORADIO
hört er eine Kassette mit FRANZÖSICH
FÜR ANFÄNGER: im radio Darf ich
Sie zum Essen einladen? Puis-je vous inviter pour dinér? Gonsky Puis-je vous inviter pour
dinér. im radio Möchten Sie
etwas trinken? Voulez-vous quelque chose a boire? gonsky Voulez-vous coucher avec moi. Er steht im Halteverbot. Ein POLITESSE schreibt ihm
einen Strafzettel. gonsky Puis-je vous inviter pour
dinér? politesse Voulez-vous Anzeige oder gleich cashen? Gonsky bezahlt den Strafzettel mit dem Geld
das er von Marina gekriegt hat. gonsky Ich steh auf Uniformen. Haben Sie auch einmal dienstfrei? Politesse ab. Gonsky sieht, dass Marina aus dem Polizeigebäude
rauskommt. Am Beifahrersitz hat er die Taxileuchte, er heftet sie
aufs Autodach. Der Exmann hat irgendwo gewartet, er fasst
Marina am Arm. Marina Lass mich aus. Exmann Marina hör mir zu bitte, Herrschaft
nochmal- was ist los mit dir? Gonsky beobachtet, wie sich Marina aus dem
Griff des Exmanns losmachen will. Sie haut ihm ihren Laptop auf den Kopf. exmann Au, spinnst du! Mara
wir sind verheiratet! marina Nein, sind wir nicht. Nimmer lang. Das hättest du nur gern. exmann Wenns nicht so dringend wäre, glaub mir, ich würd
dich auch nimmer- marina Taxi! Marina sieht das Taxischild auf Gonskys
Auto, sie will den Exmann loswerden. Sie steigt ein. Exmann will sie nicht
weglassen und steigt ebenfalls ein. marina Verschwinde endlich! Steig aus! Wenn du
mich nicht zufrieden lässt- Sie holt ihr Handy raus. Gonsky beobachtet
ihren Streit im Rückspiegel. gonsky Wer, äh- wer fährt aller mit? Exmann Wir reden grad. marina Der fährt nicht mit. Marina (wählt am Handy) Ich ruf jetzt da drin an und in vier
Sekunden hast du die Alarmabteilung am
Hals, ich schwörs dir. Exmann Red mit mir, verflucht- tu das weg. Marina Au! Du tust mir weh, du- Exmann will ihr das Handy wegnehmen. Gonsky
sieht das Gerangel im Rückspiegel. Er steigt aus und hält dem Exmann die
Autotür auf. gonsky Aufhören, das geht da nicht. Steig aus. Marinas Handy fällt irgendwo im Auto zu
Boden, unbemerkt. gonsky Du sollst aussteigen! Er zieht den Ehemann am Sakko, der steigt
widerwillig aus. Gonsky steigt wieder vorn ein. gonsky Zisch ab, du Depp. Er fährt los. Die Taxileuchte fällt vom
Autodach. Exmann bleibt allein zurück. ext. auto gonsky - fahrt Marina hat an der Stirn einen kleinen
Kratzer abgekriegt, Gonsky sieht das im Rückspiegel. Er holt Kleenex aus dem
Handschuhfach und gibts ihr nach hinten. Marina Was läuft da. - Ich rede mit Ihnen. GONSKY Ich weiß nicht. Was läuft? marina Wieso verfolgen Sie mich. Marina tupft ihre Stirn mit Kleenex. marina Sie wissen genau, was ich meine. Marina
Ricci, der Rossini, die Jogging-Nummer im Stadtpark, und jetzt diese
Taxi-Nummer. Was soll das. gonsky Ich wollte Sie kennenlernen. Marina Sie wollten mich kennenlernen.
So läuft das, ja? gonsky So läuft das. marina Dann wissen Sie ja vermutlich eh schon wo
ich wohne. Wohnpark Neugasse. Fahren Sie mich heim. Und außerdem heißt das
Nina, Nina Ricci. gonsky Sie riechen wirklich toll, hinreißend um
genau zu sein. marina Und ich will jetzt endgültig nichts mehr
hören von Ihnen. Sonst rufe ich wirklich das Einsatzkommando an. ext. vor neubau – auto gonsky Gonsky hat vor dem Haus angehalten. marina Fragen Sie mich jetzt JA nicht. gonsky Ehrlich gesagt hätte ich jetzt schon gern
gefragt, ob wir uns nicht vielleicht- marina Wehe, Sie fragen. Gonsky -einmal treffen könnten, Kaffee vielleicht oder sowas. marina Hundertprozentig nicht. gonsky Bissel plaudern. Marina Ich hab weißgott
schon genug um die Ohren, verstehen Sie mich? Gonsky Vielleicht im nächsten Leben? marina Ganz bestimmt nicht. Machen Sie sich keine
Hoffnungen. Sie steigt aus und geht ins Haus. gonsky Die Hoffnung stirbt zuletzt, würde ich sagen. Int. Xy-versicherung Vorstands-Krisensitzung. Bonigl, Malinger,
VERSICHERUNGSMENSCHEN. BONIGL Konkret stellen sich drei Optionen. Option
eins: die Andromeda kommt zurück, irgendwer kriegt von uns einen Scheck über
70.000, der Dings, der Direktor- malinger Schöps, Direktor Schöps. bonigl -der Schöps kriegt das Ding zurück, stellt es wieder in
sein Museum, und wir haben die Sache vom Tisch. Option, dings- MALINGER Zwei. bonigl Option zwei: es stellt sich heraus, die
haben die Andromeda eingeschmolzen auf Bruchgold, Restwert plus/minus null.
Das wäre aus Versicherungssicht der Super-Gau. Dann wird die volle
Schadenssumme fällig, und wie hoch die ist, ist uns ja allen bekannt. malinger Fünfzig Millionen Euro. Bonigl Das wäre ein teurer Spaß, für unser
Institut. malinger Das würde empfindlich ins Geld gehen. bonigl Wie Sie sich vorstellen können. malinger Empfindlich, sehr empfindlich. versicherungsmensch 1 Option drei. bonigl Option drei ist die Situation, die wir
momentan grad vorliegen haben. Der Status Quo. Die Andromeda ist weg, keiner
weiß wer sie hat, wie auch immer, schuld ist nach derzeitigem Stand der Dinge
das Museum selber. Eigenverschulden weil mit der Sicherheit geschlampt wurde.
Solang das in der Schwebe ist und sich keine anderen Erkenntnisse über den
tatsächlichen Tathergang auftun, solang halten wir natürlich jegliche
Schadensersatzzahlungen zurück. malinger Solang es keine neuen Erkenntnisse über den
Tatverlauf gibt werden von unserer Seite keinerlei Zahlungen erfolgen. versicherungsmensch 1 Was wären das für Erkenntnisse. bonigl Was die Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen
betrifft. Dass es da entgegen unserer bisherigen Vermutung KEINE groben
Mängel gegeben hätte. Also die Vorgangsweise des oder der Täter tatsächlich
so raffiniert war dass dem Museum kein Eigenverschulden vorzuwerfen wäre. versicherungsmensch 1 Darüber kann nur der Täter verlässliche
Auskünfte geben. malinger Ausschließlich der, respektive die, Täter
selber. versicherunsmensch 1 Resümee: die Andromeda wäre hin, und der Täter würde die Angaben der
Museumsleitung verifizieren, dass mit der Sicherheit eh alles in Ordnung war.
Das wär praktisch der Worst
case. malinger Aus Versicherungssicht. versicherungsmensch 1 Wie dringend liegt es also ÜBERHAUPT im
Interesse der Versicherung, dass das herausgefunden wird. bonigl Wollen wir einmal den Dings nicht an die
Wand malen, nichtwahr. malinger Den Teufel. bonigl Selbstverständlich arbeiten unsere Leute
rund um die Uhr an der Klärung der Sache, mit vollem Einsatz. malinger An der restlosen Aufklärung der Sache. Ext. trattoria Hillary und Tensing
machen sich ein schönes Leben in Bella Italia. Sie
tafeln fürstlich mit ein paar MAFIOSI-FIGUREN. EXT. EIN PARKPLATZ VOR TRATTORIA Mafiosi zeigen Hillary und Tensing ein paar gestohlene Kunstobjekte, im Kofferraum
eines Autos. Keines davon schaut der Andromeda ähnlich. Hillary schüttelt
bedauernd den Kopf. Aber sehr groß dürfte sein Bedauern nicht sein, alle
gehen wieder rein und feiern weiter, auf Versicherungsspesen. Ext. vor cafe bea – tag Gonskys Auto vor dem Cafe. schellak (OFF) Ich habs im Film gesehen,
kein Schmäh- int. cafe bea schellak -da fitzelt sich
einer mit einer Büroklammer und einer Kugelschreiber-Mine bis ins
Führer-Hauptquartier. Bis in die Nationalbank undsoweiter. gonsky Wir sind aber nicht im Film. Bea bringt ihnen Essen. bea Was kocht ihr zwei schon wieder aus. schellak Wir arbeiten an einem Projekt quasi, am sogenannten Andrea-komm-heim-Projekt. gonsky Nix verraten. bea Andrea. Wer ist die jetzt wieder. Ein
Mädel? schellak Wie der Theo die Andrea in seine Finger
kriegen kann. gonsky Du sollst nix verraten, hörst du schlecht. bea "Der Theo will die Andrea in die
Finger kriegen". Theo, was soll das jetzt schon wieder heißen. Schellak Der Theo kriegt alles, was nicht zu schnell
rennt. bea Dann kann ich der Andrea nur raten: renn was du kannst. (Bea ab.) gonsky Sag spinnst du. Warum kannst du deinen
Schnabel nicht halten. Die Andrea, das soll doch eine Überraschung für die
Bea sein. TÜRKLINGEL int. wohnung marina - nacht Marina lugt durch den Türspion: es ist Kitty.
Marina öffnet. marina Kitty. kitty Hör dir das an Marina: das musst du dir
unbedingt anhören. Sie nötigt Marina den Kopfhörer von ihrem
Walkman auf. kitty Hörst du’s? Was sagst du dazu. marina Ja, ich weiß nicht recht. Grauenhaft, oder? Nein? Schön? kitty Pass auf die Dschiwaps
auf: Dschiwap dschiwap,
hörst du die? marina Ich hörs. Ist
toll. Komm schon rein. Sie lässt Kitty rein. Kitty hat Sekt mit. kitty Das sind die Red Hot Chile Salpeters. Und
die Dschiwaps bin ich. Was sagst jetzt. marina Du bist die Dschiwaps? kitty Bingo. Ich und noch zwei andere. Wir singen immer das Dschiwap dschiwap, Dschiwap
dschiwap. Trara! Deine leibhaftige langjährige
beste Freundin singt höchstpersönlich auf einer CD. Marina Kitty wir sind Nachbarn, paar Wochen erst. Kitty setzt sich auf die Couch ins
Wohnzimmer. kitty Na und, bin ich deswegen vielleicht nicht
deine beste Freundin? Marina Na ja. Bist du wahrscheinlich eh, natürlich. Ja, bist du. kitty Na bitte. Und mit wem willst du dann sonst
feiern. SPÄTER: Marina und Kitty auf der Couch. Sie
trinken Sekt aus der Flasche. Kitty hat Marinas Katze. Kitty Aber wieso hast du so einen Arsch überhaupt geheiratet? Kapier ich nicht. marina Der war ja nicht immer so. Der war
unglaublich charmant, der war lieb, und der, ich hab den ja wirklich lieb
gehabt. Bevor wir geheiratet haben hab ich ja noch nichts davon gewusst dass
der ein Spieler ist. kitty Spieler, du meinst um Geld. Ein Zocker? marina Unsummen hat der verspielt, ein Vermögen.
Der Mann ist krank. Dem ist nimmer zu helfen. Dann hat es damit angefangen
dass er an mein Geld gegangen ist. Das Blaue hat der mir vom Himmel herunter
erzählt, wofür ers braucht, und ich hab ihm immer
wieder geglaubt. kitty Nicht gut. marina Das war das Schlimmste dran, diese
ständigen Lügen, diese ganze Unaufrichtigkeit, seit wir verheiratet waren hat
mir der nichts als Unwahrheiten aufgetischt. Man kommt eben oft erst viel zu
spät drauf. Es war ein Fehler. Aber ich lass mich von keinem Mann mehr
abkochen. In diesem Leben nimmer. Das Kapitel ist für mich erledigt. Sie trinken Sekt. Kitty hat die Katze. kitty Wie heißt der. Marina Karo. Eigentlich Karl, aber Karo sagen
alle. kitty Nein, ich mein deinen Ex. marina Ja, der heißt auch so. Hab den kleinen
Schmusekater damals nach ihm genannt. Hab mir schon überlegt, ob ich ihn
kastrieren lasse. ext. vor cafe bea – auto gonsky – nacht HANDY LÄUTET. Marinas verlorenes Handy LÄUTET: auf dem
Rücksitz von Gonskys Auto, vor dem Cafe. INT. WETTcafe – NACHT Exmann an einem Tisch, er versucht
vergeblich Marina am Handy zu erreichen: logisch dass sie nicht abhebt. Er
raucht. Heckler und Koch kommen ins Lokal. Exmann
dämpft rasch die Zigarette aus. Sie setzen sich zu ihm. heckler Wie schauts aus. exmann Dummerweis hab ich das Geld grad nicht
eingesteckt, ich arbeite grad dran, muss nur telefonieren, dings- nichtwahr,
Telebanking quasi- Heckler legt ihm freundlich den Arm um die
Schulter. Exmann schaut unbehaglich drein. Heckler (zu Koch) Du hast doch ein Messer. Hast du ein Messer? Koch Ich hab einen dings, einen Leatherman. Heckler Leg es raus. Leg es auf den Tisch da. Koch holt sein Taschenmesser raus. Koch Soll ichs
aufmachen? Heckler Leg es da her. Er soll sichs
anschauen. Er nimmt sich eine Zigarette vom Exmann. heckler Darf ich. eXmann Hab leider kein Feuer. heckler Karo, hör zu. Du hast doch eine Frau, oder.
Hast du eine Frau? exmann Ja- sicher. Also genaugenommen- Heckler Kinder? Exmann Kinder keine. Heckler Karo was braucht ein Mann alles zum
Kindermachen. exmann Zum Kindermachen? Wieso fragst du. heckler Was braucht ein Mann dafür. exmann Eine Frau? heckler Du weißt, was ein Mann zum Kindermachen
braucht. Ohne das gehts nimmer. Was meinst du würde
deine Frau dazu sagen, wenn du eines Tages heimkommt und Kindermachen geht
nimmer. Weil wir einen kleinen Eingriff haben vornehmen müssen, du verstehst
was ich meine. Wäre deine Frau davon begeistert, meinst du? exmann Hör zu, du weißt dass du das Geld zurück
kriegst. Du weißt es. Ich bin ein bissel im Verzug, okay aber- heckler Ich weiß, dass ichs
zurück krieg. exmann Du weißt es. Du kriegst es. Heckler Ich weiß dass ichs
kriege. Karo, ich mach keinen Spaß. Zwei Raten sind fällig. Heckler steht auf, Koch steckt sein Messer weg. heckler Ist das angekommen? Zwei Raten. Überfällig.
Bei dir brennt es. Sie gehen. Exmann schaut verunsichert nach, ob es in
seiner Jackentasche wieder brennt. ext. vor cafe bea – nacht Gonsky kommt mit Zigaretten vom Automaten. HANDY LÄUTET. Gonsky holt sein Handy
hervor, aber das läutet gar nicht. Er bemerkt, dass es aus seinem Auto kommt.
Er sperrt auf und findet Marinas verlorenes Handy. Er hebt ab und meldet
sich: gonsky Ja? Taxi. int. wohnung marina – nacht Marina inzwischen allein, sie telefoniert
am Festnetz: marina Glauben Sie jetzt ja nicht, dass wir schon
im nächsten Leben wären. gonsky Schade. marina Ich brauche mein Telefon wirklich wieder,
meine ganzen Nummern sind drin. gonsky Ich kann es Ihnen vorbei bringen. marina Nein nein nein. In die Wohnung kommen Sie mir ganz bestimmt nicht. SPÄTER: Gonsky geht ins Cafe. Er wählt mit
Marinas Handy seine eigene Nummer, sein Handy LÄUTET. Jetzt hat er Marinas
Handynummer auf seinem Handy gespeichert. gonsky Wird sich herausstellen. EXT. VOR AMTSGEBÄUDE – TAG Gonsky wartet vor dem Polizei-Gebäude, er
hat sein Sakko an. Er hat eine Rose dabei. Marina kommt raus, er will ihr die Rose
geben. marina Sie geben nicht auf. gonsky Nein. Das kann ich nicht so einfach. Er gibt Marina ihr Handy zurück. marina Danke jedenfalls. gonsky Puis-je vous de vous violer? UT: "DARF ICH SIE
EIN WENIG VERGEWALTIGEN?" Marina Was? Gonsky Ein Kaffee, was ist schon dabei. Ein Kaffee
ist nichts unanständiges. Marina Ich hab schon einmal nein gesagt. gonsky Sie brechen mir das Herz. marina Danke für mein Telefon. Tschüss. Exmann kommt auf sie zu. Marina schnappt Gonsky kurzentschlossen
unterm Arm und bugsiert ihn richtung ein Cafe in
der Nähe. marina Okay. Da drüben. eXmann Mara, warte auf mich! marina Verschwinde. Ich will dich nicht sehen. eXmann Mara ich wollte mich entschuldigen. Tut mir alles ehrlich leid, wirklich. marina Das interessiert mich nimmer. eXmann Ich kann dir alles erklären, lass uns miteinander
reden. marina Du sollst mich zufrieden lassen. eXmann Hör mir wenigstens zu. gonsky Was ist los mit dir. Hörst du schlecht was
die Dame sagt. eXmann Wer ist das? Wer sind Sie. Sind Sie der
Scheidungsgrund? gonsky Wiederschaun. marina (zum Exmann) DU bist der Scheidungsgrund. (zu Gonsky) Kommen Sie schon. Sie haben mich überredet.
Sie hakt sich bei Gonskys Arm unter und steuert mit ihm
auf das Cafe zu. Exmann bleibt zurück. int. cafe Gonsky und Marina beim Kaffeetrinken. Rose
liegt auf dem Tisch. gonsky Haben Sie auch eine Uniform? Eine Waffe.
Handschellen, Blaulicht, das alles. marina Nein, ich bin Juristin. Uniform haben wir
schon, aber nur für offizielle Anlässe. gonsky Sie könnten mich verhaften, aber Sie
könnten mich nicht erschießen. marina Ja, leider. Obwohls
genug Momente gibt, wo man jemanden gern erschießen würde. gonsky In Frankreich darf man. Da kann einer ohne
weiteres einem andern das Licht ausblasen und geht straffrei aus.
Vorausgesetzt er ist verliebt, nachweislich. marina Wer sagt das? gonsky Ich kenn einen, der weiß das vom Film. Der
kennt alle Filme. Sie sind doch Juristin. marina Das war ein Gesetz in den Fünfziger Jahren,
Sie falscher Franzose. Mittlerweile gibts
Farbfilm. SPÄTER: Gonsky am Schmähführen. Marina
scheint seinen Schmäh doch irgendwie unterhaltsam zu finden. gonsky Der Rossini ist praktisch so gut wie nie
aufgestanden, der hat auch im Bett komponiert. Einmal flattern ihm die
Notenblätter unters Bett, und weil der zu bequem zum Aufstehen ist bleibt er
liegen und komponiert lieber die ganze Ouvertüre noch einmal. Komplett neu. marina Ich glaub Ihnen kein Wort. Ich glaube Sie
erfinden das alles. Gonsky Aber nein, ich weiß das aus erster Hand. ext. vor cafe Von draußen: Gonsky und Marina im Cafe
unterhalten sich. Eine BEDIENUNG bringt eine Vase für die
Rose. INT. CAFE marina Zwischen Schmäh erzählen und Lügen ist sogar ein riesen
Unterschied, den werden Sie doch kennen, ich bitte Sie. gonsky Wo genau. marina Über Schmäh kann ich lachen. Das ist ganz
was anderes als wenn Sie mir gezielte Lügen auftischen würden. gonsky ICH erzähle Ihnen Schmäh? Ist mir
rätselhaft wie Sie auf den Eindruck kommen. marina Wenn ein Mann eine Frau absichtlich anlügt,
dann ist das wirklich was schlimmes. Wenn er sie mit Absicht hintergehen
will. gonsky Sehe ich auch so. Eine Sauerei ist das. marina Wenn ich einem Mann jemals wieder
draufkommen müsste dass er mich belügt, dann erschieß ich den wirklich. gonsky Da bin ich aber ganz- äh, dings, Ihrer
Ansicht. marina Unaufrichtigkeit ist das Allerschlimmste
was mir ein Mann antun kann. gonsky Versteh ich. Ein Paar am Nebentisch. MANN raucht, FRAU
vom Rauch gestört. marina Und rauchen hat der auch ständig müssen,
grauenhaft. Das hab ich auch gehasst an ihm. gonsky Rauchen, ja- also Rauchen das ist wirklich
das Letzte, da stimme ich Ihnen absolut zu. Grauenhaft. marina Haben Sie mal geraucht. gonsky Ich? Nein, um gottswillen.
Würde mir im Traum nicht einfallen. marina Wirklich, nie? gonsky Nein, Raucher das sind in meinen Augen
dings, Verlierer sind das. Loser. gonsky Und jetzt lassen Sie sich scheiden weil der
spielt, oder weil der raucht? marina Nein, ich lasse mich scheiden weil er mich
anlügt. gonsky Ah. – Püschewuh invitee? marina Was war das? gonsky Püschewuh inviter pour dinér. Würden Sie einmal mit mir essen gehen. marina Wollen Sie mich überrumpeln. Oder wollen
Sie nur das Thema wechseln. ext. vor cafe Marina und Gonsky kommen aus dem Cafe.
Marina hat die Rose. Aus dem Polizei-Gebäude kommen ein paar
LEUTE raus, Feierabend. marina Hab meine Mittagspause bissel überzogen.
Ins Büro brauch ich heut nimmer zu gehen. gonsky Wenn Sie ein Taxi brauchen: ich wäre
grad frei, zufällig. ext. gonskys auto - fahrt – tag Gonsky fährt, Marina am Beifahrersitz. marina Warum wollten Sie mich unbedingt kennenlernen. gonsky Wissen Sie es nicht? marina Sagen Sie mirs
einfach. Haben Sie irgendwelche Hintergedanken. gonsky Hintergedanken, wieso sollt ich- marina Haben Sie welche? Ich frage halt. ext. vor haus marina – tag Gonskys Auto. Er begleitet Marina zum
Haustor, sie hat die Rose. marina War ein netter Nachmittag. Danke fürs
Heimfahren. gonsky Gibts ein nächstes Leben. marina Vielleicht. Wer weiß. Sie gibt ihm die Hand. Sie geht ins Haus.
Gonsky will sich endlich eine Zigarette anzünden. Dann überlegt er sichs anders und steckt die Zigaretten wieder weg. gonsky Vielleicht, sagt sie. Vielleicht, wer weiß.
ICH weiß es. Weil ich weiß wie ein "Vielleicht" mit Untertitel
ausschaut. UT:
"VIELLEICHT HEISST: GANZ BESTIMMT, AUF JEDEN FALL." Int. wohnung marina - nacht Marina legt eine Rossini-CD
auf. Teures CD-Gerät. Gonskys Rose in einer Vase. EXT. baubüro – TAG Schellak und Bauleiter. bauleiter Sind die Herrschaften wieder im Rennen.
Fein. Ihr könnt morgen gleich wieder anfangen. schellak Könnte man nicht einmal über eine Anmeldung
nachdenken. bauleiter Scherz, oder? Wollt ihr selber was
verdienen und will ich was verdienen? Oder das Finanzamt. schellak Na ja. Wenn ich mich da jetzt so spontan
aus dem Stand heraus entscheiden muss- bauleiter Na also. ext. stadtpark – tag Marina und Kitty beim Joggen im Park.
Während sie joggen: kitty Er sagt witzige Sachen? marina Naja, nicht nur. Wir haben uns auch ernsthaft unterhalten. kitty Ernsthaft unterhalten, du meinst wie mit
einem intelligenten Lebewesen? Und du bist sicher, der war ein Mann, kein
Außerirdischer oder sowas? Marina Wir haben viel miteinander gelacht. kitty Also, ich fasse zusammen: der ist intelligent, und der
ist gebildet. Der erzählt witzige Sachen. Der baggert eine Frau mit
abgefahrenen Slapstick-Aktionen an. Der bringt einen zum Lachen. marina Ja. Trifft im Prinzip zu. kitty Ich fasse es nicht. Du warst mit Woody
Allen kaffeetrinken, Herzilein. marina Ich hab ja nicht gesagt, dass er so
ausschaut. kitty Und? Triffst du den Wunderknaben wieder. Marina Weiß nicht. kitty Ja was denn. Was spricht dagegen. marina Ich hab seine Telefonnummer nicht. kitty Uups. Aber er hat deine. marina Keine Ahnung. Möglich wärs. kitty Scherz oder Ernst? Der hat dich nicht
einmal nach deiner Telefonnummer gefragt? Dann isser
schwul. Marinas HANDY PIEPT. Ein SMS. marina Meine Nummer hat der jedenfalls. kitty Na, und was schreibt er? Marina liest Gonskys SMS. Sie sagt nichts. kitty Was ist jetzt. Wirst du rot? Schreibt der was Unanständiges. marina Nein .. kitty Sondern. Sag doch. marina Es ist nichts unanständiges. kitty Ach du liebe Zeit. Ein Liebesbrief. Ich halts nicht aus. Ein Romantiker ist der auch noch. marina Hör auf. kitty Es war die Nachtigall, hab ich recht. marina Du sollst aufhören. kitty Klar wirst du rot, ich seh
doch dass du rot wirst. ext. neubau 2 – Tag Schellak und Gonsky mit
Installationstürchen und Klodeckeln. Schellak Sie hat gesagt "vielleicht", na
und. Vielleicht heißt überhaupt nix. gonsky Elli, du hast wirklich keine Ahnung. Wenn eine Frau "nein" sagt, meint
sie "vielleicht". Wenn sie "vielleicht" sagt, meint sie
"ja". schellak Warum pressiert dir das überhaupt so mit
der Andromeda. Du kannst der Bea doch längst eine andere am Flohmarkt kaufen. gonsky Um das geht es doch schon lang nimmer. schellak Um die Andromeda gehts
NICHT? Um was geht es denn, bitte. gonsky Kapierst du das nicht? Ich muss die
Andromeda aus dem Bad rauskriegen, bevor sie wer anderer findet. Sie selber
womöglich. schellak Na, um das gehts
doch die ganze Zeit. gonsky Weil die im gleichen Moment herausfinden
würde warum ich ihr in Wirklichkeit den Hof gemacht habe. Nur weil ich in ihr
Bad wollte. schellak Ja aber so wars
ja auch. gonsky Ja so WARS. Aber so ist es nimmer. schellak Was sollte denn anders geworden sein. gonsky Alles ist anders. schellak Alles ist anders, alles anders. Was soll
das heißen, "alles ist anders". gonsky "Alles anders, alles anders" -
was ist los mit dir, bist du ein Papagei. schellak Was ist denn. Gonsky will nimmer darüber reden. schellak Und sie ruft dich an. gonsky Ja. schellak Nicht vielleicht, sondern sicher? Gonsky Elli, soll ich dir einen von den Klodeckeln
über den Kopf hauen? schellak Hab einmal einen Krimi gesehen, da ist auch
so ein Mädel bei der Polizei und die ruft auch einen an und- INT. büro marina Marina liest Gonskys SMS wieder, sie
überlegt, ob sie anrufen soll. Schließlich ruft sie an: marina (am Handy) Schreiben Sie allen Frauen solche SMS? gonsky (am Handy) Nein. marina Machen Sie mir nur was vor? gonsky Ich habs wirklich
so gemeint. Marina Ich muss zugeben, ich hab über Ihren
Vorschlag nachgedacht. gonsky Über meinen Vorschlag. marina Übers Essengehen. int. neubau 2 schellak Und. Was ist. gonsky Was soll sein. schellak "Was soll sein". Was sagt sie? gonsky Wir gehen essen. schellak Wissen würde ich schon gern, wie du das
machst. gonsky Was soll ich groß gemacht haben. Hab ihr
ein SMS geschickt schellak Ja, aber was hast du ihr in dem SMS
geschrieben? gonsky Na jedenfalls nichts davon, dass mir
Sternzeichen sonstwo hinten vorbeigehen. Int. Büro marina Marinas Handy LÄUTET, sie hebt ab: marina Ja? Aber es ist der Exmann, er ruft schon
wieder an: Int. wettcafe exmann (am Handy) Hallo Mara, hör
zu- marina Du schon wieder. exmann Kann ich heute einen Sprung vorbeikommen,
okay, am Abend, ich komm vorbei und- marina Ich hab gesagt du sollst mich nimmer
anrufen, lass mich zufrieden. Sie schaltet ihr Handy aus und steckt es
weg. Ext. vor haus marina Exmann lungert vor dem Haus herum. Frau Pribil kommt einher, als sie das Haustor aufsperrt,
drückt er sich rasch an ihr vorbei ins Haus rein. exmann Erlauben. FRAU pribil So ein Rüpel, ein Benehmen ist das. int. französisches Restaurant – nacht Gonsky und Marina beim Franzosen. Gonsky im
Sakko. Ein GITARRIST. Marina Elektrotechnik. Das haben Sie studiert? gonsky Ich bin nicht fertig geworden. marina Warum haben Sie aufgehört. Gonsky Es ist was dazwischen gekommen. Marina Erzählen Sie mirs.
Sie wissen alles über mich, aber von Ihnen weiß ich überhaupt nichts. gonsky Was wollen Sie von mir wissen. marina Ich weiß nicht. Haben Sie ein Geheimnis?
Erzählen Sie’s mir. gonksy Soll ich Ihnen mein Geheimnis verraten. marina Ja. Ich wills
wissen. Der Gitarrist klampft
drauflos, man versteht nimmer was Gonsky zu Marina sagt, irgendeinen Schmäh. Marina amüsiert. gitarrist Mon coeur est en flammes, il brûle. Il brûle uniquement pour toi ... UT: "MEIN HERZ
STEHT IN FLAMMEN, ES BRENNT, ES BRENNT FÜR DICH" marina Meine Freundin hat recht. Ich gehe grad mit
Woody Allen aus. Gonsky Gehen mir die Haare aus? Ich hab nichtmal ein Brille. KELLNER kommt an ihren Tisch und zündet eine Kerze an. Während Marina die Getränkekarte liest, hat
Gonsky insgeheim ihre Handtasche aufgemacht und schaut was alles drin ist. MARINA Nein, weil mir das so vorkommt als würden
Sie mir nur irgendwas vorplaudern, aber an ganz was anderes denken. Als würde
in einem unsichtbaren Untertitel was ganz anderes stehen als Sie sagen. (zum Kellner) Vin blanc. gonsky Sie können Französisch? marina Sie nicht? gonsky Ich weiß nicht was Sie meinen. Also ich sehe da
nirgends wo welche Untertitel. gitarrist Je veux posséder cette femme, sinon je dois mourir ... UT: "ICH MUSS
DIESE FRAU KRIEGEN, SONST FALL ICH TOT UM" Marina Bin gleich zurück. Sie nimmt ihre Handtasche und geht zur
Toilette. Gonsky hat
Marinas Schlüsselbund heimlich aus ihrer Handtasche geklaut. Er schaut ob ihn
keiner beobachtet. Er tröpfelt Kerzenwachs auf eine Serviette und macht
Abdrücke von Marinas Schlüssel. Die Kerze
fällt um. Servietten fangen Feuer. gitarrist En flammes, en flammes, il brûle! ... UT: "IN FLAMMEN,
IN FLAMMEN, ES BRENNT!" Kellner kommt mit Getränken. Gonsky
schnappt die brennenden Servietten und steckt sie rasch in sein Sakko, damit
der Kellner nichts merkt. Unterdessen kommt Marina vom Klo zurück. Gonsky tunkt die Servietten mit den
Wachsabdrücken in seinen Drink, damit sie abkühlen. Er leert eine
Zigarettenschachtel aus und steckt die nasse Serviette mit den Wachsabdrücken
rein. Die Zigaretten steckt er in die Sakkotasche wo er vorhin die brennenden
Servietten reingesteckt hat. Marina setzt sich, Gonsky hat ihren
Schlüsselbund noch. marina Riecht da irgendwas verbrannt? Sie trinken. Gonsky steckt Marinas
Schlüsselbund heimlich in ihre Handtasche zurück. Er bemerkt dass es aus
seiner Sakkotasche qualmt, er schüttet heimlich seinen Drink in die Tasche um
den Brand zu löschen. KEllner Wünschen Messieurdames
etwas flambiert? Ich kann empfehlen. INT. RESTAURANT - TOILETTE Gonsky klaubt das ganze nasse Zeugs aus
seinem Sakko, Strafzettel, Zigarettenschachtel mit den Wachsabdrücken, nasse
Zigaretten, nasse Servietten, in seinem Sakko ist innen ein Brandloch. MANN mit Zigarette sieht die Bescherung mit
dem nassen Zeugs. mann am klo Hab auch schon mit alle möglichen Tricks probiert, mir
das Rauchen abzugewöhnen. Gonsky Könnte ich von Ihnen eine, meine sind nass. mann am klo Kein Problem. Er schenkt
Gonsky eine Zigarette. Gonsky wäscht die Brandstelle an seinem
Sakko mit Seife ab. mann am klo Mein Rekord waren einmal sechs Wochen. Gonsky Mein Rekord war einmal dreizehn Jahre. Mann am Klo Wann haben Sie zu Rauchen angefangen. gonsky Mit dreizehn. Gonsky trocknet sein Sakko unterm
Händetrockner-Gebläse. int. Restaurant Marina und Gonsky beim Essen. Sie lassen
sich gegenseitig von ihrem Essen kosten. Drinks. Nette Stimmung. int. haus marina - stiegenhaus – nacht Exmann sitzt neben einem leeren Pappkarton
im Stiegenhaus herum, zu Füßen ein Haufen Zigarettenstummeln. Kitty will Marinas Wohnungstür aufsperren,
sie hat einen dicken Schlüsselbund, Marinas Schlüssel ist dran. Sie hat ihren
Walkman auf. Jemand umfasst sie von hinten und will ihr
ein Bussel geben, es ist der Exmann. Er hat einen leeren Pappkarton dabei. exmann Hallo, Schatzel. Kitty SCHREIT auf und schmiert ihm eine. kitty Hilfe! Sittenstrolche! exmann Tschuldigung, hab geglaubt sie wären meine Frau. kitty Sind Sie der Karo? Der Ex von der Marina. exmann Was wollen Sie in ihrer Wohnung. kitty Na ich wollte mir ein Gewürz ausborgen, ich
koche grad provèncalisch. exmann Wieso haben Sie überhaupt einen Schlüssel. kitty Ich füttere manchmal die Katze. Exmann Geben Sie den her. Er nimmt Kitty die Schlüssel weg und sperrt
selber auf. kitty He was soll das! int. wohnung marina Beide rein. Exmann macht Marinas Schlüssel
von Kittys Schlüsselbund ab und behält ihn für sich. Er gibt Kitty ihren
Schlüsselbund zurück. exmann Da haben Sie. Den brauch ich selber. kitty Was wollen Sie in Marina ihrer Wohnung! exmann Will mir nur ein paar Sachen abholen. Er sieht sich in der Wohnung um, entdeckt
die teure CD-Anlage. Er verstaut sie in seinem Pappkarton, auch Marinas
Walkman. Er stöbert in Schränken und Kästen. exmann Fixnochmal, irgendwo muss da noch die Münzensammlung sein- kitty Ich ruf die Marina an, ich sags ihr! exmann Die hat ihr Telefon ausgeschaltet. Badezimmer. Exmann stöbert, er findet ein
paar Schmucksachen. Er steckt Marinas teures Parfüm ein. Sogar den Haarfön
nimmt er. Er werkelt an dem Installationstürchen
unter der Badewanne herum. kitty Was glauben Sie denn, was da drunter für
Wertsachen zu finden wären. Glauben Sie vielleicht die Marina hat da unten
einen goldenen Nachttopf versteckt oder was. Die Katze schleicht vor dem
Installationstürchen herum. kitty Hab einen Film gesehen, da sagt einer es
gibt drei Arten Franzosen. Es gibt gute Franzosen, es gibt scheiss Franzosen, und es gibt Franzosen: AUS SCHEISSE. exmann Und. Was soll das heißen. kitty Weiß ich auch nicht. Aber Sie, Sie gehören mindestens
zur vierten Sorte. INT. STIEGENHAUS Exmann trägt Marinas Sachen im Pappkarton
davon, Kitty mit der Katze am Arm und Paprikagewürz. In Marinas Wohnungstür. Madame Chantal mit Hündchen, HUND KLÄFFT
als er Kitty mit der Katze sieht. Kitty ist eh schon wütend. kitty Dass der Mensch vom Affen abstammt glaub
ich gern. Aber dass der Staubfänger da vom Wolf abstammen soll kann mir
keiner einreden. madame chantal Der hat hugenottische Vorfahren. kitty Kommen Sie mir ja nicht zu nah mit dem,
sonst sorge ich dafür dass es von dem keine Nachfahren mehr gibt. madame chantal Tres charmánt. ext. vor restaurant – nacht Gonsky und Marina bei Gonskys Auto. marina Sie sollten besser nicht fahren. Gonsky Ich sollte nicht fahren? marina Der Wein. gonsky Ich sollte besser nicht fahren. Schon gar
nicht wenn die Polizei dabei ist. ext. vor kunstmuseum ST. marenten – nacht Gonsky borgt Marina sein Sakko, sie hängt
es sich über die Schultern, es ist kühl. Sie spazieren über den Museumsplatz. marina Darum muss ich mich von dem Mann trennen.
Ich kann nimmer. Einen Spieler kann man nicht ändern. gonsky Kenn ich. Mein Vater hat auch gespielt. marina Spieler ziehen ihre ganze Familie mit rein. gonsky Der ist sogar an unsere Sparbücher
gegangen. Uns Kinder, sogar meine Schwester und mich hat der abgezogen. Hat alle abgezogen, bis nix mehr da war. marina Und darum haben Sie zu studieren aufgehört?
gonsky Bin arbeiten gegangen, damit wir das
Kaffeehaus behalten können. So wursteln wir uns halt langsam raus aus den
Schulden. Meine Schwester und ich. marina Dass ihr Vater Spieler war: bestimmt ist
das ein Grund dass Sie und Ihre Schwester so eng zusammenhalten. gonsky Im Prinzip- schon möglich. marina Ist gut. Wenn ein Mann Prinzipien hat. gonsky Naja, meine Prinzipien - wenn Sie die genauer kennen
würden, würden Sie die vielleicht gar nimmer so toll finden. marina Vielleicht lerne ich Sie ja noch besser
kennen. ext. vor haus marina – nacht Marina sperrt ihr Haustor auf, sie küsst
Gonsky auf die Wange. marina Gute Nacht. Sie geht rein. Gonsky bleibt im Hemd vor
dem Haustor stehen. INT. WOHNUNG MARINA – NACHT Marina kommt grad rein, GEGENSPRECHANLAGE
SUMMT. Sie realisiert, dass sie Gonskys Sakko noch
anhat. ext. vor haus marina TÜRÖFFNER. Gonsky rein ins Haus. int. haus marina - stiegenhaus Gonsky läuft die Stiegen rauf. Marina an
ihrer Wohnungstür. marina Wir haben was vergessen- gonsky Mein Sakko. Ich hab nur das eine. Gleich werden sie sich küssen. Aber, da
geht die Nachbarstür auf: kitty Marina! Ich wollte dich anrufen, aber du hast dein Telefon nicht- (sieht Gonsky) Oh. Der Neue. INT. WOHNUNG MARINA Marina, Gonsky, Kitty. Schubladen offen,
Marina sieht dass diverse Sachen fehlen, CD-Anlage usw. marina Der Mistkerl. Diesmal hat er den Bogen
überspannt. kitty Sogar im Bad hat der herumgestierlt. Badezimmer. Gonsky sieht das eingedrückte
Installationstürchen. gonsky Ich könnte- wenn Sie wollen. Dableiben und
auf Sie acht geben damit der, ich meine wenn der nocheinmal- kitty Nein nein nein, ich bleib schon bei der Marina. Ich bleib heut nacht bei dir herüben, Schätzchen. gonsky Es würde mir aber nix ausmachen, wenn- kitty Nein, in so einer Situation da braucht man
moralischen Zuspruch, den kriegt die Marina schon von mir. Genau dafür ist
eine beste Freundin da. Sie tröstet Marina, Marina gibt Gonsky sein
Sakko. marina Tut mir leid. So eine Sch- Gonsky steht bissel dumm herum, Kitty deutet ihm: er
soll gehen. Ext. Vor haus marina – nacht Gonsky kommt raus. Er greift in seine
Sakkotasche. Da ist das Brandloch, er greift mit der Hand hindurch. In der
anderen Tasche findet er die Zigarettenschachtel mit den Wachsformen von
Marinas Schlüssel, alles zum Glück noch da. INT. BÜRO MARINA – TAG Marina telefoniert.
Auf ihrem Laptop eine Web-Seite
Branchenverzeichnis Schlüssel + Aufsperrdienst. marina (am Tel.) Ja, so bald wie möglich, ich hab keine
ruhige Minute. Meine Nachbarin ist da, die macht Ihnen auf. int. cafe bea – tag Gonsky noch im Sakko. Er hat einem Satz
nachgemachte Schlüssel. schellak Welcher isses? gonsky Probiers halt aus, meine Güte. Was weiß ich. schellak Ich? Wieso kannst du nicht selber. gonsky Du schaust darauf, dass hinterher wieder
alles picobello ist. Sie darf auf keinen Fall draufkommen, dass da einer dran
war. schellak Wieso muss ich das- gonsky Weil ichs dir
sage, Herrschaft noch mal. Weil ich ihr versprechen hab müssen dass ich keine
falschen Spiele mit ihr treibe, dass ich keine Hintergedanken hab, wenn ich
sie- und genau das wärs aber wenn ich heimlich in
ihrem Bad- bea (kommt hinzu) Hintergedanken. Theo, mit wem treibst du schon wieder
deine Spiele. Mit dieser dings, Andrea? Gehts um
die? Machst du schon wieder ein Mädel unglücklich? Theo, wirst du dich
überhaupt nie ändern? exT. vor haus marina – tag Schellak mit Briefträger-Mütze und
Werkzeugtasche geht ins Haus. Vor dem Haus ein Kombi SCHLÜSSEL
AUFSPERRDIENST. Int. haus Marina - stiegenhaus Schellak hat die nachgemachten Schlüssel
mit, er will Marinas Wohnungstür aufsperren. Doch die Tür geht plötzlich von allein auf,
und Schellak sieht sich unvermittelt Kitty gegenüber. Kitty Lassen Sie mich raten: aufs Klo. Der SCHLÜSSELDIENST-MANN hat die Tür
geöffnet, er schraubt ein neues Türschloss an. schlüsselmann So, gnä Frau.
Jetzt kann er nimmer rein, der Herr Ex. Da sind die Schlüssel, plus Reserve,
da unterschreiben bitte. Er gibt Kitty einen Satz Schlüssel für das
neue Türschloss. Kitty unterschreibt dem Schlüsselmann einen Lieferschein un tut einen der neuen Schlüssel auf ihren eigenen
Schlüsselbund. kitty Einen nehm ich
mir gleich wieder. Schellak steht noch immer da und schaut
Kitty gebannt an. kitty Stehen Sie auf französisch? schellak Ob ich auf dings- äh- kitty Zu zweit machts
mehr Spaß. schellak Spaß, wa-was
denn? Kitty Na essen. Haben Sie sowas noch nie zu zweit gemacht? EXT. VOR französischem RESTAURANT –
TAG Gonskys Auto, die Politesse mit
Strafzettelblock. Gonsky, im Sakko kommt hinzu. Er fragt die Politesse
irgendwas, sie schüttelt den Kopf. Gonsky schafft es mit seinem Schmäh sie
zum Lachen zu bringen. Sie schreibt einen Strafzettel, den steckt er ein. INT. CAFE BEA – TAG Ein GAST mit Zigarette. gast Fräulein. Hätten Sie Feuer. Bea will dem Gast Feuer geben, ihr
Feuerzeug funktioniert nimmer. bea Momenterl. Sie sieht dass Gonskys Jacke im Cafe hängt,
findet ein Feuerzeug darin. Und den Zettel: mit der Andrea-komm-heim-Telefonnummer. bea (liest) Andrea komm heim. Andrea? - Sie gibt dem Gast Feuer. int. wohnung kitty – tag Schellak und Kitty auf der Wohnzimmercouch,
sie schauen ein Video: ein bekannter Schauspieler X mit der bekannten
Schauspielerin Y beide gemeinsam in einer Badewanne. kitty Jetzt geben Sie acht. Gleich kommt mein
Auftritt. Sie essen, Kitty hat Schellaks
Briefträgermütze auf. kitty Das war eine Schlüsselszene in dem Film.
Der Herz-Karasek in der Wanne, mit mir. Da, das bin
ich. schellak Ich weiß nicht, schaut die nicht eher aus
wie die Dings- kitty Und da. Nocheinmal
ich. schellak Sind Sie sicher, dass das nicht die Hilfiger ist? Mit dem Karasek. Kitty spult zurück. kitty Logisch ist das die Hilfiger,
aber jetzt schaun Sie genau hin: was sehen Sie? schellak Ich seh einen Herz-Karasek in der Badewanne. Und einen nackerten Fuß. Kitty Der Fuß, das bin ich. schellak Sie sind der Fuß von der Hilfiger? kitty Bingo. Die hat Füße, also ich kann Ihnen verraten:
telegen ist die maximal bis zum Knöchel. Schellak Das war mir nicht bekannt. kitty Sehen Sie. Darum lässt die sich doubeln, untenrum. Also quasi knöchelabwärts. Kitty
streckt repräsentativ ihr Bein aus, Schellak verschluckt sich beinah. schellak Die- die- dings, "die Füße einer Frau
sind sehr wichtig." Kitty Sagen Sie’s nicht- schellak Das sag nicht ich, des sagt der- Kitty Richard Gere, in "Atemlos". Den haben Sie auch gesehen, ich halts
nicht aus. Zwei Filmfanatiker haben sich gefunden. INT. CAFE BEA – TAG Bea am Telefon, sie wählt die Nummer von
dem Andrea-komm-heim- Zettel. Gonskys Jacke hängt im Cafe. Bea hört: ANSAGETEXT (im Tel.) Wenn Sie
eine Nachricht für Andrea hinterlassen möchten sprechen Sie nach dem
Piepton. bea Ja da ist, ich wollte eine Nachricht für
die dings, die Andrea hinterlassen, wenn sie das hört. Was ich ihr sagen
wollte, ich finde einfach dass sie ein paar Sachen wissen sollte, fairerweise. ext. vor haus marina – gonskys auto – tag Gonsky in seinem Auto, Sakko. Er schaut auf
die Uhr, ungeduldig. gonsky (zu sich) Was zum Teufel treibt der da oben den ganzen Tag. Er sieht Marina einherkommen.
Er steigt aus um sie vor dem Haustor abzufangen. gonsky Marina! Nicht reingehen. Marina Theo. gonsky Ich muss- hab dich unbedingt sehen müssen. marina Ich komm grad erst von der Arbeit heim. gonsky Hab es nimmer aushalten können. marina Hör auf mit dem Theater. Willst du auf
einen Kaffee mit raufkommen? gonsky Nein! Marina überrascht. Gonsky zwischen ihr und
dem Haustor, er lässt sie nicht reingehen. gonsky Nein nein. Jetzt
da raufzugehen wäre völlig verkehrt solang- ich
mein, das wär noch zu früh, wär
das. Für einen Kaffee. marina Zu früh für einen Kaffee, warum. Es ist
Nachmittag. gonsky Mara, ich- marina Was. gonsky Bleib da. Marina Ich hätte auch noch zu tun. Wir können uns
doch später- Gonsky Mara, ich muss dir was beichten. Er versucht Zeit zu gewinnen, und verwehrt
Marina den Zutritt ins Haus. marina Na gut. Dann beichte. Gonsky Ich bin- hab dich- es ist so dass ich,
dings, also, um ehrlich zu sein- marina Okay. Sei ehrlich. gonsky Ich hab so was noch nie zu einer Frau
gesagt. marina Was denn. Gonsky nimmt ihre Hand. gonsky Dass ich, äh. Dings. marina Sag mirs oben,
okay. gonsky Nein, oben ist es vielleicht schon zu spät,
zu dings, zu früh, zu, zu- marina Hast du getrunken. gonsky Aber nein. marina Kommst du mit rauf oder bleibst du da
stehen. Sie küsst ihn auf die Wange und will ins
Haus. Gonsky hält sie am Arm fest. Gonsky Geh nicht rein. marina Au, du tust mir weh! Spinnst du. gonsky So warte doch. marina Au! Du sollst auslassen! Sie schmiert ihm eine. Gonsky lässt sie
los. marina Warum tust du mir weh, du Grobian! gonsky Es tut mir- marina Was glaubst du eigentlich. Dass du mich genauso
behandeln kannst wie mein Ex der Arsch? Du bist ja kein Stückel
anders als der, du bist GENAUSO einer. Int. stiegenhaus Gonsky folgt Marina durchs Stiegenhaus, er
muss sie aufhalten weil er glaubt dass Schellak noch in ihrer Wohnung ist. Gonsky Marina warte, es wär
ein Fehler. Es wär- marina Dass du mir nachrennst ist ein Fehler.
Brauchst nicht zu glauben dass ich heut noch was von dir wissen will. gonsky Nein es wär ein
Fehler wenns du in die Wohnung gehst, es könnte- marina Was könnte. gonsky Es könnt einer drin sein, ein dings, ein,
vielleicht ein- marina Lass mich in Ruhe. Gonsky hält sie fest und küsst sie. Um Zeit
zu gewinnen. Marina reißt sich los und schmiert ihm eine, dass er beinah über
die Stiegen runter taumelt. marina Weißt du was du bist. Du bist ein riesen Arschloch. Schellak der Briefträger kommt die Stiegen
runter. Er begegnet Marina. schellak Gunn Tag. Da sieht er Gonsky im Stiegenhaus stehen,
schmerzende Wange. Schellak lässt sich seine Überraschung darüber nicht
anmerken. schellak Gunn Tag. Er schaut, dass er rasch weiterkommt. Int. stiegenhaus – vor wohnung kitty Kitty noch in der Wohnungstür, weil sie
Schellak rausgelassen hat. Marina kommt rauf. kitty Marina, himmelswillen.
Was ist passiert. marina War der Türschlosser da. kitty Ja. Komm rein. Was ist denn mit dir, weinst
du? EXT. VOR HAUS MARINA Schellak mit Werkzeugtasche bei Gonskys
Auto. Gonsky kommt. gonsky Was zum Teufel treibst du da oben den
halben Tag. Baust du der ihr Bad auf die Caracalla-Thermen um. schellak Wir haben Videos geschaut. gonsky Ich krieg da herunten derweil beinah einen
Herzinfarkt. WIR? Wer hat WAS? schellak Die Nachbarin. Eine äußerst aparte Person. gonsky Hast du die Andrea? Ich frag dich was! Er beutelt Schellak, dem fällt die
Briefträger-Mütze runter. schellak Kochen tut sie vielleicht eine Spur, naja, extravagant. gonsky Von was redest du da. schellak Kreolisch. Es war kreolische Küche. ext. palmenstrand Hillary und Tensing
in Liegestühlen, Bermudashorts und Hawaii-Hemden, Longdrinks mit Schirmchen.
Dolce Vita. Ein verschwörerischer MITTELSMANN spaziert
unauffällig vorbei, heimlich hinter vorgehaltener Hand: mittelsmann ¿Es usted amigos de Andrea? UT:
"SIND SIE FREUNDE VON ANDREA?" Hillary und Tensing
folgen ihm mit ihren Drinks ohne sonderliches Interesse. Int. Kapelle Mittelsmann führt Hillary und Tensing zu einem Seitenaltar. Er zeigt ihnen irgendeine
Heiligenstatue, die Hl. Jungfrau von Santa XY. Konspirativ: mittelsmann Aquí ella es. La
Andrea de lágrimas santas.
¿Quiere usted comprar? Hillary und Tensing
schütteln bedauernd die Köpfe. hillary Entspricht leider nicht ganz unseren
Vorstellungen. Pech gehabt. tensing Riesenpech. int. neubau 2 Gonsky und Schellak bei der Arbeit. Gonsky mords sauer. Schellak hat einen Walkman, er swingt mit: schellak Dschiwap dschiwap. Dschiwap dschiwap. gonsky Was ist das jetzt wieder. Willst mich
reizen. schellak Das singt die selber. Die Schauspielerin.
Die Nachbarin von deiner- gonsky Die Nachbarin. Mit der unser Herr Elli den
ganzen Nachmittag rummachen muss anstatt dass er die Andromeda holt. schellak Dschiwap dschiwap. Dschiwap dschiwap. - Rat mal wer noch einen Schlüssel für das
neue Türschloss von deiner Frau Kriminalrat hat. int. xy-versicherung Hillary und Tensing
hören die Hotline-Anrufe ab. stimme bea -ich meine nur, es wäre sicher nicht verkehrt, wenn sich
die Andrea nicht unglücklich machen ließ- tensing Von was zum Teufel redet die. stimme bea Der Theo hat so eine Art, verstehen Sie,
der bringt ein Frauenherz zum dahinschmelzen wie
Wachs, so mirnix dirnix,
und bevor man dahinterkommt isses
schon- Tensing spult zurück, er spielt das Band nochmal
ab: stimme bea -verstehen Sie der bringt ein Frauenherz
zum dahinschmelzen wie Wachs, so mirnix- hillary Hört sich nach einer Warnung an. tensing "Frauenherz dahinschmelzen"
was soll der Quatsch heißen. hillary Die Andrea ist innen aus Wachs. Ein Herz
aus Wachs. Die Typen drohen damit dass sie die Andromeda einschmelzen. stimme bea -einen wie den Theo lieb haben, das ist auf
jeden Fall ein hoffnungsloser, dings- ein mords
undankbarer Job, und Sie sollten das besser wem anderen überlassen. Wer den
Theo besser kennt, so wie ich. Ich würde raten lassen Sie lieber die Finger
von dem, der macht Sie nur unglücklich. hillary Der will die Andrea unglücklich machen. Dahinschmelzen. tensing Was ist das jetzt wieder für Quatsch. Solche
Anrufe haben wir hunderte. Sind doch alles Spinner. Trittbrettfahrer. hillary Von wo ruft die an. tensing St. Marenten.
Festnetzanschluss. Ein Kaffeehaus. Hillary Ausfiltern müssen wir eh sowieso alle. Int. Neubau 2 gonsky Was ist jetzt? Rufst du jetzt endlich an
oder nicht. schellak Hab eh gesagt, ich ruf an. Gonsky Sonst ruf ich an. schellak Ich ruf ja an. gonsky Brauchst du ein Kindermädel zum
Telefonieren. schellak Ich muss- kann ja nicht so einfach, muss
mir doch erst zurecht legen, was ich ihr überhaupt sagen soll. gonsky Herrschaft Elli, wieso muss einer aus einem
Anruf eine höhere Mathematik draus machen. Das ist doch nicht die Sharon
Stone. Gib her. Unter "K"? Er will Schellak das Handy wegnehmen und
selber anrufen. schellak Ich kann das. Ich kanns. Schellak ruft an. FREIZEICHEN. Er legt
gleich wieder auf. schellak Keiner daheim. Gonsky nimmt ihm das Handy wieder weg. Er
ruft selber an. schellak Was soll ich ihr sagen? gonsky Du verabredest dich mit ihr, meine Güte. Wo
ist das Problem. Musst ihr ja nicht gleich einen Heiratsantrag machen. Gonsky hört dass Kitty abhebt, er gibt Schellak das
Handy. schellak (am Handy) Hallo, Kitty. Da spricht, dings- INT. WOHNUNG KITTY – TAG Kitty beim
Aerobic-Training, mit Walkman. kitty (am Handy) Hallo Cowboy. Ist ja krass, hab grad an dich gedacht. schellak Ich ruf an weil ich mir überlegt hab-
wollte fragen ob wir einmal eventuell, also wenn Zeit ist- kitty Lass es raus, Zuckermaus. schellak Eine, eine –dings, Verabredung. Ob wir uns
vielleicht einmal wo könnten, ich meine, also äh- treffen vielleicht. kitty Sag einfach: Eat,
drink, man, woman. schellak Kino oder so- kitty Bingo. Heut abend okay? int. neubau 2 Schellak mit Handy, völlig perplex. gonsky Und, wie läufts. schellak Sie hätte heut Zeit- gonsky Kriegst du noch Luft oder soll ich die
Johanniter rufen. Brauchst du einen Notarzt? int. cafe bea - tag Schellak im Sakko, Gonsky richtet ihm die
Krawatte. bea Elli, hast du ein Rendezvous. gonsky Der Elli geht mit einer Schauspielerin aus.
Mit einem Filmstar. Bea ab. gonsky Hast du kapiert. Wir brauchen nur ihre
Schlüssel. Du kümmerst dich um das Mädel, ich kümmere mich um den Rest. schellak Theo das ist nicht richtig, was wir da
machen. Wieso probierst du’s nicht noch einmal bei deiner Frau Inspektor? gonsky Weil DU jetzt dran bist! Weil ichs mir mit ihr vergeigt hab! Vor dem Haustor. Derweil
unser Herr Elli oben mit der Nachbarin beschäftigt war. Weils
deine Schuld ist dass wir die Andrea nicht schon längst wieder haben. schellak Ist doch wurscht,
wer die Andrea hat. gonsky Nein das ist NICHT wurscht!
Die Andrea muss aus dem Scheiss Bad raus weil wenn
sie dort gefunden wird sofort jeder weiß wer sie dort reingetan
hat. schellak Und du glaubst wirklich die wird dich
verpfeifen? gonsky Wir machen es jetzt so wie wirs ausgemacht haben, und fertig. ext. kino – nacht Heute: "ZWEI GLORREICHE HALUNKEN". INT. KINO - Foyer Schellak und Kitty, sie kaufen Gummibären.
Kittys Handtasche fällt runter, alles kugelt raus. Auch ihr dicker
Schlüsselbund. Sie bücken sich zugleich, bummsen
mit den Köpfen zusammen. Sie blicken einander in die Augen. kitty Ich schau dir in die Augen, Kleines. Gonsky in der Nähe, mit Sonnenbrille
getarnt (damit ihn Kitty nicht wiedererkennt). int. kino – saal Kitty bietet Schellak Gummibären an, er
nimmt eine Handvoll. In der Reihe dahinter Gonsky, maskiert mit Sonnenbrille
(im Kino!), er hat Kittys Handtasche zwischen den Sitzen hindurch gezogen und
nimmt ihre Schlüssel raus. Dunkel. Film fängt an. Kitty legt ihre Hand auf Schellaks. Glaubt sie. Sie lächelt ihn an. Schellak
futtert Gummibären. Kitty merkt dass es gar nicht seine Hand ist die sie
hält. Gonsky hat die Handtasche grad wieder zwischen den Sitzen hindurch
gesteckt, als Kitty nach seiner Hand gegriffen hat und sie festhält. kitty He! Was soll das werden! Sie schnappt ihre Handtasche und will sie
Gonsky auf den Kopf hauen, aber der duckt sich so kriegt Schellak die
Handtasche auf den Kopf: schwupps! fliegt ihm ein Gummibärli aus dem Mund. Das Gummibärli
landet im Dekollete der FRAU vor ihm. Die Frau haut Schellak empört ihre
Handtasche auf den Kopf. Im Tumult wurstelt sich Gonsky durch die
Sitzreihe, er steigt Leuten auf die Zehen, Ärgernis, er wird mit Popcorn
beworfen. gonsky Erlauben- tschuldigung-
pardon- Verzeihung- Er gelangt zum Ausgang. ext. kino Gonsky kommt aus dem Kino, Kragen voller
Popcorn. Er hat Kittys Schlüsselbund. Jetzt braucht er dringend eine
Zigarette. Nein, er will ja mit dem Rauchen aufhören, er riecht nur an der
Schachtel: ah, riecht das gut. ext. vor cafe bea – nacht Schellak und Kitty kommen einherspaziert. kitty Soll ich dir was verraten? Du bist der
erste Mann der so was freiwillig mit mir macht. Zweimal hintereinander an
einem Abend. schellak Mach ich öfters, wenn mir danach ist.
Allein halt meistens. Eigentlich immer. kitty Ehrlich. Du machst das auch allein? Zweimal
am Stück. schellak Klar. Wenns mir gefallen hat. Schau ich mir
denselben Film gleich noch ein zweitesmal an. Kitty hakt sich bei ihm unter. int. cafe bea – nacht Schellak und Kitty an einem Tisch. Bea
tritt hinzu. bea Hallo. Hallo Elli. kitty Elli. Lieb. Abkürzung für Leo? schellak Ja. bea Na da hab ich aber was anderes gehört. Kitty Wieso heißt er denn Elli. bea Weil in der Schule alle zu ihm- schellak Elvis. Das kommt von Elvis. Weil ich früher
total auf den Elvis gestanden bin. kitty Elvis-Fan war ich früher auch. Wir haben
viel gemeinsam. bea Ich kenn die Gschicht
mit dem Elli aber ganz anders. schellak Bea, könntest du freundlicherweise so lieb
sein und- kitty Wo kommt das Elli her. Harry und Elli? Bea Das sagt er nicht. Das ist sein Geheimnis. kitty Komm schon, verrat mir dein Geheimnis.
Kriegst dafür: ein riesen dickes Bussi von mir. schellak Bier für mich. Bea ab. Schellak will sein Geheimnis nicht
verraten. Kitty Einen Kuss. Wenn du mirs
verrätst. Kitty nimmt seine Hand. Sie sieht eine
Tätowierung am Handgelenk. kitty Was ist das? schellak Eine Kinderei. Mein Blutsbruder und ich,
wir haben uns das gegenseitig gemacht. Kitty Elli und sein Blutsbruder, wow. Die "Bluts"-Brothers. schellak Blutsbrüder, ja. Waren wir. Aber
mittlerweile glaub ich, dass der ein falscher Franzose ist. Der benützt alle
Leute wie er’s grad brauchen kann. ext. vor haus marina – nacht Schellak und Kitty vor dem Haustor. Kitty
kramt in ihrer Tasche. kitty Autsch. Ich kann nicht rein. Muss meine
Schlüssel verloren haben, im Kino. schellak Da wird jetzt schon zu sein. kitty He, du bist doch Postler. Ihr habt doch so
einen Schlüssel, mit denen ihr in jedes Haus reinkommt. schellak Aber ich bin ja gar kein richtiger-- dings, Haustor,
nur fürs Haustor. Einen Generalschlüssel. Aber nicht für die Wohnungen. Kitty Dann kann ich nicht in meine Wohnung rein.
Was machen wir da. Hast du Tabasco-Sauce daheim? Ich kann super kreolisches
Frühstück. ext. St. marentEN - nacht Nacht in St. Marenten. int. Wettcafe - tag Exmann gibt Heckler Geld. heckler Das soll alles sein. Scherz, oder. exmann Du kriegst schon alles. Ich brauche Zeit. heckler Hast du nimmer. Ich mach jetzt ernst. Koch sitzt irgendwo an der Bar, er liest
eine Zeitung mit einem Artikel über die Andromeda: "70.000 EURO BELOHNUNG, WARUM WILL SIE NIEMAND" Heckler
PFEIFT ihn herbei. exmann Ich hab Reserven, glaub mir, hab ich noch.
Reserven quasi, Vermögenswerte aber- halt derzeit gebunden. heckler Gebunden. Und wo. (zu Koch) Schneid ihm
ein Ohr ab. Koch schnappt Exmann am Ohr. heckler Was sind das für Vermögenswerte. Wo sind
die gebunden. exmann Dings, eine-- Münzensammlung. Hab ich noch
irgendwo, dings, daheim- muss ich nur erst noch holen. heckler WO musst du die holen. heckler (zu Koch) Schneid es ab. Aber nur das Ohr, nicht den
ganzen Kopf. Jetzt fällt dem Exmann ein, wie er sie überlisten kann: exmann Bei meiner Frau. In der Wohnung. heckler Gut. Dann holen wir die jetzt. exmann Aber da wird jetzt niemand daheim sein, die
ist in der Arbeit. heckler Wir fahren gleich. exmann Weiß nicht ob mir das momentan grad
wirklich so ganz, also terminmäßig- Oder könnte ich vorher noch geschwind
telefonieren, dauert nur ein- heckler Nix wird telefoniert. Wir fahren jetzt. ext. vor haus marina – Gonskys auto – tag Gonsky sitzt in seinem Auto. Er beobachtet
wie Marina das Haus verlässt um zur Arbeit zu fahren. Gonsky sperrt das Haustor mit Kittys Schlüssel auf. Er
hat eine Werkzeugtasche mit. int. wohnung schellak – tag Schellak hat auf der Wohnzimmercouch
geschlafen, er rappelt sich auf und geht zur Küche um Kaffee zu machen. Küche. Schellak mit Kaffeehäferl, jemand
nimmt ihm das Häferl weg. Es ist Kitty, sie ist aus dem Schlafzimmer
gekommen, ein Leintuch umgehängt. Sie setzt sich auf seinen Schoß. kitty Was bedeutet das "Elli". Ich sags nicht weiter. Schellak sagt nichts. Kitty trinkt seinen Kaffee. kitty Du weißt noch, was ich gestern versprochen habe? schellak Es ist-- wegen meinen Füßen. Ich hab- kitty Ich habs dir versprochen. schellak Schuhnummer- Nummer- Sechsundvierzig. kitty Und? Find ich sexy, große Füße. schellak Aber die hab ich schon seit der
Volksschule, und alle haben gesagt: der Leo schaut von der Seite aus wie- kitty Ja? Wie hat er ausgeschaut, der kleine Leo. schellak Wie ein-- Großes L. Kitty schaut ihn an. Sie lächelt. Sie
stellt das Kaffeehäferl weg. Kriegt Schellak jetzt den versprochenen Kuss? int. bad marina Gonsky will die Werkzeugtasche mit der Andromeda unter
der Badewanne hervorwerkeln, geht nicht raus. Er holt aus der mitgebrachten
Werkzeugtasche einen Meißel raus und will die Fliesen vorsichtig abmachen.
KNACKS. Eine ist schon hin. exT. vor haus marina Heckler und Koch fahren heran und parken
vor dem Haus. Exmann sitzt hinten drin, er ist nicht freiwillig mitgekommen.
Koch greift ihn am Arm. Sie gehen ins Haus. INT. HAUS MARINA - STIEGENHAUS Heckler, Koch, Exmann an Marinas
Wohnungstür. Heckler liest das Türschild: heckler Weingart. Da wohnt er, unser Karo. Mach auf. Exmann wirkt nicht besonders glücklich. Er
will aufsperren, aber sein Schlüssel passt nimmer. Weil das Schloss ja
ausgetauscht ist. exmann Ja- also- hehe. So was Dummes. Der
Schlüssel passt nimmer. int. wohnung Marina - Bad Gonsky mit Werkzeugtasche. Er hat paar
Fliesen unter der Badewanne weggestemmt um das Loch zu erweitern, paar sind
dabei hingeworden. Schlimme Baustelle in Marinas
Badezimmer. Gonsky will grad seine Werkzeugtasche (mit der Andromeda darin)
hervorziehen. int. wohnung marina RUMMS! Koch hat die Wohnungstür gewaltsam
eingetreten. Heckler und Koch kommen mit Exmann rein. heckler Und. Wo hast du deine Münzensammlung. Koch sieht sich in der Wohnung um. exmann Ich muss aufs Klo wenns recht ist. Dauert
nur ein Sekunderl. int. büro marina Marina am Computer, Fahndungsdaten.
Zufällig liest sie: "GONSKY
MATTHEUS – FINANZSTRAFVERFAHREN
usw." marina (liest) Einkommensteuerhinterziehung. Unbefugte
Gewerbeausübung. Ersatz-Arreststrafe. Ort der Festnahme: Wohnpark Neugasse,
Baustelle. Da wohn ICH! Ihr HANDY LÄUTET marina (am Handy) Was willst DU SCHON WIEDER! INT. WOHNUNG MARINA - BAD Exmann ist grad ins Bad gekommen, er ruft
heimlich am Handy an, Gonsky sieht er nicht gleich. Gonsky versteckt die
Werkzeugtasche mit der Andromeda rasch wieder unter der Badewanne, ohne sie
geöffnet zu haben. exmann (am Handy) Nicht auflegen Mara,
das ist ein Notfall! marina DU bist ein Notfall! ehemann Du hast grad Einbrecher daheim. marina Lass mich raten: und einer von denen heißt
ganz zufällig Gonsky, Mattheus- exmann Nein, die heißen- ist doch wurscht wie die heißen. Exmann bemerkt jetzt dass er nicht allein
im Bad ist. Da ist Gonsky. eXmann Heißen Sie zufällig Gonsky? gonsky Bin der dings, äh. Der Fliesenleger. exmann Mara Schatz, die stellen deine Wohnung auf den Kopf. Wär bestimmt nicht verkehrt wenn du ein paar von deinen
Kollegen vorbeischicken könntest. Gonsky mischt Fliesenkleber an. In seiner
Werkzeugtasche hat er paar Ersatzfliesen. exmann Fahren Sie nicht auch Taxi? gonsky Nur, äh- freiberuflich. EXT. vor amtsgebäude – tag Marina kommt aus dem Polizei-Gebäude
gelaufen. Sie winkt nach einem Taxi. Gleichzeitig ruft sie am Handy an: int. POLIZEI einsatz-zentrale Ein EINSATZBEAMTER nimmt Marinas Notruf
entgegen. int. wohnung marina Heckler sitzt auf der Couch und streichelt
Marinas Katze. Koch stöbert in Marinas Schlafzimmer herum.
Er findet ihre Polizei-Uniform im Kleiderschrank. int. bad Exmann sitzt auf dem Klodeckel, er bietet
Gonsky Zigaretten an. Gonsky hat alibihalber
angefangen, das Loch wieder zu verfliesen. gonsky Wenn Sie da herin
rauchen, kriegen Sie Ärger mit der Hausfrau. Würde davon abraten. exmann Den hab ich eh schon. int. wohnung marina Koch zeigt Heckler Marinas Polizei-Uniform: heckler Der Hund hat uns reingelegt. Der hat uns bei der Polizei einbrechen lassen. INT. BAD Koch pumpert von draußen an die
Badezimmertür. exmann Besetzt! Er zieht die KLOSPÜLUNG. Er raucht. exmann Es ist ein Jammer. So eine Frau trifft man
im Leben kein zweites mal. gonsky Nein. Im gleichen Leben sicher nicht. exmann So eine Frau dürfte man nie wieder
auslassen. Nie wieder. gonsky Nein. exmann Was tut man stattdessen? Alles dransetzen
dass man ihr nur ja wehtut wo es nur geht. Bis sie die Nase von einem voll
hat und einen in den Wind schießt. gonsky Ja, da gehört schon ein Talent dazu. exmann Haben Sie’s auch geschafft, dass Sie sichs mit ihr verspielt haben. gonsky Ich habs auch
geschafft. exmann Na dann, willkommen im Club. Weingart. Sie geben sich die Hand. gonsky Gonsky. int. wohnung marina Koch nimmt Anlauf und rennt die
Badezimmertür ein. Er schnappt den Exmann am Schlafittchen und zerrt ihn zum
Sofa. Exmann muss sich zwischen Heckler und Koch setzen. koch Da ist noch einer drin. heckler Wo ist noch einer drin. Koch klappt seinen Leatherman
auf. koch Im Bad. Soll ich ihm das Ohr jetzt
abschneiden. heckler Wer ist im Bad. koch Irgend so ein Vogel, keine Ahnung. Soll ich
das rechte oder das linke. Gonsky kommt mit seiner Werkzeugtasche aus
dem Bad. gonsky Guten Tag. Auf Wiederschaun. heckler He. Wer ist der Vogel. Was machst du da
drin. gonsky Bin schon weg, lassen Sie sich nicht
stören. Er will sich aus der Wohnung verdrücken. heckler Bleib da. gonsky Keine Umstände bitte. heckler Halt den auf. Koch haut Gonsky eins auf die Nase, Blut
spritzt raus. Gonsky taumelt herum. gonsky Au. Seids ihr
wahnsinnig- Gonsky muss sich setzen, Kochs Schlag hat
ihm nicht gut getan. Jetzt sitzt er neben dem Exmann am Sofa. koch Was soll ich mit dem machen. heckler Lass mich, äh- lass mich nachdenken. koch Soll ich ihn killen. heckler (schreit) DU SOLLST DEN SCHNABEL HALTEN! Ich sag
doch, ich muss nachdenken. Koch steht beleidigt herum, er reinigt mit
dem Messer seine Fingernägeln. Heckler planlos, weil die Situation durch
Gonskys unerwartetes Auftauchen außer Kontrolle geraten ist. heckler Schitt. Was machen wir jetzt. Er gibt Gonsky ein Taschentuch, blutige
Nase, Gonsky wischt sein Blut ab. gonsky Danke. Ich würde ganz gern gehen, wenns nix
ausmacht. heckler Geht nicht. Du verpfeifst uns ja. gonsky Ah so. exmann Also ich würde nix sagen. Ich würde einfach
sagen, das ganze wäre ein Missverständnis und- heckler Du hältst den Schnabel. exmann -und, nichtwahr, wir hätten uns halt in der
Tür geirrt und- Koch haut dem Exmann eins auf die Nase,
ebenfalls Blut. exmann Wollte nur- kooperativ sein- heckler Verfahrene Situation. Was machen wir jetzt. Er ist ernsthaft ratlos. EXt. vor haus marina Marina ist mit einem Taxi gekommen, sie
steigt aus. Rein ins Haus. int. stiegenhaus Marina sieht ihre offene Wohnungstür. int. wohnung marina Marina kommt rein, sieht alle im
Wohnzimmer. marina Was macht ihr in meiner Wohnung, ihr
Strolche! Wer hat meine Tür ruiniert! Und wer hat da herin
geraucht! Exmann zeigt auf Koch, Gonsky zeigt auf
Exmann. Marina Sie sind festgenommen. Einbruch und
Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung. exmann Körperverletzung war auch. heckler Ah. Die Gnädigste von unserem Karo. Ihr
Mann ist uns was schuldig, gnä Frau. marina Der ist nimmer mein- Heckler schnappt Marina, sie muss sich auch aufs Sofa
setzen. Marina Und Nötigung! Sie reiten sich immer tiefer
rein. Für Sie wird es eng werden, das kann ich Ihnen versichern, mords eng. heckler Weiß ich. Scheiss
Situation das ganze. Total verfahren. Er läuft ratlos in der Wohnung herum. heckler Und wofür das ganze. koch Münzensammlung. exmann Genaugenommen ist es ja bewaffneter Raubüberfall, würde ich sagen.
Ich mein, der mit seinem Messer, ein Messer ist ja immerhin eine Waffe, oder. heckler Schaff mir den aus die Augen, los, sofort,
stopf dem das Maul bevor ich selber- Koch schnappt den Exmann und verschleppt
ihn ins Badezimmer. exmann Geiselnahme, also in meinen Augen ist das
quasi ein klassischer Fall von- (OFF weiter:) -Geiselnahme, wie er im Büchel
steht und- mpf grmpf- heckler Die Münzensammlung. Also wo ist die. marina Münzensammlung. heckler Münzensammlung. Maria Theresia, dings,
Mozartjahr, Millenium, so was alles- gonsky Philharmoniker. heckler Philharmoniker und das. Wo haben wir die. marina Münzensammlung hat es nie eine gegeben. Von
was reden Sie. heckler Gnä Frau ich bitte Sie. Nur wegen der Münzensammlung sind
wir da. Glauben Sie ich tu mir das ganze Theater da an und dann hör ich
"Münzensammlung gibts keine", und denk
mir: na, dann gehen wir halt wieder. marina Ja, ich kann Ihnen leider nicht
weiterhelfen. heckler Was erwarten Sie denn von mir. Soll ich Sie
foltern auch noch. Koch kommt aus dem Bad. koch Wir könnten sie foltern. Ohren abschneiden,
Nase undsoweiter. Heckler Gib mir dein Messer. Gibs
schon her. Koch gibt ihm das Messer. Heckler schnappt
sich die Katze. heckler Gnädigste wo sind die Dukaten. Ich schneid
der Katz ein Ohr ab. marina NEIN! Tun Sie der Katze nicht weh! heckler Beide Ohren. Ich zähl bis drei. Eins. marina Ich hab nix! heckler Zwei. koch Schwanz tät auch gehen. Marina NEIN! Koch hält sie fest. gonsky Lass die Frau aus, du Neandertaler- Er geht auf Koch los, Koch haut Gonsky noch
eins auf die Nase. heckler Drei. gonsky Unter der Badewanne. In der Werkzeugtasche. heckler Was. gonsky Ist 70 Tausender wert. Gehört euch, tut
dafür dem Mädel nichts, und ihrer Katze. Int. bad Koch werkelt die Werkzeugtasche unter der
Wanne hervor. Gonskys frisch verlegte Fliesen gehen wieder ab. Exmann ist mit Handtüchern an die
Duscharmaturen gefesselt und geknebelt. exmann Mpf- grmpf. Int. wohnzimmer marina Was ist das für eine Geschichte in meinem
Bad, erklär mir das! gonsky Es ist nicht so wie du glaubst. heckler Killen werden wir euch natürlich trotzdem
müssen. gonsky Killen, wieso. heckler Na ja, dings halt. Zeugen beseitigen,
undsoweiter. Es wird nix anderes übrig bleiben, fürchte ich. gonsky Ah. heckler Besseren Vorschlag? marina Du wolltest die ganze Zeit nur in mein
Badezimmer, du Scheisskerl hast mich von Anfang an
nur eingewickelt weil du IN MEIN BAD WOLLTEST! Weil da etwas drin ist, was du
haben wolltest. Sie schlägt auf Gonsky ein. Der nimmt es
wehrlos hin. ext. vor neubau Streifenwagen steht da, mit Blaulicht. Int. stiegenhaus Zwei FUNKSTREIFLER vor der offenen
Wohnungstür. funkstreife 1 Sollen wir vorher anklopfen oder einfach
rein. funkstreife 2 Haben die Einbrecher vorher angeklopft, du
Schlaumeister? Na also. Seit wann klopft die Polizei an. funkstreife 1 Na ja, aber die Frau Doktor Weingart ist ja schließlich immerhin, nichtwahr- ich
mein- funkstreife 2 Also ja, dann klopf halt an. Wir klopfen an
und gehen dann unverzüglich rein. funkstreife 1 Ich klopf jetzt, okay. Soll ich? Ich klopf
an. funkstreife 2 Klopf an. int. wohnung marina Marina haut Gonsky. marina Du bist genauso ein berechnender schäbiger
Mistkerl wie der im Bad. heckler Herrschaften, ich muss doch bitten. Koch kommt mit Schellaks
Werkzeugtasche aus dem Bad, stellt sie auf den Tisch. Heckler macht sie auf,
etwas in Zeitungspapier eingewickeltes ist darin. heckler Was ist denn das für eine Art, eine
Münzensammlung aufzubewahren. Funkstreifler kommen endlich rein. funkstreife 2 Frau Doktor Weingart? Heckler lässt das Zeitungspaket wieder in
der Werkzeugtasche verschwinden. Keiner hat die Andromeda gesehen. marina Ah, die Kavallerie reitet endlich ein.
Haben wirs uns ja doch noch einrichten können. Waren
wir unterwegs noch ein bissel für den Polizeiball sammeln, ja? funkstreife 2 Grüß Gott, Frau Doktor, uns ist
durchgegeben worden, es gäbe einen dings bei Ihnen, einen Notfall. Marina zeigt auf Heckler und Koch. marina Den können Sie gleich mitnehmen, und den
auch, um die anderen Falotten kümmere ich mich
persönlich. EXT. VOR HAUS MARINA Polizisten kommen mit Heckler und Koch aus
dem Haus, Handschellen. int. haus Marina - stiegenhaus Marina schubst Exmann aus der Wohnung. Von der ganzen
Sache mit der Andromeda hat der nichts mitgekriegt. marina Schau endlich, dass du rauskommst. ehemann Könntest du mir nicht vielleicht ein-,
zweihundert, nur für kurzfristig- marina Wenn du den nächsten Termin vorm
Amtsgericht wieder platzen lässt, lass ich dich mit der Funkstreife
vorführen. Madame Chantal mit Hündchen. Sie mustert
den Exmann. Madame chantal Sie schaun aber
mitgenommen aus, junger Mann. Wollen Sie’s einmal mit einem Entspannungsbad
probieren? INT. WOHNUNG MARINA - BAD Gonsky
mischt Fliesenkleber an. Er muss die kaputten Fliesen erneuern. Ersatzfliesen
hat er in seiner Werkzeugtasche. marina Wenn Sie mein Badezimmer nicht wieder haargenauso hinkriegen wie es vorher war, unterschreibe
ich Ihren Haftbefehl wegen Einbruch persönlich. gonsky Warum hast du- haben Sie nichts gesagt? Marina Was gesagt. gonsky Na den Kollegen von der Funkstreife. Dass
ich die Andomeda habe. Du kriegst siebzig Tausender
Prämie. marina Warum ich einen Menschen nicht für
siebzigtausend verrate, das verstehen Sie nicht. Warum ich so blöd bin und
Sie nicht auffliegen lasse. gonsky Ich verstehs
nicht. marina Ich auch nicht. Ich muss wirklich
ausgesprochen blöd sein. Gonsky steht ziemlich dumm da. Marina
krault ihre Katze. marina Wenn Sie fertig sind gehen Sie. Ich will
Sie nimmer sehen. Nehmen Sie Ihr Ding mit und verschwinden Sie. Für immer. EXT. VOR KUNSTMUSEUM – TAG Gonsky kommt mit seiner Werkzeugtasche
einher. Das Baugerüst an der Museumsfassade ist weg. int. museum – portierloge MUSEUMSwächter Nein, es ist nix gefunden worden. gonsky Muss aber, ich hab es damals am
Fensterbrett liegen lassen und- museumswächter Wenn was gefunden worden wär, würde ich davon wissen. gonsky Wenn ich es nicht zurück kriege, dann
kriegt ihr die Andromeda auch nimmer. Dann behalt ichs
mir, als Entschädigung. museumswächter WAS war das grad? DIE ANDROMEDA? Mit der Andromeda hat Gonsky beim Museumswächter einen
wunden Punkt erwischt. Gonsky Erst will ich mein Eigentum zurückhaben. MUSEUMSwächter (ungehalten) Du glaubst du kannst mich verarschen, ja?
Mit deiner Andromeda-Nummer. gonsky Nein, ich will nur mein- MUSEUMSwächter Du glaubst du kannst da einfach anhampeln
und mich verarschen, ja? Das glaubst du, ja? Glaubst du das. Mich in den
Kakao eintunken, das willst du? Schau dass du weiterkommst du Komiker,
Abgang, zisch ab, geh wen andern verarschen du Halblustiger, tschüss mit Ü. Museumswächter schnappt Gonskys
Werkzeugtasche und zerrt Gonsky zum Ausgang. Ext. vor museum Museumswächter schmeißt Gonsky aus dem
Museum, er wirft ihm die Werkzeugtasche hinterher. MUSEUMSwächter Mach einen Abgang, du Spaßvogel. gonsky Ich wollte die Andromeda zurückbringen. Sie
sind Zeuge, dass ich’s versucht hab. museumswächter Schau ja, dass du dich nimmer blicken lässt. int. cafe bea – sonntag Gonsky an der Bar, im Sonntags-Sakko. Er sieht im
Fernsehen: Pressestunde mit Inge Türmer und
Direktor Schöps. inge türmer Nachdem der Diebstahl der Andromeda jetzt
schon mehrere Monate zurückliegt gibt es noch immer nicht die geringste Spur.
Haben Sie persönlich noch Hoffnung dass die jemals wieder auftaucht. Herr
Direktor Schöps. direktor schöps Dass die Andromeda wieder auf den Platz
zurückkehrt, auf den sie hingehört, ins Kunstmuseum Sankt Marenten,
dass hoffe ich persönlich natürlich genauso wie alle kunstverständigen Menschen
in diesem Land. inge türmer Haben Sie eine persönliche Vermutung, warum
der oder die Täter sich nie gemeldet haben. direktor schöps Meine Vermutung ist leider die, dass die
Täter in einem Auftrag gehandelt haben, dass also da im Hintergrund ein
Auftraggeber existiert hat. inge türmer Ein privater Liebhaber vielleicht, einer
dem es gar nicht primär um die Lösegeldprämie geht sondern der die Andromeda
einfach für sich haben will. direktor schöps Ja davon kann man mittlerweile ausgehen
glaube ich. Dass die irgendwo in einer Privatsammlung steht, flankiert
womöglich von einer Reihe ganz ähnlicher Kunstgegenstände. Hillary kommt rein, er setzt sich neben
Gonsky. Bea kommt. hillary Tag. gonsky Tag. bea Guten Tag. Was darfs
sein. hillary (konspirativ) Schönen Gruß an die Andrea. bea Was? hillary Man hat uns angerufen. Von Ihrem
Festnetzanschluss aus. Wissen Sie etwas darüber? Hat die Andrea ein
gebrochenes Herz. bea Wer will das wissen. hillary Ich frage im Auftrag der XY-Versicherung,
wenn Sie verstehen. bea Von der Versicherung, na ausgerechnet! Da
sind Sie bei mir grad richtig! Wollen Sie mit mir schon wieder ein Gschäft machen. hillary Ein Geschäft, wenn Sie’s so nennen wollen,
ja. Wir hätten ein durchaus lukratives Angebot zu machen. bea Sie kommen von der Versicherung, und Sie
kennen die Andrea. Und jetzt wollen Sie mit mir ins Gschäft
kommen. hillary Wenn ich an der richtigen Adresse bin. bea Na da sind Sie bei mir garantiert an der
richtigen Adresse. Gleich lach ich mich tot. Theo, da ist einer von der Versicherung der
glaubt dass er ausgerechnet bei uns richtig wäre. theo Versicherungen sind unser Feind. Mit uns
macht ihr unter Garantie kein Gschäft, das kannst
du schriftlich von mir haben. bea Haben Sie’s gehört. Mit Versicherungen
wollen wir da herin nichts zu tun haben. Garantiert
nicht. hillary Dann muss es sich wohl um ein
Missverständnis handeln. Falscher Alarm. bea Da können Sie sogar Gift drauf nehmen. Falsche Adresse. hillary Naja. Könnte ich eine Kaffee haben. bea Nur wenn Sie ihn gleich bezahlen. Euch Falotten traue ich keinen Schritt mehr über den Weg. Später. Bea und Gonsky. bea Theo. Diese Andrea damals. gonsky Welche Andrea. bea Stell dich nicht dumm. Das Mädel. Hast du
der das Herz gebrochen. gonsky Nein. bea Sag mir die Wahrheit. gonsky Nein. Der Andrea nicht. ext. vor cafe bea – tag Gonsky kommt heraus, er findet einen alten
Strafzettel in seiner Sakkotasche. Auf der Rückseite hat die Politesse ihre
Handynummer draufgeschrieben. HANDY LÄUTET Ext. strasse – tag POLITESSE (am Handy) Hallo. ext. vor FRANZÖSISCHEM restaurant – nacht Von draußen. Gonsky im Sakko, Politesse in
Zivil beim Mexikaner. Kerzenlicht. Gitarrist spielt. Gonsky am Schmähführen. SPÄTER. Gonsky und Politesse steigen in
Gonskys Auto ein. Int. wohnung politesse – nacht Im Bett. Politesse schläft, Gonsky spielt
nachdenklich mit seiner letzten Zigarette herum. Er raucht nicht. Steckt sie
wieder in die Schachtel und zerknüllt sie. Er steht entschlossen auf. Später. Gonsky angezogen. Er deckt die
nackten Füße der Politesse zu, bevor er sich aus dem Staub macht. Ein
endgültiger Abschied. ext. gonskys auto - nacht Gonsky in seinem Auto, er ruft an: gonsky (am Handy) Elli. Ich muss mit dir reden. - Ja, ich
weiß selber wie spät es ist. Mit wem soll ich sonst reden. int. wohnung schellak – nacht Schellak im Schlafmantel, Gonsky. Sie
sitzen am Küchentisch. Kittys Walkman liegt da. gonsky Elli, hab ich dich schon einmal um einen
Rat gefragt. schellak Nein. gonsky Was würdest du machen. Gib mir einen Tipp. schellak Aus einem Film, von Woody Allen. Pass auf: gonsky Herrschaft Elli, verschone mich ein einzigesmal mit deinen Filmen. schellak Nein, hör zu. Woody Allen: da kommt auch
einer mitten in der Nacht und fragt seinen Spezi um einen Tipp. Weil er einen
Rat braucht. Und sein Spezi sagt zu ihm: jetzt pass einmal auf, du kriegst
von mir jetzt den besten Tipp deines Lebens. gonsky Und. Was war das für ein Tipp. schellak Die sitzen da so am Küchentisch mitten in
der Nacht, genauso wie wir grad, und der schaut seinen Spezi ganz erwartungsvoll
an. Gonsky sitzt da und schaut Schellak
erwartungsvoll an: gonsky Na? schellak Da sagt der zu seinem Spezi: gonsky Was sagt er. Jetzt red endlich. schellak Und der sagt: "Du musst
tun, was du tun musst." gonsky Das sagt der? schellak Genauso sagt ers. gonsky Elli, hab ichs
dir eigentlich schon einmal gesagt. schellak Was. gonsky Was du für mich bist. schellak Weiß nicht ob ich das unbedingt hören will. gonsky Aber du weißt es. schellak Eh. Gonsky gibt ihm einen herzhaften Schmatz.
Schellak wischt sich ab. schellak Geh spinnst du, pfui Teufel. Gonsky hat am Handgelenk die gleiche
Tätowierung wie Schellak. Int. wohnung schellak - bad – tag Schellak und Kitty gemeinsam in der
Badewanne. Kitty mit Walkman. kitty Noch ein Geheimnis. Jetzt du. schellak Noch ein Geheimnis. kitty Ja, du bist dran. Verrat mir noch eins. schellak Ich hab keins. kitty Dann denk dir eins aus. schellak Na gut, wer ist das. Pass auf. Wer steht
total auf dich und ladet dich heut am Abend zum Essen ein und danach ins
Kino. kitty Keine Ahnung. Wer? schellak Kleiner Tipp? kitty Okay. Kleiner Tipp. schellak Du sitzt mit ihm in der Badewanne. kitty Und. schellak Manchmal gehst du mit ihm in die Badewanne,
und manchmal gehst du mit ihm auch ins Bett. kitty Mein Walkman ladet mich ins Kino ein? ext. stadtpark – tag Gonsky sitzt auf einer Bank vor einem
Ententeich und friert. Mit seiner Werkzeugtasche. Er sieht wie Marina herbei joggt. Sehr
reserviert. marina Ich hoffe Sie frieren recht ordentlich. gonsky Ich hoffe es hat es mit der Scheidung
geklappt. Marina sieht dass er die Werkzeugbox
mithat. marina Warum tragen Sie das Ding spazieren. Macht
es Sie glücklich damit in der Kälte herum zu laufen? Gonsky Nein, macht es nicht. Das blöde Ding steht zwischen
uns. Es macht mich unglücklich. marina Was glauben Sie denn, was Sie MICH gemacht
haben. gonsky Ich weiß was du glaubst. Dass ich hinter
dem Ding hergewesen wäre. Aber das stimmt nicht.
Das ist mir wurscht. Die 70.000 Finderlohn sind mir
völlig egal. Mir geht es nur um dich. marina Erzähl mir doch nichts. Wieso soll ich DIR
irgendwas glauben. gonsky Weil ich dir beweisen will dass mir an dem
Ding überhaupt nichts liegt. Nur an dir. marina Beweisen. Was denn. gonsky Ich schmeiß es weg. marina Mach damit was du willst. Gonsky Vielleicht da in den Teich zum Beispiel,
das würde gehen. Wär der Teich für dich okay? marina Schmeiß dich am besten gleich dazu. Gonsky wirft die Werkzeugtasche wirklich in
den Teich. Langsam geht sie unter. marina Hast du den Verstand verloren!! Was hast du
gemacht! Bist du wahnsinnig?! gonsky Pfeif auf das Ding. marina Heilige Sch-- die werden einen Taucher
brauchen, wenn die das jemals wieder da rauskriegen wollen! gonsky Hast du gesagt ich soll damit machen was
ich will? Oder nicht. Hast du’s gesagt? marina Ja, du Spinner. Ich habs
gesagt. Gonsky und Marina schauen zu wie die
Werkzeugtasche gemächlich im Wasser versinkt. Beide frieren. marina Laufen wir ein Stück. Na los. Dann wird uns
wärmer. Sie zupft Gonsky am Ärmel. marina Na komm schon, du- du Spinner. Sie läuft los, Gonsky folgt ihr mit wenig
Enthusiasmus. marina Weißt du was, die Taucher- die werden sich
ganz schön den Hintern abfrieren. Gibts für
Taucheranzüge auch eine Art Heizung oder sowas? gonsky Bin ich- (schnauf) überfragt. marina Hast du Elektrotechnik studiert oder nicht. Schnaufend bemüht sich Gonsky mit ihr
Schritt zu halten. marina Und die Andromeda war wirklich in dem
Koffer drin? Die echte Andromeda? Kein Schmäh. gonsky Nein. marina Was nein. Kein Schmäh oder nicht im Koffer. gonsky Schmäh erzählen ist was anderes als Lügen,
richtig. marina Wars jetzt ein Schmäh dass du die Andromeda in den Teich
geschmissen hast oder nicht. gonsky Nein. marina Was nein? gonsky Kein Schmäh. Marina boxt ihn. Aber irgendwie
versöhnlich. Sie laufen an der Strauss-Statue vorbei. gonsky Der Strauss-Schani kann jedenfalls nicht
drin gewesen sein, weil der steht ja noch immer da. Sie laufen gemeinsam davon. SCHLUSSTOTALE.
ENDE. - Nein, es geht noch weiter: int. cafe bea - tag Bord mit Beas Porzellan-Figuren. Schellak,
Gonsky am Dart-Spielen. schellak Es wäre ein super Pfusch, wir hätten Arbeit
bis übers Jahr. gonsky Ich kann nicht. Ich geh wieder studieren. schellak Du fängst wieder zu studieren an. Wau. gonsky Ich will meine Elektrotechnik weiter
machen. Ein Mann muss irgendwas fertig kriegen im Leben. Nicht erst im
nächsten. schellak Schon klar. Unser Herr Theo hat ja
bekanntlich einen Hang zum Akademikern. Gonsky sieht draußen eine fesche BLONDINE, schießt den Dartpfeil versehentlich auf das Porzellanbord. Er trifft
die Andromeda die dort steht. Sie kippt vom Bord, gleich fällt sie runter. Bea erwischt die Andromeda grad noch vorm
Runterfallen. bea Theo, Herrschaftzeiten!
Geht das schon wieder los! Erst schenkst mir so ein schönes Stück und dann
willst du mir das WIEDER ruinieren! gonsky Ah geh, der alte Kitsch. bea Du hast ja keine Ahnung, was so ein Stück in Wahrheit
für einen Wert hat, du Depp. gonsky Wieviel kann so was schon wert sein. Ist
wahrscheinlich innen eh nur aus Wachs oder so Zeugs. bea Wenn du mir das auch noch hin machst, ich
schwör dir: dann kriegst du aber Lokalverbot. Sie stellt die Andromeda wieder zwischen
die anderen Sachen, auf das Regal. Dort steht sie bis heute. - ENDE - ► Drehbuch download als Word.doc (120 Seiten) |
|
|